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Daniele Negroni und Luca Hänni ziehen in die Final-Show ein. Für Jesse Ritch platzt der Traum vom "Superstar"-Titel.
Köln (dani) - Halbfinale bei "Deutschland sucht den Superstar". Hurra. Um nicht zu sagen: Endlich. Licht am Ende des Tunnels: Auch die drögste Staffel geht einmal zur Neige. Zuvor galt es allerdings noch, die beiden Finalteilnehmer zu ermitteln. Gibt es einen rein eidgenössischen Showdown zwischen Jesse Ritch und Luca Hänni? Oder muss sich Daniele Negroni noch einmal den Schopf umfärben lassen? Fragen über Fragen - deren Beantwortung mir in diesem Jahr gleichgültiger nicht sein könnte.
Gab es in den vergangenen Jahren zumindest hin und wieder einen Teilnehmer, für den man Sympathie oder stellenweise sogar Anerkennung übrig hatte, siebten Verantwortliche und angeblich unverzagt zum Hörer greifendes Stimmvieh in der laufenden 9. Staffel alles aus, das musikalisch auch nur ansatzweise von Interesse hätte sein können. Weil das Fernseh-Volk bekommt, was es verdient, bezeugten wir am Samstagabend also ein Wettsingen zwischen ...
(Bild: Peter Wafzig)
Nett, immerhin, dass das dieser Staffel absolut fehlende Feuer wenigstens den Verantwortlichen für die Songauswahl aufgefallen ist: "Relight My Fire" lassen sie Daniele, Jesse und Luca zum Auftakt flehen - und sie vermutlich wieder allesamt in dem Glauben, die Nummer stamme von Take That. "Die drei, das wäre eine megageile Boygroup", versucht Dieter Bohlen dann auch erneut, die magere Talentausbeute schön zu quatschen. "Megaspannend" wird der Wettstreit angeblich. Ich glaube eher seiner zweite Aussage: "Das wird hart."
(Bild: Peter Wafzig)
So geht es dann (nachdem man minutenlange Einspieler überlebt hat) auch los: Hammerhart - aufs Auge. Daniele Negroni macht den Auftakt mit "Beggin'" von Madcon, singt die Nummer mit hörbar ramponierter Stimme immerhin sogar leidlich interessant. Allein - man sieht ihn in dem optischen Overkill, der auf der Bühne tobt, kaum. Zum blinkenden Leuchtboden, den übergroßen Videoleinwänden und den unvermeidlichen Hupfdohlen haben die Bühnenbildner diesmal noch ein leeres Aquarium auf die Bühne gerollt, in dem weitere leicht bekleidete Mädels mit Fingerfarben herumpantschen dürfen.
(Bild: Peter Wafzig)
Ob all das davon ablenken sollte, dass sie Daniele diesmal in ein Kostümchen gesteckt haben, das noch irgendwie von den Dreharbeiten eines Werbespots für Frühstücksflocken übrig geblieben sein muss?
Hat nicht funktioniert: Wir haben trotzdem gemerkt, dass der Kerl das Fell des Frosties-Maskottchens anhatte. "Lass' ihn raus, den Tiger, zeig' ihnen, dass du es kannst!"
(Bild: Peter Wafzig)
Daniele Negroni, befand die Jury, konnte. Natalie Horler und Bruce Darnell ergingen sich in Lobreden. Einzig Bohlen meckerte. Allerdings störte er sich nicht an Danieles Auftritt, sondern an dessen unbekümmerter Art, Raubbau an seiner Gesundheit zu betreiben.
(Bild: Peter Wafzig)
Jesse Ritch gab anschließend "Die Erste Träne" von Bisou zum Besten. Es müssen noch ein paar weitere gekullert und irgendein Praktikant dazu verdonnert worden sein, dieselben aus Filz auszuschneiden und auf Jesses Anzug zu kleben. Ein schlichter weißer Zwirn könnte sonst ja versehentlich einmal nicht lächerlich aussehen ...
(Bild: Peter Wafzig)
... und das wäre in der ebenfalls komplett überspannten Kulisse mit riesigem Auge und weiteren Tränen, für die offenbar das Cover eines "Dream Dance"-Samplers die Vorlage lieferte, schließlich komplett fehl am Platz. "Mutig" fand Bruce Darnell, dass sich der Schweizer erstmals an ein deutschsprachiges Lied wagte. Das stand ihm dann auch nur mäßig gut - was die Juroren allerdings nicht gemerkt haben wollen.
