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Björk stellt ihre Fans erneut auf eine harte Probe. Nach den durchgeknallten Soundcollagen von "Selma Songs" und dem Beinahe-A cappella-Album "Medulla" wendet die Isländerin sich nun kompromisslos von der abendländischen Tonlehre ab: auf dem neuen Soundtrack "Drawing Restraint 9", den Björk gemeinsam mit Will Oldham für den gleichnamigen Film ihres Partners Matthew Barney geschrieben hat, dominieren disharmonische Klänge und fernöstliche Instrumente.
Der Opener "Gratitude" ist noch einer der eingängigsten Tracks: zwar schwebt Oldhams Stimme recht frei über allerlei Glocken- und Cembaloklängen, doch ist hier wenigsten der Angriff auf die Tonalität als solcher noch erkennbar. Dagegen macht das Gehechel, das Gebell, das Gestöhne und Gequitsche von "Pearl" für sich alleine überhaupt keinen Sinn; auch will man einen Film mit solchen Geräuschen vielleicht überhaupt nicht sehen.
"Ambergis March" legt die rhythmische Betonung so konsequent auf die ungeraden Werte, wie man es sonst nur von der modernen Klassik kennt, dafür verzichtet das dahin gehauchte "Bath" wieder komplett auf Rhythmus. In Kenntnis der Tatsache, dass es sich bei "Drawing Restraint 9" um einen Experimentalfilm ohne Dialoge handelt, war man ja schon auf Einiges gefasst, eine verbindende Klammer oder eine thematische Einheit ist in diesem Soundtrack dennoch auch beim besten Willen nicht zu erkennen.
Mit schwebendem Gesang, unterlegt mit Geräuschen, verfremdeten grönländischen Volksmusik-Elementen, asiatischen Glockenspielen und allerlei pfeifenden Keyboardklängen entwirft Björk auch in der Folge eine Welt aus Tönen, die wohl vor allem befremden soll. Dass sie dieses Panauditorium mal mit traditionellem japanischem Gesang ("Holographic Entrypoint"), mal mit Brucknerscher Terrassendynamik ("Hunter Vessel") belebt, macht die Verwirrung nur komplett.
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Eigentlich reizt mich daran nur die Studioversion von Nameless (Storm) die Björk 2003 einige mal mit Leila Arab live gespielt hat.. Der Rest ist (noch?!) ziemlich schwer verdauelich.. Holographic Entrypoint ist mit 9 Minuten Laufzeit absolut unhörbar..
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