laut.de-Kritik

Dez Fafara und Co. setzen auf fette Grooves und Melodien.

Review von

Im Zweijahresrhythmus melden sich DevilDriver an der CD-Front zurück und stellen einmal mehr unter Beweis, dass sie sich von Platte zu Platte weiter entwickeln. Von den alten Nu Metal-Tagen ist auf "Pray For Villains" endgültig nichts mehr geblieben. Stattdessen setzen Dez Fafara und Co. mittlerweile auf fette Grooves und ein ordentliches Maß an Melodien.

Damit sind sie musikalisch irgendwo zwischen Mudvayne und den älteren Drowning Pool angelangt. Gerade mal ein Gitarrenläufe wie in "Ressurrection Blvd." oder das schleppendere "It's In The Cards" erinnern noch an Bands wie Dark Tranquillity oder ältere In Flames, wie das auf "The Last Kind" Words noch häufiger der Fall war.

Den beinharten Thrash atmet die Scheibe dabei allerdings noch an allen Ecken und Enden aus. Nur eben mit mörderischen Grooves ausgestattet. Erinnert das Eingangsriff von "Fate Stepped In" noch ein wenig an Overkills "Hello From The Gutter", befürchtet man schon kurzzeitig, dass Drummer Johnny 'Junk' Boecklin den rockigen Groove mit Blastbeats schonungslos zur Seite trümmert, doch weit gefehlt.

Die dreckige, rockige Ausrichtung ist auf dem ganzen Album zu hören und macht "Pray For Villains" zu einem verdammt geilen Album. Allem voran "Back With A Vengeance", das mit seinen arschcoolen Offbeats im Chorus der schnelle Tod für die Nackenmuskulatur ist. So zwingende Grooves kennt man von DevilDriver sonst eher weniger.

Im schleppenderen Midtempo sind nur wenige Songs angelegt. Gerade mal "Pure Sincerity" drosselt das Tempo ein wenig, und auch "Forgiveness Is A Six Gun" spielt noch in der Liga. Der Songs wird aber definitiv innerhalb kürzester Zeit zu einer Livehymne werden.

Auf klaren Gesang verzichten DevilDriver nach wie vor, die kurze Ausnahme am Ende von "I've Been Sober" ist da vollkommen vernachlässigbar. Aus dem Rahmen fällt aber dennoch eine Nummer wie "Teach Me How To Whisper", die mit beinahe punkiger Fröhlichkeit durch die Boxen rauscht.

Keine Frage, bei DevilDriver hat es musikalisch ein paar Veränderungen gegeben. Die brachiale Rohgewalt, zu welcher der Lieferservice-Hirsch in Scrubs samt Airdrumming durch die Gegend bretterte, wurde zurückgeschraubt. Wen das aber tatsächlich stören sollte, der hat eh keine Eier in der Hose und macht Härte ausschließlich an Geschwindigkeit und Gebolze fest.

Trackliste

  1. 1. Pray For Villains
  2. 2. Pure Sincerity
  3. 3. Fate Stepped In
  4. 4. Back With A Vengeance
  5. 5. I've Been Sober
  6. 6. Resurrection Blvd.
  7. 7. Forgiveness Is A Six Gun
  8. 8. Waiting For November
  9. 9. It's In The Cards
  10. 10. Another Night In London
  11. 11. Bitter Pill
  12. 12. Teach Me To Whisper
  13. 13. I See Belief

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26 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    @limpster1886 (« und dez hat bei coal chamber seine stimme viel variabler eingesetzt wie hier »):

    als hier. ansonsten stimme ich zu

    coal chamber > alte devil driver > neue devil driver

    das album is aber trozdem nicht schlecht.

  • Vor 8 Jahren

    Coal Chamber und Devildriver lassen sich musikalisch doch überhaupt nicht vergleichen. Die paar Lieder, die ich von CC gehört hab, waren allesamt Korn-Klone (wer hier von wem abgekupfert hat, ist mir an dieser Stelle ziemlich wurschd....)

    Also mir gefällt das Album auch immer besser. Braucht länger als seine (2) Vorgänger um zu zünden. DANN ABER :D

  • Vor 8 Jahren

    @Splatterzivi (« Coal Chamber und Devildriver lassen sich musikalisch doch überhaupt nicht vergleichen. Die paar Lieder, die ich von CC gehört hab, waren allesamt Korn-Klone (wer hier von wem abgekupfert hat, ist mir an dieser Stelle ziemlich wurschd....) »):

    stimmt. vergleichen kann man die nicht. aber manchen leuten schmecken äpfel halt besser als birnen.

    und korn gefallen mir übrigens auch. wenn jemand das prinzip nimmt und technisch gut umsetzt, prima. warum nicht?