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Mehr als 5.000 Menschen demonstrierten gestern in Berlin gegen die für 2013 geplante neue Tarifstruktur der GEMA.
Berlin (hf) - Laut wummernde elektronische Musik, tanzende Menschen, witzige Plakete: so gut gelaunt kommt der Protest gegen die für 2013 geplante neue Tarifstruktur der GEMA daher. Das Anliegen aber ist Ernst, die Verärgerung groß: Nichts weniger als ein Clubsterben sagen Musik-Veranstalter voraus, sollten die neuen Gebühren in Kraft treten. Über 5.000 Menschen protestierten deshalb am Montag auf der Schönhauser Allee in Berlin, wo die GEMA zeitgleich ein Mitgliederfest veranstaltete.
"GEMAinheiten lassen wir uns nicht gefallen" und "GEMA kacken" steht auf den Schildern der Demonstranten. Auch Dr. Motte, einst Initiator der Love-Parade, heute Club-Besitzer und selbst GEMA-Mitglied, ist zugegen. "Die GEMA sorgt dafür, dass in Deutschland keine Musik mehr läuft" kommentiert er überspitzt die Situation. Die Unterstützung überbrückt sogar unterschiedliche politische Meinungen: alle Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses stehen hinter dem Protest.
Den Bezug zur Realität verloren?
Ab 2013 soll es statt bisher elf nur noch zwei Tarife geben, einen für Live-Musik und einen für DJ-Veranstaltungen. Die GEMA meint, damit werde alles einfacher und gerechter, zudem würden Einzelevents und kleinere bis mittlere Veranstaltungen entlastet.
Disco-Betreiber hingegen beklagen die verloren gegangene Einzelfallgerechtigkeit und sehen in der Vereinfachung eine existenzbedrohende Gebührenerhöhung. Letzteres gesteht die GEMA sogar ein: Wer eine Gebührenerhöhung von 600 bis 1.200 Prozent beklage, habe "bisher viel zu wenig bezahlt", so der Hamburger GEMA-Bezirksdirektor Lorenz Schmid.
Die neuen Tarife multiplizieren die Eintrittsgelder mit der Raumgröße und der Anzahl der Veranstaltungen im Jahr, dazu kommen verschiedene Zuschläge. Ebenfalls neu ist, dass es keine pauschalen Jahresbeiträge mehr gibt, sondern jeder Veranstaltungstag berechnet wird. Vor allem Clubs mit regelmäßigen Events werden dadurch stärker belastet.
"Ich kann mir das nicht leisten"
Mehrere Clubbetreiber und Party-Veranstalter prophezeien angesichts dessen die Schließung ihrer Diskotheken, darunter auch berlins bekanntester Club Berghain. "Ich kann mir die neuen Tarife definitiv nicht leisten" sagt Sebastian Kleber, der Partys u.a. im Berliner Club K17 veranstaltet. Steffen Hack, Betreiber des Watergate in Kreuzberg, empfiehlt Künstlern sogar aus der GEMA auszutreten.
Die GEMA rechnet vor, dass ein Sommerfest mit 300 m² Fläche und drei Euro Eintritt künftig 90 statt bisher 193 Euro kostet. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) macht andere Rechnungen auf: So zahlt ein Club von 410 m² Größe mit zwei Veranstaltungen pro Woche zu je acht Euro Eintritt in Zukunft 95.255 statt heute 14.430 Euro. Eine Kneipe ohne Eintritt, die sieben Tage die Woche geöffnet hat und lautere Musik spielt, müsste ab 2013 95.123 statt bisher 2.011 löhnen. Durchschnittlich berechnet die DEHOGA 400 bis 600 Prozent Mehrbelastung für Clubbetreiber, Musikkneipen müssten sogar mit Verteuerungen von 1.000 bis über 3.500 Prozent rechnen.
Letztes Wort noch nicht gesprochen
Mit der Bundesvereinigung der Musikveranstalter e.V. hat sich die GEMA nun auf eine Schiedsstellenverfahren geeinigt, in dem die neuen Tarife überprüft werden sollen. Die Schiedsstelle, organisatorisch zum Deutschen Patent- und Markenamt gehörend, ist in der Regel um eine Einigung der streitenden Parteien bemüht. Gleichzeitig hat Mathias Rau, Inhaber einer Event-Agentur aus dem Harz, eine Petition gestartet. Bisher haben 164.216 Menschen unterschrieben. Zur Petition geht's hier entlang.
ja, scheiss Bumskultur. Nur deswegen dürfen sich solche Leute noch fortpflanzen. 
