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Das Tolle an neuen Depeche Mode-Platten ist ja: sie enttäuschen nie. Depeche Mode gleich Martin Gore gleich "Everything Counts", "Enjoy The Silence", "Dream On". Für jede Dekade sucht und findet der Mann für uns den richtigen Ton. In London, in Berlin und nun in Santa Barbara. Für immer? Nö. Ab heute heißt es umdenken, meine lieben Damen und Herren über dreißig.
Nichts weniger als eine Regierungsumbildung fand statt im Elektropop-Lager, und zwar mit allem Drum und Dran: Polternde Protagonisten, Sechs-Augen-Gespräche, gekränkte Eitelkeiten, hässliche O-Töne. Da es im Gegensatz zur großen politischen Bühne im millionenschweren Trendsetting-Unternehmen Depeche Mode um ein Haar gar nicht weiter gegangen wäre, steht man dem Nachfolger von "Exciter" (2001) nun fast ein bisschen ehrfürchtig gegenüber. Sie habens tatsächlich noch mal getan. Allerdings in einer großen Koalition: Gahan, das Rauhbein, und Gore, der Zartbesaitete. Wird nun etwa alles noch besser? Eigentlich lief es ja vorher schon super, trotz (bzw. wegen) Diktatur. Doch hilft alles nix, Sänger Dave Gahan hat den Machtkampf gewonnen und erhielt erstmals für drei Depeche Mode-Songs Credits.
Wie jedes Album der Gruppe birgt auch "Playing The Angel" echte Überraschungen. Erstens: Die schlechtesten drei Songs sind keineswegs die des Komponisten-Neulings. Zweitens: Solche niederen Arbeiten übernimmt jetzt auch mal der alte Duz-Freund Martin. Drittens: Depeche Mode wiederholen sich und recyclen sogar schon alte Sounds ("A Pain That I'm Used To" - "The Dead Of Night"). Uff. Aber der Reihe nach: Schon die Tracklist klingt ja bedrohlich und hätte manch anderer Band bereits vorab den Todesstoß versetzt. "Suffer Well", "The Sinner In Me", "The Darkest Star" ... mal ehrlich, hätten De/Vision das gebracht, es wäre der Lacher des Jahres gewesen. Depeche Mode hingegen sind Native Speaker, dürfen das also, dürfen ohnehin alles (bei mir ja auch).
Stichwort Gewaltenteilung, zunächst also der ultimative Fantest. Von wem kommt was? Nach einmaligem Hören lege ich mich fest: Von Gahan muss "Suffer Well" stammen, klarer Fall, hätte auch auf "Paper Monsters" sein können, außerdem das für Gore-Verhältnisse zu nachlässige Pop-Stückchen "Lilian" und der nette Opener "A Pain That I'm Used To", alleine der Titel, klar Gahan, vielleicht bezieht der sich ja sogar auf Gore. Hihi.
Zweimal falsch. "Lilian" und der Opener rutschten Herrn Gore aus der Feder, Gahan fabrizierte neben "Suffer Well" noch "I Want It All" und "Nothing's Impossible". Keine Ahnung, inwieweit ich mich hier gerade in Fachidiotengestammel verheddere, aber dies sind eben auch gewichtige Erkenntnisse bei einer Band, die in über 20 Jahren so gut wie nie wirklich etwas falsch gemacht hat, dafür seit 1987 mit Hallenkonzerten nicht unter 10.000 Zuschauern belohnt wird und nun - leicht - vom rechten Weg abgekommen ist. Damit wir uns richtig verstehen, "Playing The Angel" ist keine schlechte DM-Platte, aber man muss sie im Kontext bewerten. Erst im Lichte des neuen Materials wird deutlich, wie geschlossen und experimentell die Alben der Band trotz der heraus stechenden Singles immer gewesen sind, und wie mutig beispielsweise gerade "Exciter" war.
Genau jenes Album schnitt bei vielen Hardcore-Fans interessanterweise weniger gut ab, und es dürften auch genau jene sein, die "Playing The Angel" heute in die Tradition der Weltalben "Violator" (1990) und "Black Celebration" (1986) stellen wollen. Meine bescheidene Meinung ist, dass schon die Vorabsingle "Precious" 1990 höchstens eine B-Seite gewesen wäre. Und nur weil sich Gore die Fingernägel wieder schwarz lackiert und die Band erneut alte Analog-Synthies benutzt, entsteht noch kein organisches Album der Marke "Black Celebration". In der Tat aber ist das neue Werk das lauteste seit langem. Der Opener umschmeichelt uns mit dem seit "Ultra" bekannten, sachte blubbernden Elektronikuntergrund, der im Refrain von rüden Kopfnicker-Riffs abgelöst wird, live garantiert eine Bank.