(Bild: Peter Wafzig)
Schnurz und Egal hatten ihre ersten Auftritte, fehlt noch Piep - in Gestalt des Luca Hänni, dem Garanten für glatte Langeweile. Auch seinen Anzug zierte Aufklebe-Deko. Ist das ein Trend, den ich wie üblich verpasst habe?
(Bild: Peter Wafzig)
Luca nudelte, wie in den Wochen zuvor, eine weitere Schlafzimmernummer herunter. Ordentlich gesungen, völlig ohne Höhepunkte jedoch. Mein Weltbild wankt erst bei der Bewertung der Jury.
(Bild: Peter Wafzig)
Bei "The Man Who Can't Be Moved" von The Script handelt es sich also um "eine ambitionierte Rocknummer", erfahre ich von Dieter Bohlen, und: Luca besitzt "Starappeal". (Aha.) Bruce Darnell erklärt, ein Künstler müsse "Musik verkaufen können" und "Bühnenpresence" haben (So weit, so wahr), und Luca habe diese Anforderungen "perfekt" erfüllt. (Bitte?) Naja, jeder fährt seinen eigenen Film - und Luca liefert immer die passende Abspann-Musik dazu.
(Bild: Peter Wafzig)
Auch in der zweiten Runde setzte DSDS gestern Abend wieder Maßstäbe - zumindest, was Lachhaftigkeit von Bühnenbildern und Klamotten betrifft. Daniele Negroni trat im grün-braunen Robin Hood-meets-Starlight Express-Outfit an, die gelben Protektoren an den Gelenken so nachlässig angeleimt, dass die Ellenbogenschoner schon vor Ende seines Songs abzufallen drohten.
(Bild: Peter Wafzig)
Im Bühnenhintergrund drehten sich riesige Radioteleskope. Nein, Daniele röhrte nicht "Satellite", nicht "Like A Satellite", auch nicht "Sleeping Satellite" - sondern "Whereever You May Go" von The Calling. Der Zusammenhang findet sich vielleicht per SETI.
(Bild: Peter Wafzig)
Mit Stings Stalkerhymne "Every Breath You Take" legte Jesse Ritch nach, gewandet in einen seltsam gefärbten Union Jack und Zylinder.
An den Laternen hinter ihm tanzten Bobbyhelm-bemützte Freudenmädchen. Wers mag ...
(Bild: Peter Wafzig)
Bohlen mag es: "Tonale Treffsicherheit wie Willhelm Tell" attestierte er Bruce Darnells erklärtem Lieblingskandidaten. Stimmt: Wie Tell blieb auch Jesse nicht gerade seines Gesangs wegen im Gedächtnis. Sein Auftritt, wie meistens: gut, aber unspannend.
(Bild: Peter Wafzig)
Dabei ist "unspannend" doch eigentlich die Domäne des Luca Hänni. Der entschied sich im zweiten Durchlauf allerdings für den Schritt von "belanglos" in Richtung "scheiße" und sang Ballermann-Pop: "Ma Cherie" von DJ Antoine.
(Bild: Peter Wafzig)
Titel, Akzent, Tanzmäuse, Bühnenbild - allesamt schauderhaft, oder, in Dieter Bohlens Worten: "Das Package ist einfach super." Äh. Ja.
(Bild: Peter Wafzig)
"Drive By" von Train markierte Danieles letzten Versuch. Die schwarz-rote Kluft diesmal nicht ganz so lächerlich, dafür die Pappautos mit hinein gekauerten Statisten um so mehr.
(Bild: Peter Wafzig)
"Ganz toller Titel, ganz toller Auftritt." Sagt Dieter Bohlen.
(Bild: Peter Wafzig)
Jesse begab sich mit "Unbelievable" - leider nicht von EMF, sondern von Craig David - wieder zurück in sein bewährtes Urban-Fahrwasser. Auf der Ne-Yo-Welle schwimmt er, das wissen wir inzwischen alle - sicher.
(Bild: Peter Wafzig)
Ob Pietro Lombardi, einst Steinchenkleber bei Swarovski, die Strassböppel auf den Anzug geleimt hat, wissen wir nicht. Bohlen rätselt derweil an einer anderen Frage: "Warum hat dich in der Schweiz keiner entdeckt? Sind die da alle blöde?" (Vielleicht brauchen sie aber schlicht nicht noch eine Chris Brown-Usher-Mario-R.Kelly-Doublette.)
