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16 Wettbewerber streiten um die Krone der föderalen Musik. Heiße Anwärter auf den Thron: Das Saarland und Baden-Württemberg.
Konstanz (alc) - Morgen findet bereits der achte Bundesvision Song Contest statt, zum dritten Mal steigt das Spektakel in der Berliner Max Schmeling Halle. Nach Seeed 2006 und Peter Fox 2009 schlurfte 2011 Tim Bendzko zum Sieg. Damit die Berliner nicht schon wieder ihr Heimspiel gewinnen, üben sie sich in Demut und schicken den aussichtslosen Kandidaten B-Tight aka Bobby Dick ins Rennen.
Eventuell ist "der Neger" ja für einen Lacher oder Ausfall gut, man wird sehen. Ausnahmsweise hat sein Schaffen Früchte getragen, die genießbar sind, und trotzdem wirds nix mit dem Sieg, dafür fällt sein "Drinne" einfach zu wenig massenkompatibel aus.
Den von Stefan Raab 2005 aus der Taufe gehobenen Sangeswettstreit wird selbiger wieder moderieren. An seiner Seite steht diesmal Sandra Rieß, die schon bei "Unser Star Für Oslo" als Co-Moderatorin fungierte. Das Grauen dürfte einen aber schon beim Gedanken an die Punktevergabe packen, wenn diverse Privat-Radios in Live-Schalten mit fähnchenschwenkenden Claqueuren im Hintergrund an den Nerven sägen werden.
Das Starterfeld ist wieder einmal ausgewogen. Altbekannte Gesichter und Newcomer gehen nach den Regeln des Eurovision Song Contest ins Rennen. Lediglich Peter Urbans erfrischender Sarkasmus fehlt, außerdem dürfen alle teilnehmenden (Bundes-)Länder auch für ihren eigenen Act abstimmen. Favoriten dürften die Orsons dank Cro'scher Kreischmädel-Unterstützung und Xavas sein, die wohl den Sieg unter sich ausmachen. Wetten?
Macht euch selbst ein Bild. Hier sind die Teilnehmer aller Bundesländer im Überblick.
Xavas gehen als klare Favoriten ins Rennen. Alles andere als Platz eins wäre eine derbe Enttäuschung für die Albumcharts-Helden, auch wenn die Debütsingle "Schau nicht mehr zurück" nicht nur die Lager der laut.de-Redaktion spaltete. Doch der King Of Rap und der König der Schmachtnummern können halt alles (außer hochdeutsch).
Das Leben kotzt einem die besten Geschichten vor die Füße. Die Orsons und Everybody's Lieblingspanda Cro mussten nur kommen, sie aufheben und in einen Song verpacken. Die Geschichte von Nazi Horst, der nach seiner Geschlechtsumwandlung als Monika für Die Linke kandidiert, ist so wahr, dass die Hauptperson Berichten zufolge inzwischen eine Unterlassungsklage eingereicht haben soll. Ob das Auswirkungen auf den Beitrag des Saarlandes nach sich zieht? Wir werden es erleben.
Der 80er-König lässt die NDW wieder aufleben Zu fluffigem Synthie-Pop kramt König Boris die große Pop-Geste aus und unterhält damit ganz gut.
Hip Hopper, Rocker, Punker, Crunker, Superstars, Sternchen Club-Gänger, Hood-Banger, Player, Pimps und Puffhänger, Rastamänner und verstrahlte Technauten dürfen anrufen - alle halt, die Bock auf B-Tight und keine Angst vor Gitarren haben. "Eins, zwo, eins, zwo, wir sind alle drinne." Gegen kommerziell übermächtige Konkurrenz etwa aus Baden-Württemberg hat Bobby Dick aber vermutlich eher keine Chance. Schade, Berlin!
Zarte Off Beats schmücken Christian Gingerich aka Cris Cosmos Ode an den Herzschlag. Der gebürtige Brettener und Absolvent der Pop Akademie hat sein Handwerk gelernt, keine Frage. Nur klingt das ganze genau so weltmännisch wie der Kraichgau aussieht. Berühren will das nicht so recht. Da vertritt derzeit die Eintracht das Bundesland Hessen mitreißender.