Ebenso der finstere Technoklopfer "John The Revelator", einer der besten neuen Songs, in dem Gahan gesanglich mal wieder alles aus sich heraus holt. Ein Brocken von einem Song, dem die vom Elektro-Kulthit "Space Invaders Are Smoking Grass" geklauten Refrain-Akkorde übrigens sehr gut zu Gesicht stehen (Respekt Herr Gore, die Techno-Plattensammlung scheint zu stimmen!). Der religiöse Titel deutet dabei schon an, wie sehr sich Gore wieder existenzieller Thematiken bedienen muss, um seiner Gefühlswelt angemessen Ausdruck zu verleihen.
"How sweet life would be / if I could be free / from the sinner in me", heißt es im dritten Song. Man könnte beinahe Mitleid bekommen mit Gore, dem die Erziehung zweier Töchter im sonnigen Kalifornien mehr abzuverlangen scheint als man dachte. Musikalisch steht der Song exemplarisch für das Soundbild des Albums, an allen Ecken und Enden feept, bleept und knarzt es, ganz so, als würden alle Bandmitglieder noch wie 1983 auf der Suche nach Geräuschen mit dem Sampler in Eisenbahntunnel rennen. Der Hauch alter Industrial-Zeiten umweht auch das von Gore gesungene "Macrovision", wenn nach drei Minuten plötzlich Dampfhammer-Drums in die bebende Suizidelegie herein brechen.
Mit seiner zweiten Ballade "Damaged People", deren Sounds endgültig an das Album "Construction Time Again" zurück erinnern, fasst Gore dann seine gesamte Kunst zusammen: "When you're by my side / there is no defense / I forget to sense / I'm dying." Der Schwermut und die Tragik, auf der ihre ganze Karriere letztlich aufbaut, scheint aus dieser einfachen Zeile heraus zu kriechen und die Melodie, ja, die klingt tatsächlich etwas nach der guten alten "Black Celebration"-Zeit. Besser geht es kaum.
Absurderweise stoppt ausgerechnet Gahans Komposition "I Want It All" die Gedanken-Jukebox. Zart-gebrechliche Akkorde, die auch The Cure aufnehmen würden, versetzen den Hörer in einen Schwebezustand. Hier braucht es keine überambitionierten Lärmkaskaden, um Atmosphäre zu erzeugen. Mit dem programmatischen "The Darkest Star" entsteigen Depeche Mode schließlich den Untiefen der Seelenpein, von Chören und lasterhaftem Piano-Stakkato begleitet. "I don't want you to change / Anything you do / I don't want you to be / Someone else for me", fleht Gahan.
Für diejenigen Fans, die sich auch gewünscht haben, dass sich die Band nicht ändert, nicht eine Stufe höher steigt in der elektronischen Evolutionsgeschichte, ist "Playing The Angel" ein prima Album. Tanzbar, traurig, krawallig. Alle Vorzüge endlich mal auf einer Platte. Doch "Playing The Angel" ist eben auch erstmals kein ausgewogenes Werk mehr und klingt in Teilen wie das Album einer Band, die die Termine ihrer Welttournee bekannt gibt, noch bevor ein Titel für das Album gefunden ist. Apropos, wir sehen uns in Friedrichshafen, Jungs. Dort würde ich dann gerne mal "Lie To Me" hören.
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So! Außer ein paar Soundschnipseln auf der Seite von[url=http://www.woolworths.co.uk/ww_p2/product/index.jhtml?pid=50492212n] Woolworth und der Single Precious gibt es noch nicht viel Offizielles zum neuen Studioalbum von DM. Klar, die Playlist steht:
1.A Pain That I'm Used To
2.John The Revelator
3.Suffer Well
4.The Sinner In Me
5.Precious
6.Macro
7.I Want It All
8.Nothing's Impossible
9.Introspectre
10.Damaged People
11.Lilian
12.The Darkest Star
14. Oktober ist Erscheinungstermin, natürlich gibt es das Album schon im Netz in illegalen Tauschbörsen, was traurig ist.
Ich will jetzt aber nicht die alte Download-Diskussion ausgraben, sondern einfach nur wissen, was ihr von den neuen Songs haltet. Mir persönlich gefällt das neue Album sehr gut. Die Soundfiles, die ich gehört habe, übertreffen "Exciter" meiner Meinung nach bei weitem, aber vielleicht seht ihr das ja anders...
