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Am 16. Juli 2012 verstarb Jon Lord. Ein trauriger Moment für alle Rock-Liebhaber. Welch toller Musiker verstummte, könnt ihr hier bestaunen.
Konstanz (laut) - Deep Purple waren Ende der Sechziger und während der Siebziger des 20. Jahrhunderts ohne Zweifel eine treibenden Kraft des Hardrock. Sowohl was die Technik anbelangt als auch vom Songwriting her setzten die Briten Maßstäbe im Hartwurst-Sektor.
Die öffentliche Wahrnehmung fokussiert jedoch weniger die Meisterleistungen der Vergangenheit, sondern eher die Tatsache, dass die Band nach wie vor existiert. Aber eben ohne Ritchie Blackmore und Jon Lord, die maßgeblichen Anteil am unverwechselbaren Sound der Band hatten. Ersterer steht heuer lieber in Strumpfhosen neben seiner Holden Candice Night auf der Bühne und macht einen auf Renaissance-Barde, Lord hatte keine Lust mehr und widmete sich anderen musikalischen Projekten, ehe er Anfang der Woche einem Krebsleiden erlag.
Blackmores Gitarrenspiel ist ebenso wie Lords Hammond-Sound unverkennbar. Ritchie huldigt mit diatonischen Skalen der Renaissance und der Klassik. Im Verbund mit Lord hat er erheblichen Anteil an der Verschmelzung von Rockmusik mit klassischer Musik.
Gerade deshalb kommt es fast einem Treppenwitz der Musikgeschichte gleich, dass Deep Purple immer noch nicht in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden. Angesichts ihres hochklassigen Materials ist dies mehr als unverständlich ...
Beispielhaft für das musikalische Verständnis von Blackmore und Lord dürfte dieser Titel sein, der von "The Book of Taliesyn" stammt. Lord und Blackmore nutzten das bluesige Stück, um darauf ihre solistischen Duelle improvisiert auszufechten. Mehr als hörenswert.
Joe South ist der Name des Komponisten des Songs. Deep Purple hatten - damals noch mit Rod Evans am Mikro - den wesentlich größeren Erfolg. Na na na na na na na na na na!
Platz 18: Bad Attitude
Das Reunion-Album "Perfect Strangers" war erst der Anfang. Auch mit "The House Of Blue Light" finden Purple zu alter Stärke zurück, was auch dieser kräftige Hardrocker beweist.
Was man aus einem Riff so alles machen kann ... In diesem Fall sogar drei Songs, denn neben dem hier zu hörenden "Fireball" sind noch zwei weitere bekannte Songs auf ähnlichen Riffs angelegt. Geht einfach ab wie sau.
Der grandiosen Erfolg von "Perfect Strangers" ist neben dem Titeltrack auch das Verdienst dieses Songs.
Ein Track von "Machine Head". Mit Steve Morse an der Klampfe erfuhr der Song auf "Abandon" unter dem Namen "Bludsucker" eine Wiederauferstehung. Entstanden ist der Track als 'Hommage' an ehemalige Manager.
Eigentlich war dieser Song als Impro-Basis vorgesehen, auf der sich die Musiker austoben sollten. Eher beiläufig kam noch der Text hinzu. Der Titel bezieht sich auf die Alraunenwurzel mit psychoaktiver Wirkung. Nicht von ungefähr klingt auch manche Live-Version wie drogeninduziert, hat aber - wie in vorliegendem Fall - keinen negativen Beigeschmack.
Als ein Journalist wissen wollte, wie die Jungs ihre Songs schreiben, greift Ritchie Blackmore spontan zur Akustischen und spielt immer wieder das gleiche G-Riff, während Ian Gillan dazu ein paar Songzeilen über sein wahnsinnig schnelles Auto improvisiert. Noch am gleichen Abend spielt die Band den "Highway Star" getauften Song live. Das ist lässig!
1971 waren Deep Purple in Vollbesitz ihrer kreativen Kräfte. In Montreaux brennt ihr Hotel und Aufnahmeort ab, trotzdem spielen sie mithilfe des mobilen Studios der Rolling Stones unter Zeitdruck "Machine Head", ihr bedeutendstes Album, ein. "Highway Star", das Eröffnungsstück, bläst einen nicht nur mit seinem druckvollen, stoischen Riff weg, es glänzt auch mit einem erstrangigen Orgel-Solo und einem der definitiven Gitarren-Soli der Rock-Geschichte.