"Euro Eintritt in Zukunft 95.255 statt heute 14.430 Euro. Eine Kneipe ohne Eintritt, die sieben Tage die Woche geöffnet hat und lautere Musik spielt, müsste ab 2013 95.123 statt bisher 2.011"
Also wenn das stimmt, dann ist das doch arg Hirnverbrannt oder etwa nicht? ...
Ich dachte, die Ironie wär derart schreiend, dass da kein Smiley mehr hin muss...
Typisch Gema - denen schwimmen die Felle davon, also muss man sich was einfallen lassen. Aber dann sperren wir uns halt mit unseren Synthesizern ein und lassen andere zahlen. Die Club"kultur" (wenn man das hier in der Stadt so nennen darf - wahrscheinlich nur noch ohne Betonung auf "Kultur") geht mir im Übrigen wirklich so was von am ... vorbei... das glaubst du gar nicht...
Hier ein aktueller Bericht über den Eliten-Club GEMA hinter den Kulissen, sehr erhellend:
Einleitendes Zitat:
"Die Gema pflegt gerne das Image einer karitativen Einrichtung, die sich um das Wohl aller Urheber sorgt. In Wahrheit gehen die dicken Brocken nur an die oberen 3400 wie Dieter Bohlen und Co.: 65 Prozent der Gema-Ausschüttungen fließen an fünf Prozent der Mitglieder."
http://www.fr-online.de/kultur/streit-um-gema-gebuehren-gema--der-club-der-oberen-3400,1472786,16472672.html
Der verlinkte Artikel macht schon echt sauer. Würde als (ehrlicher, unbekannter) Musiker dort sofort austreten und lieber schauen, ob ich meine Rechte selbst vertreten kann. Als Poptitan wärs für Bohlen gegenteilig natürlich völlig schwachsinnig, selbiges zu tun. Wundert mich jedenfalls nicht mehr, wieso der Mann so reich werden konnte.
Diesen Absatz find ich auch krass:
"Das vornehmliche Interesse der Gema-Oberen, also den ordentlichen Mitgliedern, ist das der Besitzstandswahrung. Diese oberen 3400 füttern das Gema-Image einer segensreichen karitativen Einrichtung, die sich um das Wohl sämtlicher Urheber sorgt. Dazu noch ein Beispiel: Anders als Live-Musiker reichen DJs keine Playlists ein. Das wäre auch ein Ding der Unmöglichkeit, denn viele DJ-Sets entstehen spontan, sind improvisiert. Für DJs ist es nach ihren Schichten kaum nachvollziehbar, wessen Musik sie eigentlich aufgelegt haben. Also die astronomischen und für die Clubs ruinösen Mehreinnahmen, die die Gema ab 2013 durch neue Tarife erzielen will, können gar nicht an die Urheber der Musik verteilt werden. Auch diese Gelder werden unverteilbar sein, unter anderem in die Sozialkasse fließen, von der wiederum hauptsächlich die ordentlichen Gema-Mitglieder profitieren.
Diese Form kreativer Umverteilung von Geldern ist seit Jahren Praxis. Denn die Gema arbeitet effizient, was das Eintreiben von Geldern angeht. Undercover machen Mitarbeiter Stichproben in Clubs, und seien sie noch so klein. Füllt aber mal eine Band den Musikfolgebogen für ein Konzert falsch aus, dann wird sie es wohl nicht erleben, dass die Verwertungsgesellschaft nachfragt. Formale Fehler, das bedeutet zumeist, dass die Gelder unverteilbar sind, nicht ausgeschüttet werden. Ganz einfach. "
@Cyclonos:
Der hat sich weiter oben schon zu Wort gemeldet, und der ist auch kein GEMA-Lobbyist. Im Gegenteil hat er an vielen Stellen ausdrücklich betont, daß es viele Sachen gibt, die man an der GEMA kritisieren kann. Der Verteilungsschlüssel ist so eine Sache, ebenso wie die beispielsweise die lange Dauer, bis die GEMA die Griffel von einem läßt (nach Austrittsgesuch mal so eben sechs Jahre), oder einige Punkte in der Tarifstruktur - war in der alten so, ist in der neuen auch nicht anders. Das ändert aber nichts an meiner Meinung, daß es sich bei der GEMA im Prinzip um eine nützliche Einrichtung handelt. Ebenso wenig ändert es etwas an dem Umstand, daß viele kleine Veranstaltungsstätten von den neuen Tarifen profitieren - die beschweren sich halt eben nicht und werden daher in der Öffentlichkeit logischerweise nicht zur Kenntnis genommen, aber - es gibt sie.
