Porträt

laut.de-Biographie

Cocorosie

Sieh an, hinter Cocorosie stecken gar nicht die Coco und die Rosie, wie man vorschnell denken könnte, sondern Bianca und Sierra Casady. Hierbei handelt es sich um nach der Geburt getrennte Schwestern, hat doch Sierra bereits in ihren Teenie-Jahren genug vom Leben in Brooklyn (oder vielmehr von ihrer Schwester, wie man munkelt) und jettet nach Europa, um fortan in Frankreichs Kapitale Paris 'la vie et l'amour' kennen zu lernen.

Die zwei Jahre jüngere Bianca lässt sich davon erstmal nicht beeindrucken und lebt ihre Jugend in New York auch alleine fröhlich aus, was sie alsbald mit dem Einstudieren von Gospels und Spirituals konfrontiert. Ob sie dabei Klagelieder auf ihr abspenstiges Schwesterlein anstimmte, ist nicht überliefert. Von Neu-Französin Sierra wissen wir, dass sie bereits mit neun Jahren ihre ersten Texte verfasste und ansonsten nur unter der Dusche Songs trällerte.

Diese Übung kommt dem späteren Bandprojekt Cocorosie sicherlich entgegen, klingt auf dem Debütalbum doch auch so einiges wie im Badezimmer unter Föngeräuschen und Lockenwicklern eingesungen. Das Wiedersehen der beiden läutet im Herbst 2002 schließlich Bianca mit der Telefon-Frage "Kann ich für eine Weile bei dir wohnen?" ein, worauf sie von Sierra zwar zunächst die Gegenfrage "Warum?" gestellt bekommt, letztlich aber doch den Flieger nach Paris nehmen darf.

Ungeplantes Rendezvous, ungeplante Kollaboration. Das Schwestern-Paar trifft sich und arbeitet prompt gemeinsam musikalische Ideen aus, die sich nach acht Monaten Arbeit in einem kleinen Appartement im 18. Pariser Bezirk auf dem Debütalbum "La Maison De Mon Rêve" ("Das Haus meiner Träume") niederschlagen. Die Songs des Duos sind akustisch-schräge Folk-Tabletten, die manchem Verbraucher ob zahlreicher Hintergrundgeräusche im Halse stecken bleiben dürften. Für den hohen Gesang sind beide Mädchen verantwortlich, Sierra spielt Gitarre und Flöte, während sich Bianca den Percussions annimmt (und allem womit sonst noch Krach gemacht werden kann).

Bereits ein Jahr nach dem mysteriösen Debüt zaubern Cocorosie eine neue Platte aus ihren wirren Ideen. Mitten im Hype um "Queer-Folk" und Co. gelingt den beiden Schwestern mit der Hilfe von ihren Freunden Antony und Devendra Banheart ein kleines und wunderbar feines Werk: "Noah's Ark" macht Cocorosie zu international gefeierten Stars der Indie-Szene. Ihre Songs untermalen sogar die Werbe-Spots von Escada und Kenzo.

Im gemeinsamen Brooklyner Appartment entsteht das dritte Album "The Adventures Of Ghosthorse And Stillborn", auf dem die zwei Schwestern nicht wirklich viel Neues ausprobieren, sondern lieber ihren ureigenen Stil weiter verfeinern. Sie nehmen es in Island mit Valgeir Sigurdsson auf, der seit "Selma Songs" der engste Vertraute im Studio von Björk ist.

Fürs Sequel "Grey Oceans", das im Jahr 2010 das Licht der Welt erblickt, tun sich die Damen mit dem Jazz-Pianisten Gael Rakotondrabe zusammen. Drei Songs der Platte produziert übrigens TV On The Radio-Member Dave Sitek (unter anderem den Underground-Hit "Lemonade"). Anschließend verlassen die Wahl-Pariserinnen das Label Sub Pop nach nur einem Album wieder und das drei Jahre später erscheinende "Tales Of A Grass Widow" erscheint stattdessen bei City Slang.

Als echte Künstler haben CocoRosie natürlich ihre Finger in zahlreichen weiteren Projekten im Spiel. Ihr Label Voodoo-Eros veröffentlicht allerlei obsukre Bands, und Sierra ist neuerdings eine Hälfte der Band Metallic Falcons, in der sie gemeinsam mit Matteah Baim - ganz ähnlich wie in ihrer Hauptarbeitstelle - zärtliche Melodien von sphärischen Klängen begleiten lässt.

Alben

Videos

After The Afterlife
CocoRosie - Promise (Live)
Fairy Paradise (Live)
Animals
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  • VoodooEros

    Das Label der Schwestern.

    http://www.voodooeros.com/
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    http://cocorosiemusic.com/

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