- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Cro ist sich sicher: "Ich hab keinen Benz vor der Tür, keinen Cent für'n Bier, doch ich spür, irgendwann wird das anders." Im Moment stehen die Zeichen jedenfalls nicht schlecht, im Netz geht Deutschraps maskiertes Phantom regelrecht durch die Decke. Das hübsche Vorabvideo zum Titeltrack scheffelte in unter zwei Wochen eine halbe Million Klicks, die Facebook-Freundeschar scheint sich gar nahezu exponentiell zu vermehren. Viele Hip Hop-Fans fragen sich verdutzt: Hat Cros musikalische Leistung einen derartigen Hype lange vor seinem eigentlichen Debütalbum wirklich verdient?
Tatsächlich hält das gratis zur Verfügung gestellte Mixtape, was die allgegenwärtige Begeisterung verspricht. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch überzeugt das Talent mit der Panda-Maske auf ganzer Linie. Seine gewitzten und durchdachten Lyrics gibt er im extrem entspannten Tonfall zum Besten und wechselt dabei leichtfüßig und ohne erkennbare Übergänge zwischen Rap und Gesang. Auch instrumental hält Cros zweites Mixtape ein erfrischendes Programm sowie die ein oder andere Überraschung bereit. Die Beats stammen größtenteils aus eigener Produktion.
Der Titeltrack "Easy" gewährte bereits im Vorfeld einen vielversprechenden Ausblick auf Cros ersten Chimperator-Release. Der entspannte Beat baut zwar von vorne bis hinten auf einen viertaktigen Loop mit jazzigen Harmonien, doch dank den mit Wortspielen gespickten Zeilen kommt auch ganz ohne Hookline keine Langeweile auf. "Und wenn sie heiraten will / und nach drei Tagen chillen / schon dein ganzes Haus und deine Leihwagen will / Ersch-Easy."
Wie Cro Caesars' "Jerk It Out" zum groovenden Beat verwandelt, erinnert wohl nicht nur mich deutlich an Chiddy Bangs MGMT-Sampling bei "Opposite Of Adults". Auch der Stuttgarter nutzt die Gelegenheit, um im Refrain die cheesy Melodie des Megahits zu zitieren. Die Nummer macht gewaltig Spaß und schleicht sich gleich nach dem ersten Durchlauf in die Gehörgänge.
Überhaupt macht Cro seiner von ihm selbst ins Gespräch gebrachten Genrebezeichung "Raop", einer Mischung aus Rap und Pop, alle Ehre. Ohrwurmverdächtige Melodien und Instrumentals findet man an jeder Ecke, Leichtigkeit und gute Laune prägen jede Hookline. Die Melancholie, mit der die Chimperator-Kollegen Maeckes oder Tua von sich reden machen, hat in Cros Welt vorerst keinen Platz – einem 19-Jährigen mag man das gerne verzeihen.
Besonders flott geht es bei "Rockstar", einem Mash-Up mit Bloc Partys "Banquet", zu. Cros gerappte Strophen harmonieren wunderbar mit den Indie-typischen Gitarrenriffs und Kele Okerekes leidenschaftlich eingesungenen Chorus. Auf zynische Art und Weise versetzt sich der junge Rapper in das typische Promi-Leben und lässt dabei kaum ein Klischee aus. "Ich bin dauerdicht, denn jeder Tag ist Freitag / Ich häng' wie Tony Hawk ständig an der Pipe ab." Ob es sich dabei nun trotz aller Ironie auch um eine leise Zukunftsvision handelt, sei mal so dahingestellt.
Bei "Meine Musik" baut Cro den kurzen Titeltrack seines ersten Mixtapes auf zwei Strophen aus und liefert eine glaubhafte Liebeserklärung an sein geliebtes Hobby ab. "Sie ist was ich hab', was ich lieb', was ich brauch'", erklärt er inbrünstig. Man kann ihm nur wünschen, dass aus dem leidenschaftlich betriebenen Hobby schon bald ein Beruf wird.
