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Wie der Mensch den Selbstverwirklichungswettbewerb des Neoliberalismus vermeiden könne, lautete jüngst eine Frage im laut.de-Gespräch. Eigene Strukturen aufbauen, empfahl daraufhin Ted Gaier: "Ich glaube eigentlich nach wie vor an diese 70er-Jahre-Idee. Sich weitgehend raushalten aus den etablierten Strukturen und vor allem gucken, dass man sein Ding in Kollektiven macht, wo man ein gutes Gefühl hat."
Diese Kollektividee imprägniert die Goldenen Zitronen gegen jede Übernahme von außen - seien es Vertreter überholter "Scheiß Bullen"-Parolen, sei es die schleichende soziokulturelle Inkorporation der Band über die Teilnahme am Kunstbetrieb, wie er auf "Lenin" mehrfach thematisiert worden ist. "Die Entstehung Der Nacht" manifestiert sich erneut als Multitude, als Resultat eines offenen, anti-hierarchischen Beziehungsgeflechts.
Im Sinne von "Empire – die neue Weltordnung", dem "kommunistischen Manifest des 21. Jahrhunderts", agieren die Zitronen mehr denn je als "Singularitäten, die gemeinsam handeln". Was faktisch bedeutet, dass vorliegendes Werk jegliche Konfrontationslinien von Sprache und Sound durch Pluralität umschifft.
Doris Achelwilm von der Linksfraktion Bremen formuliert es im Pressetext so: "Was dem einen sein unaufgestauter Affekt, soll dem anderen ruhig seine Versenkung in perkussive Muster sein." Auf dem Fundament einer außerordentlichen Beobachtungsgabe rückt man stiltechnisch noch mehr als auf "Lenin" vom Wesen einer Gitarrenband ab. Der Punkgedanke Widerspruch manifestiert sich akustisch in einer überraschend technoiden Produktionsweise, die Klavier und Flöten viel Raum spendiert.
Analoge Klangmaschinen emulieren einen digitalen und kalten Minimal-Sound. Für die repetitiven Muster des Krautrock bietet die Hamburger Multitude innerhalb ihres Proto-Technos genauso Platz wie für beinahe esoterisch anmutende Instrumentaltracks ("Der Flötist An Den Toren Der Dämmerung"). Inhaltlich betreten die Goldies in "Zeitschleifen" neuen Boden, indem sie den Kommunikations-Breakdown am Ende einer Partnerschaft beleuchten - derart hautnah ging es bislang nicht zu.
"Positionen" bringt anschließend das identitäre Scheinpotenzial von sozialen Netzwerken wie MySpace auf den Punkt: "Jeder kann ein kleiner König sein im Sinne des Erfinders / Doch bei der Masse an Juwelen bleibt keine Zeit mehr für die Krönung". Konkretem Sezieren gesellschaftlicher Zustände ("Börsen Crashen") stellt das hauptverantwortliche Gespann Ted Gaier/Schorsch Kamerun erneut das Individuum entgegen: "Bloß Weil Ich Friere" entstammt Kameruns bepreistem Hörspiel "Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt" und bildet die logische Fortsetzung des drei Jahre alten "Mila". Ebendies beschrieb gleichfalls in Egoperspektive die Entfremdung des Subjekts angesichts unzählbarer sozio-technischer Möglichkeiten.
Das "Lied Der Medienpartner" wiederum setzt den Vorgänger an anderer Stelle fort. Es bringt ein pointiertes Gleichheitszeichen an zwischen Medienmenschen und den prekär zwischen Klo und Pforte Beschäftigten aus dem 2006er "Lied Der Stimmungshochhalter". Dann ist da noch das Stück vom Landeshauptmann: Im Gegensatz zu K.I.Z.s "Straight Outta Kärnten" referiert das offene Kollektiv nicht auf die konkrete Person Jörg Haider, sondern auf das heuchlerische Betrauern seines Todes in weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung.
