Porträt

laut.de-Biographie

Concrete Blonde

Ja, es gibt sie, die Bands, die Gitarrenpop machen, ohne dabei im Mainstreamsumpf zu versinken. Melancholisch angehaucht mit dem gewissen Etwas beim Songwriting und über allem thronend eine Stimme, die den Hörer umschmeichelt wie eine warme Brise in den letzten Tagen des ausgehenden Sommers, das sind Concrete Blonde aus Kalifornien.

Anfang der Achtziger, genauer 1982 finden Johnette Napolitano (Gesang, Gitarre), James Mankey (Bass) und Harry Rushakoff (Schlagzeug) im Dunstfeld von Bands wie X, Wall Of Voodoo, den Go Go's und Dream Syndicate zusammen und gründen die Band Dream 6. Bei einem französischen Indie-Label veröffentlichen sie eine EP. Bevor sie am 18. Mai 1987 auf I.R.S. ihren Einstand geben, benennen sie sich auf Anraten ihres Labelkollegen Michael Stipe in Concrete Blonde um. Schon auf dem Debut ist alles vertreten, was den Klang der Band ausmacht. Eine - nur vordergründig - einfache Instrumentierung, Johnettes wunderbare Stimme, und Texte, die aus dem Leben erzählen, so in Szene gesetzt, dass sich viele damit identifizieren können. Mit dem 1989 erscheinenden Album "Free" und der Single "God Is A Bullet" spielen zum ersten Mal auch Radiostationen in größeren Umfang ihre Songs. Etwas weiter strecken sie ihren Kopf aus dem Underground, als "Bloodletting" erscheint. Die Single-Auskopplung "Joey" klettert bis in die Top 20 und wird ihr größter Hit.

Toppen können Concrete Blonde dies nicht mehr. Auch wenn "Walking In London" und "Mexican Moon" kommerziell gesehen eher eine bescheidene Ernte abwerfen, ist die Qualität der Songs nach wie vor oberste Kajüte. Die Kommerzverweigerung der Band hinterlässt jedoch Spuren. Nach "Free" steigt Harry Rushakoff aus und wird durch den Ex-Roxy Music-Schlagzeuger Paul Thompson ersetzt. Nach der etwas anderen Best-Of "Still In Hollywood" ist dann trotzdem erst einmal Schluss mit der Blondine.

Johnette bleibt in der Folgezeit aber alles andere als untätig. 1995 erscheint unter dem Bandnamen Pretty & Twisted ein Gemeinschaftswerk mit dem Wall Of Voodoo-Gitarristen Marc Moreland und Schlagzeuger Danny Montgomery. Als Holly And The Italians bringen sie im selben Jahr "Vowel Moments" auf den Markt, bevor Johnette zusammen mit der Band Los Illegals 1997 ihre Liebe zu lateinischen Klängen dokumentiert. Textlich thematisieren sie hier die Einwanderungspolitik der USA.

2001 treffen sich die Gründungsmitglieder und spielen zusammen einige Shows. Überraschenderweise scheint der Geist der frühen Jahre noch nicht verschwunden zu sein, denn bald darauf gehen sie zum ersten Mal nach acht Jahren wieder gemeinsam ins Studio und spielen in kurzer Zeit "Group Therapy" ein. Eine solche muss die Session schon gewesen sein, denn das Endprodukt klingt erstaunlich frisch und cool.

2004 erscheint mit "Mojave" ein weiteres Studio-Album und gerade als die Fangemeinde denkt, dass der Concrete Blonde-Zug wieder ins Rollen kommen könnte, gibt Johnette am 5. Juni 2006 über ihre MySpace-Seite bekannt, dass sich die Band nun endgültig offiziell aufgelöst hat.

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