"Speed King" eröffnet mit einem fulminanten Instrumental-Jam, der mit Lords Orgel ausklingt, ehe nach eineinhalb Minuten Blackmore sein Riff vom Stapel lässt. Zum ersten Mal darf sich Ian Gillan als Texter versuchen. Aus der Not machte er eine Tugend und verwurstete Zeilen von Chuck Berry, Little Richard und Elvis. Unnötig zu erwähnen, dass der instrumentale Aspekt zum Zungeschnalzen ist.
Mit "Pefect Strangers" kommen Deep Purple endlich in der Gegenwart an. Obwohl man das Lied sogar bei 'Miami Vice' spielt, erweist sich die urbritische Rockhymne als helle Seite der hairmetallischen und yuppielastigen 80er. Wie sich der Song aus seiner zu Beginn nur scheinbaren Schwerfälligkeit schält, gleich der dramatisch besungenen Fremden. Die Deep Purple Familie hat sich 1985 vorrübergehend mal wieder für drei Tage lieb und feiert mittelalterliche Orgien auf Blackmores echtem Schloss. So viel Spielfreude war selten. Man hört es auch dem gesamten gleichnamigen Album an.
Jon Lord: Sein Spiel auf der Hammond-Orgel ist sicherlich der Kern des Songs. Natürlich liefert er sich im Grunde den ganzen Song über ein Duell mit Gitarrist Ritchie Blackmore. Entscheidend ist aber, dass es nicht nur beim Orgel- und Gitarren-Gewichse bleibt, sondern dass "Lazy" sich nach zwei Minuten in einen amtlichen Rhythmus eingroovt.
Dass der Song heute so dermaßen nach den 70ern klingt, zeigt, was für einen beispielhaften und einflussreichen Sound Deep Purple damals geschaffen haben. Ach ja, auch das laut Guitar World "74st-größte Gitarrensolo aller Zeiten" findet man in "Lazy". Und das wievieltgrößte Orgelsolo, Bitte?
Nicht wenige Künstler würden dafür töten, so ein ebenso schlichtes wie anmutiges Juwel zu schreiben. Bei Deep Purple reicht es ab 1972 nur zur stiefmütterlich behandelten B-Seite. Gillan liebt das Lied, Blackmore hasst es schon fast automatisch. Der zickige Gitarrist möchte es tot schweigen und lehnt jede Live Performance ab. Ohne Onkel Richtie seit Mitte der 90er ein leider etwas gniedelig gespielter Live-Abräumer. Doch nichts geht über die Originalversion der Streithähne. Gillans emotionalster, stimmlich nacktester DP-Moment. Seine Stimme profitiert hörbar vom gesanglichen Ausflug in Lloyd Webbers Jesus-Gefilde. Diesmal ohne dessen unsäglichen Musicalkitsch. Blues für die Ewigkeit.
Coverdale hat den Blues. Der etwas jüngere Sänger bringt Gollum-Blackmore dazu, mit dem Song endlich heraus zu rücken, den er vor Gillan und Glover seit "Machine Head" sorgsam versteckt. Gesangslinie und Text steuert der 'Neue' mühelos bei. Heute ein Evergreen und DPs Wechsel zur Black Music Culture. Blackmore hat "endlich" alle klassischen Lord-Elemente beseitigt. Die bessere Version bleibt trotzdem die Whitesnake Variante von Coverdale in der "Live - In The Heart Of The City" Form Ende der 70er.
Zunächst wollte man die 'Seltsame Frau' gar nicht erst auf "Fireball" packen. Am Ende stieg es als Hitsingle in die Charts und spätestens auf "Made In Japan" zur Dino-Metal Legende.. Die unzähligen Live Versionen variieren zwischen fünf und 20 Minuten Spieldauer. Kein Rockismus, sondern unter den spaßigen Riffs ihr gruseligstes Stück; very british. Und vollkommen wahr. Gillan: “It was about a friend of ours who got mixed up with a very evil woman and it was a sad story. They got married in the end. And a few days after they got married, the lady died".