Und ich fänd's schon ganz gut, wenn man irgendwann mal einfach nur mal eine Meinung haben kann, ohne gleich irgendeinen Lobbyismus oder eine Lohnkarte bei der GEMA unterstellt zu bekommen.
Gruß
Skywise
allein die organisation der partizipierungsmöglichkeiten aktiver mitglieder ist schon mal so ein punkt, der einen ankotzen kann. da gibt es noch ne liste von ungefähr 10000 kritikpunkten, die fast allesamt aus dem umstand herrühren, dass zwar die gesamte systematik schriftlich dokumentiert ist. das aber in einer absichtlch (oder aus unvermögen) extrem verklausulierten sprache/ordnung, die quasi nur rechtsexperten zugänglich ist. furchtbar. andererseits macht es aus wenig seriös agierenden partnern wie youtube und co keine engel. letztere ignorieren besonders gern ganze filme etc, die offensichtlch ohne jede berechtigung hochgezogen werden. lohnt sich ja als cooler filedealer.....
dazu:
die gema folgt einem dermaßen gestrigen und die realität verzerrenden abstimmungsprocedere, als seien sie irgend ein provinzieller kegel-dorfclub....schlimm.... aktive künstler können ihre berechtigten interessen nicht pflegen; und warum? absurderweise, gerade, weil sie künstlerisch und gema-relevant im abstimmungsmoment tätig sind.....allein dafür, dass dann (fast) nur die anwesenden operettengeneräle der gema das gesamtbild bestimmen, sollte man nach monaten des aussitzens ein (verbales) teeren und federn in engeren betracht ziehen..
...hätte man denen mal die häppchen um die selbstgefälli8gen ohren wickeln müssen....nur, weil draussen der mob tobt, heißt es nicht, dass dieses unwürdige verhalten sich nicht allein schon symbolisch rächen wird....so lernfähig wie gaddaffi und co...die wachen nicht mehr auf....tragisch für alle...
ergebnis: nicht die GEMA als institution ist gescheitert, sondern die gema in ihrer gegenwärtigen inkarnation....
"Unser Geld von der GEMA hat die Nena und das seh ma nie!" Torch und Toni L
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Diese Wucherteuerungen von mal eben 1200% könnten aber auch dazu führen, dass mal unbekanntere Musik gespielt und populär wird und so zu höherer Vielfalt beiträgt. Zumindest kurzfristig.
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Was ich mich schon lange frage: Was hat denn die GEMA auf Youtube zu melden, wenn ich Songs von z.b. amerikanischen Künstlern auf deren Channel anhören möchte? Drecksverein.
Ich überlege nur wie man die GEMA in ihrere Struktur so grundlegend ändern kann, dass sie der gegenwärtigen Situation und auch den in Zukunft auftretenden Problemen gewachsen ist.
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Die GEMA voll verstaatlichen?
Großer Aufwand (kosten, politisch, etc.), (überhaupt rechtstaatlich?)
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Größere Einflussmöglichkeiten seitens Gesellschaft und Politik auf die GEMA?
In wie weit überhaupt Machbar? (rechtlich und praktisch)
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Monopolstellung aufbrechen?
Mit großem Aufwand verbunden und würde die "Einfachheit" der Gema Gebühren zunichte machen
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Mir fällt in einem 3 Minuten Brainstorm nichts ein ... Vorschläge?
