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Heino ist nicht allein: Wenn hiesige Künstler sich an fremder Leute Liedgut versuchen, liegen schön und schaurig nahe beieinander.
Konstanz (laut) - Heino covert Rock- und Pop-Hits und landet damit in aller Munde. Dabei ist die Idee keineswegs neu. Gerade in Schlager-Kontexten besitzt beste Tradition, sich fremder Leute Liedgut zu eigen und so - im besten Fall - zu etwas Eigenem zu machen.
Gerade, weil das Regelwerk der "Hitparade im ZDF" - zu Olims Zeiten das alles beherrschende Musikformat hierzulande - einst ausschließlich deutschsprachiges Material präsentierte, trieben hier Coverversionen in teutonischer Zunge teils interessante, teils lustige, teils ganz und gar erschreckende Blüten.
Wenn deutschsprachige Künstler sich an ausländischem Liedgut versuchen, liegen schön und schaurig, grandios und gruselig verdammt dicht beieinander. Wir haben, extra für euch, ein kleines Absurditätenkabinett bestückt. Hier kommt die Sonne, außerdem ein Fuchs, ein Walross und ...
"Fuchs Geh Voran", so tönte es anno 1975 aus Teutonien. Hinter der Formation The Hunters steckten die Scorpions. Hört man sich die Übersetzung des Sweet-Klassikers an, kann man ungefähr erahnen, warum Meine und Co. nicht mit ihrem wahren Bandnamen für diese Nummer stehen wollten. Im deutschen Text dreht sich alles um einen Fuchs, der vor Jägern flieht, wohingegen es im Original die holde Weiblichkeit gemeint ist. Aber nix da: "Fuchsi Fuchs, komm, sei schlau, geh' in den Bau!"
"Ich Bin Ein Nichts". Na, wenn Gunter Gabriel das selber sagt ... Dabei ist es doch gar nicht so schlimm. Der "Sohn Aus Dem Volk" macht auf Johnny Cash und liefert statt "American Recordings" Aufnahmen auf Deutsch - hier Radioheads "Creep". Könnte wirklich schmerzhafter sein.
Das Original-"Funkytown" von Lipps Inc hatte mit Funk nicht viel zu tun. Nur konsequent eigentlich, für eine deutschsprachige Fassung gleich auf ein ganz anderes Thema zu setzen. Jetzt klingel' schon, Telefon! Das lockt diese Cynthia hoffentlich weg vom Mikrofon. Gibts eigentlich auch eine schweizerische Version - "Lüüt Mi Aah!"?
Einst ersonnen von Jordan Christopher & The Wild Ones brachten erst The Troggs "Wild Thing" zu Ehren. Auch Jimi Hendrix mochte den Song. Wer ihn allerdings nach Hessen verschleppt hat und zuließ, dass ihm Malepartus II dort in regionaltypische Mundart überführten, ist nicht überliefert.
"London? Nein, danke! New York? Nein, danke!" Leinemann stehen auf Berlin - aber steht jemand auf Leinemann? Ob dieses Cover der Dexys Midnight Runners-Hits "Come On Eileen" den Hauptstadt-Tourismus angekurbelt hat - wir wollen es gar nicht wissen.
Mein Gott. Offenbar war wirklich jeder alte Mann irgendwann einmal jung - sogar der Balder. Hugo Egon präsentierte 1988 diese Fassung von Bobby McFerrins "Don't Worry, Be Happy". Mit dem Publikum der ZDF-Hitparade kann man sich einfach alles erlauben. Nimms easy, sei happy: Es dauert ja nur dreieinhalb Minuten.
Das Video zu "Stripped" erschien nur, um denen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die Rammstein gegen den Vorwurf in Schutz nehmen, es handle sich um verkappte Nazis. Deshalb bebilderten die Steine ihre Coverversion des Depeche Mode-Hits mit Bildern von Hitlers Gschpusi Leni Riefenstahl. Das dürfte auch der einzige Grund sein, warum diese Blumenkohl-Version überhaupt in die Schlagzeilen kam.
Wie man einem Song mit hübscher Melodie und feinem Rhythmus mittels Vorschlaghammer und Amboss vorbildlich und endgültig den Garaus macht, zeigen nochmal die Steiners am Beispiel des Kraftwerk-Liedes "Das Modell". Kaum zu glauben, aber die Tanzmetallkappelle war damit in den deutschen Charts erfolgreicher als die Mensch Maschine.
Unvergesslich: die atemberaubende Dramatik Roy Orbisons im Song "Running Scared". Kann man nicht toppen! Oder? Doch, Ted Herold zeigte sich wild entschlossen und trieb für seine deutsche Version sogar pathetisches Schindluder mit dem Gedenken an Elvis Presley, Marilyn Monroe und Jim Morrison "Die Besten Sterben Jung", Ted Herold lebt noch. Kein Wunder.