Auf Letzteres, da ich es mir abgewöhnt habe, Alben herunterzuladen! 
Precious gefällt mir viel besser als Dream on als erste Single vom letzten Album. Ich fühle mich bei dem Song ein wenig an Enjoy-the-Silence-Zeiten erinnert, insofern hoffe ich auf den Rest des Albums. Das letzte Album war nicht nach ganz meinem Geschmack. Die Albumversion von Free Love auf Exciter war furchtbar, I Feel Loved war dafür ein echter Knaller!
[url=http://www.spex.de/web/video_player.php?id=554&v=4]wer's mag...
ich lad mir das album auch nicht runter... ich will mir auch nicht die samples anhören... ich will die cd zum ersten mal hören, wenn ich sie mir gekauft habe!! ich finds nicht schlimm, wenn sich jemand das album vorher runter ladet... aber so fällt der ganze überaschungseffekt weg... bei exiter hab ich mir 2 lieder im vorhinein runtergeladen... die haben mich dann, als ich das album hatte nicht mehr interessiert... ich freu mich schon riesig... mir gefällt die neue single auch besser als "dream on"... es erinnert mich auch ein bisschen an "enjoy the silence"
hab mir heute schon die special-edition vorbestellt... *freu*
Naja, das Precious hört sich schonmal ganz gut an....und mal sehen, vielleicht bringen die neuen Songs von Dave Gahan wieder etwas frischen Wind, nach dem nur guten Exciter wär mal wieder ein Knaller marke Songs Of... dran.
kenn bisher nur die single, gefällt. das einzige dm-album, welches ich wirklich genial finde, ist ultra. sollte das neue in die richtung gehen, muss es her.
mir gefällt ultra auch am besten... aber so klingt das neue nicht... ich glaub, da muss ich mich noch rein hören... noch hat's nicht gefunkt... aber depeche mode werden IMMER meine Lieblingsband bleiben!!... ne gute kritik haben sie ja nicht bekommen... zumindest von laut.de.... aber es soll ja jeder seine eigene meinung bilden... andere Zeitschriften loben das album... also geschmäcker sind verschieden...
also nach dem 3. mal anhören klingts schon besser.... ich find auch gar nicht, dass das album wie aufgewärmt klingt... okay... der sound am anfang ist der gleiche wie bei "dead of night"... uhhh... schlimm... ich find, das album hat seine ganz eigene Atmosphäre... wie alle DM-alben... es ähnelt sich keines wirklich... auch dieses nicht... man kann doch auch aus seinen eigenen werken zitieren... das heißt ja nicht, das es genau das gleiche ist... aber egal... nen hardcore-DM-Fan erschüttert keine kritik der welt

ich find es sind wieder tolle sachen dabei(nothings impossible,macrovision).
es ist kein 2tes "songs of faith and devotion", besser als exciter is es aber allemal.
sehr geile scheibe. muss mich zwar erst noch richtig reinhören, aber irgendwie haben die meisten songs bei mir schon nach n paar durchläufen gezündet. precious würd ich übrigens eher zu den schwächeren songs des albums zählen. aber als single war's ne gute wahl, weil ohrwurm.
ich find damaged people voll schön... mir gefällts inzwischen ziemlich gut! natürlich wird ultra sicher mein lieblingsalbum bleiben... aber mir gefällt pta besser als exiter... schön noisy und düster 
fühle mich bei "suffer well" an "behind the wheel" erinnert. aber gefällt mir gut das album, auch wenn es nicht spontan zugänglich ist. erst wenn man sich zusätzlich auf die texte einlässt.
mal sehen- schreib sicher in ner woche nochmal mehr dazu, wenn ich es mehrfach gehört hab.
loe
Und hier sind sie wieder, die dummen Kopierschutz CD Käufer. Sagt mal, werdet ihr nie schlauer? Man kann es eh downloaden ... soviel zur Wirksamkeit des Schwachsinns. Man dreht euch einen minderwertigen Tonträger an der etwas verhindern soll, was nicht möglich ist. Für Null Wirkung bekommt ihr diese Drecks CDs mit Ablaufdatum und schlechterem Klang. Fühlt man sich da nicht verarscht?
Die Scheibe stammt von der EMI, die größten Arschlöcher im Kopierschutz Universum. Wer hier noch kauft, macht mit diesen Arschlöchern gemeinsame Sache.