@TapferesSchneiderlein:
Man soll's nicht für möglich halten, aber so etwas wie ein Urheberrecht oder ein Copyright, das bestimmten Leuten gewisse Rechte an geistigen Schöpfungen einräumt, gibt's tatsächlich auch in anderen Ländern. Unter anderem in den USA. Weil die dort ein lustiger Haufen sind, haben die im musikalischen Sektor gleich drei nennenswerte Verwertungsgesellschaften, worunter die ASCAP und die BMI Dir sicher auch schon mal in irgendeinem Kleingedruckten begegnet sein sollten (SESAC ist die dritte). Zwischen den dortigen Verwertungsgesellschaften und der GEMA gibt es eine Kooperationsvereinbarung, damit nicht jeder Urheber in jedem denkbaren Land eine Mitgliedschaft in einer Verwertungsgesellschaft anstreben muß (wäre nämlich kontraproduktiv). Deshalb zieht die GEMA für einen deutschen Klick auf ein US-amerikanisches Video die Kohle ein und verrechnet dann die Einnahmen mit den US-amerikanischen Klicks auf deutsche Videos. Dasselbe klappt auch mit polnischen, österreichnischen, französischen, niederländischen, britischen, irischen, russischen und diversen anderen Verwertungsgesellschaften.
Okay?
[Jetzt mal unabhängig davon, daß die GEMA auf youtube grundsätzlich gar nix zu melden hat, sondern vorrangig nur das Händchen aufhält. Wenn da bei einem US-amerikanischen Video eine Meldung zu sehen ist, die sich über die GEMA ausläßt, ist das in gefühlten 99 % aller Fälle ein Werk von youtube und im Rest eine Beschwerde der Rechteinhaber - und das ist nicht die GEMA, sondern das sind in der Regel Verlage oder die Urheber selbst respektive deren Erben oder sonstige Stellvertreter.]
Gruß
Skywise
@sky:
ey sky, teilste meine kritik inhaltlich oder nicht?
vermisse bei deinen schilderungen des sachverhalts immer ein wenig feuer und positionierung....das ist mir zu lauwarm kritisiert für deren krasse dickfelligkeit....du weißt es doch auch.....und könntest es....
na wie wirs immer gemacht haben. Wir betreiben Handel mit den grössten Arschlöchern des erdenrundes und scheffeln damit Millionen, finanzieren damit Kriege und Bluttaten und nennen das dann einfach "Neutralität" damit wir uns so schön wohl fühlen 
@CafPow: Gehts noch um die Schweiz oder schon um Deutschland? 
70% der GEMA-Einnahmen gehen an 5% der Mitglieder. Im Prinzip ist das einzige, was der Laden macht, die reichsten Musiker, Produzenten und Verwertungsfuzzis noch reicher zu machen. Und das zu einer Zeit, in der die Kulturverwertungsindustrie die höchsten jemals verzeichneten Gewinne einfährt. Nennt mich sozialistisch, aber eine etwas gerechtere Aufteilung nach einem anderen Verteilungsschlüssel wäre das Mindeste, um das Ansehen der GEMA in der Öffentlichkeit und beim Großteil aller Künstler wieder halbwegs gerade zu rücken. Oh, und das neue Gebührensystem wird auch besser ganz schnell fallengelassen und niemand verliert jemals wieder ein Wort darüber 
sowie ich das verstanden habe, setzt sich die gema (seit neuestem oder schon ganz lange?!) auch für eine verteuerung von usb-sticks und speicherkarten ein, da solche nach ihrem verständnis potenzielle gerätschaften zur illegalen weitergabe von musik (ist ja auch nicht ganz falsch) sind .. für einen fotografen ZB ist das natürlich doppelt scheiße, er ist ja unbeteiligt .. passt hier nicht so ganz rein, habe ich nur mal irgendwo aufgeschnappt.. wurde ja auch hier vllt schon erwähnt kein plan .. ^^
@Foxi Gonzales:
Da macht sich nicht die GEMA für stark, sondern eine Tochter, die außerdem noch von der VG Wort und der VG Bild-Kunst gezeugt wurde (nennt sich "ZPÜ", Zentralstelle für private Überspielungsrechte). Damit sollen nicht nur die Kopien von Musikdateien, sondern auch von geschützten Bildern und nicht zuletzt auch Texten abgefedert werden.
@Anwalt:
Inhaltlich geht die Kritik absolut in Ordnung, und Dein Ergebnis unterschreib' ich gerne.