Es ist nicht immer schlau, Texte eins zu eins zu übersetzen. Der Mann, der in den 80ern sicher irgendjemandem wie der deutsche Joe Cocker vorkam, zeigt es. Wünscht man am Anfang noch, er würde sich im Englischen Garten auf ein Bier freuen, ist es dann doch nur die Sonne, die er sich erhofft. Danach klettern kleine Ölsardinen auf den Eiffelturm. Er ist der Eierman, wir sind die Eiermänner, er ist das Walross. Zumindest für die letzte Feststellung hätte es diese obskure Coverversion nicht gebraucht.
Ja, der König von Mallorca kennt sich auch in anderen fernen Ländern aus: "Bei Nacht in Bangkok, da kann viel passieren." Wenn Jürgen Drews "One Night In Bangkok" beschreibt, wird der Christ zum Heiden. Ob angesichts der deutschen Übersetzung auch ABBAs Björn und Benny vom Glauben abgefallen sind? Die haben die Nummer nämlich komponiert.
Sehen wir der hässlichen Wahrheit ins grinsende Gesicht: Hierbei könnte es tatsächlich um die schauderhafteste Coverversion handeln, die jemals aufgenommen worden ist. Glückwunsch zum Superlativ an Oli P. - unser Mitgefühl dagegen gehört Herbert Grönemeyer und jedem, der sich diese knapp dreieinhalb Minuten auf die Trommelfelle drückt.
Sternstunden des Kino-Musicals: In den Siebzigern gaben John Travolta und Olivia Newton-John die ältesten Teenager der Welt. "You're The One That I Want" mauserte sich zum Welthit - doch es gibt bekanntlich nichts, das sich nicht mit deutscher Gründlichkeit verbessern ließe. Resultat: "Die Wanne Ist Voll" mit Dieter Hallervorden und Helga Feddersen. Der Clip dazu beweist: Ekel-TV fand bereits schon vor dem Dschungelcamp statt.
"Du Bist Das, Was Ich Will", schmachtet Gavin du Porter Ireen Sheer entgegen. Offenbar haben beide Elton John und Kiki Dee nicht zugehört, sonst hätten sie sich diese Nummer vielleicht verkniffen. Die baten nämlich einst: "Don't Go Breaking My Heart".
Prinz Pi übersetzt Eminem - was es alles gibt! Zeiten ändern sich allerdings: Wo Marshall Mathers "Stan" noch einen Marker übers Papier quietschen ließ, klappert hier eine Tastatur.
Keine Frage: Stimme hatte er, der Ricky Shayne. Seine Version des Elvis-Hits "In The Ghetto" wollte trotzdem nicht so richtig zünden. Doch nicht lange musste sich Ricky darüber trübe Gedanken machen: Er fand reichlich Trost in den Armen von "Mamy Blue". Die passte auch viel besser zu ihm.
Trude Herr! Wer angesichts dieser Hammerfrau nicht entflammt, muss taub, blind, vertrocknet und humorlos sein. "E leichte Kribbelkrabbel" reicht nicht aus, um die Gefühle zu beschreiben, die kölsche Granate entfacht, das ist schon gefährliches Fieber. Die beste Version von Little Willie Johns "Fever", seit der, die Rita Moreno und Animal in der "Muppet Show" aufführten.
Wer dachte, bei deutschen Versionen international erfolgreicher Hits handle es sich um ein Phänomen aus den 70er und 80er Jahren, darf sich von Michael Morgan eines Besseren belehren lassen: Auch mitten in den 90ern hat der Wahnsinn noch Methode - hier von Michael Morgan am Beispiel Take That vorexerziert.
Ingrid Peters übersetzt die Nummer, mit der eine längst in Vergessenheit geratene Dame namens Rose Laurens 1984 ihren größten Hit landete. Wenn da mal nicht der Voodoogott erwacht ...
Einige der Gebrüder Blattschuss haben sich in der hiesigen Unterhaltungs- und Comedy-Landschaft als überraschend zäh erwiesen. Jürgen von der Lippe etwa, oder Hans Werner Olm. Liegt sicher daran, dass sie rechtzeitig Maßnahmen ergriffen haben, sobald ihnen ihre jeweilige Alte auf die Socken ging. Der Rat an den ursprünglichen Interpreten der Nummer: "Hau' ihr aufs Maul, Paul!" In Zeiten brodelnder Sexismus-Debatten sei angemerkt: "Dies Liedchen ist, ihr Frauen, selbstverständlich nur ein Scherz, denn 'ne Bezugsperson verhauen bringt doch keiner übers Herz."
