YYY
Man schrieb das Jahr 2000 und man wartete gespannt auf das Comeback von BJ. Dann kam "It's my life", zuerst nur in Stücken im ZDF, dann auch endlich komplett in Funk und Fernsehen und man war freudig überrascht: die Talk-box wieder rausgeholt und alte "livin' on a prayer" Klänge aufgewärmt. Der Song gefällt,das es die erfolgreichste Bj-Single aller Zeiten werden würde ahnte man noch nicht.
Dann der Single-release von "It's my life", der erste tiefere Einblick...die B-seiten. Fast schon traditionell bekommt man auf der Vorab-Single die Songs zu hören,die in den letzten Auswahlrunden durchgefallen sind. "Hush" und "you can't loose at love" sind zwar nicht schlecht, zeigen aber auch warum b-seiten eigentlich b-seiten sind. "Temptation" beeindruckt schon mehr und "I don't wanna live forever" überzeugt komplett. Fazit solala.
Dann endlich der große Tag:
Track 1, "it's my life" überspringt man weil man den Song einfach nicht mehr hören kann, ist aber trotzdem eines der besten BJ-Stücke. Titel 2: "say it isn't so",2 E-gitarren, kein Gitarrensolo,dafür ein Keyboard-solo(ein Unikum im BJ-Katalog,schön dass sich Dave Bryan auch mal "zu Wort" meldet:-)),klingt ein bischen arg nach Brit-pop. Kann einem gefallen,muss aber nicht. Geht als nettes Experiment durch. Mit Titel Nr. 3 erwartet den Hörer die erste Ballade. Enttäuschung die 1.. Der Song klingt wenig innovativ, wirkt sehr konstruiert,als habe man versucht das Beste von "Bed of Roses","Always" und "This ain't a love song" zusammenzumischen. Auch wenn der Song im ersten Eindruck in Streichern zu ertrinken droht, merkt man bei genauerem Hinhören, dass da mehr Gitarre(elektrische) drin steckt als man glaubt.
Bei "Two Story town" hackts zum ersten Mal aus. Der Song beginnt schon mit widerwärtigem Hintergrundgescratsche, hier sollte man schon die "skip-forward" Taste suchen. Der ganze Titel ist durchsetzt von Loops und ähnlichem Kram. Der Song ist,zumindest in meinen Augen Schrott. Schade eigentlich, da "two story town" mit den besten Text des Albums besitzt, aber den kann man ja auch lesen(allerdings nicht im Booklet, da dort keine Texte zu finden sind,ebensowenig wie songwriter-credits;zu letzterem später mehr).
Als nächstes folgt "100 Years",ein im Grunde guter Song der leider mit unsäglichen "na-na-na" Gesängen unnatürlich in die Länge gezogen wird. Das sehr schöne und v.a. lange Gitarrensolo wird hier leider mit einem 47-Mann Orchester überdeckt. Hier empfehle ich die Live-single "Wanted Dead or Alive" von 2001, dort findet man als B-Seite eine Live-Aufnahme wo man den Song ohne orchestrale Unterstützung genießen kann.
"Just Older" überzeugt wieder voll und ganz. Es ist immer ein bischen schwierig über songs zu schreiben, die einem gefallen. Mein Gott, Text ist gut, Gittarenspiel auch(1xakkustisch,1xelektrisch), Tempo ist auch eher im oberen Bereich angesiedelt.
So die erste Hälfte des Albums ist rum,bis jetzt ist man ganz zufrieden, ab jetzt wirds furchtbar:
"Mystery Train",einfach nur schlecht. Jon nervig-näselnder Gesang zu Gittarrenakkorden die selbst die Tele-Tubbies nicht weicher spielen könnten.Einzig das piano überzeugt,aber das hält mich nicht davon ab diesen Song zu überspringen.
"Save The World": Jon Bon Jovis Beitrag zum Armagedon-soundtrack; wie ja allg. bekannt ist in letzter Instanz von Aerosmith geschlagen. Man merkt halt schon, dass ein ein solo-werk des Bandleaders ist, vom Rest der Band hört man herzlich wenig, sonderlich aufregend ist der Song auch nicht. "Captain Crash&the beauty Queen from Mars" - langer Titel wenig dahinter, manche vermuten ein David Bowie cover,vermag ich nicht aufzuklären. Zum Anhören ganz nett, allerdings hätte ich mir den Song auch auf der "it's my Life"-single vorstellen können:-).
"She's a Mystery", ein an der Basis ziemlich verhasster Song, eigentlich zu Unrecht denn er hat etwas was vielen Songs auf CRUSH fehlt: Atmosphäre. Sehr spärlich engagiert kann der Song durchaus gefallen, aber bitte sowas darf auf kein ernsthaftes Rock-album. Irgendwann mal als B-seite für die Fans OK, aber so?
"I got the Girl" - Lolly-pop-Rock,klingt so wie die Klamotten aussahen die BJ auf der CRUSH Tour trugen,pink,goldig glitzernd etc. Einzig der Refrain weiß mit hohem Tempo zu gefallen. Und nun das Unfassbare: Titel Nr. 12 ist doch tatsächlich ne echte rocknummer. Man hatte die Hoffnung schon aufgegeben. "One Wild night" hat im prinzip alles was vorher gefehlt hat: Harte Akkorde, aggressives Schlagzeug,ein paar Ecken und Kanten, kurz power! Als ich erfuhr das "OWN" als Vorab-single für das gleichnamige Live-album erscheinen sollte drohte ich för,mlich in Ekstase zu geraten. Als ich sah das es sich um einen Remix handelte in dem fast alles was oben noch als positiv beschrieben wurde ins Gegenteil gekehrt wurde war die Begeisterung allerdings dahin.
Hier endet das offizielle Album. In Europa bekommt man "If I could make a living out of lovin you" als zugabe...man glaubt es kaum,noch ein guter Rocksong. In Japan und Australien gibt es zusätzlich noch "neurotica" als 14.Titel . Der song soll der absolute Bringer sein,ich hab ihn leider noch nie gehört.
Viele Köche verderben den Brei! Wie oben schon erwähnt findet man keine songwriter-credits im Booklet. Wohl gewusst warum man die weglässt. Nach etwas Recherche mekrt man nämlich,dass CRUSH ein fröhliches Sammelsurium von Songs ist, die z.T. noch aus der Zeit von Jon's "Destiantion Anywhere" stammen. Dementsprechend findet man auch eine erklägliche Zahl an Menschen die bei CRUSH,vom Songschreiben her, die Finger drin hatten(9,im Gegensatz zu 3-4 normalerweise).
Fazit: Nur 3(mit "If I could Make...." 4) Titel überzeugen wirklich,der Rest ist a)solala oder b)belanglos oder c)richtig schlecht.
Mit Sicherheit das schlechteste BJ-Album.