Porträt

laut.de-Biographie

Cosmic Casino

Der Legende nach war es so, dass ein gewisser Markus Schäfer im Hochsommer 2000 im berüchtigten Atomic Café zu München auf einen gewissen Rich Goerlich traf. Wie es der Zufall so wollte, hatte besagter Markus eine Band, aber keinen Sänger. Und wie es der Zufall ebenso wollte, war auch besagter Rich im Musikgeschäft als Hobby–Sänger tätig. Weswegen man bei einem Bierchen auf die Idee kam, sich zusammenzutun.

Vielleicht war es auch das eine oder andere Bierchen mehr, das da im Keller des Atomic Cafés gezischt wurde. Auf jeden Fall kann sich Rich an nichts mehr erinnern, als Markus ihn im Januar des folgenden Jahres anruft und zur Probe mit seiner Band Cosmic Casino einlädt. Die besteht damals neben Markus am Bass leider nur noch aus dem Schlagzeuger Rolph. Weil Rich keine Lust hat, ohne seinen Freund und ehemaligen Bandkollegen Thomas Hönig zu spielen, und es außerdem keine Rock-Band ohne Gitarristen geben kann, wird auch Thomas noch ins Bandboot geholt.

Markus hat zu dieser Zeit nicht nur eine Kapelle mit einem Namen, sondern auch ganz viele Songideen im Kopf. Beste Voraussetzungen, um sich gleich an die Arbeit fürs erste Demo zu machen. Aber was nun mit dem Aufgenommenen anstellen? Man beschließt, es erst mal Frank Ehrmann von Target Concerts in München vorzulegen. Der lässt sich nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen, aber findet es dann doch "so auch mal ganz gut". Weswegen er schließlich im Herbst 2001 den Entschluss fasst, die kosmischen Vier ins Vorprogramm der Stereophonics zu packen, um sie auf ihre Livetauglichkeit zu testen.

Cosmic Casino werden ins kalte Wasser geschmissen und bestehen die Feuertaufe. Ab jetzt ein vollständiges Mitglied der Target-Familie, werden sie von Frank Ehrmann hingebungsvoll bevatert. Was für das Jahr 2002 so viel heißt, wie: Touren, touren, touren. Mit The Hives, Mother Tongue, Slut, Such A Surge und den Sportfreunden Stiller. Mit letzteren liegt man auf einer Wellenlänge und ist recht bald gut Freund. Was letztlich auch zur Gründung der Bolzplatz Heroes führt, in der Markus wieder den Bass bedient und sich Flo von den Sporties als Sänger betätigt.

Ohne Vertrag nimmt man die erste E.P. auf. Darauf sind sieben Songs, die man wohl grob als Rock einordnen kann. Genauer als Alternative. Gerne auch als Indie oder Grunge. Denn Kategorisierungen sind ihnen laut eigener Aussage egal. "Weil's eh nicht stimmt." Wichtig sind ihnen dafür aber die Texte. Jeder Song eine kleine Geschichte, das haben sich Cosmic Casino vorgenommen.

Wohl aus Freude über die ersten T-Shirts mit Cosmic Casino-Aufdruck nennt man den Tonträger "Boy In A Band-T-Shirt". Marc Liebscher von Blickpunkt Pop hört in der Zwischenzeit von der Band und ist begeistert. Mit der Konsequenz, dass er die E.P. im November 2002 auf seinem Münchner Label veröffentlicht.

Es läuft gut für Cosmic Casino. Sie gehen auf Tour mit Aereogramme. Außerdem werden sie im Sommer 2003 für die ersten Festivals ihrer beginnenden Karriere gebucht. Zwischenzeitlich wird Rolph gegen den neuen Drummer Mess eingetauscht.

2004 kümmert man sich endlich um das Debütalbum. Das gefällt den Nordlichtern des Hamburger Indie-Labels Stickman Records so gut, dass sie Cosmic Casino spontan einen Vertrag anbieten - als erster bayerischer Band überhaupt in der Geschichte von Stickman. Im Januar 2005 kann so endlich "Be Kind & Be Cause" erscheinen. Die Single "Repeat Love Pattern" schafft es in so mancher Indie-Disco auf den Plattenteller. Der Rest von 2005 wird dann nicht nur für die eigene Tour genutzt, sondern auch, um zusammen mit den Sporties und Monta auf Minitour durch die ein oder andere europäische Hauptstadt zu gehen.

Höchste Zeit für Cosmic Casino, sich wieder ins Studio zu begeben. Man arbeitet auf Hochtouren und veröffentlicht 2006 das zweite Album "Ballads For Bastards". Auf diesem befindet sich auch der Titel "This Is Munich", eine Hommage Cosmic Casinos an ihre Heimatstadt. Das Album erhält überwiegend positive Kritiken, trotzdem schafft man es immer noch kaum über die lokalen Bekanntheitsgrenzen hinweg.

Im Oktober 2006 verlässt auch Mess die Band, um von jetzt an für Roman Fischer das Schlagzeug zu bedienen. Als Ersatz wird für die anstehende Tour im Dezember Nico Gierig in die Band geholt. Der werte Herr sollte nicht die letzte Neuanschaffung der Cosmics sein. Wenige Monate später, im April 2007, engagiert man zur Unterstützung von Toenie gleich noch einen zweiten Gitarristen: Benni Benson. Im Sommer kann sich dieser erstmals live bewähren - bei einigen Konzerten als Support von Portugal.The Man.

Doch man kann es nicht leugnen: Die Bandmitglieder kommen und gehen. Vollkommen überraschend kündigt Sänger Rich Ende 2007 seinen Ausstieg aus der Band an. Grund dafür sei laut seinem offiziellen Abschiedsbrief "unter anderem, dass ich in meinem Alter und mit meinem Bandscheibenbeschwerden nicht mehr so lange im VW-Bus sitzen will." Sicher nicht die einzige Motivation für Rich, seine eigenen Wege zu gehen. Fakt ist aber, dass der Rest vorhat, weiterzumachen.

Alben

  • Cosmic Casino

    Offizielle Webseite der vier Kosmischen.

    http://www.cosmic-casino.de

Noch keine Kommentare