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Das Foto verdunkelt, der Blick gesenkt, die Augen verborgen: Das Cover des neuen Albums von Charlotte Gainsbourg spiegelt das öffentliche Bild der französischen Actrice ziemlich exakt wider. Sensibel und schüchtern, so lauten seit jeher die umschreibenden Adjektive der Journaille für das Wesen der Tochter jenes Mannes, der zeitlebens genau ohne diese Eigenschaften auszukommen schien.
Wunderte man sich vor kurzem noch, dass die selbsterklärten Serge Gainsbourg-Fans Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel von Air nicht auf dem gut bestückten Tribute-Sampler an das französische Provokationsgenie in Erscheinung traten, kommt nun Licht ins kompositorische Dunkel. Godin und Dunckel tüftelten nämlich längst im stillen Kämmerlein an Instrumentaltracks, um seiner Tochter Charlotte nach 20 Jahren ein furioses Albumcomeback zu bescheren.
Auftrag ausgeführt: "5:55" ist eine Art morbide "Moon Safari", ein melancholischer Ritt zwischen künstlich erzeugter Wirklichkeit und einer märchenhaften Welt der Fantasie, in der die brüchig, dahingehauchte Stimme Charlottes den elfenhaften Star-Auftritt inne hat. Die Handschrift der Komponisten ist in weiten Teilen spürbar, meisterhaft verwebt das Duo seine zahlreichen Keyboards mit Akustikgitarren, Drumcomputer, Glockenspiel und dem omnipräsenten Piano, während im Falle der Streicher sicherlich auch Produzent Nigel Godrich (Radiohead, Paul McCartney) sein Insiderwissen zur Verfügung gestellt hat.
Entgegen der naheliegenden Vermutung, Charlotte habe alle Texte in ihrer Muttersprache verfasst, finden sich auf dem Album nur zwei Songs in französischer Sprache ein. Als Urheberin fungiert sie allerdings nur ansatzweise. Den Löwenanteil erledigten andere. Denn das für ihre darstellerischen Leistungen längst anerkannte Töchterchen des weltbekannten Chansonniers fühlt sich in der Welt der Musik noch immer ein wenig als Fremdkörper, eine Selbsteinschätzung, die nach der Arbeit mit Jarvis Cocker (Pulp) und Neil Hannon (The Divine Comedy) hoffentlich eine Wendung erfahren hat.
Im Opener "5:55" beschreibt sie die Schwelle zwischen endender Nacht und beginnendem Tag, im beinahe wahnhaften Delirium von "Af607105" verlässt Gainsbourg textlich den festen Boden unter ihren Füßen, den sie in der Folge auch musikalisch nicht mehr verspüren wird. Den in unserer Branche oft händeringend gesuchten Single-Charakter bieten einzig "The Operation" und "The Songs That We Sing" auf, der Rest ergötzt sich an somnambuler Romantik. Ein Album für melancholische Seelen aller Altersklassen, in dem der Klassikfreund gar ein modernes "Nocturne" entdecken könnte. Der aktuelle Film Gainsbourgs heißt übrigens "The Science of Sleep", fürs deutsche Kino übersetzt als "Anleitung zum Träumen".
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Charlotte Gainsbourg - 5.55 | Infos (Lieferzeit/Service) | €6,97 | €3,95 | €10,92 |
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Charlotte Gainsbourg - 5:55 | Infos (Lieferzeit/Service) | €10,99 | €3,95 | €14,94 |
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Charlotte Gainsbourg - 5:55 | Infos (Lieferzeit/Service) | €20,99 | €0,00 | €20,99 |
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Charlotte Gainsbourg - 5:55 | Infos (Lieferzeit/Service) | €18,95 | €3,90 | €22,85 |



: 'ne gewisse Schmalz-Resistenz ist auch hier nicht unbedingt nachteilhaft, sowie eine gewisse Vorliebe zu Barockem und Französisch an sich ... aber anhören sollt' man sichs garantiert mal. 
)

), aber ich leide momentan wohl einfach an einer musikalischen Übersättigung. Wär an anderen Tagen definitiv anders.
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