laut.de-Kritik

Lecker und kurzlebig wie ein Eis in der Sonne.

Review von

Streng genommen ist die Kategorisierung eines Albums als "Sommerplatte" immer auch eine Denunziation. Schon klar, die Jahreszeit hat Einfluss auf die Stimmung und somit die bevorzugte Musikrichtung. Im November hört man immer noch am liebsten Element Of Crime, die Kooks klingen an keinem Tag des Jahres so gut wie am ersten des Sommers.

Die Vorab-Single, der etwas zu kalkulierte Sommerhit "Fallin' For You", hat vielleicht nicht ganz so viel Potential wie "Bubbly" im vorletzten Jahr, erfüllt aber trotzdem seinen Zweck: entführt die Gedanken sofort an kalifornische Strände, an Hängematten zwischen Palmen, an Strand-Bars mit bunten Lampions ... Doch ohne den von der Sonne geblendeten Blick und den von der Hitze eingelullten Gemütszustand würde man das neue 'Sommer-Album' von Colbie Caillat ohne Umwege als langweilig und banal bezeichnen.

Erinnert alles ein bisschen an den Clip zur Sheryl Crow-Single "Soak Up The Sun". Auch musikalisch lassen sich Parallelen zwischen den beiden Songwriterinnen ziehen, neu sind beispielsweise die Country-Elemente, mit denen Caillats Songs unüberhörbar versetzt wurden. Slide-Gitarren lösen die zuletzt noch so typischen gezupften Akustik-Gitarren ab.

Einen Gegenpart in Sachen Referenzen bilden da Girl-Groups wie Atomic Kitten, doch auch die hört man immer mal wieder raus. Melodien wie im Refrain von "Begin Again" schmecken süßer als Erdbeer-Eis im Sommer, halten sich im Kopf aber so lange wie eine Kugel Eis in der prallen Mittagssonne.

Den Song "Droplets" hat die 29-Jährige gemeinsam mit dem Songwriter und Kumpel Jason Reeves eingespielt, der auch schon für "Bubbly" (mit-)verantwortlich war. Ein schöner, eingängiger Pop-Song, bei dem die Idee des Duetts mal wirklich Sinn macht. Leider bleiben Lieder wie dieses die Ausnahme: Vieles auf dem Album klingt ähnlich, wenig bleibt hängen und setzt sich vom Rest ab.

Dass sich Gitarren und Stimme bei Caillat entspannt und zurückgelehnt präsentieren, ist kein Wunder: die blonde Sängerin ist in Malibu geboren und an der Küste Kaliforniens aufgewachsen. Das ist schön für sie - künstlerisch interessanter sind meist die, die sich auch mal aus der Ruhe bringen lassen.

"Seit ich zwölf bin, fahre ich zweimal im Jahr nach Hawaii. Einmal bin ich sogar für ein paar Monate dorthin gezogen, und war fast die ganze Zeit mit meinem Longboard in den Wellen – es war perfekt!", schwärmt Caillat von der Insel: sie könnte wohl als weibliches Pendant zu Jack Johnson durchgehen.

Zum Verhängnis wird der Kanadierin, was dann irgendwann auch bei Jack Johnson genervt hat: diese Entspanntheit, dieses Zurückgelehnte, Einschläfernde, Ermüdende ... Man möchte Caillat den Longdrink wegnehmen und ihr einen doppelten Espresso aufsetzen.

Trackliste

  1. 1. I Won't
  2. 2. Begin Again
  3. 3. You Got Me
  4. 4. Fallin' For You
  5. 5. Rainbow
  6. 6. Droplets
  7. 7. I Never Told You
  8. 8. Fearless
  9. 9. Runnin' Around
  10. 10. Break Through
  11. 11. It Stops Today
  12. 12. Breakin' At The Cracks
  13. 13. Lucky

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LAUT.DE-PORTRÄT Colbie Caillat

"Sexy und talentiert", findet sie nicht nur der Rolling Stone. Millionen Klicks auf Myspace brachten schließlich ihre erste Single "Bubbly" ins Radio.

14 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    klar ist das kein Alter, aber vom Aussehen her passt 24 doch deutlich besser. ;)

    Wobei ich jetzt nicht bestreiten möchte, dass 29 wirklich kein Alter ist :)

  • Vor 8 Jahren

    @laut.de (« Melodien wie im Refrain von "Begin Again" schmecken süßer als Erdbeer-Eis im Sommer, halten sich im Kopf aber so lange wie eine Kugel Eis in der prallen Mittagssonne. »):

    Wow was für eine grandios, schrecklich schlechte Metapher.

    Zum Album: Ich habe mir die Deluxe-Edition von diesem schönen Album gekauft und bin froh mein Geld dafür ausgegeben zu haben.

    Selten hab ich die Alltagssorgen so schnell vergessen wie mit dieser Platte. Es ist einfach toll sich von ihrer engelsgleichen Stimme entführen zu lassen.

    Ich würde mir niemals wünschen, dass sie ihre unbeschwerte Art verliert. Wenn man aufgedrehte, schnelle Musik sucht wird man sicher wo anders fündig.

    Ich denke einfach, dass der Kritiker ungeeignet ist dieses Album zu bewerten.

  • Vor 8 Jahren

    @zugehoert (« und mit jack johnson vergleichbar ist sie keinesfalls. »):

    Was Atmosphäre anbelangt imo schon...dieses "alles ist guuuut, alles ist ruuuhig und entspaaaant" (zumindest auf mich wirkt es so, und das kann aber auch aggressiv machen). Viele mögen's, einige nicht...gibt ja ausreichen Möglichkeiten, das probezuhören....

  • Vor 8 Jahren

    Gute Singer-Songwriterin. Aber es stimmt, es könnte auch Sheryl Crow sein. Nur Colbie macht Surf-Pop. Ich finde das Mädel gut. Diese charmante und eher schüchterne Art macht sie für mich wieder sexy. Die Songs sind auch super.

  • Vor 8 Jahren

    Ich finde es witzig das Colbie Caillat zwei Punkte bekommt während andere Damen wie Lenka oder Sara Bareilles nur einen Punkt kriegen weil deren Musik euch zu "langweilig" ist...