Im Augenblick zieht sich die GEMA-Chefetage auf das Vereinsrecht zurück, was allerdings bei einem Quasi-Monopol meiner Meinung nach so ein ganz ekelhaftes Geschmäckle hat. Ich kann ja nachvollziehen, daß es beim Finden einer Marschrichtung nicht gerade bequem ist, sich mit 60.000 Einzelstimmen rumzuplagen, aber ein bißchen mehr Demokratie einerseits und deutlich mehr Transparenz andererseits wären in jenen heiligen Hallen absolut notwendig, gerade im Hinblick darauf, daß es hier um die Wahrnehmung von Rechten handelt. Auf der Liste stünden übrigens ebenfalls Flexibilität und ein paar Modernisierungen ... ich persönlich finde es jedenfalls im Zeitalter von Datenbanken, die sich gegenseitig ohne größeren Zeitverlust füttern können, schon bemerkenswert, daß man sich auf Pauschalverträge zurückzieht, deren Erlöse man dann nach besserem Gutdünken verteilt, statt echte Daten zu fordern, aufgrund derer man eine fairere Verteilung vornehmen kann ... oder zumindest eine, bei der man wenigstens die ursprünglichen Ideen des Urheberrechts und der GEMA in der Ferne mal durchschimmern sieht. Auch daß man es nicht schafft, mal ein paar Titel mit einem Kreuzchen zu versehen, um zu signalisieren, daß der Urheber selbst in diesen Fällen auf die Wahrnehmung seiner Rechte durch die GEMA bewußt verzichtet, kann ich nicht nachvollziehen. Ich gehe also mal davon aus, daß es nicht gewollt ist. Und weil ich mir nicht vorstellen kann, daß es von der Mehrheit der 60.000 Mitglieder so gewollt ist, gehe ich weiter davon aus, daß es von mindestens 1.701 der richtigen Personen nicht gewollt ist.
Wenn man mich fragt, hat sie es sich mit ihrem ziemlich eigenwilligen Fingerspitzengefühl selbst zuzuschreiben, daß ihr nicht schon längst deutlich mehr Künstler medienwirksam öffentlich an die Seite gesprungen sind. Im Augenblick stinkt mir der Fisch zu sehr vom Kopf her, und augenscheinlich gibt es auf internem Weg nur wenig Möglichkeiten, da irgendwas zu drehen, denn wenn ich mal mein schwarzes Menschenbild bemühe, würde ich sagen: in dem Augenblick, da Otto Normal-GEMA-Mitglied mit seiner Stimme etwas verändern könnte, will er das vermutlich schon gar nicht mehr, weil ja genau dann plötzlich etwas bei ihm rumkommt.
Es gibt sicher noch andere Kritikpunkte, klar, aber alle taugen nicht, um eine Abschaffung der GEMA als Institution zu begründen. Eine Reform und eine ordentliche Brise Frischwind könnten allerdings nicht schaden.
Gruß
Skywise
Ok Verteilung ist ungerecht - soweit sind sich ja scheinbar alle einig -
Aber die eigentliche Meldung sind doch die Tarifänderung, oder?
Dazu fand ich das hier ganz gut (wenn auch ziemlich gefärbt):
http://www.mtmediaportal.de/die-neuen-gema-tarife-2013-oder-heute-schon-gejammert/#more-1200
Andere Meinungen dazu?

....the summer of your discontent, eh???@sky: so lieb ich dich...schickes florett....danke f d inhalt.
und da haben wir ja schon gemeinsam einen hauptfehlerteufel gefunden:
jeder rückständige schaut gemeinhin, dass er f d anforderungen der zeit gerüstet ist.
...hier nicht!!!
