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Nicht weniger als vier Jahre brauchten Bushido und Konsorten, um mich endlich in das Geheimnis ihres kryptischen Labelnamens einzuweihen.
Mit Gangstagetue und tonnenschweren Eiern hat es nichts zu tun: Bizzy Montana ist der einzige echte Ersguterjunge des Berliner Labels. Und das trotz - oder gerade wegen - seiner kleinstädtischen Herkunft aus dem badischen Mühlheim.
Angesichts des sicherlich nicht ganz unverschuldeten täglichen Struggles ein guter Junge zu bleiben, das braucht etwas mehr als Koka schnupfen, Omas erschrecken und sich mit der benachbarten Gang um das bessere Handy zu kloppen. Das Herabwürdigen von Homosexuellen, Frauen oder Establishment - man versteht es unter Umständen. Das Attribut "gut" verdient ein solches Verhalten trotzdem nicht.
Wenn Bizzy Montana aus dem Nähkästchen plaudert, gibts keinen nervtötenden Narzissmus. Von seinen Lippen kommt kein dröges Abfeiern der eigenen Perspektivlosigkeit. Vielmehr berichtet er beinahe nüchtern objektiv aus einem Leben, das die meisten Deutschen nie kennen lernen oder es zumindest schnell hinter sich lassen und mit aller Kraft vergessen wollen. "Mukke Aus Der Unterschicht" - der Titel passt wie die Faust aufs Auge. Unabhängig davon ob sein Vater nun Schlosser oder Neurologe sein mag.
"Kleiner Bruder", "Entweder Oder" und "Das Mädchen Aus Dem Balkan" geben der Scheibe ihr Fundament: die Renaissance des Storytelling. So zielsicher ein Dendemann mit seinen Geschichten den Nerv seiner Hörergruppe trifft, so genau schießt Bizzy auf die Emotionen der Rapfans im Zeitalter von Hartz IV.
Seine Labelkollegen steckt er dabei nicht nur wegen überlegenem Flow und grandios charakteristischer Stimme in die Tasche - in erster Linie punktet er mit einer gnadenlos entwaffnenden Ehrlichkeit.
"Halt den Kopf her, weine nicht, ich bin für dich da / Alles Blödsinn, es geht nur um die Zahlen in den Charts / Gib nicht auf, bleib am Ball und die Hoffnung stirbt zuletzt / Junge, fick was sie sagen und komm klar oder geh weg." Die Liste der Rapper, die er mit diesen Zeilen disst, ist wohl um einiges länger als Fiftys in "Piggy Bank".
Freunde wird er sich damit bei den Azads und Savas dieser Welt kaum machen - Recht hat er möglicherweise trotzdem. Um so besser wirkt sich Bizzys Einfluss auf Chakuza aus - der Linzer hatte selten bessere Parts als im Zusammenspiel mit dem Badener gegeben. Das gilt für das Mixtape "Blackout" ebenso wie für die Tracks "Stunde Null" und "Leuchtturm".
Außer Chakuza, um auch mal zu den durchaus vorhandenen Angriffspunkten zu kommen, sind die Gäste allerdings kein großer Gewinn. Statt des Mannheimers Sprachtot hätte man besser eine weitere Basslinie eingefügt, während RAF Camora wie eine Kopie des Labelkollegen Baba Saad klingt. Auch die Gastproduzenten Beatlefield, Tobstarr und katch22 & E. Ökmen bereichern "M.a.d.U. 2" nur bedingt.
Nicht, dass sie ihre Sache schlecht machen würden: Insbesondere Beatlefield übertreffen mit ihren drei Beiträgen Bizzy als Produzent deutlich. Generell gehen die Beats der Scheibe für sich gesehen klar. Trotzdem bleibt die Auswahl der Instrumentals alles in allem zu monoton.
Melancholie, Tristesse, vertonte graue Tage prägen den musikalischen Grundtenor, und der wird gnadenlos durchgezogen. Sicherlich gefallen mir tiefgehende Texte und Themen besser als ununterbrochenes Partygeblubber - den Protagonisten des Albums am Ende mitleidsvoll in den Arm nehmen zu wollen, ist jedoch sicher nicht das Ziel der Tracks.
Dennoch: Ein Straßenrapper, der die Straße nicht glorifiziert, sondern nüchtern über deren Zoten und Status Quo berichtet, das gefällt. Damit wiederbelebt Bizzy Montana die mit Royalbunker traurigerweise untergegangene Realness des Genres und erzeugt den ewigen Kritikern, die er zu zerreißen droht, ein schlechtes Gewissen.