Das vollwertige Debütalbum soll erst nächstes Frühjahr erscheinen, doch Jan Delay bezeichnete Cro kürzlich auf seiner Facebook-Page bereits vorausschauend als "die Zukunft von Deutschrap". Zumindest steht bereits mit dem Gratis-Mixtape "Easy" fest, dass der Stuttgarter mit seiner erfrischenden Musik den Nerv der Zeit voll und ganz trifft und neben den Orsons, Casper, Kraftklub und anderen seinen Platz in der massentauglichen aber kreativen Ecke der hiesigen Hip Hop-Landschaft finden wird.
Kann man so stehen lassen. Ich finde das Mixtape ist wirklich gut gelungen. Das Ganze geht natürlich sehr stark in Richtung Pop (was ja auch so gewollt ist). Wer damit prinzipiell nichts anfangen kann, sollte die Finger davon lassen.
"Easy" läuft bei mir jedenfalls fast schon in Dauerschleife :-D
Wenn's schon ein Gratis-Album ist, könnt ihr's auch ruhig verlinken, so hätte ich nicht suchen müssen :P http://www.load.to/ozl3oKTd8q/CRO_EASY_MIXTAPE.zip
Aber seit wann hat Kraftclub was mit Hiphop zu tun? Da sind selbst die Fetten Brote näher dran ;D
For Free einwandfrei. Bin mal gespannt was man in Zukunft von ihm erwarten kann.
@Django77 Der Sänger von Kraftklub kommt Ursprünglich aus dem HipHop bzw. Rapbereich. Man kann sie mit ruhigem Gewissen als Crossover aus HipHop und Indie bezeichnen. Das Mixtape ist nett und springt super auf die Schiene einer sympathischen HipHopwelle auf. Eigentlich hoffe ich bei solchen Gruppierungen, dass der kommerzielle Erfolg aus bleibt, da viele so ihre Seele verloren haben. (Ja, es gibt Ausnahmen)
Immer da ist 'n bisschen schnulzig, Hi Kids is dafür super. Angenehme Abwechslung, wie schon das erste.
@InNo: Wie definiert ihr denn "Album"? Ein Album sollte etwa eine halbe Stunde Spielzeit und exklusives musikalisches Material beinhalten. D.h. eigene Beats. Mehr Anforderungen gibt es an ein Album nicht (auch nicht, ob es etwas kostet oder Videos hat oder sonstiges). Ich verstehe bloß nicht, warum Sachen mit eigenen Beats Mixtapes genannt werden.
Viele Rapper sagen sowas wie ein echtes Album is viel ernsthafter, persönlicher, da steckt mehr Arbeit drin und solche Sachen. Aber "Album" is nur das Format. Was da inhaltlich drin is, is wieder was ganz anderes.
@InNo: Wie definiert ihr denn "Album"? Ein Album sollte etwa eine halbe Stunde Spielzeit und exklusives musikalisches Material beinhalten. D.h. eigene Beats. Mehr Anforderungen gibt es an ein Album nicht (auch nicht, ob es etwas kostet oder Videos hat oder sonstiges). Ich verstehe bloß nicht, warum Sachen mit eigenen Beats Mixtapes genannt werden.
Viele Rapper sagen sowas wie ein echtes Album is viel ernsthafter, persönlicher, da steckt mehr Arbeit drin und solche Sachen. Aber "Album" is nur das Format. Was da inhaltlich drin is, is wieder was ganz anderes.
@Robin: Ach so, jetzt verstehe ich deine Frage erst. Eine allgemeingültige Definition gibt es vermutlich eh nicht... Für mich ist ein Mixtape immer so eine Art "Zwischendurch"-Release, entweder um die Hardcore-Fans ruhigzustellen, neue Styles auszuprobieren, um zu schauen, wie man bei der Internetgemeinde ankommt, ganz unabhängig von der Länge oder der Herkunft der Beats. Album-Release ist einfach "größer", professioneller produziert, Tracks mit mehr Bedacht ausgewählt usw.
Grenzen sind da natürlich sehr schwammig und der nächste wird es sicher ganz anders erklären. Dein Problem verstehe ich aber immer noch nicht. Was stört dich daran, dass er vorerst "nur" ein Mixtape raushaut?
Mich stört, dass ich dann nie weiß, ob es sich um eigene oder fremde Beats handelt, ob es teilweise altes Material ist, Freetracks, Featureparts (oft so bei Mixtapes) oder ob das ganze nur so deklariert wird, weil es, wie du sagtest, nicht ganz so "groß" ist.
