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Nur ein Ton, und sie ist da. Diese Intimität, diese Wärme. Es gibt nicht viele Platten, die schon beim ersten Durchgang klingen wie ein neues Zuhause. Nicht so eine moderne nackte Glas und Stahl-Wohnung, sondern eher eine einsames Holzhaus mit Dielen, weichen Teppichen und einem See davor.
Kaum betreten, fühlt man es: Hier hat man immer schon sein wollen. Ein wenig vielleicht wie das Heim von Momos Meister Hora, mit eigener Zeitrechnung, von der Welt entkoppelt. Ein musikalischer Ausgang aus der Realität.
Hineinspaziert also in Cat Powers neues Album "The Greatest". Gedämpfte Atmosphäre, schwebende verzerrte Gitarrenklänge und Streicher füllen die Klanglandschaft auf, das Piano im Vordergrund. Chan Marshalls Stimme ist direkter als je zuvor, einfach näher und präsenter, voller Seele. Musik, die den Kopf mit Bildern füllt, die schließlich langsam weiterziehen. Wie macht sie das? "The Greatest" - ein großer Anfang eines großen Albums. Für das neue Werk ging Marshall nach Memphis im US-Bundesstaat Tennessee, verband sich mit bekannten und versierten Blues-Musikern. In den Ardent Studios, wo sich zuletzt auch die White Stripes für ihr letztes Album blicken ließen, wohin sich aber auch die Box Tops, Booker T. und sogar Led Zeppelin ihrerzeit zurückzogen, ließ Marshall sich inspirieren und nahm "The Greatest" auf. Ein Blues- oder Soul-Album ist es dennoch nicht geworden, die zwölf Songs scheinen aber beides kräftig inhaliert zu haben.
Mabon Hodges, Gitarrist von Al Green setzt mit unverschämt leichten Fingern sparsame, aber wirkungsvolle Akzente an der Gitarre. Sein Bruder Leroy spielt einen warmen Bass, der gerne auch mal wandern geht. "Could We" schwingt mit lässiger Hüfte daher, Gitarre und Bläsersektion liefern sich ein Frage- und Antwortspiel. Aufdringlich ist das in keinem Moment, ungewohnt im Cat Power-Spektrum wirkt diese Leichtigkeit schon.
Die Spannweite reicht von Songs, die an Barjazz erinnern, bis hin zu Country-Blues wie "Islands". Manchmal schaut das rauchig-erotische Organ Norah Jones' verstohlen um die Ecke. "The Greatest" ist ausproduzierter als Marshalls vorherige Alben. Wo auf "You Are Free" noch Lo Fi-Momente und unruhige Sounds aufblitzten, ruht die Musik hier vollkommen in sich.
Wer "The Greatest" hört, begibt sich in Gefangenschaft. Und das mit dem größten Vergnügen. Die Songs auf diesem Album sind großartig geschrieben und arrangiert. Zwar geriet das Cover dieses Mal nicht so richtig geschmackssicher, doch die darin enthaltenen 40 Minuten können es mit dem großartigen "Moon Pix" von 1998 aufnehmen.
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ich mag den Titelsong wahnsinnig gerne. Allerdings kann ich das vom älteren Material nicht behaupten... vielleicht habe ich da die falschen Songs bekommen (zwar von einem Fan empfohlen!), aber irgendwie mag ich die nicht sonderlich... :
Ich kenne bis jetzt nur "Moon Pix" und "You are free" und bei mir war das anfangs auch so.
Inzwischen hat sich das geändert; Cat Power gehört zu den wenigen Songwritern, denen man einige Hördurchgänge gönnen muss (was, wie ich finde, bei 98 % aller Musik ein Zeichen für Qualität ist).
also inzwischen gibts die cd ja. ich finde sie ganz wunderbar. wohl ihre zugänglichste und beste cd bisher. nichtmehr ganz so gebrochen, aber immernoch eindeutig cat power. sollte ein anlass sein, ihr bei laut.de endlich eine artist seite zu widmen.
loe
Wunderbar ist wirklich genau das richtige Wort!
Und bleibt schon zu sagen, dass sich "The Greatest" besonders im Sound von früheren Alben unterscheidet, erdiger, souliger und bluesiger, weniger "sperrig" und halt schon auch zugänglicher - aber trotzdem einzigartig und immer noch sehr typisch für Chan Marshall.
Gross! Mein Lieblingsstück ist glaub ich immer noch "The Greatest" 
Leider kenne ich sie noch nicht. Aber das klingt ja alles sehr interessant. Ich glaube aber, ich müsste mir mal was von ihren früheren Sachen besorgen. Kann man das mit Gillian Welch oder Bonnie Prince Billie vergleichen? - auf solche Art Musik bin ich immer neugierig.
Hab sie bereits seit längerer Zeit. War zunächst auf ein reduziertes, eher sperriges Album programmiert und von daher erstmal - ich will nicht sagen enttäuscht - aber etwas irritiert. Inzwischen kann ich mich den Lobhymnen in diesem Thread jedoch nur in vollem Maße anschließen. Großartige Musik!
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