(Bild: Peter Wafzig)
Für Luca grub man abschließend noch einmal die Kulisse aus, in der Ardian Bujupi vergangenes Jahr kund tat: "Also geh' isch dieses Laufband lang." Nur die dürren Bäume, allerdings. Ohne Laufband.
(Bild: Peter Wafzig)
Und auch - wieder einmal - ohne Oberteil: Hemden sind aus, scheints. Immerhin gaben sie Luca - anders als unlängst Joey Heindle - wenigstens ein Sakko. Ach ja, gesungen hat er auch - die Nummer hätte ich allerdings lieber verdrängt: "Das Beste" von Silbermond. Urx. Dieser Knabe könnte tatsächlich sehr viel Geld verdienen, zöge er einen findigen Vertrieb an Land, der seine Platte als Mittel gegen Schlaflosigkeit vermarktet.
(Bild: Peter Wafzig)
"Ich hatte Gänsehaut von innen", schwadronierte Dieter Bohlen. Von wo auch sonst? Käme sie von außen, sähe das Resultat wohl eher wie Golfballdellen aus. Bruce Darnell gab den Propheten: "Damit hast du dir deinen Platz im Finale gesichert."
(Bild: Peter Wafzig)
Stimmt. Zuvor brachten die drei Knaben allerdings noch einen weiteren gemeinsamen Song, diesmal einen vom von Justin Bieber verstärkten Far East Movement, zu Gehör.
Angesichts der Jugendlichkeit der verbliebenen Teilnehmer verzichtete RTL auch diese Woche auf eine gesonderte Entscheidungsshow nach einer Stunde schlechter Comedy. Das Urteil wurde unmittelbar im Anschluss verkündet - mit gewohnt viel aufgebauschter Pseudo-Spannung, versteht sich.
(Bild: Peter Wafzig)
Hätten Sies gewusst? "So sieht", glaubt man Moderator Marco Schreyl, "absolute Spitzenklasse aus."
(Bild: Peter Wafzig)
Als erster jubelte Daniele Negroni über seinen Einzug ins Finale. Ein rein eidgenössisches Finish war damit schon einmal nicht drin.
(Bild: Peter Wafzig)
Danieles Konkurrent: ausgerechnet Luca 'Baldriantee' Hänni.
(Bild: Peter Wafzig)
Ausgespielt hat folglich Jesse Ritch. Er kommt um das Finale kommende Woche also herum. ... Aber das überleben wir auch noch.
Hab heute morgen die Wiederholung gesehen. Kann es sein dass das einfach nur noch eine als Castingshow getarnte Wiedergeburt von "9 live" ist? Permanent wurde von absolut jedem penetrant verlangt weiter anzurufen und "abzustimmen". Bei 50 cent pro Anruf lohnt sich das.
Scheiß und Egal sind im Finale... genau wie ich es prophezeit hatte !
Das Einzige, was ich mir noch auf RTL reinziehe, ist die Formel 1. Und selbst das ist, auf Grund eines miesen Kommentators und ständiger Werbeunterbrechungen kaum noch genießbar.
Respekt, dass Du Dir das (freiwillig) angesehen hast. Ich hätte wohl vermutlich irgendwann versucht Herrn Bohlen durch den Fernseher zu erwürgen und ihn deshalb kaputt gemacht.
liebes LAUT-Team, jedesmal wenn ich Eure Artikel über DSDS lese fällt mir auf das jeder Beruf sein Für und Wieder hat. Ich mein`sicherlich nett ständig auf den Festivals rumzuturnen, Rockstars zu interviewen, neue Platten vor allen anderen hören u.s.w. Aber Ihr müsst auch jede Woche diesen Müll angucken und ich nicht 
liebes LAUT-Team, jedesmal wenn ich Eure Artikel über DSDS lese fällt mir auf das jeder Beruf sein Für und Wieder hat. Ich mein`sicherlich nett ständig auf den Festivals rumzuturnen, Rockstars zu interviewen, neue Platten vor allen anderen hören u.s.w. Aber Ihr müsst auch jede Woche diesen Müll angucken und ich nicht 
In Konstanz gibt es, außer laut.de und jeder Menge Flugratten, eine JVA: zuständig für den Vollzug bis zu 15 Monaten Freiheitsstrafe.
Das ist in etwa so lang wie ein typisches Praktikum.
Zufall?
Respekt, dass ihr euch die Zeit genommen habt, um euch diesen Mist anzusehen, und den dann auch noch bis zum Ende durchzuhalten.
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