Rein musikalisch ist "Space Truckin'" ("Machine Head") lediglch eine Variation des "Speed King" Riffs ("In Rock"). Auf der Bühne entwickelt sich der Song zum Höhepunkt jedes Gigs. Von Respekt und Neid getriebene Improvisationsduelle zwischen Lord und Blackmore. Live in guten Momenten immer noch mehr "Bitches Brew" als Spinal Tab. Die aggressive Stimmung steckt alle Bandmitglieder zunehmend an. Berserker in Trance! 1974 rastete Blackmore dermaßen wie Iggy Pop aus, dass die gesamte Bühne Feuer fing. Leider auch inklusive einzelner Bandmitglieder. Die Stimmung wurde danach nicht besser. Blackmore blieb dann auch nicht mehr so lange und gründet lieber mit Dio den Rainbow aus der Asche.
Auch ein Song, der seinen Platz in der Ruhmeshalle sicher hat, taucht er doch auch auf "Made In Japan" auf. Repräsentiert eher die düstere Purple-Seite. Ian Paice darf sich hier schön austoben und bringt dieses Juwel erst so richtig zum erstrahlen.
Ein Groover vor dem Herrn mit einem markanten Riff zu Beginn, das so gnadenlos schiebt, dass es eine wahre Freude ist. Aus der Not heraus, weil die Band keine Single auf "In Rock" am Start hatte, wurde dieser Klasisker in zehn Minuten im besoffenen Zustand zusammen gepfriemelt. Fertig war der Welthit.
Alle Welt spricht von "Stairway To Heaven", kaum einer kennt dieses Kleinod. Doch was David Coverdale hier abliefert, muss sich hinter Led Zeps Übersong so gar nicht verstecken. Kein breitbeiniges Balladenklischee irgendwelcher Hardrocknulpen. Sondern zarter Folk zum Dahinschmelzen. Coverdale kann mit Whitesnake nicht mehr an diese ebenso schmachtende wie minimal produzierte Intensität anknüpfen. Eines der melodisch ergreifendsten Liebeslieder der 70er vom ebenso empfehlenswerten "Stormbringer" anno 1974; Deep Purples Ausflug in Funk and Soul. Wer hier nicht weich wird, hat kein Herz....
Gitarrenschüler dürfen schon früh ein Erfolgserlebnis feiern. Jeder Trottel auf sechs Saiten kann dieses Riff nachspielen. Aber nicht die Einfachheit macht "Smoke On The Water" zu einem der prägendsten Momente der Musikgeschichte. Wer diesen Song noch nie gehört hat, hat entweder keine Ohren, oder ist taub. Die Art und Weise, wie sich das Lied steigert, ist beeindruckend und nicht zuletzt in der legendären "Made In Japan-Version" eine Pflichtveranstaltung für jeden Rock-Fan.
Mit "Smoke On The Water" mögen sie popkulturell unsterblich sein. Doch "Child In Time" ist die musikalische Eintrittskarte in den Tower Of Song. Blackmore duelliert sich mit Lord und Glover in Soli für die Ewigkeit. Doch ohne den guten Ian wäre der Song nicht die Hälfte Wert. Das Timing und die Betonung des Textvortrages können ein Alptraum sein, wenn ich nicht in der richtigen Stimmung bin. Seit 2002 singt er es live nicht mehr. Perfektion geht vor Eitelkeit. Dazu: Gillan als dunkler Seher. Seine finsteren Visionen krönt er mit ekstatischem Entsetzen und klingt dabei so, wie Munchs "Schrei" aussieht. Nur echt in der "Made In Japan"-Variante. Sein etwas sakral polierter Schwanengesang der Studioversion ("Deep Purple In Rock") kommt da nicht im Ansatz hinterher. Die apokalyptischen Lyrics werden ihre besten Zeilen und seitdem auch gern von Widerständlern und Guerillas weltweit genutzt. .Süßes Kind/Wenn du böse warst/ Gott, ich wette, das warst du/Und du nicht getroffen wurdest/Von herumfliegendem Blei/Schließ besser deine Augen/Senke besser den Kopf/....Warte auf den Querschläger...
Löblich, löblich... Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber die Fakten sollten doch stimmen. "Knocking At Your Back Door" findet sich trotzdem auf "Perfect Strangers" und "Smoke On The Water" ist unwiderruflich auf "Machine Head" in der Studioversion verewigt. Vielleicht geht sich ja der Kommentar für "Black Night" auch noch aus... Und "Burn" (der Titeltrack) hat mit Sicherheit eines der geilsten Jon-Lord-Solos. Ruhe in Frieden, Maestro Lord!
