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"Mein Blut kocht, wenn ich das verdammte Rap-Game seh'." Verständlich: Einer, der tatsächlich mehrere Jahre hinter Gittern saß, muss sich von den Phantasien dieser imaginäre Knarren schwingenden Mittelstands-Jüngelchen ja geradezu verhöhnt vorkommen.
Deso Dogg spielt nicht mit. Er verspricht bereits per Coveraufdruck "Echten Ganxta Rap" und fordert: "Respectiert einen echt'n Ganxta." Allein - wofür? Eine kriminelle Vergangenheit allein ringt mir schwerlich Ehrfurcht ab. Rechtschreib-Krüppeleien des Kalibers "Ich Sage Imma Waz Ich Denke" erst recht nicht.
Interessant gestaltet sich eher die innere Zerrissenheit, die Deso Dogg auf seinem lange ausgebrüteten Album zur Schau trägt. "Alle Augen Auf Mich" steckt voller Widersprüche, die dem ansonsten doch eher übersichtlichen Inhalt die Stirn bieten und einen vom Leben geformten Charakter hinter der harten Fassade verraten.
"Daz Iz Realität", nämlich - nicht etwa die waffenstarrenden, bluttriefenden Polizistenmord- oder Bankraub-Stories, die den Eindruck zu erwecken suchen, auf den Straßen Kreuzbergs herrsche Bürgerkrieg.
Viel bitterere Wahrheiten grüßen aus Nummern wie "Es Gibt Nur Ein": "Ich bereu' und ich blute jeden Tag", beweint hier ein geschlagener Mann in Zwiesprache mit dem Allmächtigen sein Schicksal. Den empfangenen Rat - "Bleibe immer auf dem geraden Pfad!" - schlägt er im Folgenden allerdings lustig in den Wind: "Meine Ambition heißt Copkilla." Is' klar.
In Kreuzberg 36 hausen offenbar ausschließlich Gangster, Dealer, Mörder, Korrupte und Koks ziehende Nutten, meucheln die Zeit mit Amokläufen, Drive-By-Shootings und Messerstechereien. "Das sind die Blutbloccx - und ich will hier raus!" Kein Wunder.
In diesem im Grunde löblichen Ansatz, das Ghetto nicht zu glorifizieren, sondern statt dessen eher einen Ausweg zu suchen, manifestiert sich die stets gesuchte Nähe zu Tupac Shakur, der nicht umsonst für den Albumtitel Pate stand.
Dem gegenüber steht beständige, teils krass unreflektierte Abfeierei schwerer Jungs und ihrer Verhaltensweisen: "Ich chill' im Block, Mann, mit meiner Glock, Mann, in einem schwarzen Jeep und ich habe wieder Bock, Mann, ein bisschen Blei zu liefern."
"Ich bin stolz auf die Gewaltrate", aber: "Ich Will Hier Rauz". Wieso denn dann? Das passt so wenig zusammen wie eine Behauptung wie "Ich geb'n Scheiß auf die Politik, den Staat und die Bullen" mit der flammenden Anklage gegen Sklaverei und ihre spürbaren Auswirkungen in "Gold'ne Söhne".
"Immer wieder die gleiche Scheiße", bemängelt "Ich Lasse Grab'n". Deso Dogg begegnet diesem Umstand meist auch nicht gerade kreativ - mit den mehr als vertrauten Geschichten vom Niedermetzeln diverser Fake-MCs und anderer unliebsamer Gegner.
"Can't Stop Want Stop" zeigt die Problematik besser als manch anderes: Ich kann nicht aufhören und hab' auch gar keine Lust dazu, vermittelt der Track. "Can't stop, won't stop", so sollte es wohl heißen. Da steht: Ich kann nicht aufhören, will aber. "Can't stop, want stop."
Ein unfreiwilliger Verschreiber kommt dem Kern der Sache verdammt nahe. Ausbruch? Ja, bitte, bloß fehlt eine Alternative zum täglichen Überlebenskampf. Sollte das Absicht gewesen sein: Respekt - mit k. "Keine Diskussion, einfach rohe Gewalt" wird aber kaum zur ersehnten Erlösung führen - und unterhält, da tausendfach gehört, auch nur noch sehr bedingt.
"Ich sprühs auf jede Wand - neue Räuber braucht das Land." Volle Zustimmung. Das Land braucht Räuber, die - wie in "Str-8 Für Die 80'z" - das Eisen auch mal zu Hause lassen und andere als die überstrapazierten düsteren Saiten aufziehen. Es geht doch!
