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"Mein Ziel ist es, die ursprünglichen Klänge des Reggae zurück zu bringen, das ursprüngliche Gefühl, die ursprüngliche Consciousness, mittels großer Poesie und reiner Live-Instrumentierung." Formal ist mit diesem Statement Buju Bantons eigentlich alles gesagt.
Die Ahnung, die der Titel schürt, bestätigt sich: Statt dem knallharten Dancehall vergangener Tage setzt es diesmal Roots & Culture in Reinkultur. Welch übersprudelnde, geradezu unverschämte Lebensfreude "Rasta Got Soul" versprüht, vermitteln alleine schon die Cover-Fotos.
"Rise up!" Mit einer Überdosis Gottvertrauen im Gepäck lässt es sich leicht positiv denken. Die Welt ist zwar nicht immer schön, das Leben oft alles andere als einfach. Wer - mit Hilfe des Allmächtigen völlig mühelos - den richtigen Weg einschlägt und den falschen vermeidet, bewegt sich auch im Angesicht von Leid, Gewalt und Tod stets auf sicherem Terrain.
Derart hässliche Themen streift Buju Banton auf "Rasta Got Soul" jedoch allenfalls im Rahmen der tragischen "Bedtime Story", für die Wyclef Jean mit auf der Bettkante sitzt. Abgesehen davon präsentiert eine fraglos optimistische Seele neben spirituellen Themen "Affairs Of The Heart", wie sie selbst ein Udo Jürgens nicht trefflicher besingen könnte.
Bläser, Bass, Drums, Percussion und Backgroundgesang zeichnen ein lässig-entspanntes, traditionelles Klangbild. Akustikgitarren, ein Saxophon oder auch mal eine Flöte setzen Akzente. Buju Banton, höchstselbst verantwortlicher Produzent, wagt jedoch auch einen kleinen Abstecher in den Ska ("A Little Bit Of Sorry") sowie das ein oder andere Experiment.
So wirkt "Mary" nach souligem Einstieg wie der Versuch, Foreigners "I Want To Know What Love Is" im Walzertakt neu aufzulegen. "Sense Of Purpose" mit Schützenhilfe von Third World erscheint stellenweise wie eine höchst ent-rockte Version von "Keep Me Hanging On". Über weite Strecken regiert jedoch gar zauberhafter Conscious-Reggae.
Dem drückt die Stimme Jamaikas ihren Stempel auf. Ob kratzig, gefühlvoll oder selbstironisch übertrieben: Buju Banton hat Sonne in der Kehle. Das innere Strahlen, das in seinem beseelten Gesang mitklingt, stellt sich als hochgradig infektiös heraus.
"I know the sun will come out tomorrow, call me optimistic, I believe in life", denn: "I and I a rastafari, dreader than dread." Um sich der Strahlkraft tiefer religiöser Überzeugung zu entziehen, müsste man schon ein extrem verbittertes Heidenkind sein.
Bei aller Sanftheit agiert Buju Banton mitreißend fröhlich, streckt helfende Hände in alle Richtungen und richtet auf, was immer ihm in die Quere kommt. "You see my smiling face and you think all is great." Womit nun wirklich alles gesagt wäre.
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