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Ich gestehe, dass ich vom Kollegen Alexander Cordas doch ein wenig enttäuscht war, als er 2004 das Alter Bridge-Debüt "One Day Remains" mit schmalen zwei Punkten abfrühstückte. Das folgende "Blackbird" bekam seinerzeit auch nicht mehr ab.
Ein wenig fragt man sich da schon: Was erwarten die Herren Redakteure eigentlich von der Band? Soll das Rad noch runder werden? Das Feuer noch heißer und heller? Der Papst noch heiliger?
Alter Bridge waren (und sind) eine verdammt gute Rockband. Gleiches gilt für Creed. Dass für eine Wiedervereinigung sicherlich auch diverse finanzielle Gründe sprachen, wird wohl niemand bestreiten wollen, aber solange das Ergebnis stimmt, wird sich auch keiner beschweren.
Das Ergebnis stimmt definitiv: "Full Circle" knüpft nahtlos an die drei ersten Scheiben der Band an. Creed sind gewachsen, haben den Pathos der frühen Tage weitgehend abgelegt und konzentrieren sich auf erdige Rockmusik mit großen Melodien.
Für die großen Hooks ist natürlich einmal mehr Scott Stapp verantwortlich, dessen Stimme mindestens genauso gut, wenn nicht noch besser als früher klingt. Wer befürchtet hat, dass sich Creed nur auf Radio-Singles konzentrieren werden, kann gleich wieder einpacken.
Der Opener "Overcome" rockt bretthart nach vorne weg und auch "Bread Of Shame", "Suddenly" oder "Fear" taugen bestimmt nicht zu Kuschelsongs. Dazu lässt Mark Tremonti die Gitarren viel zu fett braten und glänzt einmal mehr mit ein paar satten Riffs.
Klar, auch die eher besinnlichen Nummern, die ihren Platz im US-Radio schon fest gebucht haben, sind auf "Full Circle" vertreten. Allerdings klingen die lange nicht so pathetisch, wie das beispielsweise bei "With Arms Wide Open" der Fall war.
"A Thousand Faces" hat durchaus das Zeug, an diese Größe anzuschließen und das ein wenig an Black Stone Cherry erinnernde "Rain" ist ein schöner Akustikgitarren-Rocker. Allein "Away In Silence" kommt arg cheesy rüber. Mit dem Titeltrack leisten sich Creed sogar einen Ausbrecher, der mit einen gelungenen Hinterwäldler-Rhythmus glänzt und wieder richtig vom Leder zieht.
Ausfälle gibt es auf "Full Circle" somit keine, auch wenn mancher vielleicht einen Überhit vermissen wird. Aber wenn es dafür Songs wie "Time" oder das bereits erwähnte "A Thousand Faces" zu hören gibt, hab' zumindest ich keinen Grund, mich über irgendwas zu beklagen.
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