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Diesmal leitet nicht Delacroix' "Die Freiheit führt das Volk", sondern die Graffitikunst der New Yorker 70er Jahre Coldplays großes Ja zur Popkultur ein. Zumindest visuell. Eine Buchstabensuppe, die "Mylo Xyloto" ergibt, ist vor den bunten Sprenkeln angebracht. Die Bedeutungsebene ist zunächst unklar und sitzt allenfalls zwischen den Stühlen: Es kann alles sein, nichts oder das, was dazwischen liegt. Im Britpop-Jargon auch "Definitely Maybe" genannt.
Doch eine Erklärung seitens der Gruppe liegt bereit: Titel und Inhalt sollen leer und nichtig sein, um am Ende aus einem Meinungspool das zu bündeln, was er bei seiner Taufe noch nicht war. So kann jeder etwas vom Kuchen abhaben. Da erklärt sich die Google-Finte fast von selbst: Vor nicht allzu langer Zeit waren Albumname und Suchmaschine ein ungleiches Paar. Keine Zuordnungen, keine Treffer. Mittlerweile produziert "Mylo Xyloto" mitsamt dem Senf, den die Übrigen dazugeben, mehrere Millionen Ergebnisse.
Dieses fünfte Machtwerk soll sich selbst aus dem Boden stampfen. Wie Coca-Cola, YouTube und ähnliche Schutzmarken sowie Erfolgskonzepte. Der Band ist es bereits geglückt, längst ist Coldplay zur Handelsmarke geworden. Selbst eine Amnesiewelle könnte sie nicht wegradieren.
Brian Eno war Strippenzieher, noch einige Grade stärker als bei "Viva La Vida". Ein Lehrmeister und Säulenheiliger für das Viergespann, der ihnen riet, (noch) mehr zusammen zu rücken, und nicht nur Chris Martin auf den Präsentierteller zu schubsen. Das erste ist geglückt, denn die Geräuschmelange ist überbordend. Letzteres deckt sich eher mit Phrasendrescherei als mit der Wahrheit. Natürlich ist Martin präsent. Und wo er schon mal da ist, installiert er in nur einem Lied Melodien für Millionen. Eine Allgegenwart, die er in Vokalschleifen fasst ("uh", "ah", "oh") und mit Donnerhall loslässt.
Unter anderem inspiriert von der Biographie der Widerstandsgruppe 'Weiße Rose', erzählt es die "Liebesgeschichte des jungen Paares Mylo (m) und Xyloto (w), das der Panikmache der allumgreifenden Sensationsgier trotzt, mit der die Medien uns füttern", sagt Schlagzeuger Will Champion. Es ist dabei gar nicht mal so bombastisch, wie Coldplays Entwicklung und die drei Single-Vorboten vermuten ließen. Hymnen werden angetastet, wirken aber auf den Wahnsinnspop nicht belastend. Bis in "Paradise" der "Para-para-paradise"-Refrain anklingt, verstreichen fast zweieinhalb Minuten. Eine korrekte und wichtige Handlung, sonst hätten die Nerven einiges verkraften müssen.
Diesem Beispiel folgt die LP konsequent. Es bricht kurz vor der Grenze des Zumutbaren ab und widersetzt sich in letzter Sekunde dem Herkömmlichen. Die Gratwanderung wird bei einigen Titeln deutlich: Mit dem Rihanna-Duett "Princess Of China", das näher am Autotune als an Authentizität ist, haben sie sich halt verschätzt. Dagegen menschelt "Us Against The World" richtig und erinnert daran, wie es war, als "Parachutes" Coldplays diskographisches Alleinstellungsmerkmal darstellte. Ebenso "U.F.O.", das in den Produktionssphären dieser Gruppe wie eine sympathische Lo-Fi-Aufnahme auftritt, zieht man die späte Orchestrierung ab.
Die größte individuelle Errungenschaft ist Gitarrist Jonny Buckland anzurechnen. Seine Riffs in "Hurts Like Heaven", "Charlie Brown" und "Major Minus" sind griffig, quicklebendig und aufreizend. Er verwandelt sein chinesisches Pentatonik-Territorium in lupenreine Einlagen und Momente, die vorher viel seltener von ihm ausgingen.
Dem Kraftbündel Will Champion, der gerade den sachten Stellen etwas Kantiges gab, ist nun nur eine halbe Stelle vorbehalten. Den Rest übernimmt vielleicht ein Drumcomputer, vielleicht auch ein Verfremdungseffekt zwischen seinen Trommeln und dem Mischpult. Bei "Up In Flames" etwa greift das gleichhämmernde, elektrogenerierte Bumm-Bumm die Sensitivität Martins gehörig an. Man kann an einem solchen Punkt dem Mann durchaus ein Mikrofon in die Hand drücken, wie die Erfahrung zeigt. Bei Live-Konzerten ist er ein Goldkehlchen - und nicht nur ein heimliches.
"Eher ein Komma, als ein Punkt", steht in "Every Teardrop Is A Waterfall" geschrieben. Geeignet für X-Factor, Intimität, Fußballränge und Gedränge, Musikunterricht, Frühjahrsputz, Supermarktradio und in Zimmerlautstärke. Eigentlich tauglich für alles. Eigentlich.
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x y reloaded. eine menge unerträglicher scheiß: das beschränkt sich nicht allein auf das rihanna-feature. "us against the world", "u.f.o." und "major minus" sind dagegen super tracks. und selbst dem fix-you-ableger "up in flames" kann man was abgewinnen. alles in allem das gleiche spiel seit 2005: talentiert genug, um zu allem fähig zu sein.
Ach man Coldplay, warum nur? Ihr habt das doch nicht nötig. Meine Review: http://klangkino.blogspot.com/2011/10/musik-review-zu-coldplay-mylo-xyloto.html
Das Album spaltet wohl wieder einmal die Geister, denn von komplett Verrissen bis zum Abfeiern habe ich jetzt alles gelesen.
Finde das Album recht ordentlich, "Princess of China" geht dagegen leider wirklich gar nicht. Dennoch werden sie live damit überzeugen - soviel steht fest!
3/5 Punkten geht vollkommen in Ordnung. Wie schon gesagt wurde, hat das Album wirklich seine schönen Parts (major minus und co.) aber solche feat. Sachen mit Rihanna muss einfach nicht sein...Live wird das Album aber dennoch sehr schön sein schätze ich mal..
Habe grade nochmal Mylo Xyloto und XY im Vergleich gehört. Bei XY hört sich (bis auf "Till Kingdom Come") eigentlich alles sehr einheitlich an. Mylo Xyloto kommt da schon facettenreicher. Denke an sich dann aber auch wieder, dass bei "XY" tatsächlich noch einfach Musik gemacht wurde und "Mylo Xyloto" hingegen die totale Melkmaschine wird.
Na wie auch immer - denke, dass die richtigen Filetstücke der 08-11 Ära in den B-Seiten versteckt sein werden (die sicher noch kommen werden).
Für mich ist Mylo Xyloto eindeutig besser als Viva la Vida, viva la vida war im gegensatz zu Mylo Xyloto so monoton das ich auf lied 7 und 8 vorskippen musste um es halbwegs zu ertragen. Mylo Xyloto ist dagegen viel Abwechslungsreicher und viel durchdachter ich finde jedes Lied hat was auch wenn nicht jedes Lied grad der Burner ist im Gesamtpaket finde ich es jedoch weitaus gelungener als den Vorgägner erinnert mich ein bisschen an XY
4/5
Ein meiner Meinung nach total nichtssagendes Album, das man nach dem durchhören sofort wieder vergessen kann. Man gewinnt schnell den Eindruck, als würden Coldplay mit ihrer Melodiegestaltung an das Erfolgsrezept ihres Songs "Viva La Vida" anknüpfen wollen. Immer wieder überflüssige "oooh hooo" Hymnenjammerei. Schon der Opener "Hurts Like Heaven" beginnt lustlos, sowohl gesanglich als auch instrumental. Paradise dagegen funktioniert durch seine Atmosphäre recht gut, die Geigenklänge sind gut,die Melodie interessant und irgendwie sphärisch. Allerdings wieder völlig unnötig -- "oooh hooo oooh". Ich konnte in diesem und auch den übrigen Songs einfach nichts neues mehr entdecken, klingt alles wie schon tausend mal vorher gehört und deshalb auch arg ausgelutscht. Die Tiefe, die Colplay mit Alben wie "A Rush of Blood to the head" erzeugt haben, vermisse ich leider total. Auch ist von der Experimentierfreudigkeit wie auf "Viva La Vida" nichts mehr zu verspüren. Lieder wie "Charlie Brown" haben zwar ein gutes Grundgerüst, die Melodien klingen nett, aber es fehlt einfach das Gefühl, Leidenschaft in den Liedern zu hören. Chris Martin streichelt die Gitarren nur, geht stimmlich fast nie aus sich herauß und das Rihanna Feature ist wirklich eine Beleidigung für die Ohren und zeigt, dass sich Coldplay mittlerweile viel zu sehr der Menge angepasst haben.
Die 3 Punkte sind meiner Meinung daher noch sehr gut gemeint, ich hätte auch gegen 2 nichts einzuwenden gehabt.
Die hätten sich nach dem dritten Album auflösen sollen.
Konsequent wäre es, wenn die nächste LP nicht mehr Eno, sondern gleich David Guetta produzieren würde. Da würde auch ein Rihanna-Feature nicht mehr unangenehm auffallen.
