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Gestern Abend startete auf RTL die fünfte Staffel der etablierten Teenager-Verschleißstation "Deutschland Sucht Den Superstar". Hinter dem Jurorentisch ein neues Gesicht, davor die übliche Armada der talentlosen Selbstdarsteller. Bemitleidungsfaktor: schier grenzenlos.
Köln (mis) - Es ist, als wären sie nie weg gewesen: Dieter Bohlen mit seiner krampfhaft nach Jugendlichkeit heischenden Garderobe, Anja Lukaseder, gerne tief ausgeschnitten, und, hoppla, ein neues Gesicht: Andreas "Bär" Läsker, Entdecker der Fantastischen Vier, nun Nachfolger von Heinz Henn, und die Haare hat er ganz ähnlich schön.
Zusammen bildeten die drei gestern Abend das von Heerscharen in der Regel verblendeter Jugendlicher gefürchtete Kölner Talent-Triumvirat.
Die Handlungsabfolge und Dramaturgie der Sendung ist mittlerweile so bekannt wie erfolgreich: Solide 4,33 Millionen Zuschauer in der werberelevanten Zielgruppe wurden Zeuge davon, wie aus rüdem Abkanzeln bemitleidenswerter Menschen eine Unterhaltungssendung wird.
Dabei macht das kaum fassbare Ausmaß der Selbstüberschätzung bei einigen Kandidaten gerade die ersten Folgen einer jeden DSDS-Staffel zur kurzweiligen Angelegenheit.
Ein 17-Jähriger, der Julis "Perfekte Welle" zu arhythmischen Aerobic-Bewegungen sprechstottert und sich nach anschließendem Bohlen-Verriss ("Sichere Top 3 in der Alltime-Liste miesester Teilnehmer") weinend auf dem Boden wälzt; ein physiognomisch nicht zum Superstar tauglicher Mittdreißiger, der die Urkunde einer Weinkirmes als Bewerbungszeugnis mit sich führt und anschließend Costa Cordalis' "Anita" vorträgt - irgendwann spürt man den Daueralarm schlagenden Voyeurismus-Trieb gar nicht mehr. Man stumpft einfach ab.
Die einzige halbwegs spannende Frage im Vorfeld, wie sich wohl der auf ewig mit Fanta 4-Meriten und Halsketten behängte "Bär" Läsker schlagen würde, endete unspektakulär. Zwischen dem dauertrompetenden Bohlen und der dauerflötenden Lukaseder wusste sich Läsker (noch) nicht markengerecht zu positionieren.
Bleibt er seiner Mischung aus großväterlicher Ruhe und einsilbigen Kommentaren treu oder bereitet er nur heimlich Henn-gleich die Bohlen-Opposition vor? Die RTL-Quote würde es ihm jedenfalls danken. Mit dem Austreiben der Talentlosigkeit aus der Sendung sinken für gewöhnlich auch deren Einschaltquoten.




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