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"Ab hier jetzt keine Kompromisse mehr" prangt hinterm Tray des Digipacks, in dem "Kraft" kommt. Clickclickdecker und Der Tante Renate wollen das beste aus beiden Welten. Sie wollen nicht den Schinken, sie wollen das ganze Schwein, wie sie in "Kaschinski" proklamieren. An dieser Wollust lassen sie den Hörer auf ihrem Debütalbum als Bratze Teil haben, Gott sei Dank.
Bratze klingt genauso, wie man sich die Schnittmenge aus Clicks und DTRs musikalischen Welten vorstellen darf. Die herzgefühlten Lyrics des Songwriters treffen auf den arschtretenden Electrorock des Instrumentalisten. Der Opener "Dudikoff" demonstriert die bestmögliche Verbindung der beiden: "Wir sind die, die durchhalten, die bestechen!"
"Im Auge Des Lachs" belustigt mit einer tongue-in-cheek Referenz an Prodigys Neunziger-Hit "No Good (Start The Dance)". Und genau das machen sie auch. Bratze starten die Tanzerei, garniert mit existenziellen Fragestellungen: "Wenn ich dann komm, bin ich dann willkommen, und wenn ich geh, wohin geh ich dann?"
"Aus Frust" rockt dann wieder derbe und gerade heraus, vielleicht mit einem kleinen Egotronic-Einschlag. Die erste Single "Jean Claude", die auch im Juri Gagarin RMX auf der Platte enthalten ist, bringt die beiden Individualisten noch einmal perfekt zusammen. Gekonnt bestehen die beiden - trotz "Risiko diabolo".
Unbedingt tanzbar wirds dann wieder mit dem heftig pumpenden "Aggressor", übrigens das einzige Instrumental auf "Kraft" neben dem zum Bangen animierenden "Attok Zorack". Moshen in der Disco! Klar, "wir sind gegen das Bestreben, intellektuell zu tanzen".
Sowohl Kevin Hamann aka Clickclickdecker als auch Norman Kolodziej aka Der Tante Renate machen Musik aus dem Bauch heraus. Dieses denkbar einfache Konzept übertragen sie eins zu eins auf Bratze. It works.
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Oha! hab sie vorgestern in Göttingen gesehen. der Gig musste kurzfristig verlegt werden, weil soviele Leutz aufgetaucht sind. Stimmung beim Konzert war grandios.
habe keine gesehen.. tut mir leid aber ein freund hat sich das renate shirt komm wir hauen alles kaputt bestellt (ist doch auch von dir?) und das hatte er auf jeden fall nicht so vorrätig und wollte es bestellen und dann schicken. das ist 3 wochen her, dementsprechend haben wir norman vermöbelt.
ich hatte den termin auch schon ewigkeiten in meinem kalender, der bielefelder termin stand ja irgendwie lange vor den anderen im mai/juni schon fest (ich habe zumindest in der Zeit keine anderen termine gesehen). wie auch immer, der geplante tagestripp wurde durch umleitungen und baustellen auf der autobahn unplanmäßig verlängert, daher war ich viiiel zu spät zu hause, geld hatte ich eigentlich auch keins über, fahrmöglichkeit fehlanzeige und zum laufen hatte ich zu wenig zeit, ein guter freund war den einzigen tag seit 4 monaten wieder im lande, ... mir fallen noch 20 punkte ein, die eigentlich nur eines sagen wollen:
Ich habs nicht zum Konzert geschafft und ärgere mich ziemlich drüber 
Also...
Ich habe mal ein bisschen Gras über die Sache wachsen lassen, da ich mich irgendwie dunkel erinnere, dass sich hier einige etwas negativ über Tante Renate und Konsorten geäußert haben.
Letztes Wochenende habe ich gleich drei Mal zugeschlagen und mir Bratze, Egotronic und Tante Renate ins Regal geholt. Was jetzt folgt, ist eine musikalische Betrachtung dieses Konvolutes.
Zuerst musste ich über die Bezeichnung Elektropunk leicht schmunzeln, denn erstens sah ich keine direkte Verbindung (sei es auch im Bezug auf die Ideologien) zwischen diesen beiden Genres und zweitens hatte ich das Vorurteil, man wolle mich nur mit einem neuen Wortspiel locken, ohne dass hier wirklich Neues geschah. Ich dachte bei den puren Namen an Indie-Rock mit Elektroeinflüssen, was es ja letztendlich auch ist, wenn man das Paket auf (also alle 3 von mir gekauften Releases) das Wesentliche reduziert. Zurück zum Thema:
Der Tante Renates Simplex ist ein fantastischer Elektrobrocken mit treibenden Beats, denen aber im Endeffekt die Individualität fehlt, die die anderen beiden Alben Kraft und Lustprinzip auszeichnet. So gesehen ist Simplex "nur" ein nettes Electro-Gemisch, das ich beispielsweise von Digitalism schon besser hergestellt bekommen habe. Der Rave-Faktor ist zwar hoch, doch die Beats ecken an mancher Stelle an.
Generell ist der Grat zwischen Proll-Beats und Indie-Kauderwelsch bei allen dreien, v.a. bei Egotronic, sehr schmal. Egotronics Lustprinzip wandert aber unbeirrt auf selbigem, ohne sich auch nur eine Schwäche zu leisten. Im Gegenteil : Manchen Songs steht das Elektroskelett wunderbar und nur so lässt sich die Aussage richtig verpacken: "Raven gegen Deutschland" oder "Nicht nur Raver" sind Tracks mit giftigen Beats und harten Worten, die Deichkind's letzten Versuch für Bis-dato-nicht-Kenner wie mich zwar erklären, aber verniedlichen lassen. Der "Aufstand im Schlaraffenland" ist nichts gegen die linke Faust in die Fresse oder auch "Lustprinzip genannt. Gibt es am Lustprinzip eine Sache zu kritisieren, dann allerhöchstens, dass dem Album auf der Zielgeraden die Puste ausgeht. Die Qualität der ersten Songs wird nicht gehalten.
Ganz anders sieht dies bei Bratze aus, die gegen Ende erst ihre "Kraft" entfalten. "Jean Claude", "Aggressor", "Attok Zorack" und "Lundgren" lassen mich - ohne zu zögern - die Repeat-Taste drücken. Das Prinzip ist dem von Egotronic recht ähnlich, doch die beiden Instrumental-Tracks "Aggressor" und "Attok..." fügen sich perfekt in die Elektro-Muschpoke ein und haben mich in Gedanken auf die Tanzfläche versetzt.
Als Fazit möchte ich eines sagen: Es mag sein, dass einem Clickclickdecker mehr zusagt und manch einer ob der heftigen Stampfer zurückzuckt. Doch vor allem Egotronic und Bratze kann ich wärmstens empfehlen, da ich einen Sinn in dem erkennen kann, was da so hinzuckt. Denn sie wissen, was sie tun...
Bratze - Kraft: 9/10
Egotronic - Lustprinzip: 9/10
Der Tante Renate - Simplex: 6/10
Manchmal möchte ich echt wissen, ob du aus Prinzip gegen bestimmte Sachen bist.
Hörtest du nicht einst Clickclickdecker? Aber da kannte sie noch keiner, ic...
Außerdem habe ich mir Zeit genommen und versucht, ein wenig Objektivität walten zu lassen, aber deine 7 Worte sind natürlich ein Urteil vorm Herrn.
naja deine objektivitätsprüfung in allen ehren.
ich mag click noch immer sehr gerne.
halte aber vom trashrotz mit ausnahme bei bratze nichts.
auch nichts oder gerade wegen einer pseudowissenschaftlichen analyse. ich hab eher zuvielö stock im arsch und weiß mich zu verteilen. und bin nicht so credi beschränkt, dass ich jeden myspace fame contest mitmachen müsste. schongarnicht jeden billigen hype aus brd.
ah okay, das genügt natürlich an Erklärung. Sind wir uns ja immerhin bei Bratze einig geworden.
Ich habe mich mal beim Hausarzt erkundigt, ob ein hoher Testosteronspiegel bei Männern manische Aggressivität hervorruft, v.a. für den Fall, dass sie untervögelt sind. Seitdem du aber eine Freundin hast, bist du immer noch wie Begbie, also es muss irgendetwas Anderes sein.
Meine pseudowissenschaftlichen Analysen sind äquivalent zu 99% deiner Posts, insofern danke für das Kompliment. 
ach daniel.
lass das persönliche, ansonsten bekommst du irgendwann wirklich noch eine rein.
bratze

Du, ich muss jetzt in die Stadt fahren (trinken), sonst würde ich das noch ausdiskutieren.
Dir sei nur eins gesagt: Du bist zweifelsohne ein intelligenter Mensch, der vor allem politisch mit mir auf einer Wellenlänge ist, zumindest lese ich das aus deinen Posts heraus. Aber ich habe das Gefühl, dass du beispielsweise bei mir geradezu darauf wartest, dass ich eine Haltung annehme, die du dann über Leichen gehend anfechten willst. Es ist nicht so, dass ich ungern diskutiere, aber der persönliche Touch kommt als erstes von dir, wenn du meine Ansicht als pseudowissenschaftlich bezeichnest, unabhängig davon, inweiweit ich jetzt oder in der Vergangenheit Sachen persönlich nehme/genommen habe.
Und ja, mein Gott, ich folge einem Trend:
Komm, hängt mich höher! 
denn denn, das mit dem Hauen kriegen wir schon hin. 
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