Die Sollbruchstelle zu sämtlichen Vorläufern allerdings entsteht abseits der bewährt schlauen Gesellschafts- und Ideologiekritik: In der zweiten Albumhälfte skizzieren Die Goldenen Zitronen ihre Vorstellung von Weltflucht. Nachdem man Schorsch Kamerun passend dazu letztens bei PeterLichts Bühnenstück "Räume räumen" sichtete, konzipiert die Band jetzt eine Art befreienden Eskapismus à la Tocotronic.
Wo das Coverfoto die Flucht in die Berge abbildet, bildet "Wir Verlassen Die Erde" das lyrische Äquivalent. Nicht aber der Rückzug in den privaten Mikrokosmos allein erscheint ihnen ungeachtet aller Sympathie für den Kommunengedanken als Ausweg. Das zeigt auch das offensive Veto gegen die wertkonservativen Anwandlungen in Mainstream-Popsongs ("Aber Der Silbermond"). Nein, schon die bloße Idee, "Über Den Pass" zu reisen oder utopisch (und ironisch überspitzt) die Menschheit Richtung Weltall zu verlassen, postuliert einen Freiraum, in dem sich bewegt werden kann.
Wohin die Bewegung gehen mag, bleibt offen. Die Veränderung an sich ist Anliegen. Zogen sich die Zitronen in der Vergangenheit stets auf die Reflektion über und das Aufbegehren gegen die Verhältnisse zurück, unternehmen sie nun den ersten Schritt in Richtung Überwindung. Es bleibt zu wünschen, dass der jüngsten Arbeit dieser wichtigsten deutschen Punkband der dazugehörige Diskurs bald nachfolgt.
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Wenn Du mit Punk dummes Gitarrengeschrammel in 3 Akkorden meinst, dann sind die Zitronen das definitiv NICHT. Sie nehmen sich aus allen möglichen Genres das, was sie brauchen und frickeln daraus ihre ziemlich kranken und meistens genialen Stücke zusammen. Seit 1994 machen sie eigentlich keinen klassischen Punk mehr.
Allerdings ist ihre Musik noch immer sehr viel mehr Punk als alle Wizos, Terrorgruppen und Slime zusammen. Hörs dir mal an.

Die goldies sind doch seit dead school hamburg überwiegend musikalisch ziemlich mau.
kameruns nervig-kreischige stimme und seine gymnasiasten-enftremdungslyrik à la "mila" sind sowenig subversiv wie Adornos Jargon eine Irritation des angeblich verdinglichten Systemcharakters der Sprache.
Trotzdem so zu tun ist schlicht betuliche Klugscheißerei.
die verbindung von punk und linker emanzipation war übrigens immer schon ein missverständnis. empire, individualismus, eskapismus, multitude, DIY etc. wenn ich das schon höre, greif ich zum revolver (jaja, goebbels-zitat).
Auch sehr lustig, dass Kamerun über die österreichische 'Volkstrauer' für einen Rechtspopulisten die Nase rümpft, aber nichts daran findet seine Theaterstücke aber wahrscheinlich mit Hilfe rosa-grün-neoliberaler Kulturförderungsfonds zu Wege zu bringen - also gefördert durch jene Kräfte, die durch ihre linksliberale Ignoranz gegen soziale Nöte den europaweiten Erfolg von Rechtspopulisten erst möglich machten. Zusammen mit der typischen 90er-Ideologie erklärt diese Abhängigkeit wohl auch die "voll kritische" Unhörbarkeit und Belanglosigkeit seiner Songs und Texte.
Also wenn schon hören, dann wenigstens nicht kaufen. diese band soll aufhören.
das sind ja nur stupide behauptungen ohne inhaltlichen wert.
selbst leute, die gewillt wären, dir argumentativ recht zu geben, finden hier keine begründungen oder üverzeugungen sondern nur stumpf in den raum gestellten kram.
Also die Rezension ist ja wirklich furchtbar. Aber dafür können die Goldies ja nichts.