Den groovenden "New Jack Swing direkt aus Westberlin" hierzu verantwortet SupaFunk, den Großteil aller Beats auf "Alle Augen Auf Mich" Woroc. Ihnen lässt sich, wie den Kollegen von Sofly Beats und H-Run, kein Vorwurf machen.
Von Donnergrollen und Hundegebell über g-funky quakende Bässe zu flächigen Synthies und zurück spielen die Herrschaften meisterhaft auf der Klaviatur der Finsternis und schaffen Atmosphären, die unmittelbar gefangen nehmen."Copkilla" rattert, pumpt und wabert und liefert Deso Dogg eine perfekte Bühne, auf der er zu Hochform aufläuft.
Wenn eklatante Mängel an Inhalt und Originalität den Hörgenuss schmälern, hilft eine wie im Titeltrack vorgetragene Bitte um göttlichen Beistand dennoch leider wenig. Ob ein Wannabe-Gangster oder jemand, auf den tatsächlich einmal ein Haftbefehl ausgestellt war, die immer gleichen Schauermärchen auftischt, ist - mir zumindest - relativ egal.
hätte man was anderes erwartet nach dieser UNGLAUBLICH nervigen vorab singel mit nelly furtado...
Die Single gefällt mir, aber das Album scheint im Vergleich zum Vorgänger wirklich stark zu floppen.
Hoffentlich hat sich dieser Hype endlich mal totgeritten. Ich meine der Kerl ist auf seinem Gebiet sicher gut, aber diese entsnervigen Autotune/Clap Geschichten gehen einfach auf die Nüsse. Wo ist der ehrliche, seichte Radiopop geblieben? 
Jetzt wo ich mir mal die Review durchgelesen habe (ja, ich kann lesen
), wurden mir wieder ein paar grundlegende Dinge bewusst.
Zum einen: Warum sollte Katy Perry gesanglich überschatzt sein? Zum anderen: Es weiß doch wirklich keine Sau mehr, wie der Original-Interpret von "Maniac" heißt, seit dieser "Superstar" es zunichte gemacht hat. Und letzteres: Die Reviews von Dani sind klasse.
Zur Platte selbst: Das ist glaub' ich so ein unglücklicher Versuch, spektakulär zu klingen. Es ist wirklich sehr kopiert, nicht nur vom Sound her. Furtado, Timberlake und Tedder. Was für ein Zufall, dass die wieder mit dabei sind.
Was ich bei der Single nicht verstehe, ist warum Timbaland seine Stimme so verzerrt. Ich finde, der Mann hat 'ne ungewöhnliche und interessante Singstimme.
Aber was ich gut finde ist, dass Timbo auch ein paar Künstler fördert. SoShy ist ähnlich wie damals Keri Hilson in erster Linie Songschreiberin und hat u. a. "Strike The Match" von Monrose (zusammen mit Ryan Tedder) geschrieben. So schließt sich der Kreis.
Bei Timbo kann Ich auf Albumlänge einfach nur noch kotzen... alle 5 Jahre erfindet er sich selbst neu, wird 2 Jahre zu Tode gefeiert und verschwindet dann wieder für 3 Jahre.
Ich hoffe letzteres is endlich mal wieder der Fall!
Ich will mehr Output von den Neptunes und endlich Detox :P
Alter Verwalter, ich habe die meisten Tracks mal in Youtube angespielt - echt zum Würgen. Autotune bis zum Abwinken, und Gott sei Dank kein Lied dabei, bei dem Gefahr läuft, dass es einem als "Hit" im Radio bis zum Abwinken um die Ohren gehauen wird.
es ist nahezu blaphemie, den songtitel "the one i love" zu missbrauchen und dann noch für so einen belanglosen pseudo-rnb-electrogeklicker-kack
timbaland, dafür werd ich dich ewig verfluchen
... denn es gibt nur einen würdigen song für diesen namen, und das ist dieser:
http://www.youtube.com/watch?v=mNBKM5so8tQ

Wenn ich nicht ohnehin schon den Großteil der aktuelleren Timbaland-Produktionen fürchterlich fände, würde mich alleine die Auflistung der Gastsänger davon abhalten, mich weiter mit diesem Album zu beschäftigen. Ausgelutschter, technisch übersteuerter Einheitsbrei ist das.
