Porträt

laut.de-Biographie

Bluekilla

Wie übersteht man mehr als zwei Jahrzehnte im Geschäft ohne Trennung, ohne Reunion, ohne größere Wechsel im Line-Up und ohne hörbare Einbußen in der Spielfreude? Bei Bluekilla ist man sich sicher: "Das geht nur, weil wir die faulste Band der Welt sind."

Ihr 25. Bühnenjubiläum feiert die neunköpfige Combo 2010. Zwei von fünf Gründungsmitgliedern sind nach wie vor aktiv, die Bluekillas gehören auf ihrem Sektor mittlerweile zu den dienstältesten Formationen.

Seit sie sich 1985 in München zusammenfanden und mit ihrem Debüt - so viel zum Thema "faulste Band der Welt" - knapp zehn Jahre später "The New Age Of Ska" ausrufen, gilt, was als Titel ein weiteres Album ziert: "Ska Is Our Business".

Aber nicht nur Ska, auch mehr (Reggae, Ragga, Rocksteady und Dub) oder weniger (Synthiepop, Calypso, Mariachi und Rock'n'Roll) Artverwandtes schleicht sich in die Tunes, die stets fest in Two-Tone-Gefilden verwurzelt bleiben.

Nicht so ihre Urheber: Seit jeher reisen Bluekilla - die ihren Bandnamen übrigens aus gemeinsamen Vorlieben für Bluebeats und Tequila zusammenkürzen - durch die Lande, um ihren Sound an den Mann zu bringen.

Als eine der ersten ausländischen Bands wagen sie 1997 einen Trip durchs kriegsgebeutelte Ex-Jugoslawien, wo man ihnen prompt Spionagetätigkeiten unterstellt. Tatsächlich treten sie in Serbien einen wahren Ska-Boom los.

Genre-Ikone Laurel Aitken prophezeit nach einem gemeinsamen Auftritt 1990: "Ich werde euch berühmt machen." Ob selbiges an seiner Verpeiltheit oder an der kultivierten Faulheit der Band scheitert, ist nicht überliefert. Der echte Durchbruch lässt auf sich warten, stetig aufwärts geht es aber, seit Amedeo 'Dr. Deadlock' Tortora als Frontmann mit an Bord ist.

2003 führt eine weitere ausgedehnte Reise Bluekilla nach Australien, um auch mal auf dem fünften Kontinent vorzuführen, was eine bayerische Two-Tone-Harke ist: partytauglich und tanzbar, dabei entschieden gegen Rassismus, Faschismus und Gewalt gerichtet.

Platten veröffentlichen Bluekilla zwar nur in großen Abständen, dann aber behalten sie auch Produktion und Vertrieb in den eigenen Händen.

Ein Titel, wie er 2011 auf ihrem erst fünften Album prangt, nimmt wirklich niemand mehr für bare Münze. "Never Was A Ska Band" - wer soll das denn bitte noch glauben? Bluekilla steht längst als Synonym für "pure ska since 1985".

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