- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Im Interview mit laut.de drückte Blackfields Steven Wilson seine zwiespältige Meinung über MP3s und Downloads aus. Auf der einen Seite hasst er sie aus tiefstem Herzen, andererseits verdankt er dem Netz unbestritten eine Menge.
Pratteln (alc) - Es war ein regnerischer Samstag, als Blackfield zu einem wunderschönen Konzertabend ins Prattler Z7 luden. Wir ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen und hielten den beiden Protagonisten Aviv Geffen und Steven Wilson das Mikro vor die Nase.
Neben Fragen zur aktuellen Blackfield-Tour war auch das neue Porcupine Tree-Album "Fear Of A Blank Planet" Gegenstand der Diskussion. Auf die Frage, was er denn davon halte, dass mehr und mehr Musik über das Internet vertrieben werde, ging Wilson in die Vollen, legte aber eine dezidiert dualistische Sichtweise zum Thema dar.
"Well, ich habe eine persönliche Sicht, aber auch eine von dem Standpunkt aus, dass ich Menschen erreichen und die Musik vermarkten möchte. Persönlich hasse ich es. Ich besitze keinen iPod. Ich hasse diese Jukebox-Mentalität. Man lädt sich ein paar Songs herunter, aber das zugehörige Album bleibt außen vor. Aus Marketing-Sicht war das Internet bei all meinen Projekten dagegen essentiell wichtig", so Wilson.
Insbesondere bei Blackfield und Porcupine Tree. Für Porcupine Tree habe es lange überhaupt keine Aufmerksamkeit von medialer Seite gegeben. Die meisten Leute wären über das Internet und Filesharing-Plattformen auf die Band aufmerksam geworden und sind dann in die Läden gegangen, um die Alben zu kaufen.
"Du kannst es mögen oder nicht, der Geist ist bereits aus der Flasche. Das ist eben die Art und Weise, wie die Mehrheit Musik in Zukunft konsumieren will. Ich hoffe aber, dass es immer eine starke Minderheit - zu der ich mich selbst zähle - geben wird, die etwas Greifbares in den Händen halten möchte. Ich selbst habe keinerlei Bedürfnis, mir jemals einen iPod zuzulegen." Das komplette Interview lest ihr demnächst auf laut.de.
Mr. Wilson spricht mir aus dem Herzen.
Ich glaube, dass viele nicht wissen, was ihnen verloren geht, wenn sie nur immer die vermeintlichen "Highlights" herunter laden und den "Rest" ignorieren.
Wie das Leben zeigt, erschließt sich vieles erst im Laufe der Zeit.
Was treibt die Menschen, dass sie diese Zeit nicht mehr haben, bzw. nicht mehr haben wollen, oder was?
Wo mag, soll und wird dann so eine "Download-Mentalität“ enden (bei Junk-Food-Mucke?)?
Ständig auf der Suche und nach immer neuen Höhepunkten jagend, hat man auch nur noch Zeit für die scheinbaren "Rosinen" ("Schnäpchen"). Werden diese u.a. nicht auch deswegen heraus gepickt, weil sie ein Zeichen dafür sind, wie erfolgreich man als Jäger und Sammler, und auch auf der Höhe der Zeit ist. (Das ließe sich noch weiter führen und vertiefen, aber an anderer Stelle)
Doch zurück zum Download, - warum auf halben Weg stehen bleiben?
Gibt es nicht auch in jedem Stück, selbst einer 2-3-Minuten-Single, Höhen und Tiefen, also Stellen die einem besser und solche die einem schlechter gefallen.
Suche ich mir doch aus dem ganzen Stück nur das heraus, was mir gefällt, und verzichte auf den „ollen“ Rest.
Warum also das ganze Stück zusammen mit dem „Ballast“ nehmen, wenn es nur einige Abschnitte oder Teile sind die man gerne hören will.
Endlich lassen sich bestimmte Refrains oder Instrumente, Einleitungen, Höhepunkte, Wiederholungen oder auch nur ein Vorspiel, aus dem ganzen anderen Rest heraus befreien.
Downgeloadet und warum auch nicht gleich nach eigenem Gutdünken und "Geschmack" (befreit von der „Bevormundung“ des Künstlers) selber neu kombinieren, wiederholen und zusammensetzen.
Was heißt hier Vorspiel, wenn es mir doch viel besser am Ende, oder mitten drin gefällt. So nach eigenem, oder dem Geschmack der Schwiegermutter neu zusammen geschustert und gebrannt, hat man ein schönes Geschenk zu Weihnachten.
Da bekommt die „Stille Nacht“ eine neu hoffnungsvolle Bedeutung, wie ich meine.
Du fantasierst doch arg übertrieben plakativ.
Zu deinen angeblichen Missständen: Das war schon immer so, ist im Momet so und wird auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit immer so sein. Nur das Trägermedium wechselt.
Es gibt halt den 'Mainstream', der nur ein bisschen Hintergrundgedudel benötigt und sich wenig um Gesamtkonzepte, Atmosphäre und Musikqualitäten schert. Und dem gegenüber den 'Junkie', der sich nunmal um diese Konzepte schert.
Aber dann neue Medien zu verdammen, weil sie Möglichkeiten schaffen, die man so nicht vertreten würde, finde ich schonr eichlich lächerlich. Ich liebe iTunes, meinen iPod und die Möglichkeit des Komprimierens und Verwaltens.
Dennoch bin ich ein Musikliebhaber, der eher auf Atmosphäre und Songstrukturen steht, die auch gerne erst nach zahlreichen Hördurchgängen zünden, als auf den schnellen Spaß. Insofern sollte man doch eher differenzieren und nicht gleich das Ende des guten Geschmacks prognostizieren.
Ein bißchen Recht hat der oberste Kollege schon. Das Rosinenpicken war noch nie so einfach wie heute.
Ich meine selbst wenn man sich die Single gekauft hat, haben die Künstler/ Label das manchmal/oft genutzt um noch ein oder 2 andere Songs zu promoten, selbst wenn man die "BravoHits" oder einen anderen Sampler gekauft hat, waren da auch Sachen drauf, die man nicht unbedingt wollte aber letztlich vielleicht doch intensiv gehört hat und gut fand.
Aber die Spaltung gabs doch schon immer zwischen den Hit-Hörern und denen die sich auch mal einem Künstler oder einem Genre in der Gänze widmen.
Die MP3-Kultur wird das nicht erst erschaffen, aber wohl etwas verstärken...
Format
Homepage: