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Nach dem Sieg in Mannschaftsstärke 2006 stand Seeed-Sänger Peter Fox gestern Abend allein allein mit seinem Song "Schwarz zu blau" bei Stefan Raab auf dem Siegertreppchen. Die Verfolger Polarkreis 18 und Rage blieben chancenlos.
Potsdam (mis) - Man nehme zwei bis vier chartserprobte Rock- und Pop-Acts für die Masse, mische sie mit zahlreichen Newcomern für die Neugierigen, organisiere einen Sponsor für die Telefonanrufer und garniere den Wettstreit mit einem TV-Schwergewicht samt junger Begleitdame: Manchmal sind Fernsehsendungen exakt so langweilig wie ihr Konzept. Dieses Phänomen durfte man gestern bei der fünften Auflage des Bundesvision Song Contests bestaunen.
Peter Fox startete nicht nur als letzter der 16 Teilnehmer für das Bundesland Berlin, sein aktuelles Album "Stadtaffe" steht auch seit Wochen hoch in den deutschen Charts, zum Zeitpunkt der Sendung auf Rang zwei.
Polarkreis 18 und Rage auf den Plätzen
Ernsthafte Konkurrenz schien daher im Feld der weiteren Kandidaten höchstens noch in Polarkreis 18 (wegen Hitsingle), Rage (wegen Karrierelänge) und Olli Schulz (wegen Partyhymne) zu bestehen. Doch Fox eilte bereits früh davon und sicherte sich den Sieg mit einem enormen Vorsprung von 43 Punkten.
Man kann es Showmaster Stefan Raab, der im Anschluss verriet, die ersten fünf Plätze richtig getippt zu haben, ausnahmsweise nicht übel nehmen, dass sich sein TV-Wettbewerb mal wieder über knapp vier Stunden hinzog. Als Abbild des originalen Eurovision Song Contests gehören Längen schließlich ausdrücklich zum Sendekonzept.
Schön ist es deshalb noch lange nicht, sich Bands wie Angelas Park aus Sachsen-Anhalt anschauen zu müssen, deren Sängerin sich als noch schrillere Mieze-Kopie zu verkaufen und darob ihren sterbenslangweiligen Rockbeitrag zu übertünchen suchte.
60s Pop und Indie chancenlos
Kaum besser machten es Fräulein Wunder, deren Fanbase ihnen aber wenigstens einen unpeinlichen Platz im Mittelfeld sicherte. Ruben Cossanis flockiger 60s-Pop blieb genauso chancenlos wie Claudia Korecks charmanter Mundart-Beitrag oder der Indie/Alternative-Rock von P:lot und den Fotos ("Jetzt kommt Britpop in deutscher Sprache", Raab).
Dass es Chapeau Claques vergleichweise anstrengende Mixtur aus Chanson und Pop ins obere Tabellendrittel schaffte, obwohl deren barfuß tänzelnde Sängerin auch noch arg theatralisch Kniefälle ins Set einbaute, durfte zumindest verwundern.
"Mach den Bibo / jetzt das Ufo ..."
Die bereits im Vorfeld gesetzten Anwärter auf den Titel ließen nichts anbrennen: Olli Schulz schüttelte erwartungsgemäß gelenkige Moves zu seinem Bibo/Ufo/Grobi-Tanz aus der Hüfte und hatte jede Menge Pantomime-Statisten auf seiner Seite.
Rage guckten grimmig und klangen auch so. Die Art-Popper von Polarkreis 18 malträtierten ihre Instrumente ansehnlich in fünf separaten Glasvitrinen und Seeed-Rampensau Peter Fox scheute keine Kosten, indem er ein 30-köpfiges Stadtaffen-Orchester auf die Bühne hievte.
Rap-Funk nicht mainstreamtauglich
Hier könnte man nun einfügen, dass auch ein FlowinImmo (mit treffend benannter Begleitband Les Freaqz) in ästhetischer Hinsicht keinerlei Nachhilfestunden nötig hat. Es lag wahrscheinlich doch eher am ziemlich schrägen Rap-Funk mit dem gewöhnungsbedürftigen Refrain-Bestandteil "Attersee", dass Titelambitionen für den Bremer erst gar nicht in Reichweite rückten.
Seinen Auftritt auf der großen Bühne nutzte Immo dafür wie kein zweiter an diesem Abend. Kaum war der letzte Beat verklungen, brüllte er ins Mikrofon: "Alles Gute zum 66., Mama!"
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), die gerappten Strophen, naja, geschmackssache, das können andere wohl besser als er




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