"Für immer Punk möchte ich sein, für immer Punk. Willst du wirklich immer Hippie bleiben, für immer, für immer ..." Was soll man dazu noch sagen? Schorschi und Die Goldenen Zitronen hatten schon seit jeher ein Faible für die richtigen Worte. "Sollen deine Kinder alle Grufties werden?" Bewahre!
Das Grauen hat einen Namen? Nö, es hat drei: Thomas Gottschalk, Frank Laufenberg und Manfred Sexauer. Als GLS United nahm das Moderatoren-Dreigestirn zum Glück nur eine einzige Nummer auf - eine Vergewaltigung von "Rapper's Delight" der Sugarhill Gang. Kein Wunder, dass die Nutte Deutschrap nicht weiß, wie sie jemals Ghetto werden soll - mit diesem Urahn.
"Living Next Door To Alice" entwickelte sich in den Siebzigern zu einem der größten Hits von Smokie. Doch nicht nur Chris Norman & Co. begehrten die bezaubernde Nachbarin - ruckzuck mietete sich Schmusebarde Howard Carpendale in einem weiteren Nebenzimmer "Tür An Tür Mit Alice" ein. Irgendwann später flimmerte sogar ein Kinofilm mit dem Titel "Alice Lebt Hier Nicht Mehr" über die Leinwände. Könnte an Howies Song gelegen haben ...
Einmal quer durch den Garten coverte sich Juliane Werding und bekam neben Nik Kershaw, Pete Seeger, den Moody Blues, Roy Orbison und Joan Baez offenbar auch Mike Oldfields "Moonlight Shadow" in die Griffel.
Als Ozzy Osbourne noch richtig böse war, feierte er mit Black Sabbath und "Paranoid" große Triumphe. Als der deutsche Schlager noch richtig gut war, trällerten Cindy & Bert ihren Evergreen "Immer Wieder Sonntags". Zwischen diesen gegensätzlichen Polen wuchs einen Song lang zusammen, was zusammen gehört: Das Schlagerduo coverte "Paranoid", und machte daraus "Der Hund Von Baskerville". Zeilen wie "Grüngespenstisch grinst ein Irrlicht" müssen selbst dem hartgesottenen Ozzy kalte Schauer über den Rücken gejagt haben. Durchaus denkbar, dass der Teufel längst eine höllische Gemeinschaftszelle für alle drei freihält.
Wot? Captain Sensible hat seine Nummer noch einmal aufgenommen - zusammen mit Erkan & Stefan? Stimmt, das war 2005. Eine deutschsprachige Fassung gab es allerdings schon über zwei Jahrzehnte früher. Wat? Ja, ehrlich. Von Willem.
Mariachi-Tröten, Country-Gitarren, ja, das kennt man. Aber hey, was ist denn das für ein Hugo, der da Johnny Cashs "Ring Of Fire" verhunzt? Hans Jürgen Bäumler? Fragt mal die Oma, was mit dem auf sich hat. Stichwort: Eislaufen.
Nicht die Flying Pickets trällern hier, sondern eine in den Nebeln der Zeit verschütt' gegangene Kombo namens Echo-Echo. "Möchtest du, dass wir uns wiederseh'n? Möchtest du, dass wir zusammen geh'n?" Äh, danke. Aber: danke, nein. "Oder war ich, im Vertrau'n, nur dein Clown?" Jungs, es tut uns sehr leid.
Es gibt Sachen, die passen zusammen wie Pott und Deckel. Was man von Karel Gott und den Rolling Stones sicher nicht behaupten kann. Einige unfassbare Minuten lang kam es dennoch zu einer Symbiose. Denn für Karels "Rot Und Schwarz" stand das finstere "Paint It Black" der Stones Pate. Die goldene Stimme aus Prag schubste mit einer denkwürdigen Performance Mick Jagger gnadenlos und volle Kante aus dem Rampenlicht. Womöglich ist Mick auch freiwillig weggesprungen. Was wenig verwunderlich wäre.
Mit Anfang 20 hatte sie schon knapp 30 Single-Hits in den Charts gelandet und musste sich vorerst keine Gedanken um eine Azubi-Lehrstelle in Saarbrücken mehr machen. Wer träumt nicht davon? Problem: Alle Singles charteten ausschließlich in Japan, erstaunlicherweise interessierte sich im geschmacksarmen Deutschland niemand für Sandras Tiefflieger-Girlgroup Arabesque. Was liegt also näher, wenn man eine Solokarriere starten will? Erstmal 'ne angesagte Coverversion aufnehmen. Oh, Alphaville, "Big In Japan", aber ich war doch auch big in Japan, wie praktisch, das mache ich. Man kann Sandras Gedanken noch heute lesen. Trotz einer 1:1-Soundkopie geriet der Text so hanebüchen ("Jeder Herzschlag ist ein S.O.S."), dass nicht nur Japan, sondern auch der Erfolg weit weg blieb. Sollte sich aber bald ändern.
