Porträt

laut.de-Biographie

Delano

Delano hat keinen Bock so zu sein wie alle anderen. Anstatt sich mit Stimmverzerrern und spacigen Synthie-Beats zu beschäftigen, konzentriert er sich 2017 lieber auf harte Beats und Battlerap - straight outta Bauchgegend.

Dabei sah es anfangs noch gar nicht so aus, als würde Dennis Wolke seinen Weg zum Hip Hop finden. Er wächst in und um Bielefeld auf, lernt schon in seiner Kindheit, mit Keyboard und Akkordeon umzugehen. Die ersten eigenen Gehversuche startet Dennis in einer Punk-Band, doch mit der Kultur kann er sich nie so wirklich anfreunden. Durch Freunde kommt er dann mit den ersten Hip Hop-Exporten aus Übersee in Kontakt und hat - wie so viele - zuerst die Sprühdose in der Hand. Die tauscht er jedoch relativ schnell gegen ein Mikrophon, als ein Kumpel ihm das freestylen näher bringt. Von da an saugt der Bielefelder jedes Wort in sich auf und stellt sich jedem Battle, das ihm vor die Nase kommt.

Irgendwann beginnt der junge Dennis, der zu dem Zeitpunkt noch unter einem anderen Namen unterwegs ist, seine Reime auf Papier zu bringen. Doch nach einem, wie er selbst sagt, einschneidend negativen Erlebnis mit dem hiesigen Game, liegen seine Rap-Träume vorrübergehend auf Eis. Es müssen erst ein paar Jahre, einige Ortswechsel, die ihn über Köln nach Essen führen und einige ermutigende Worte guter Freunde ins Land ziehen, bevor sich Dennis wieder ans Mic traut. Unter anderem Namen startet er 2013 einen neuen Versuch: Delano, keltisch für "Durch die Nacht". Passt, findet er, da er seine Texte vor allem Nachts verfasst. An seiner Atttitüde hat sich jedoch nichts geändert: Noch immer stehen Respekt, Liebe und die Grundgedanken der Hip Hop-Kultur für ihn ganz oben. Es kommt auf den Künstler und sein Können an und nicht auf Autotune oder anderweitige Effekt-Spielereien.

Es dauert noch weitere vier Jahre, bis Delanos Neuanfang Früchte trägt. Mit dem befreundeten Produzenten B-Doub, der sich bereits mit Produktionen für MC Eiht oder Keith Murray einen Namen machen konnte, bringt der Wahl-Essener 2017 seine Single "Ich Bin Deutscher Rap" auf den Markt. Eine derbe, In-dein-Gesicht-Produktion mit klassischen Battlerap-Ansagen an die hiesige Szene. Die gleichnamige EP erscheint nur ein paar Wochen später, im September desselben Jahres.

Seinen Output beschreibt Delano als selbstreflektiert und authentisch. "Meine Texte beschäftigen sich viel mit dem familiären und freundschaftlichen Umfeld. ich breichte von Erfahrungen, Emotionen und meinem Blickwinkel auf die Welt. Ohne Zeigefinger-Attitüde oder unnötiges Phrasengedresche. Kann ich nicht leiden." sagt er im Interview mit der Backspin. Den großen Traum vom Leben als Rapstar hat er trotz einiger Rückschläge noch nicht aufgegeben. Denn neben einer Familie wünscht sich der Essener ein Album, "bei dem sie in 20 Jahren noch immer sagen 'Wow - was für ein Evergreen'. Und ein Feature mit David Pfeffer und Kool Savas auf einem Song wäre ein Traum."

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