Bizzy Montana entpuppt sich als bestes Pferd im Stall der Ersguterjungen, auch wenn sein Potenzial der zweiten Runde der "Mukke Aus Der Unterschicht" noch immer nicht gänzlich gerecht wird. Aus der Unterschicht mag die Mukke zwar kommen, ins Herz treffen kann sie jedoch jeden.
Warum nur 3 Punkte dann, bei den ganzen aufgezählten positiven Aspekten? Weil er bei EGJ ist? Meiner Meinung nach hätte der Junge für das Werk mindestens 4, wenn nicht sogar 5 Punkte verdient. das bisher beste Release das von EGJ kommt. Allgemein zähle ich Bizzy zu den besten rappern des landes.
Edit: weiterer fehler gefunden (zum dem von meinem Vorposter) - es heißt: "es geht nur um die ZAHLEN in den Charts"
Zur Review:
3 Punkte für das Album? Ist es nicht wert. Bis auf ein zwei gute Tracks einfach nur unspektakuläres Geblubber ohne irgendwelche Momente, die man behält.
Da war ja selbst "Unter der Sonne" besser, wenn man sich jetzt mal auf ersguterjunge beschränkt.
in der review steht zwar ersguterjunge, auf der laut.de mainpage steht allerdings royalbunker.
hab mich auch gefragt, was da schief geloffen is..
also erstmal.
kuhle sache dass sich laut meinen lieblingsrapper vornimmt.
und danach.
klar ist bizzy das beste pferd im stall von egj, was vorallem an seiner individualität liegt, aber hier bin ich mal ganz anderer meinung.
"licht an der straße" auf m.a.d.u 1 - das war storytelling, das ins herz trifft! die hier angesprochenen tracks sind lediglich wegen der beats gut. texte bestehend aus phrasen und gleichklingende hooks braucht aber kein mensch.
entweder bin ich also tatsächlich zu blöd, um den phrasen etwas taugliches auszuleiern oder herr gässlein hat mal fatal danebengegriffen, was die bewertung angeht. vielleicht biste aber noch so nett und erzählst uns was über m.a.d.u 1 - das waren 3/5. genau wie "das leben ist saad" - das waren 3/5. aber alles, was seit diesem jahr vong egj kommt, ist nur noch abfall bestehend aus phrasen.
*garnichklarkomm*
ich glaube nicht, dass du zu blöd bist. wenns einen nicht berührt, berührts einen nicht. ich konnte z.b. mit "mit dir" vom freundeskreis nie was anfangen und stand fassungslos da, wenn heulende mädchen vorm radio saßen.
"kleiner Bruder" und "Mädchen aus dem Balkan" sind tolle Songs, ich erkenne da kein Phrasengedresche, sorry. (laufen ab sofort auch in der boombox, http://www.laut.fm/boombox )
Was du mit 3/5 für madu1 und saadcore meinst weiß ich nicht. Beide Alben wurden hier gar nicht besprochen.
nein, mit phrasengedresche meinte ich 85% des restbestandes von m.a.d.u 2.. "mädchen aus dem balkan" und "kleiner bruder" erzählen zwar natürlich eine geschichte, klingen aber - bis auf die genialen beats - tausendmal gehört und haben sich in meinen ohren schon beim 3ten mal hören ausgeleiert.
aber, und da ist der kritikpunkt, im gegensatz zu teil 1 wirkt das auf mich wie quotendeepness. deshalb würde mich mal deine meinung zum alten bizzy werk interessieren, besonders zum thema "licht an der straße":
http://www.youtube.com/watch?v=3IXUNoLyRE0
die letzten beiden sätze waren dann eigentlich mehr unmut über die tatsache, dass diese beiden tollen tapes hier nicht besprochen wurden, diese miese platte aber ne rezi kriegt. "das leben ist saad" und der erste m.a.d.u-ableger hätten die wertung hier vielmehr verdient findich bzw überhaupt vielmehr aufmerksamkeit.
naja auch wenn das album nicht gerade die erwartungen erfüllt (habs noch nicht zuende gehört, bewertung kommt später) ist bizzy für mich neben Bu und Chak der beste man bei EGJ, der typ hat einfach was und blackout war einfach nur der absolute überhammer!

Über Musik lässt sich bekanntlich streiten 
Meiner Meinung nach deckt M.A.D.U 2 ziehmlich viele Bereiche des Raps ab und bietet Abwechslung durch den Wechsel von Battletracks, Deepentracks und Storytelling, wobei sich dennoch ein roter Faden durch das ganze Album zieht und die Tracks gut abgestimmt sind.
