laut.de-Kritik
Auf der Suche nach "absoluter Schönheit"
Review von Kai Kopp
Auf der Suche nach "absoluter Schönheit" ist David Sylvian in seinem musikalischen Kosmos. Und er kommt seinen Ideal beängstigend nahe. Lange hat sich der ehemalige Japan-Frontmann Zeit gelassen, um seinem Gesamtwerk nun einen weiteren Puzzlestein hinzuzufügen. Weil ich seine Klangästhetik, seine unbekümmerte Fusionstechnik sehr liebe, gehörte ich zu den ersten Käufern des Opus, und wurde nicht enttäuscht.
Hier verbindet sich mühelos Weltmusik mit Blues, E- mit U-Musik, und heraus kommt trotzdem immer ambient#e Pop-Musik. Im Vergleich mit seinen letzten Soloalben sind die Hallräume etwas kürzer geworden, was den Gesamtsound durchsichtiger und klarer macht. Unterstützung hat sich die medienscheue („vielleicht können Sie den Artikel etwas kleiner halten, dann müssen wir nicht so lange reden“) Pop-Ikone von Ryuichi Sakamoto und Talvin Singh geholt, die auf ihren eigenen Alben ähnlich eigenwillige Soundscapes fabrizieren.
Mix für Mainstreamler also, absolutes Muß für Fans durchdachter, eigenständiger Pop-Musik.