Gähn...Massenkompatible Formatradio-Hymnen mit vielen "Aahhhs" und "Oohhhhhs", garniert mit massig Pathos und schmalzigen Texten(Bon Jovi lässt grüßen). Den Leuten im Stadion wird es gefallen, denn dazu lässt sich perfekt die Hände in die Höhe strecken und klatschen. R.I.P. Coldplay
Ich muss bei Menschenfeinds Meinung echt oft den Kopf schütteln, aber hier hat er einfach recht...
Mit 'ner Bewertung halt ich mich noch zurück, aber seit Viva La Vida gings mit Coldplay meines Erachtens abwärts. Das neue Album hat mich bis jetzt auch noch nicht überzeugt.
Die hab ich ganz übersehen. Ich bin überrascht. Im Albumkontext geht das Ganze doch sehr gut auf. Und das es nun keine guten Melodien hätte, verstehe ich nicht. Ist ja damals wie bei The Wall. Eine Band wagt mal was künstlerisch neues (ab Viva La Vida), poliert ihren Sound auf und hat Erfolg damit und dann wird wieder Ausverkauf geschrieen. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man nicht mehr das Gefühl, dass die Band sich in der Sackgasse befindet, sondern konsequent alten mit neuen verbindet (nur gegen Ende hälts nicht mehr ganz das vorherige Niveau). Die Qualität leidet kaum drunter, dass die Band halt größer wird. Gut, holen würde ichs mir jetzt nicht unbedingt. Da gabs im dem Bereich schon immer Bands, die bessere Songs schreiben konnten als Coldplay (Manic Street Preachers, Travis, The Verve). Zwischen 3 und 4 Sterne tendier ich. Aber U2 etwa konnten in den letzten 15 Jahren kaum noch so ein gutes Album abliefern.
@ tonitasten : Sag mir mal bitte was U2 damit zu tun hat und by the way No Line on the Horizon war grossartig. Bitte nicht immer die Vergleiche mit U2 !!1
Coldplay haben einfach mal ein schlechtes Album abgeliedert , nicht mehr und nicht weniger. Da sind sie nicht die Einzigen.
Also lassen wird Mylo an unseren Ohren vorbeiziehen und freuen uns auf das nächste Album, wo dann hoffentlich Chris Co sich wieder ihrer Qualitäten bewusst sind !
Ich gebe 1 von 5 mehr ist leider nicht drin.
warum biedert man sich jetzt popsängerinnen an um charterfolge zu haben?
die rockband verkauft ihre seele für massen- und charts-kompatibilität? fass es nicht. und dann noch für so einen kack-song. fass es noch weniger.
(tief gesunken, liebes kaltspiel ... nur 30STM sind noch schlimmer mit ihren heuchlerisch poserhaft gefakten mitsing-kinder/stadion-chören auf scheinbar jedem studio-song)
2/5
Für mich als Fan, der bis jetzt keine Tour in D verpasst hat ist das Album ein neuer Tiefpunkt. Rihanna-Feature? Noch tiefer konnte man wohl nicht sinken. Musikalisch kein großer Wurf. Mehr Songs vom Format "us against the world" hätte dem Album gut getan und endlich eine Abkehr vom unsäglichen Hang zum Stadienpop bedeutet. Die Bandgeschichte erinnert mich irgendwie stark an U2. Nach Joshua Tree kam von denen auch nur noch Müll (bis auf 2,3 gute Songs). Die CD wird definitv in meiner Sammlung fehlen. Hoffentlich besinnt man sich beim nächsten Album mal wieder auf die ersten beiden Alben.
Was hängt ihr euchn alle an Rihanna uff, macht die die Scheibe/den Track wirklich schlechter oder liegts einfach daran das Coldplay einfach n schlechtes Album/Track aufgenommen ham ( was meiner Meinung nach auch keine sonderlich große Überraschung darstellt, aber whatever )
ne gute frage, ob das album an das legendäre x und y ran kommt. ob rihana mit tourt?
Ich finde das Album an sich ganz gut. Ich glaube wer Coldplay schon mal live gesehen hat oder sich bei Youtube ein paar Videos von Livemitschnitten angesehen hat, weiß das die Songs die auf dem Album nach " NICHTS " klingen, aufeinmal in ganz anderem Licht erstrahlen. Ich höre Coldyplay seit Parachutes und finde auch, das sie einen Prozess der Veränderung durchlebt haben. Was damals Indie war ist heute Massentauglich und aus den Radios nicht mehr wegzudenken. Der Song "Every Teardrop..." ist in der Hookline ein Plagiat von Ritmo de la noche". Aber sind wir doch mal erhlich, spätestens wenn die Akkustik Klampfe einsteigt, ist der Song eigenständig und super zum mitgehen und mitsingen im Auto (Wo es keinen stört wenn mann nicht im tune ist).
Für mich ist das Album sein Geld wert gewesen und ich höre es seit erscheinen mehrfach wöchentlich.
Was ich mir aber in Zukunft wünschen würde, wären wieder mehr Akkustische Instrumentierungen und tiefgang-Balladen (Fix You).
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