Ganz ehrlich: Wieviel Songs kennt ihr davon? Ich: 4 1/2
(bin mir bei strange kind of woman nicht sicher)
naja, sind doch ziemlich alle dabei, die man erwarten konnte. 'child in time' natürlich auf der eins, absolut zurecht. 'speed king' und 'highway star' könnten ruhig in den top10 sein. 
Es sind immer noch Fehler drin. "Bloodsucker" ist nicht auf "Machine Head", sondern auf "Deep Purple In Rock". Außerdem liest es sich so, als sei "Strange Kind Of Woman" auf Fireball. Ist es aber nicht, wurde lediglich den remasterten CD-Ausgaben später hinzugefügt, auf der ursprünglichen Version war es niemals drauf. Das gleiche gilt für "Black Night", das auch niemals auf "Deep Purple In Rock" war.
Es sind halt beides Singles, die zu der damaligen Zeit gerne zwischen den Alben veröffentlich, aber nicht auf diese draufgepackt wurden. Bei The Who gibt es auch etliche bekannte Singles, die sich auf keinem Album finden.
Kleinigkeit am Rande: Ob "Machine Head" wirklich das "bedeutendste" Album von Deep Purple ist? Kommerziell gesehen sicher, aber von der rein popkulturellen Wirkung her ist "Deep Purple In Rock" doch wichtiger.
Hallo,
ist doch schön zu sehen, wie viel Wissen einzelne angesammelt haben und es sntsteht dann auch eine ganz nette Diskussion wo welcher Song zu finden ist.
Für mich war der Song "wring that neck" am wenigsten geläufig, alle andere Songs kenne ich in und auswendig.
Meine Lieblingssongs in meiner bunten Jugend waren "Space Trucking" (knapp 20 Minuten auf der Japan) und "Child in Time". Dann gibt es auch noch tolle live Versionen z.B von Stombringer u.u.u.
Deep Purple hat meiner Jugendzeit viel Hoffnung gegeben, auch wenn sie "nur" meiner Traurigkeit Aussdruck gegeben haben.
Forever Deep Purple Fan, auch wenn ich jetzt viel mehr Jazz höre und es meinem Lebensgefühl mehr entspricht.
Hallo,
ist doch schön zu sehen, wie viel Wissen einzelne angesammelt haben und es sntsteht dann auch eine ganz nette Diskussion wo welcher Song zu finden ist.
Für mich war der Song "wring that neck" am wenigsten geläufig, alle andere Songs kenne ich in und auswendig.
Meine Lieblingssongs in meiner bunten Jugend waren "Space Trucking" (knapp 20 Minuten auf der Japan) und "Child in Time". Dann gibt es auch noch tolle live Versionen z.B von Stombringer u.u.u.
Deep Purple hat meiner Jugendzeit viel Hoffnung gegeben, auch wenn sie "nur" meiner Traurigkeit Aussdruck gegeben haben.
Forever Deep Purple Fan, auch wenn ich jetzt viel mehr Jazz höre und es meinem Lebensgefühl mehr entspricht.
Hallo,
ist doch schön zu sehen, wie viel Wissen einzelne angesammelt haben und es sntsteht dann auch eine ganz nette Diskussion wo welcher Song zu finden ist.
Für mich war der Song "wring that neck" am wenigsten geläufig, alle andere Songs kenne ich in und auswendig.
Meine Lieblingssongs in meiner bunten Jugend waren "Space Trucking" (knapp 20 Minuten auf der Japan) und "Child in Time". Dann gibt es auch noch tolle live Versionen z.B von Stombringer u.u.u.
Deep Purple hat meiner Jugendzeit viel Hoffnung gegeben, auch wenn sie "nur" meiner Traurigkeit Aussdruck gegeben haben.
Forever Deep Purple Fan, auch wenn ich jetzt viel mehr Jazz höre und es meinem Lebensgefühl mehr entspricht.
Soldier Of Fortune ist in meinen Augen eine schlechte Kopie von When A Blind Man Cries. (Allein das Gitarrensolo) Ich weiß ja, dass Deep Purple in den 90ern nicht mehr die große Nummer war, aber Sometimes I Feel Like Screaming gehört doch zu meinen Lieblingssongs. So schlecht Morse im Vergleich zu Blackmore ist, hat er hier doch einfach ein geniales Riff abgeliefert.
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