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Wenn sich Harriet Bevan und ihre Jungs aus dem Norden Englands ans Werk machen, wanken Mauern und bersten Grenzen. Denn das, das die Band selbst schlichtweg als "Mothic Horror" bezeichnt, ist so unausweichlich umwerfend, dass es in jede Pore des Hörers dringt.
Tiefe Bässe, harte Riffs und eine melancholisch-melodiöse weibliche Gesangsstimme sind Bestandteil des enggeschnürten Pakets, das Black Moth mit ihrem Debüt "The Killing Jar" auf den Plattenmarkt werfen. Den Anfang macht mit "The Articulate Dead" eine bretternde, surrende Eröffnungsnummer. "You set me free / I am your slave" ist verbale Unterwerfung und klanglicher Gegenschlag zugleich. Der Aufstand hat eben erst begonnen.
Mit "Blackbirds Fall" schaffen die Briten eine tiefschürfende Hymne an psychedelische Stonersounds, die so schleppend dahin kriechen, wie sich Bevans Stimme in die Gehörgänge drängt. Nach diesen vier Minuten Gänsehautstimmung fürs Trommelfell ist es vorbei mit jeglicher Gegenwehr. "We want nothing and we want no power" - stimmt ein auf pure Hingabe zu harten Klängen und perfekt abgestimmten Ensembles.
"Banished Blameless" ertabliert zunächst eine ruhige Grundatmosphäre. Doch spätestens mit dem Refrain gehen Swainston und Carew an den Gitarren aufs Ganze und wirbeln jedes noch so kleine Staubkorn auf.
Im Gegenzug zieht Bevan im nächsten Track ihre Register: "It's strange, but I feel there's something more!" So sehr, wie sie ihre Stimme in abgedrehte Formen zwängt, so sehr kann man "Spit Out Your Teeth" nachempfinden. Vor allem mit dem schnell vorantrabenden Ende "I can't let you go, I can't let you go! I couldn't let anything happen to you!" offenbart sich eine Liebeskranke, deren eigens angekündigte Verrücktheit nun um sich schlägt.
"The Plague Of Our Age" wird abrupt von langsam schleppender Instrumentierung gebremst. Dieser spannende Widerspruch findet sich auch in "Chicken Shit" wieder. Schnell und langsam kriechend zugleich, diese beiden gegensätzlichen Pole bedienen Black Moth in angemessener Weise.
Die Band lässt zudem niemals Bodenständigkeit vermissen: Tracks wie "Plastic Blaze" driften von eingängigen Wüstensounds in ewig hinaufschraubende Höhen ab, ohne sich zu verirren. "Land Of The Sky" besiegelt diesen psychedelischen Höhenflug dann wieder und lässt klassische Metalelemente ans Tageslicht treten.
Black Moth loten bis zum bitteren Ende von "The Killing Jar" ihre Grenzen in alle Richtungen aus. Verzerrter Gesang, in unendlichen Varianten wieder aufgegriffene Gitarrenriffs und gekonnte Pausen machen das Finale in "Honey Lung" perfekt.
Diese Platte ist so vielseitig und überraschend geworden wie die Bandmitglieder selbst. Mich haben schon viele Absonderlichkeiten der Musiklandschaft erreicht, aber diese von Metal geprägte, tiefschwarze Stonerband aus Leeds wirft mich gerade völlig aus der Bahn.
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Hehe, auf die Rezi hab ich gewartet, aber dass die Rezensentin gleich so hin und weg ist? Freut mich!
Technisch liegt das Album nicht bei 5 Sternen, wobei die geile doom-lastige Produktion auch bei mir die Wände wackeln lässt. Klar, sie haben weder Stoner- noch PsychedelicRock erfunden, verkaufen sich aber allesamt extrem gut auf der Platte.
Und die Sängerin hat nicht die Überstimme, weiß ihre Ressourcen aber extrem gut zu verwalten. Dieser ständige Wechsel aus derben Riffwalzen und ihren lasziven Vocals mit den immer wieder subtil anzüglichen Textpassagen haben definitiv was für sich.
4 Sterne von mir so far, davon einer durch mein Faible für talentierte Frauen vor schwermetallischer Soundkulisse. Definitiv die "gitarrenlastige Sommerliebe", die ich mir erhoffte.
Klingt stellenweise wie die böse, kaputtere Version von The Joy Formidable. Die Harriet stört sich im Gegensatz zu Ritzy scheinbar nicht am Matsch auf ihrem Rock 
Schöne Entdeckung! Gefällt mir wesentlich besser als z.Bsp. Kylesa. Hab jetzt (noch) nicht das ganze Album gehört, aber 4 Sterne scheinen in der Tat auch zu reichen. Den 5. schiebt man besser rüber zur letzten Baroness.
Oho, da hatte aber jemand die Spendierhosen an. Klingt wie Fu Manchu - nur eben mit weiblichen Vocs. Mit Sicherheit eher ein gutes Album, aber nicht wirklich herausragend. Sowas zwischen 3 und 4 Sternchen würde der Sache eher gerecht werden.
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