Porträt

laut.de-Biographie

Black Dice

Was mehr oder weniger beflissene Studenten abseits von Lehrsaal und Bibliothek so alles tun, um ihren Neigungen freien Lauf zu lassen. Während des Frühjahrs 1997 gründen in Providence drei Studis der Rhode Island Design-Schule Black Dice: Björn Copeland (Gitarre), Hisham Bharoocha (Schlagzeug) Sebastian Blanck (Bass) sowie Sänger Eric Copeland, der noch zur Highschool geht.

Black Dice - Broken Ear Record Aktuelles Album
Black Dice Broken Ear Record
Sonische Erkundungen in Raum und Zeit.

Die Band steht zu Beginn vor allem für einen chaotischen Mischmasch aus 80er Thrash und Lärmexperimenten mit entsprechenden Geräuschpegeln, später eher für Noiserock und Hardcore. Ihre frühen Auftritte dauerten selten länger als 15 Minuten, Wechsel zwischen strukturiertem Songs und improvisierten Soundmanipulationen kennzeichnen ihre Gigs und gestalteten sich von Mal zu Mal anders. Black Dice-Shows zeichneten sich ebenso durch heftige Performances aus, wobei es vorkam, dass Musiker wie Publikum zu Schaden kamen.

1998 veröffentlichen Gravity Records Black Dices erste Single als 7'': "Lambs Like Fruit". Im gleichen Jahr noch ziehen die Jungs nach New York und lassen sich in Brooklyn nieder, da Eric sich in der Stadt an einem College einschreibt. In New York lernen sie Aarron Warren aus L.A. kennen, der bald darauf Sebastian ersetzt. Mit der Zeit verlagert sich der musikalische Schwerpunkt von Black Dice, weg von konventionellen Songstrukturen zu schier endlosen Erkundungen in Sachen Sound und Schall.

Der Wandel setzt sich fort, indem die Band sich zusätzliche Möglichkeiten eröffnet, verstärkt auf elektronische Hilfsmittel zurückgreift und (noch) mehr Wert auf unkonventionelles Instrumentieren legt. Ihre Musik ist indes nach wie vor nicht leise. 2000 erscheint das unbetitelte Debüt-Album der Band. Mit der Prioritätenverschiebung werden auch die repetitiven Exkursionen bzw. Improvisationen sowie die Auftritte länger und länger. Ferner hält ein überraschendes Element Einzug in den verstärkt psychedelisch gearteten und von Dub, Industrial oder Ambient beeinflussten Soundkosmos der Band: Melodie.

Black Dice geben sich zugänglicher, ziehen aber dennoch ihr eigenes Ding durch. Auch auf anderer Ebene machen sich Veränderungen bemerkbar. James Murphy und Tim Goldsworthy, die The Rapture zu Ruhm verhelfen, nehmen Black Dice für ihr DFA-Label unter Vertrag. Hier kommt 2002 das Album "Beaches & Canyons" heraus. In Europa übernehmen Fat Cat (u.a. Múm) die Band. 2003 erscheint bei DFA die für Black Dice Verhältnisse geradezu tanzbare 12'' "Cone Toaster", die die New York Times zur "Single des Jahres" kürt und die sich in den Top 5 des US-Rolling Stone wiederfindet.

Black Dice kommen in den Genuss von Auftritten u.a. mit Sonic Youth oder den Yeah Yeah Yeahs. Daneben komponieren sie bereits 2001 auf Einladung des Malers Richard Phillips ein Stück für dessen America-Ausstellung in der New Yorker Fredrick Petzel Gallery. 2002 treten sie bei Peter Coffin auf seiner Perfect If On-Show in der Andrew Kreps Gallery in New York auf. Mittlerweile setzt sich die Band aus Björn, Eric und Aaron zusammen, während Hisham sich anderen Projekten widmet. Black Dice veröffentlichen 2004 die LP "Creature Comforts", im Jahr darauf erscheint ihr viertes Album "Broken Ear Record".

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