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Wenn ich in Zusammenhang mit Cassandra Steens neuem Album noch mal über den Begriff "Soul" stolpere, muss ich mich übergeben. Mit Soul hat "Darum Leben Wir" in etwa so viel zu tun wie Boris Beckers Autobiographie mit dem "Faust".
An den Haaren herbei gezogen? Nicht doch. Immerhin bedienen sich sowohl Bummbumm als auch Miss Glashaus im Goetheschen Zitatfundus. "Augenblick, verweile doch" betitelte ersterer seine Lebensgeschichte. Cassandra Steen verwurstet die Vorlage zu "Ich sag zu dem Moment: Geh nicht vorbei / Bleib noch, du bist so schön." Geht es vielleicht noch ein bisschen ausgelutschter?
Sicher doch, nach Schmonzettenklischees muss man nicht lange suchen. Jeder einzelne Track schießt mit Schmalzkanonen auf Sinnspatzen. "Lass mich nicht gehen / Ich lass dich nicht gehen / Nimm mich mit dir / Ich nehm dich mit / Bleib bei mir stehen / Bleib bei dir stehen ... " In dieser Art schmachten sich Cassandra Steen und Xavier Naidoo für die Dauer von "Lass Mich Nicht Hier" ("Ich lass dich nicht hier!") an.
"Unendlich" strapaziert, der Titel lässt es befürchten, ausgeleierte Vokabeln von "niemals" bis "für immer". "Ich sitz im Eis und schrei nach dir / Die Wände weiß und keine Tür / Ich bin mittendrin / Ich muss hier raus / Ich will nach Haus zu dir." "Mein Engel, du bist immer für mich da!
Oh, bitte! "Rette mich, rette mich, rette mich - wenn du kannst." Allein: Es ist keine Hilfe in Sicht, zumindest nicht von musikalischer Seite. Gerät der allgemeinverträgliche Titel- und Eröffnungssong, der Baden-Würrtemberg bei Stefan Raabs Bundesvision Songcontest immerhin einen vierten Platz einbrachte, wenigstens im Refrain halbwegs einprägsam, fehlt dem Rest des Albums jeglicher Pfiff.
Kaum freut man sich in "Eis" vorsichtig darüber, dass hier die klare, aber dünne Stimme der Interpretin einmal nicht von allzu dicken Soundwänden erschlagen wird, bulldozert der Refrain mit E-Gitarren in zopfigster Maffay-Manier alles platt. Ähnlich in "Glaub Ihnen Kein Wort": Auch hier ruiniert Schlagzeug-Einsatz der harmlosesten Popsorte das Gesamtbild.
Schwung- und drucklos geht es weiter. Wenn klimperndes Piano und hübsch satte Drums endlich mal eine angemessene Kulisse für Cassandra Steen aufspannen, verpatzt diese es selbst mit Lalala-Gesängen. Schwer zu entscheiden, ob das oder die durchgehend triefenden Lyrics schwerer zu ertragen sind.
Schunkel-Pop und Pianoballaden schenken sich rein gar nichts. Zum Klavier-und-Streicher-Auftakt von "Funken Liebe" könnte genauso gut ein Bryan Adams ein weiteres Mal "Everything I Do" zum Besten geben, es wäre nicht weniger aufregend.
Doch Robin Hood war gestern, heute liefert man lieber gemeinsam mit Adel Tawil den bisher unveröffentlichten Soundtrack zu "U-Turn": "Ich bau ne Stadt für dich / Aus Glas und Gold und Stein / Und jede Straße, die hinausführt / Führt auch wieder hinein." Entrinnen unmöglich.
"Ist es der Hafen oder das offene Meer? Sind wir der Zeit voraus oder laufen wir hinterher?" Ich hoffe schwer auf die zweite Option. Alles andere würde bedeuten: Es kommt noch mehr von dieser Sorte. Keine schönen Aussichten. Für erstgenannten Fall möchte ich ganz dringend Goethe zitieren: "Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön."
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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Cassandra Steen - Darum Leben Wir | Infos (Lieferzeit/Service) | €16,99 | €3,95 | €20,94 |
ich bau ne stadt aus glas und gold und stein und jede straße die rausführt, führt auch wieder rein xD
ich mag sie und das album aber trotzdem (jedenfalls die zwei songs die ich gehört hab), auch wenn die rezension natürlich den nagel auf den kopf trifft.
aber is' halt cassandra steen, die darf das 


Das vorige Album von der guten Cassandra war schon eine Zumutung. Ich bin sicherlich auch kein großer Fan von R'nB oder derartiger Musik, aber ihre Stimme hat mir eigentlich immer gefallen. Dass die Lieder dann aber vor Kitsch gerade so überquillen, macht die Musik wirklich unerträglich.
Jetzt erscheint also das nächste Album und laut Review ist es scheiße. Normalerweise bin ich ja immer bereit, nochmal reinzuhören um mir ein eigenes Bild zu machen, aber ganz ehrlich: Hier schaff ich das einfach nicht.
Nach dem Durchhören aller Lieder auf Youtube kann man nur sagen, dass es tatsächlich ausreicht, 10 sec jedes Titels anzuspielen um sich eine abschließende Meinung zu machen. Fazit: belanglose vor Herzschmerz und Weinerlichkeit triefende Texte mit absolut uninteressanten Beats = laaaaaaaaaangweilig
ich bin auch erschreckenderweise immer häufiger teilweise seiner ansicht.
wie dem auch sei.
ich habe kontrolliert und die songs sind immernoch NICHT alle auf youtube 
das sind nur 3-4 lieder als snippet, ja.
aber der rest nicht :woin:
die kritik ist exakt so wie mein eindruck nach dem bundes vison song contest. die scheint absolut belanglosen und überaus langweiligen pop zu trälern. soul ist es 1 nicht und b viel besser. die hat keine persöhnlichkeit und die melodien sind mehr als fade... insgesamt braucht sie kein mensch gibt deutlich besser alternativen. DEFENITIV NICHT GUT aber wird sich wohl verkaufen kommerz halt 
ich hab das album mal durchgehört, um sicher zu gehen, nicht in die vorurteilskiste zu greifen.
"herr" fromm, ich ziehe den hut vor dieser ebenso amüsant verfassten wie auch geschmacklich komptetenten kritik.
du sprichst mir aus der seele.
was mich an dieser sorte produkt seit längerem stört, ist die künstlerische hochstapelei.
kommen die deutschen hühner mal auf die idee etwas spannendes, organisches und schwitzendes in den soul zu bringen?
oder es ganz lassen, ihre muffigen c-seiten liedchen so zu bezeichnen?
etwas mehr rohe leidenschaft als dieses unsäglich langweilig und 10000mal gehörten, klinisch reinen zahnarztpraxis-soul-imitat für ganz arme?
sedativum für das ikea-kaufhaus. ohne schweiß, druck, seele und der dem soul immanenten erotischen ausstrahlung.
grundsätzlich ist es ja nicht verboten, soilche musik zu machen; wem es gefällt, ok!
aber das widerliche ist ja:
die "künstler" und produzenten dieser ausgelatschten schlagernummern stellen sich ja mit einem breitbrustigen ego auf die stufe "soul", die ihnen ob der unkreativen eindimensionatität ihrer jammer-zombie-chansons einfach nicht zukommt.
das ist halt grandiose selbstüberschätzung.
da sind mir silbereisen und co wahrhaftiger. die nennen es wenigstens "volkstümlichen schlager" und jazzen das nicht plastinierend hoch!
"achso....und hier ganz hotter shit aus deutsckland....echt soulig, baby.....die große diva cassandra steen in der hochstaplerischen tradition ihres haus und hof heulers naidoo! applaus, applaus!"
Du hast den Eindruck von einem einzigen live performten Track und erlaubst dir ein Urteil über das ganze Album?
. absolut glatt und emotionslos ka wie man sowas noch musik nennen darf...Wow Anwalt, deine Leidensfähigkeit ist entweder ehrlichem Interesse geschuldet oder zu viel Zeit!
Man beachte bitte, dass der Beginn des Titeltracks eine peinliche Kopie von Antony and the Johnsons' Free at last ist.
Mir reichte dieser Song völlig. Furchtbares Zeug!
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