Bei über 25 CDs wurde meine Wenigkeit mit einem KS belästigt. Ich habe alles ohne KS bekommen, nur 4 Stück warten darauf gekauft zu werden, bis dahin versieht die Kopie der ehrlich erworbenen und nach dem Kopieren zurückgegebene KS CD ihren Dienst. Warten lohnt sich.
In dem Sinne, ladet das Album von den Tauschbörsen runter, ihr schadet damit der EMI und das ist gut so, sie haben es nicht anders verdient.
Wieso? Nichts schmerzt mehr, wenn genau das Gegenteil von dem erreicht wird, was sie sich vom Kopierschutz erwartet haben. Damit haben sie sich selbst ins Knie geschossen. In dem Sinne, saugt kopiergeschütztes was sie Leitung hergibt und verteilt Kopien von KS CDs das es sich gewaschen hat.
lad's dir runter... und gut ist's... okay? lass die leut doch kaufen,was sie wollen... was bringt's das groß rumzuschreien... sei ein "rebell"...
nicht's für ungut...
juhu. schadet der emi und depeche mode.
man macci...wir haben es doch längst verstanden. erhlich. ich esse seit gestern auch nur noch grüne äpfel.
@EsKa
Mach dir nicht in die Hose, was moralisch verwerflich ist, entscheide immer noch ich und keine von der Musik Industrie gesponserten Juristen und bezahlte Politiker.
@Vapour Trail
Depeche Mode schadet sich eigentlich nur selber. Da kauf ich doch lieber die Sigur Rós und sage Takk, das ihr eurem Label sagt, wo sie den Kopierschutz reinstecken dürfen ...
Uuuuups - DU bist also die Instanz für Moral (selbst wenn von der gar nicht die Rede ist)? Na dann sag das doch gleich.
Irgendwie erinnerst Du mich an die netten Herren in dunklen Anzügen, die immer an den Bahnhöfen stehen und den "Wachturm" vor der Brust halten.
Permanent die Umwelt missionieren, obwohl die es gar nicht hören will. Kepp diggin', Jehova!
stimmt der vergleich ist stimmig.
und mein pensum auch. schon sechs granny smith heute!

Alle den Euro sabotieren! Los der hat doch auch Kopierschutz! 
Eine Frechheit dass man den nicht einfach vervielfältigen kann!
Und jetzt sag nicht das ist was anderes.
ich glaub es geht eher darum dass man die cd's durch den ks teilweise schon gar nich mehr abspielen kann. dabei is der ks schwachsinnig da man die cd's so oder so downloaden kann. also wenn man sich eine sicherheitskopie anlegen will kann man sich die auch ausm netz ziehen. und umgangen wird der ks sowieso von den leuten die die alben dann ins netz stellen. ergo ist der ks unnütz, ausser dass die ehrlichen leute verarscht werden
ah herrlich,mir gefällt das album prima...sinner in me ist suupa! das ist zwar nicht black celebration, aber wieder schön düster, das können DM doch eigentlich am besten!
jau, die scheibe ist wirklich klasse und passt auch gut zum herbst. momentane faves: suffer well, the sinner in me, nothing's impossible, damaged people.
naja, sie ist nicht durchwegs gut, aber wenn ich daran denke,was andere gestandene bands in diesem alter hervorgebracht haben...so mit mitte 40...chapeau, DM sind immer noch relativ kreativ
Das wird das erste Mal sein wo ich keinen Konzertmarathon mit DM bestreite... habe schon einige Tickets verkauft. Nachdem ich gelesen habe dass Gore komplett auf Leinwandvideos, die bisher explizit für die Konzerte gedreht wurden, verzichten wird wurde meine Lust auf die Gigs auch nicht größer.
War auch vom Auftritt bei TOTP enttäuscht. Der Funke will so gar nicht überspringen.
Muss vielleicht auf den November-Blues warten. Habe mir jetzt für alle Fälle die PTA auch als SACD-CD bestellt, vielleicht sprühen dann die Funken. Oder was auch immer.
Es kommt mir wirklich ein bißchen so vor als ob die Jungs langsam anfangen sich selbst zu covern...
also man kann ja nen totp-auftritt kaum als maßstab hernehmen. ich schau sie mir live aber auch nicht an, schlicht und einfach weil die ticketpreise jenseits von gut und böse sind.
@suicideking: welche tickets sind heute nicht mehr überhöht?seufz....in der schweiz ist das gaaanz übel
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