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Aus der Schlagertraum: Für Norman Langen endet "Deutschland sucht den Superstar" nach der vierten Motto-Show.
Köln (dani) - Neuer Samstag, neues Thema. "Partykracher" lautete die Überschrift für die vierte Motto-Show von "Deutschland sucht den Superstar". Na, hurra. Das war nach "Mega-Hits" und "Apres Ski-Hits" aber auch höchste Zeit. Da sich um die jeweils gewählten Banner aber ohnehin niemand zu scheren scheint: Kein Grund zu übertriebener Aufregung.
Es kam, wie es in dieser Staffel scheinbar kommen musste: Einmal mehr interpretierte jeder Teilnehmer ein wohl vertrautes Liedchen aus der ihm anbefohlenen Sparte. Noch nicht für ein Korsett entschieden scheint man sich einzig bei Sebastian Wurth und Marco Angelini zu haben.
Viel Joker im KISS-Make-Up
Letzterer eröffnete den Reigen mit "Let Me Entertain You" von Robbie Williams. "Jetzt reichts mir, ehrlich!", kommentierte der Österreicher die Woche für Woche wiederkehrenden Forderungen nach "mehr Ecken und Kanten" - seitens aalglatter Figuren wie Fernanda Brandao und Patrick Nuo. Die Absurdität der Situation führe man sich einmal kurz vor Augen, bitte.
Vielleicht ein bisschen viel Joker im KISS-Make-Up, zu Black Metal-Ehren kommt der angehende Arzt damit vermutlich eher nicht. Gesang wie Bühnenshow absolvierte er allerdings höchst souverän. Mehr Rock'n'Roll als das lässt dieses Format schlicht nicht zu.
Nuo offenbart sein Unvermögen
Deutlich schwerer tat sich Sebastian Wurth: "Monsta" von Culcha Candela hatte man ihm zugedacht. Aha, ein Minderjähriger soll nach 22 Uhr also nicht mehr auf der Bühne stehen. Vorher darf er sich aber offenbar komplikationslos von vier Weibern vor laufenden Kameras betatschen lassen - interessant. Über die Hüftsteifheit seines Auftritts täuschte dieser Umstand aber kein Stück hinweg.
Dafür offenbarte Patrick Nuo in seiner Beurteilung sein ganzes Unvermögen: "Übertrieben große Performance", wollte der "Juror" gesehen haben. Sebastian sei "eben nicht der Junge mit der Gitarre auf dem Barhocker". Doch. Genau das ist er: Der Junge mit der Gitarre auf dem Barhocker, der Milow-Songs besser als Milow singt. Wie wärs denn mal mit "Deutschland sucht den Superjuror"? Nuo käme unter Garantie noch nicht einmal in den Recall.
Allerlei Erwartbares
Vor Sebastians Auftritt hatte RTL noch allerlei Erwartbares gesetzt. Ardian Bujupi gab "Beautiful Monster", heute von dem anderen Chris Brown, von Ne-Yo. Weder gesanglich noch, was seine Bühnenshow betrifft, beeindruckte der zum Staffel-Macho erkorene Kandidat. Er wirkte in jeder Hinsicht verloren vor der Darbietung der mit Fetisch-Kappen vermummten Tänzerschar. Trotzdem attestierte ihm Obermotz Dieter Bohlen "die modernste Stimme im Wettbewerb". Wenn das stimmt, möchte ich bitte weiterhin von gestern bleiben.
Zazou Mall - ein echtes Kunststück - scheiterte an den gesanglichen Anforderungen einer Nummer von Katy Perry (!). Dünner gings kaum. Die Schweizerin kam ganz offensichtlich nicht ihrer Stimme wegen so weit, zeigte aber immerhin, dass sich ein geschmackloses rosa Kleidchen so an den Brustwarzen aufhängen lässt, dass die Hupen selbst bei hektischen Tanzeinlagen nicht rausfallen. Wer weiß schon, wozu dieses Wissen noch einmal nützen kann ...
Prollschlager-Performance leicht gemacht
Im netzhautzerfetzend neongelben Superhelden-Ornat gab Norman Langen zur Abwechslung einmal eine Ballermann-Nummer: "Hey Baby" in der Version von DJ Ötzi sollte es reißen. Vielleicht hätte Norman besser auf Mr. Incredible gehört, der riet: "No capes!" Vielleicht lag es aber auch an seinen sich wiederholenden Aufrufen aus dem Baukasten "Prollschlager-Performance leicht gemacht": "Wo sind die Hände? (2x), "Endspurt!!!", (2x) "Da geht noch was!" (3x). Nee, da geht nix mehr: Norman durfte am Ende eines langen Abends geschlagen nach Hause fahren.
Sarah und Pietro bleiben im Rennen
Im Rennen bleiben die nachgerückte Sarah Engels, die sich wie in der Vorwoche - gar nicht übel - an einer schnelleren Nummer, "Release Me" von Agnes, versuchte - und Pietro Lombardi, der ein weiteres Mal, wie bereits im Recall, "Que Sera" geben durfte - diesmal leider in der schauderhaften Bummbumm-Fassung der Hermes House Band. Er machte - trotz gebrochenen Fußes - das Beste daraus. Bohlen bescheinigt ihm inzwischen Favoriten-Status - und liegt damit hoffentlich richtiger als mit seinen voran gegangenen Aussetzern, bei denen er Graz in die Schweiz verlegte und bei Normans "Biene-Maja-Kostüm" die Punkte vermisste. Lust auf 'ne Runde Fußball? Ich hol' schon mal die Würfel.
Zum großen Spektakel reichte es "Deutschland sucht den Superstar" so wenig, wie dem anschließenden Duell Vitali Klitschko vs. Odlanier Solis zum großen Boxkampf. Parallelen? Lassen sich an den Haaren herbeiziehen, wenn gewünscht: In den Ring rief in beiden Sendungen Michael 'Let's get ready to rumble!' Buffer. Solis und Angelini lieferten jeweils einen exzellenten, viel versprechenden Auftakt, nur dauerte das Gemetzel bei DSDS ungleich länger. Und auf den Brettern landete möglicherweise der Falsche: Ginge es tatsächlich um Stimme oder Entertainer-Qualitäten, hätten Ardian oder Zazou gehen müssen.
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