....bei verwöhnten monopolisten wird das schwierig ohne komplettem blutaustausch in der zentrale der macht.
entscheidend ist hier sky's nebensatz, wonach die puppenspieler der chef-etage auf das vereinsrecht pochen.
wahnsinn....wegen solcher penner bin ich früher mal anwalt geworden.
der satz klingt so harmlos und neutral.....AM ARSCH!!!!
sich auf das vereinsrecht zu berufen, bedeutet, dass man die gesamte 10.000 seitenstruktur so einstuft, als sei sie die satzung des örtlichen taubenzüchtervereins. gleiche strategie wie hells angels...gute gesellschaft...
strukturelles ergebnis: transparenz, programm und befugnisse werden durch zivilrechtliche taschenspielertricks dermaßen verkrüppelt, dass sich faktisch eine diktatur der wenigen bildet, die rechtlich vollkommen (oder zumindest: nahezu) unangreifbar ist. da braucht nur noch ein paar ebenso clevere wie furchtbare zombiejuristen....und ab dafür!
gesamtergebnis: aus reiner gier führt man ein unternehmen, dass mehr mitglieder hat als einige eu-staaten bewusst provinziell, damit jene, die die krise mitgebastelt haben, sie auch weiterhin nach gutsherrenart unbeschadet überleben.
..."der rest über den jordan, wenn ich bitten darf....weil es mir so gefällt"....es gibt ein wort dafür: FEUDALISMUS und NEPOTISMUS....
....

...aber das andere ( vergleichsweise nicht ganz so wichtige) posting@topic hassu auch gelesen....oder? 

Hältst du mich jetzt für einen Gema-Fanboy, der bei jeder Erwähnung "yeah!" schreit? 
Also ganz langsam: Jede Kritik an dem Verein oder seinem Verteilungsschlüssel ist vollkommen in Ordnung. Zu den "Reformen" kann ich eh wenig sagen, weil ich mich nicht damit befasst habe und in den Medien viel zu reißerisch darüber berichtet wird.
Ich hatte mich ja eigentlich nur zu der youtube-Geschichte geäußert, und da ging es um ein Unternehmen, das mit urheberrechtlich geschütztem Material gutes Geld macht und nichts davon an die Künstler/Autoren abdrücken möchte. Das würden sie btw auch nicht tun wollen, wenn die Künstler die Gebühren selber eintreiben würden oder das Geld gerechter unter diesen verteilt werden würde. Das ist jetzt von dem "Bürokratiemonster" Gema an sich losgelöst...

Ich würde gerne mal zu bedenken geben, dass die ? 30000,- in 5 Jahren Hürde, um Stimmberechtigtes Mitglied bei der Gema zu werden, für professionelle Komponisten keine besonders große Hürde ist. (Wenn man mit seinem Hauptberuf keine ? 7000,- pro Jahr macht, hat man ganz andere Probleme als das Stimmrecht bei der Gema...)
Folglich ist die Gema ein Verein von hauptberuflichen Komponisten (und Textdichtern), der seine Infrastruktur gegen Bezahlung eben auch Nichtmitgliedern zur Verfügung stellt. (bzw. sog. "angeschlossenen Mitgliedern, welche aber laut Vereinsrecht keine Mitglieder sind). So richtig die fiese Ungerechtigkeit kann ich dabei eigentlich nicht sehen...
... um noch meine Rede vom Otto Normal-GEMA-Mitglied aufzugreifen: nur ein paar Stunden, bevor ich das schrieb, lief die Hauptversammlung der GEMA. Dort wurde im Grunde das von mir kritisierte PRO-Verfahren beerdigt und InkA aus der Taufe gehoben. Ich habe mir noch nicht alle Einzelheiten durchgelesen und erwarte insgeheim noch den einen oder anderen Pferdefuß, allerdings würde ich es bislang als einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung ansehen, was die Transparenz des Verteilungsschlüssels angeht.
Also - es tut sich was im Hause GEMA.
Gruß
Skywise
@Anwalt:
Die Neue Musiker Zeitung, die eine ekelhafte Linkkultur pflegt. Bitte nach "NMZ GEMA INKA" googlen, der Link sprengt sonst den Rahmen.
Im Artikel selbst wird auf die GEMA verwiesen:
https://www.gema.de/nl/062012/mitgliedernews/inka.html
Und über zwei Ecken findet man auch Folgendes:
https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musikurheber/Mitgliederbereich/MGV_2012/12_06_13_INKA-Prasentation.pdf
Der genaue Wortlaut der Neuregelung und die Umsetzung in der Praxis würde mich interessieren, weil - meist wird bei derartigen Aktionen ja das Kleingedruckte unterschlagen, aber dazu habe ich keine Quelle gefunden, hoffe jedoch, daß sich das bald ändert.
Gruß
Skywise
Format
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