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Warum zum Teufel werden Culcha Candela eigentlich ständig in einem Atemzug mit Seeed genannt? Ebenfalls personalstark? Auch aus Berlin? Oder vielleicht doch nur, weil sie so krampfhaft versuchen, die von den Dancehall Caballeros aufgetürmte Welle zu reiten?
Ich weiß es nicht. "Schöne Neue Welt" lässt mich einmal mehr ratlos zurück: Wie schaffen die Herren das nur, dass bei derart breit gefächerter Vielfalt einfach alles irgendwo abgekupfert klingt?
Tönt "Somma Im Kiez" noch unverkennbar nach Seeed, hebt "Monsta" an, als entstamme es einer Sean Paul-Scheibe - bis die Synthie-Claps-getaktete Autotune-Hölle losbricht. Meine Güte, hier hat aber jemand den Black Eyed Peas den Mist von wegen "futuristische Klänge" abgekauft, was?
Überhaupt, was soll die Scheiße? "Hamma", "Somma", "Monstaaa, Monstaaa-haaa-haaa!" Gegen die schöne Endung -er ist doch eigentlich nichts einzuwenden, oder ist mir etwas entgangen? Ich empfehle dringend einen Besuch beim Logopäden. Als Alleinstellungsmerkmal taugt derlei Kinderkacke jedenfalls ungefähr so gut, wie ein endständiges S durch ein Z zu ersetzen. So Ninetiez, Alta!
"Sciento", zur Abwechslung von spanischen und englischen Raps getragen, geriete erträglich, hätte man auf den billig schillernden Plastik-Sound im Hintergrund verzichtet. "Gimme Some" ("Macht euch bereit, wir wollen pooo-gen!") reißt einmal mehr der überstrapazierte Autotune-Effekt in den Abgrund.
Rührtrommel trifft rührseligen Gesang in "Manchmal", den offenbar inzwischen zur allgemeinen Pflicht erklärten Abstecher in die Disco wagt "The Greatest", "Eiskalt" wird geflüstert ... Ich sage: Wait 'til you see my Ying Yang Twins records!
Um Welten schmissiger als "I Like It" frönten Torch, D-Flame und Stylewarz dem Latin-Fever bereits, als 80 Kilogramm Plutonium die Heidelberger Fackel tatsächlich noch aufwogen – und das ist schon ganz schön lange her.
Was fehlt noch? Fürs Herz eine Piano-Ballade garniert mit künstlichem Streicherkitsch? "Nobody". Ein Bürgerbewegungs-taugliches Akustikgitarrenstück? "Steh Auf". Och, nö. Solange Johnny Stranges grandioses Reibeisen-Organ das einzige bleibt, das Culcha Candela-Nummern unverwechselbar hält, bleib' ich lieber sitzen und warte auf seinen Alleingang.
In letzter Zeit erwähnt man Culcha Candela übrigens auch gerne gemeinsam mit den Ohrbooten - deren "Gyp Hop" erschien immerhin am gleichen Tag wie "Schöne Neue Welt". Mehr Parallelen lassen sich meines Erachtens auch zu dieser höllischen Live-Combo nicht ziehen.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Culcha Candela - Schöne Neue Welt | Infos (Lieferzeit/Service) | €13,37 | €3,95 | €17,32 |




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