Nicht, dass es Anfang der Nullerjahre etwas ganz Neues gewesen wäre, Popsongs der 80er in ein Rockkorsett zu zwängen. Aber Guano Apes waren zu Zeiten ihres zweiten Albums noch eine angesagte Liveband, deren Crossover auf der Bühne mächtig was her machte. Wenn man dann noch eine bekannte Nummer ins Set einstreut, flippen die Massen bekanntlich aus. Es dürfte heute schwierig werden, noch Leute zu finden, die sagen: Mööönsch, bin ich mit Kalle damals abgegangen, als die Nasic bei Rock am Ring "Big In Japan" gegrölt hat. Ist ja schon schwer genug, Leute zu finden, die zugeben, Guano Apes zu hören.
Vom Rammstein zum Urinstein ist es nicht allzu weit. Schon Stermann und Grisseman haben in ihrer Aversion gegen die Berliner in den Neunzigern auf FM4 dergestalt gewitzelt. Dass sich eine Band genauso nennt, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Was die Urinsteine aber aus "Engel" gezaubert haben, ist an Melodramatik kaum zu überbieten. Die arme Sau: "Erst als sich nichts mehr finden ließ, da kam ich auf den großen Spieß, ich hatte Angst und war allein, Gott weiß: Ich war ein Trüffelschwein!"
Die Badesalz des Hartwurst-Sektors beweisen mit ihren Coverversionen Humor. Hier wandern Ace Of Base in den hauseigenen Fleischwolf. Warum sonst sind Knorkator wohl Deutschlands meiste Band? Eben!
Von den Grindfuckers gibt es zuhauf vergrindete Versionen bekannter Songs. Hier wirft David Hasselhoff seinen Turboboost an und schurzt sich durch ein gutes Minütchen "Freedom".
So also bringt man Metallica zu "The Dome". Wir verstehen, aber wir verzeihen nicht. Diese zahnlose Interpretation bleibt "Unforgiven", Frau Heinzmann. Für alle Zeit. Bäh!
Ist das noch ein Cover? Sampling? Großartig? Scheiße? Großartige Scheiße? Egal. Bei H.P. Baxxter und Konsorten weiß man das ohnehin nicht so genau. Fest steht: Ohne Scooter machen wirs nicht. Logisch, oder? "Hallelujah!"
Ja! Ha, ha, ha! Selten so gelacht. Blümchen in der Metalcore-Variante von Callejon, zu hören auf "Man Spricht Deutsch". Einziger Haken an der humoristischen Geschichte: Wüsste man nicht, von wem der Song wirklich stammt, man könnte ihn auch für ein Callejon-Original halten. Einmal die Kauleiste aufreißen und die Stimmbänder auskotzen, Drums auf Doublebass-Attacke einstellen, Gitarre und Bass drüber klatschen, und gut ist. Ja! Hi, hi, hi!
also....hier die offizielle Meinung von Dero und mir: wir sind natürlich nicht sehr erfreut, aber Rockerkrieg- das hätte er wohl gerne gehabt. Kein sehr gutes Cover und Oomph! wird sich genau anshehen, ob das rechtlich wohl in Ordnung ist und nicht etwa eine Note verändert wurde. Außerdem finden sie einige Lieder von Heino nicht so besonderes, weil die zu 'deutsch' sind. Also eine sehr skeptische Meinung, aber die werden sicher nicht Heino in die Hände spielen und ihm den Wunsch einens Rockerkrieges erfüllen. Rammstein und Ärzte - einfach erbärmlich, zuerst rechtliche Schritte androhen und dann klein bei den Schwanz einziehen und so tun, als hätten sie nix dagegen (naja, Rammstein hat ja sicher nix gegen Heinos Deutschgesinge...mag schon sein, und Ärzte nix gegen doofes Bühnenaoutfit...mag schon sein.) wie aber Heino wo schon sagte, die haben keine Eier in der Hose. Das ist bei Oomph! natürlich anders, die stehen zu ihrer Skespsis und sagen das auch in Fernsehinterviews und werden das alles beobachten.
Von Knorkator gibts aber ein paar gute Coverversionen:
Ma Baker: https://soundcloud.com/poldi1405/knorkator-ma-baker
Try Again: http://www.youtube.com/watch?v=TwIPB6DcSZs
Ain't Nobody: http://www.youtube.com/watch?v=2SDDl8EePTU
"Geboren" von den Fantas ist auch fein, kann ich aber gerade leider nirgends finden.
Außerdem:
Die Ärzte - Gehn wie ein Ägypter: http://www.youtube.com/watch?v=6rD7ytG7Y9Y

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