Porträt

laut.de-Biographie

Creutzfeldt und Jakob

Die BSE-Krise ist und bleibt ein aktuelles Thema. Die daraus resultierende Krankheit bricht beim Menschen in der Regel erst ein paar Jahre später aus. In der Zwischenzeit hat die Hip Hop-Crew Creutzfeldt & Jakob die Möglichkeit, sich eine unabhängige Identität zu schaffen. Denn bei den Ruhrpott Rappern werden die Gehirnzellen nicht vernichtet, sondern gefordert. "Hip Hop macht oder hört man, um sich gut zu fühlen", so Rapper Stylewalker. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, stehen die Chancen für Flipstar, Stylewalker, DJ Edler und Till Tomorrow gut, ein gesundes musikalisches Leben zu führen.

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Die Anfänge von C & J lassen sich bis zur Mitte der Neunziger zurück verfolgen und münden in einem ehemaligen Luftschutzbunker in Witten. Dort treiben junge Headz wie Dike, OnAndOn, Brotherhood und eben C & J ihr Freestyle-Unwesen. Zu dieser Zeit bilden nur die beiden MCs Philip Dammann a.k.a. Flipstar und Laki Polichronidis a.k.a. Luke Stylewaker die Gruppe. "Wir waren jeden Tag im Bunker. Die Stimmung war kriegerisch, rebellisch. Da wurden regelmäßig Partys gefeiert. Der ganze Raum war besprüht. Alles war siffig. Dort haben wir immer gefreestylt und so unsere Routine gekriegt", erinnert sich Laki im Hip Hop-Mag Juice (10/2000) zurück.

Irgendwann wird der Bunkerverwaltung das Treiben aber zu bunt und sie fordert eine hohe Miete für die Räume. Diese ist für die Wittener Hip Hop-Szene unbezahlbar und man siedelt in die Studiogarage von Till um. Der frühere Zusammenhalt geht so ein wenig verloren. Dafür hat man jetzt die nötige Ruhe, um ein ganzes Album aufzunehmen. Eine erste Maxi "Partner 1+2", Gastauftritte bei Dike ("Bist du gut") und RAG ("Untertage Remix") sowie eine D-Tour haben Flipstar und Stylewalker da bereits hinter sich. Für das aufstrebende Underground-Label PDNTDR ist das Grund genug, das Duo für ein ganzes Album unter Vertrag zu nehmen. Kurz darauf stoßen noch Produzent Till und DJ Edler als feste Mitglieder zur Band.

Es folgen diverse Features bei renommierten Acts wie dem Plattenpapzt ("Bis dein Arsch brennt"), DJ Friction ("HipHop Musik") und Roey Marquis ("Wir bewahren es"). Im Oktober ist es dann soweit. Das Debut "Gottes Werk und Creutzfeldts Beitrag" steht in den Plattenläden. Roughe Hip Hop-Beats, irgendwo zwischen Bunker und Mobb Deep, bilden die Grundlage für den innovativen Flow von Flipstar und Stylewalker. Während Flipstar lässig und cool bis zum Umfallen daher kommt, rattern die Reime von Stylewalker wie endlose Maschinegewehrsalven aus den Boxen. Hier manifestieren sich auch die verschiedenen Lebensweisen der beiden Emcees. Flipstar studiert, um auch mit "Nicht-Hip Hoppern" abzuhängen und seinen Horizont zu erweitern. Stylewalker dagegen lebt seinen Hip Hop durch und durch. Er schmeißt früh die Schule und betreibt mit Till eine Bookingagentur. Bisher letztes musikalisches Lebenszeichen von C & J ist das Feature bei den Ruhrpottkollegen von ABS ("Weißt du...?" feat. Dike, OnAndOn).

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