Der Text ist genau das, was dabei rauskommt wenn Musikjournalisten mal versuchen ultrahip zu sein und ihren Rezensionen Versatzstücke politischer Theorie beizufügen. Am Ende stimmt hinten und vorne nix mehr. Mal wird mehr oder weniger elegant auf "Empire" angespielt (der Postmoderne Generalangriff auf Marx), dann wird von der Verteidigung des Individuums geschwafelt (was mit Postmoderne nun wirklich überhaupt nicht zusammenpasst). Dererlei Begriffsbombast bleibt für die Rezension auch völlig überflüssig; tiefere Einsichten zur Platte bekommt der Leser dadurch nicht. Aber es klingt halt furchtbar chic.
Ach ja, Platte wird trotzdem gekauft!
@u.n.:
d a s wirst du automatisch merken, wenn du länger hier bleibst, glaub mir 
aber bei den zitronen irrst du.
die haben nichts mit asi-punk und randale-schlock zu tun.
das man ihre weltsicht nicht teilen muss - geschenkt! aber fair sollte man schon sein. das zugehörige interview sollte da hilfreich sein.
http://www.laut.de/vorlaut/feature/22683/index.htm
Saubazi, ich bin ja normalerweise sehr um Harmonie bemüht, aber nach der Rezi hab ich echt einfach nur gedacht "Das war das Beschissenste was du hier je gelesen hast."
In irgendnem Interview kam letztens der Begriff "verkopftes Musikdenken" vor, keine Ahnung wer das war und in welchem Zusammenhang, aber beim Lesen war ich mir sicher er meinte solche Rezis.
Gehts in dieser Review um ein Musikalbum oder doch nur darum möglichst viele Fremdwörter in möglichst komplexen Satzkonstruktionen unterzubringen?
Zum Glück gibts noch den Wertungskasten sonst könnt ich da nicht draus ersehen ob das Album Kacke oder Gut ist.
Ich kenn den Stil von Manthe sonst nicht, aber dieser Band war er angemessen, weil die Goldies genau solche Schwadroneure sind (dass die reine postmoderne lehre auch das individuelle subjekt tot sehen will stimmt, ist aber ein schwacher einwand, weil man von denkallergikern keine konsequenz erwarten sollte).
Außerdem ging er auf einzelne Songs ein und wer die Goldenen Zitronen kennt, weiß sowieso was ihn musikalisch erwartet.
@dein böser Anwalt
"die haben nichts mit asi-punk und randale-schlock zu tun."
Ich weiß. Ich kenn wohl ziemlich alles von denen und war bei der "Goldies werden 18"-Tour in München. Ich meinte nur, dass es komisch ist, dass du ne Begründung erwartest, denn die modelinken Luftblasen der Goldies hinterfragt ja auch keiner.
Die Musik der Zitronen ist weit weniger politisch, als sie es in ihren Interviews sind. Man kann höchstens ihrem ihren alten Punk-Hintergrund vorwerfen, wenn man möchte. Doch in meinen Augen stehen die Lieder absolut für sich.
Es ist übrigens ziemlich zwecklos, einem Musiker vorzuwerfen, er gehe ja nur auf ein bestimmtes Thema ein und lässt ein anderes außen vor. Wir haben es hier mit einem Album zu tun und nicht mit philosophischen oder soziokulturellen Erörterungen und Abschweifungen.
Wenns bei Dir eben nicht klingelt, wenn Kamerun Themen und Eindrücke auf seine (zugegeben) unkonventionelle Art vorträgt, ist es eben so. Aber das alleine sagt nichts über die Richtigkeit oder Falschheit ihrer Musik aus. Du magst dann eben keine "Neo-Linken", "Falschpunks" oder wie auch immer Du sie letztendlich nennen willst. Letztlich schwadronierst Du selbst nur und wirst, wie der Anwalt schon sagte, selbst nie konkret oder schlüssig.
mit dem "letztlich" hast du letztlich recht
Bitte bitte nicht kaufen. schlechte musik und punk-ideologie darf sich nicht weiter verbreiten
Ich wollte nur darauf hinaus, dass die rezension ihrem gegenstand in Furchtbarkeit nicht nachsteht und auch der kleine Fehler (wenns einer ist) mit der Postmoderne daran nichts ändert.
"Es gibt genug Angebote in der Poplandschaft die dann eher eurem Geschmack entsprechen."
Stimmt.
"Es ist ja nicht so, dass diese Diskurspopsparte sowas wie die Ärzte wären, denen man nicht entkommen kann und deren Anhänger einem permanent auf den Sack gehen."
Es geht um ne politische Band. Da gibt es nunmal keine Toleranz. Ihrer Präsenz auf laut.de konnte ich mich offensichtlich nicht entziehen. Und da man den Musikgeschmack und die Akzentuierungen in den politischen Ansicht schneller wechselt als die Freunde, darf ich leidigen Diskussionen mit Goldie-Fans entgegen sehen.
"dann kann ich mir das nur mit Minderwertigkeitskomplexen erklären. Y'know what I mean."
Schade, dass du abweichende Meinungen nur psychologisieren kannst. Aber es ist halt so einfach, gell?
Ich persoenlich dachte immer, gerade in der postmodernen Gesellschaft wuerde die Individualitaet hervortreten und es einen "Selbstfindungsprozess" geben.
Ist das nicht auch so? Oder ist mit dem "Tod des individuellen Subjekts" etwas anderes gemeint?
P.S. Ich denke doch, dass es klar ist, dass hier niemand eine vollstaendige soziologische bzw. politische Analyse posten kann, oder?
Das würde mir auch eher für postmoderne Philosophie einfallen. Aber es wird schon ein paar französische Spinner geben, die auch das individuelle Subjekt (und nicht nur Kollektive wie z.B. die Klassen) ablehnen.
Und, wie gesagt (s.o.), bei der postmodernen Philosophie dürfte die innere Differenzierung eher stärker sein als sonstwo.
Die Rezension finde ich uebrigens gar nicht mal schlecht, haette mir aber bei einer so "Message-der-Texte" bezogenen Rezension eine kritischere Sichtweise gewuenscht. So wirkt es jetzt, als sei den Goldies bei allem, was sie singen, uneingeschraenkt zuzustimmen. Natuerlich kann man als Leser aber auch differenzieren.
Ich psychologisiere deine "Meinung", weil du sie eben nicht als banales Geschmacksurteil, sondern als Sachurteil präsentierst. Wenn du Politik diskutieren möchtest, können wir das gerne tun. Bisher hast du es nicht getan. Du hast festgestellt, dass da irgendjemand etwas tut was du für schlau hältst und das erschien dir irgendwie als ungehörig.
hä? Wieso "meine Meinung"? Um die ging es doch gar nicht.
Du hast gesagt, dass Leute die "Diskurspop" nicht mögen nen Minderwertigkeitskomplex hätten. (Sind für dich PowerMetalfans schwule Herrenmenschen, Elektrohörer in der oralen Phase hängengebliebne Konformisten und Aggro-Hörer ödipal?)
"Wenn du Politik diskutieren möchtest"
Nein.
"Du hast festgestellt, dass da irgendjemand etwas tut was du für schlau hältst und das erschien dir irgendwie als ungehörig."
Wenns wenigstens schlau wär, hätt ich nix dagegen.
Da ich aber keine Lust hab schlaue/dumme Politik zu diskutieren, lassen wir das.
Auch ein unerklärtes Sachurteil bleibt doch ein Sachurteil, oder?
Oder meinst das: "Die goldies sind doch seit dead school hamburg überwiegend musikalisch ziemlich mau."
Es ist ja wohl klar, dass das Geschmackssache ist. Oder soll ich "Meine Meinung!" dazu schreiben^^
"Auf dem Feld der Theorie unbesiegt!" (Economy Class, "Muss ja" glaub ich. Die Spacken haben das allerdings als Kritik gemeint.)
es ist ja immer wieder hübsch anzuschauen, wie der gute matthias mit seinen rezis (aus jenem teil des universums, in welchem "SPEX" echt für vorschüler ist) ne große bombe in den hühnerhaufen wirft 
manthe und die zitronen sind dabei ja fast schon eine diabolische ergänzung.
Naja, ner Behauptung müsste die Begründung allerdings nachgereicht werden (oder vorausgehen), sonst ist sie nix wert. Trotzdem kann man schon davor den Anspruch erkennen etwas über den Gegenstand auszusagen und es deshalb von Geschmacksurteilen unterscheiden.
Bist du Jurist? Wiki meint "Sachurteil" wär ein Rechtsbegriff.
sachzrteilsvoraussetzungen sind alle unbedingten bestandteile, die eine klage beinhalten muss, um vor gericht zugelassen zu werden.
Ich habe tatsächlich mal zwei Semester Jura studiert. Aber in meinen Memoiren werde ich dieses Kapitel sicherlich mit "The Dark Days" überschreiben.
Ich dachte eigentlich, dass es ziemlich offensichtlich ist, was ich mit dem Begriff meine. Die Aussage "Vanille schmeckt besser als Schokolade" ist doch was Anderes als "e=mc2". Leider ist geht der Unterschied gerade in Musikforen gerne mal verloren. Wenn UN jedoch tatsächlich Einwände gegen bestimmte sachliche Aspekte der Zitronen hat, würde ich das gerne diskutieren. Aber "das sind halt so Pseudo-Intellektuelle" taugt als Sachurteil halt nicht.
War ja auch offensichtlich.
Ich hab mich zwar noch nicht mit Logik beschäftigt, aber der Begriff "Sachurteil" kam mir halt irgendwie komisch vor.
Wir könnten ja wirklich anfangen zu diskutieren. Über was denn?
- Taugt irritierendes Geklimper und Gekreisch dazu, eine politische Botschaft besser rüber zu bringen als etwa geschmeidige Fahrstuhlmusik?
- Lässt sich das Werk der Goldies oder auch nur eins ihrer Alben auf eine linke Theorieströmung runterbrechen? Welche? Enpspricht sie ihrem Selbstverständnis?
- Wie ist das mit Punk und der Linken eigentlich?
- Was ist "die Linke"?
- Was ist Punk?
- Warum sind Punks Individualisten?
- den Zusammenhang zwischen Modernisierung und Niedergang der Sozialdemokratie, Antifa-Fixierung der Linken einerseits und Erfolg von Rechtspopulisten andererseits
- Wie groß ist der Unterschied zwischen Kommunen- und Pärchen-Eskapismus eigentlich wirklich? Eine Jointlänge?
- kann man "Ich hasse meine Generation" von Surrogat als Kommentar zur jüngeren Entwicklung von Tocotronic, Blumfeld, Kettcar, Goldenen Zitronen lesen?
Aber muss das denn wirklich sein? So wichtig sollte Pop keinem sein.
Heine schreibt irgendwo, die ganze Kunst soll von ihm aus zum Teufel gehen, wenn nur jeder genug zu essen hat.
Deshalb: Bitte nicht dieses Album kaufen.
Sonst verscheiß ich mir, wenn ich in drei Jahren auf laut.de über ein neues Goldenen Zitronen Album stolpere, wieder einen halben Tag, weil ich mich zu nem ätzenden Kommentar hinreißen lasse.
Also mir ist Pop "so" wichtig. Wenn es dir nicht wichtig ist, lass doch die Kommentare. Das passt nämlich beides irgendwie nicht zusammen, "es sollte niemandem so wichtig sein" und "ich verscheiß mir den Tag". Ich fürchte also, ich kann deiner Bitte nicht nachkommen und werde das Album kaufen.
Na gut. Ich weiß auch nicht mehr, warum ich über Politpop rede, wenn ich ihn eh für überflüssig halte und ob das nicht vielleicht doch zu nihilistisch ist.
Die Bitte war ja eh nicht ernst gemeint, sondern sollte nur meine Geringschätzung ausdrücken.
Bei den Einstürzende Neubauten sagt man auch nicht mehr bei jeder neuen Veröffentlichungen dazu, dass sie nicht mehr auf Berliner Schrottplätzen auf Metallteilen rumkloppen.
(Mir fiel kein besseres Beispiel ein)
Brunt, ipsem anditum, cum des a retemo demorictabon etum dis mo quibus ne. quatus vestatatem tem ditudiciuda a aleccat anin eamed magisi pratum tent naturiam vulocritatia dece otura fin reffinenibustuducceratiam caut negitatit 'forus aded ditasperum, inules as apeium,.
ut e ali eomnimparum Thenimiciud di dum etiscipsictra non Contur ipperis estium em quibus hocepet nec utam essensteritenda, pos nirarinavis ad nation et earumquam, de cur. siloquis re cor et. Quam.
@un:
punk?
wie wäre es mit dr. greg graffins (bad religion) manifest?
http://www.haikolietz.de/manifest.htm
das ist weniger dogmatisch und einfach interessant gewschrieben, finde ich.
Fuck, da fängt ja echt jede einzelne Neubauten-Rezi mit nem Rückblick an und die "Alles wieder offen" ist sogar vom Manthe.
Aber wenn sich das linksradikale Gewissen des Punk, deutschen Indie, wie auch immer, mal wieder meldet, muss es einfach mehr sein, ganz heißer Diskursshit:
"Wie der Mensch den Selbstverwirklichungswettbewerb des Neoliberalismus vermeiden könne, lautete jüngst eine Frage im laut.de-Gespräch. Eigene Strukturen aufbauen, empfahl daraufhin Ted Gaier"
"Give me a Vollzeitarbeit" heißt für die "Ich will einverstanden sein", als würde irgendwer nach seinem Einverständnis gefragt
Künstler, die sich als Hüter des Individuums verstehen, mit mehr oder weniger ungebundenen Prekariatsangehörigen als Fans können gesellschäftliche Zwänge wahrscheinlich auch kaum anders als eine Frage von individuellem Einverstanden sein, Freiwilliger Selbstkontrolle, Diktatur der Angepassten, Identitätsproblemen (spießig/unspießig) und "Stimmung" betrachten.
Menschen haben eh keine Ahnung. Es müsse einfach mal jeder für sich einen Anfang machen und sagen, meine Suppe ess ich nicht, aussteigen, Strukturen "jenseits der etablierten Strukturen" aufbauen, Ketten bilden usw.
Das ist deren Begriff von sozialer Veränderung (Revolution wirkt hier schon zu lächerlich.)
"Ich glaube, jeder von uns könnte mit einem Hartz IV-Ding besser leben" (Ted Gaier)
So landet man eben auch ohne Bier und (seit "Das bischen Totschlag") mit weniger Humor und mehr Moral beim APPD-Programm. Wenn die bürgerrechtsfreundliche Leutheusser-Schnarrenberger dann noch Innenministerin wird und die FDP ihr Bürgergeld kriegen würde, gäbs Jugendrente, weniger "Bullenschweine" auf den Straßen und es wüchse zusammen, was zusammen gehört.
Sie hams halt ned besser gelernt in den 70ern. In besagten Theorieseminaren waren sie wohl nicht anwesend.
Aber Kunst brauche doch Muße? Dafür habe sie ja gerade eine über ästhetische Bedürfnisse hinausgehende soziale Funktion, nämlich eine politische?
Wer ein apolitisches Kunstverständnis ablehnt muss sich dann allerdings auch (nicht nur) nach politischen Maßstäben beurteilen lassen.
Nachdem das ganze nervige Geklimper wahrscheinlich nur die Bemühung ist, einem politischen Inhalt, der selbst höchst zweifelhaft ist, formal zu entsprechen, schauts bei der musikalischen wie der politischen Beurteilung (letztrer sowieso) duster aus.
Vielleicht bin ich ja auch nur ein Banause, der den künstlerischen Wert nicht erkennen kann^^.
"Fuck you" und "Punkrock" waren der Höhepunkt ihres Schaffens.
@Anwalt
Sehr geil. Ich wusste, dass der Typ irgendwas lehrt. Evolutionsbiologie ist auf jeden Fall eine Disziplin zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften, die einen individualistischen Blick auf Geschichte und Gesellschaft entweder ausschließt oder ihn erst richtig unangenehm biologisiert.
Nach dem ersten Überfliegen sind da einige interessante Gedanken dabei. Aber ob das dann noch Punk sein kann?