Außerdem bin ich halt ein Fan von diesem Album-Gefühl; dass man merkt, dass ein Werk 'ne Runde Sache ist und man das vom Anfang bis zum Schluss durchhören kann - mit dem Gefühl, was Komplettes erlebt zu haben. In anderen Musikrichtungen gibt es das viel öfter, aber wenn ein Künstler halt Bock auf 'ne lockere Ansammlung an Tracks hat, is das okay; da ist der erste Punkt das wichtigere. Dass man halt nie direkt weiß, ob es exklusives Material is oder nicht. Sollte übrigens auch keine große Beschwerde sein, nur 'ne Anmerkung.
@robin
oft wird einem suggeriert ein mixtape sei im vergleich zu einem album etwas hingerotztes....das kann so sein, muss es aber nciht. wenn du etwas mit rap-musik anfangen kannst, dann kann ich dir nur empfehlen dir von styles p das mixtape "ghost in the shell" dir durchzuhören, obwohl es "nur" ein mixtape ist, braucht es meiner meinung nach den vergleich mit keinem rap-klassiker zu scheuen. beats, raps, atmosphäre, stehen einem album in nichts nach. das gleiche mit jadakiss ( beide aus der gleichen crew). erst bei seinen mixtapes zeigt er seine ganze klasse, die er leider nie geschafft hat bei seinen alben zu zeigen ( leider). unter druck unbedingt einen kommerziellen erfolg zu landen kam in der regel leider eine halbgare scheisse raus, voll mit kompromissen, die ein rapper mit seinen skills gar nicht nötig hätte. erst bei den mixtapes, frei von irgendwelcher kalkulierter scheisse, da zeigt er was er wirklich drauf hat, was ihn wirklich ausmacht.
Also das Mixtape Böhse Enkelz von KIZ betrachte ich auch eher als 2. Album und nicht als Mixtape. Generell kann ich aber Robins Sichtweise verstehen, dass man nie weiss ob es ne bessere Maxi ist oder ein schlechteres Album oder vielleicht doch ein Album was man nur Mixtape nennt.
Hatte am Wochenende das "Vergnügen", einen live-Auftritt mitzubekommen. Kannte bis auf die Single bis dahin keinen einzigen Track. Es kam noch schlimmer als erwartet. "Beats", bei denen es mir schwer fällt, sie als solche zu bezeichnen, ein vollkommen talentfreier Rapper, der nicht mal eine außergewöhnliche Stimme oder nennenswerten Flow besitzt, und und lauter übergewichtige Emo-Mädels, die auf den Scheiß abfahren. Wird für mich absolut unbegreiflich bleiben, wieso man ausgerechnet ihn als the Next Big Thing handelt. Dagegen ist sogar Casper plötzlich erträglich
InNo, ich kann Dich verstehen, das Mixtape war spätestens rückblickend ziemlich dürftig, bis auf diesen einen, zugegebener Maßen, absoluten Hit. Und in diesem Hit flowt er auch ordentlich. Nicht technisch, aber melodisch. Naja.. Craze: Halt die Lästerschnautze, Du liegst wie so oft falsch, ich bin mitnichten ein Cro-Fanboy, feiere nur den Hit und bin angetan und überrascht wie erfolgreich das Ding geworden ist.
InNo, ich kann Dich verstehen, das Mixtape war spätestens rückblickend ziemlich dürftig, bis auf diesen einen, zugegebener Maßen, absoluten Hit. Und in diesem Hit flowt er auch ordentlich. Nicht technisch, aber melodisch. Naja.. Craze: Halt die Lästerschnautze, Du liegst wie so oft falsch, ich bin mitnichten ein Cro-Fanboy, feiere nur den Hit und bin angetan und überrascht wie erfolgreich das Ding geworden ist.
"Meine Zeit" und "King of Raop" sind nun draussen, was meint Ihr?
Beides noch nicht gehört.. aber diverse Interviews gesehen in letzter Zeit, so auch dieses hier von Lisa gelesen: Da kommt er schon sehr relaxed, geerdet und nett rüber, der gute Panda. "Du" finde ich aber doch sehr bescheiden..
Format
Homepage: