Porträt

laut.de-Biographie

Chima

Chima Onyele ist als Kind nigerianischer Eltern in Mainhattan, Frankfurt a. M, aufgewachsen, und beginnt nach seinem Abitur ein geisteswissenschaftliches Studium, bevor er sich ganz seiner Musik widmete.

Chima - Stille
Chima Stille
Zu wenig Stille zwischen nervösen Synthiebeats.
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Der Rapper macht schon mit seiner Beteiligung am Brothers Keepers-Projekt von sich reden. Als Afro-Deutscher hat Chima das Gefühl, wegen seiner Hautfarbe anders behandelt zu werden, schon am eigenen Leib erfahren. Wohl aufgrund dessen lag es Chima am Herzen, mit Brothers Keepers ein Statement gegen Fremdenhass und rechte Ideologien zu verfassen. So war es für ihn auch keine große Sache, gemeinsam mit seinem Manager Mengtsu Zeleke das Unternehmen 'Dritte Welt Entwicklungen' als ein Forum für gleichgesinnte Künstler zu schaffen, und zu unterstreichen, dass es so etwas wie eine erste, dritte, fünfte Welt nicht gibt, bzw. geben sollte.

Toleranz und Respekt sind Themen, die Chima beschäftigen, und die er immer wieder in seinen Texten aufgreift und nach außen trägt, ohne dabei blauäugig die Realität aus den Augen zu verlieren. Mit entwaffnender Offenheit klagt Chima die kleinen und großen Missstände an, die er um sich herum beobachtet. Der Idealismus demn er in sich trägt, und den er mit jeder Faser seines Körpers zu leben scheint, ist beachtenswert. Nicht umsonst wird er als Ausnahmeerscheinung im deutschen Hip Hop gehandelt.

Als Schüler der 'Frankfurter Schule' und fester Bestandteil der dortigen Hip Hop-Szene mit besten Kontakten - er gibt unter anderem Moses Pelham als seinen Mentor an - verwundert es auf den ersten Blick, dass Chima erst spät mit seiner Musik an die Öffentlichkeit tritt. Abseits des großen Booms feilte er an seinen Songs, bis er im Oktober 2001 seine erste Single "Ich Leb' Das" heraus bringt, und mit "Reine Glaubenssache" ein außergewöhnliches Album hinterher schickt, nachdem er 2001 durch Tour Supports von ausgewiesenen Größen wie Saul Williams und Herbie Hancock schon auf sich aufmerksam macht.

Chimas Nachdenklichkeit und Weitsicht machen ihn zu einer Persönlichkeit des Genres, die versteht, dass Hip Hop viel mehr sein kann als bloß Reime zu kicken, zu dissen, Party zu machen, sondern auch ein Sprachrohr und eine Ausdrucksmöglichkeit ist. Dass sich da einiges erwarten lässt, stellt sich auch noch knapp zehn Jahre nach seinem Debüt heraus.

Nach einer mehrjährigen Pause tritt der Idealist des deutschen Hip Hop wieder in das Rampenlicht und verfolgt wie eh und je das Ziel, Menschen aufzurütteln. Bestes Beispiel dafür ist der im Frühjahr 2012 veröffentlichte Song "Morgen". Mit Zeilen wie "Morgen nehme ich mein Leben in die Hand, erst Morgen aber dann richtig, Mann. Wenn nicht Morgen wann denn dann?" spricht der Frankfurter so manchem aus der Seele und man merkt schnell, dass Chima noch lange nicht alles gesagt hat...

Alben

Chima - Stille: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2012 Stille

Kritik von Simon Langemann

Zu wenig Stille zwischen nervösen Synthiebeats. (0 Kommentare)

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