Man kann halt aus jeder beliebigen eigenen Perspektive sagen "Eigentlich..., nach ihren eigenen 'Idealen'..."
achja. die hartz4-, strukturen und "mal einige zeit ohne geld auskommen ist pädagogisch sinnvoll"-zitate und anspielungen sind aus dem neuesten laut-interview.
http://www.jungewelt.de/2009/10-20/028.php
noch ein interview mit den zitronen
Okay, jetzt hab ich auch gecheckt, dass die Hartz4-Äußerungen und das geistige Elend der Zitronen hier wohl schon mal Thema war.
http://forum.laut.de/viewtopic.php?t=71809
Das Argumente von lautuser: "Aber die sind doch links" ist echt mal scheiße. Das sind doch nur Anarchisten.
Es gibt ja auch "Linke", die von "materialistisch-kapitalistischer Gedankenfalle" reden, was wohl eher Esoterik ist, und solche die die Grenznutzentheorie abfeiern (vermutlich weil ihnen ihre Ceausescu-traumatisierten Alten den Marxismus verboten haben).
Und das Argument "Du kennst dich mit Punkgeschichte halt nicht aus" ist an Arschlöchrigkeit halt auch nicht zu übertreffen.
Typen, die sich ne fickbare Tussi als Profilbild nehmen und dauernd einen auf weise (als wär es weise, sein Geld für Distinktion im Plattenladen zu lassen) und um Harmonie bemüht machen, waren mir eh immer suspekt.
dann aber bitte auch folgendes aus jenem fred einkalkulieren:
ich persönlich kann den kamerun verstehen.
da nehm ich mich gar nicht aus. würde ich in den 70ern das tun, was ich als anwalt jetzt mache, wäre ich längst im totally gesettleten bereich der absoluten finanziellen absicherung angekommen.
aber hey, in diesen jahren sind eigentlich erstmals alle am arsch!
nur ist es für die gebildete intellektuellenschicht in deutschland (die ja eine kindheit in milch und honig verlebte und glaubte, das bleibt ewig so)das erste mal, zu erleben, wie wenig einem die vorhandene geistige kraft nützt;
wie sehr man auch stetig in der gefahr der verelendung schwebt.
schaut doch nur die neubauten an. da kann man nicht mal mehr ne scheibe produzieren und muss die eigene plattensammlung verkaufen, obwohl man eine art weltkulturerbe deutscher prägung ist. das ist alles neu für uns!
in genau diesem zusammenhang kann man eben auch lernen, das geld eben nur geld ist. nichts weiter mehr!
dass der horror des oberflächlichlen strebens auf bwl-studi mit brilli im öhrchen und blasiertem charakter eigentlich eine verachtenswerte lebensform ist.
diese neue gelassenheit ist möglicherweise eine entwicklungsstufe, den andere länder notgedrungen vor uns gemacht haben. sowas kann auch den zusammenhalt fördern.
ein ekelerregend deutsches und oberflächliches sprichwort wie "bei geld hört die freundschaft auf" wird hierzulande doch (in teilen) endlich mal aufgelöst und von gegenseitiger solidarität im privaten rahmen abgelöst. man rückt näher zueinander.
folglich kann man sich seine kulturelle produktivitt zumindest in teilen auch in solch schwierigen situationen bewahren. das ist das neue verständnis der zitronen.
sicherlich hassu dennoch recht mit deiner kritik am jartz4.
sicherlich wäre es wünschenswert, dass auch ein schorsch kamerun sagen würde "keine beziehung ist je so dermaßen einengend, wie jene der armut"
aber inhaltlich ist das gesagte eher ein "kopf hoch" als eine linksdogmatische kastenhuberei.
Tri a mo volorquam affecedicuptant. statum dic nobit paruntidetinam autrat? Epicur, suntibus render quaminprae Gratur, et id et ine borum set falesed illuptaterestantere eo omis essinatumerin init Epic pos non volum.
Quantem aci saestrita cognis sae endiispicqua eatus volesset per luptansultam erum, dor, quid hondam na sum bon pe scautera dintur? Sopercitissetum tari praccedolec dium nantem quer volumus.
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