P.S.: Bin ich die einzige, die sich fragt, welche Drogen Timbaland beim Dreh des Videos zur Single konsumiert hat?
timbaland ist in meinen augen ein negativbeispiel dafür, was zu viel erfolg und geld aus einem machen kann... seine ersten alben zählen heute noch mit zu meinen lieblingsalben, aber wenn ich mir von seinem aktuellen werk nur die features anschaue a la miley cyrus & co... kann ich mir nur an den kopf fassen..
der vorgänger hatte den ein oder anderen richtig guten song zu vermelden. da jedoch aktuell, bei den so genannten großen, wackness in mode ist erwarte ich nicht so viel hier. werd mal drüberhören, aber miley c und so gequake ist nicht wirklich meine welt
Ich muss sagen, von Shock Value II war ich auch nicht unbedingt positiv überrascht.
Aber 1/5 find ich schon ein bisschen hart.
Es ist vergleichsweise sicherlich lasch, aber man kann es sich noch anhören, finde ich. Wenn ich so bedenke, welche anderen Platten da auch 1/5 bekommen haben, die meine Ohren malträtiert und strapaziert haben, finde ich die Bewertung hier einfach nicht zu 100% gerechtfertigt.
Vielleicht hätte sich der Schreiber nicht so sehr von seiner Enttäuschung beeinflussen lassen sollen, aber hier auf laut.de lernt man immer wieder, dass Objektivität in Reviews schwer zu finden ist.
Auch wenn 1/5 ganz schön hart ist, spricht mir die Review aus der Seele.
Die erste LP war meiner Meinung schon nach überschätzt. Der Kerl kann meiner Meinung nach nur denselben Scheiss immer wieder neu verzapfen.
Gibt es bessere die nicht so bekannt sind. Vielleicht ist das in Bezug auf das erste Album auch nur meine Meinung....


ja, das mit dem cher effekt ist sone sache, ich find ihn an der richtigen stelle dezent eingesetzt oder als wohlüberlegtes stilmittel immer noch sehr cool, allerdings ist es schade wie timbaland & friends ihn in den dreck ziehen… (oder t-pain, bei dem könnt ich mir nen album auch nicht ganz geben…)

wird sich aber leider trotzdem gut verkaufen. gibt zu viele die gerne 2 mal für denselben scheiß bezahlen ;-)
katy perry is überhaupt nicht zu identifizieren.
chris brown höre ich in "the one i love" auch nicht.
im justin timberlake feature is der refrain das einzige, was nen bissel einprägsam und eingängig is.
"undertow" mit the fray mag zwar klischeehaft daherkommen, is aber im vocoder billig beat dschungel der einzige halbwegs authentisch anmutende lichtblick.
generell is alles so techno mäßig schranzig.
alles nich so meins.
mh nach dem 1. durchhören gibt es ganz tolle und wiederum sehr mittelmäßige momente, tendiere zu 3/5.
Ganz klar klingt das 1. Shock Value deutlich frischer, eben so als ob er seit 9 Jahren kein Soloalbum mehr gemacht hat (hier war die Pause gerade mal 2 Jahre groß)
Auch die ein oder andere Magoo-Platte kann locker mit dem 2. Shock Value mithalten.
Dennoch kann man das Album nicht einfach so abschreiben, dafür klingt das meiste dann doch zu gut.
Später mehr...

Das Review trifft es genau: es ist ein langweiliges Album, ohne Hohepunkte und im Vergleich zu SV1 ist das Album einfach nur schlecht.
Ich erinnere mich wie mich Shock Value 1 beim ersten Hören umgehauen hat, selten so geile Beats auf einer Platte gehört, wirklich ein potentieller Hit nach dem Anderen.
Bei Shock Value 2 blieb dieser Effekt aus. Die ersten Tracks (Carry Out, Lose Control, Meet in the Middle und Tommorow in a Bottle) sind zwar ganz nett, aber leider nicht mehr als das.
Danach kommen Miley Cyrus und Katy Perry. Kein gutes Feature, da hätte sich Timbo bessere aussuchen können. Die Songs konnte ich nicht mal zu Ende hören. Mit Timothy where have you been und Symphony folgen noch 2 Tracks, die ganz in Ordnung sind, aber den Vergleich mit Shock value 1 können sie nicht überstehen.
Fazit: Die Songs sind zum teil ganz nett, aber einen WOW-Effekt sucht man vergeblich.
Beim übertrieben häufigen Einsatz von Autotune sträuben sich meine Haare! Das geht gar nicht! Das gilt für fast das ganze Album. Manche Lieder werden dadurch zerstört.
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