Laing bemühen ebenfalls die lange zurück liegenden 80er und machen das auch ganz nett. Reduziert und furztrocken sinniert Nicola Rost darüber, dass sie morgens müde ist. Die Identifikation mit dieser Empfindung dürfte hoch sein.
Mit dem Bundesvision Song Contest reiht sich ein weiterer Band-Wettbewerb in die Geschichte der Pickers ein. Die ehemaligen Berliner Straßenmusiker gewannen nämlich schon 2008 den lokalen Newcomercontest 'WND Bandbattle' im heimatlichen Saar-Hunsrück-Kreis. Mit viel Gittarenlärm gehen die vier Jungs auch diesen Wettstreit an.
Ganz heißer Anwärter auf den zehnten Platz. So durchschnittlich wie Deutschrock im schlimmsten Moment sein kann. Energetische Riffs dürfen zwischendrin mal kurz die Lala-Melodie stören, ansonsten herrscht die gepflegteste Langeweile, die man sich nur vorstellen kann. Der Kenner merkt an: das ist wenigstens noch Musik. *rülps*
Der Trend geht zur Gitarrenmusik: The Love Bülow, für das seenreiche Mecklenburg-Vorpommern im Rennen, scheinen, wie so viele andere in letzter Zeit, einen entschlossenen Schritt weg vom Hip Hop, hin zum noch radiotauglicheren Vier-Akkorde-Pop-Rock getan. Wers mag ...
Für Thüringen wird der Herbst noch einmal frühlingshaft: Maras April wollen das Publikum mit ihrem Elektropop begeistern. Und wieso heißt es Maras April, wenn wir doch September haben? Sängerin Anne hat eine ganz einfache Erklärung: "Weil Mara mein Patenkind und der April so ein schöner Monat ist." Ach so, ist ja logisch. Ob sie die belanglose Popballade "Himmel Aus Eis" weit bringt, wird sich zeigen. Immerhin liegt Anne stimmlich schon weit vorne.
Wer aus Hannover kommt, ist Fan von Hannover 96, findet Oliver Pocher lustig und hört Ich Kann Fliegen. Da nickt man schon beim Lesen weg ...
Dass mit Rüde und Flo zwei Drittel der Sportfreunde Stiller an Fivas aktuellem Album "Die Stadt Gehört Wieder Mir" mitwirkten, hört man nicht. Was für ihren Bundesvision-Auftritt aber von Vorteil gewesen wäre. So startet die Münchner Rapperin und Wortkünstlerin als klare Außenseiterin ins Rennen, die hoffentlich aber viele Anhänger für ihren einfallsreichen Sound gewinnt, der mittlerweile fast völlig ohne Samples auskommt.
Ja was ist das denn bitteschön? Mellow Mark wird zu Mark Mellow und trällert ein Liedchen mit einem Frollein? Alles so furchtbar schubidu und trallala.
Deutscher Indie-Rock ist beim BuViSoCo stark vertreten: Die "neue deutsche Indie-Hoffnung" namens Vierkanttretlager ist auch mit dabei. Vier Jungs aus Husum, denen man sofort ansieht, dass sie den Norden im Herzen tragen. Sie kämpfen mit Akkordeonklängen und nostalgisch angehauchten Zeilen für ihr Bundesland Schleswig-Holstein.
Johanna Zeul setzt der grassierenden Singer/songwriter-Schwemme eine weibliche Note entgegen. Charmant, aber wenig aufregend. Tja, Sachsen-Anhalt ... wird wohl nix.
Schné wird mit ihrer Band das Bundesland Bremen vertreten und hat sich fest zum Ziel gesetzt, Flo Megas zweiten Platz vom Vorjahr zu verteidigen. Das könnte sich allerdings als schwierig herausstellen. Sollte diese Band nicht mindestens unter die letzten drei kommen, haben die sich ihre Anrufer wahrscheinlich vorher gekauft. Eigenwilliger Schlagerpop mit einer geballten Ladung Helium in der Stimme. Nein, danke.
Ach, hab mich am Anfang so gefreut, dass Mellow Mark mitmacht. Nach Hören find ich den Song aber nicht so dolle, einzig das Bassriff groovt ordentlich.
Danke für die Warnung. Bei den Musikern leihe ich mir morgen lieber "Avengers" aus der Videothek aus.

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