Die meisten hier wollen ein Album was musikalisch von den Beats und den Themen nicht machbar ist....
Oder wie stellt ihr euch das vor, das nach dem Intro ein dicker Heavy Metal Beat mit Lovestory kommt, dannach folgt ein deeper Beat mit battletrack Ambitionen.
Das wäre kein Album sondern eine Cd mit zusammengeschmissenen Tracks.
Das Album handelt von der Unterschicht,vom tristen Leben und da passt es einfach nicht wenn man 2-3 Partylieder findet, nur weil es dem Hörer ein wenig Abwechslung bietet.
Das Album greift einfach eine Thematik auf und bearbeitet diese dementsprechend.
PS: Bitte redet nicht so schlecht von EGJ Releases ohne jemanden zu nenen der bessere Releases droppt, die auch Erfolg haben oder gut sind.
naja, setz meine hoffnung jetz in Heavy Metal Payback 
ich setz viel draufHab mir gestern ein Album von der angehört, da ist mir irgendiwe die Lust an Steen vergangen. 
Aber an sich geht die schon klar, aber der Rest ist so dermaßen schlecht, da kann die den Gesamteindruck leider nicht verbessern... 
Und wenn man mal die Feature-Tracks und Intro/Outro abzieht, bleibt nicht viel Platz für gutes Bushido-Material.


Naja, das Intro auf "Unter der sonne" war schon wirklich hammer, aber gerade bei Bushido-Alben kann man die nach dem zweiten Mal skippen (abgesehen von "Electrofaust"). Das "Outro" auf 7 war ganz gut, aber sonst... naja.
Naja, zum Glück wurden einige Tracks mit Bushido-Beat angekündigt. Das dürfte eigentlich nicht schief gehen.
Huch, cooles Ding, klingt nicht so abgedroschen und plakativ prollig, wie die meisten anderen Straßenrapper. "Authentisch", könnte man sagen, klingt es. Zwar gefällt mir der Flow nun auch nicht wirklich, aber nach Azad wird wohl keiner Gangsterrapper mehr kommen, dessen Stimme mir wirklich was gibt, ich gebs auf.
Dennoch überdurchschnittliches Album, krasse Überraschung.
So, hab nochmal gründlich reingehört. Mein Ersteindruck war doch etwas arg negativ, weil ich auch frisch aus Prag zurück war, aber jetzt steh ich dem Album etwas positiver gegenüber.
Sehr ehrlich und glaubhaft das Ganze, aber teilweise sind die Beats zu überladen (bestes Beispiel: Kleiner Bruder. Hammer Text, hammer Grund-Beat, aber in der Hook völlig überladen...)
Auf Dauer langweilt's mich leider dann doch, weil die Melodien einfach nie kicken (außer in Stunde Null). Gefällt mir irgendwie auch besser als Teil 1. Den konnte ich mir aber auch nie wirklich geben, muss da auch nochmal richtig intensiv reinhören. Zurzeit ist das der Hip-Hop, der mich am ehesten ansprechen müsste.
Joa, stimmt schon, wäre jetzt nichts, was ich mir x mal reinziehen könnte. Aber die Attitüde hat mich schon positiv überrascht.

Ne, ganz schwach würde ich es inzwischen nicht mehr nennen. Sind wohl auch viele Tracks dabei, die mir nicht gefallen, aber ich find's nicht viel schlechter/besser als Teil 1.
ich finds auf jeden fall besser als saadcore, mit Unter der Sonne ziehts ungefähr gleich.
Ja, Saadcore war eine dicke Enttäuschung. UdS hatte richtig geile Beats, aber war mir zu oft zu nachdenklich. Passt bei Chakuza nicht so ganz. Da gefallen mir so Tracks wie das "Intro" von ihm doch richtig gut.
chakuza macht doch sehr viele "nachdenkliche" tracks. siehe auf CC, blackout, auf allen samplern, auf suchen /zerstören etc
einer der hauptbereiche in chakis texten ist gerade dies
zu saadcore: fand ich recht gut von den beats her, aber ein saad auf albumlänge ist immer etwas problematisch


d-bo konnts am besten, da ging nichts drüber.seine texte verknüpft mit den immer genialen beats sind eine wucht in dem bereich
leider hat er seit ende letzten jahres die veränderte stimme, sodass bei aller deepsalberei das ganze stimmlich nur noch bedingt hörbar ist
Naja, ich fand die deepen Sachen von D-Bo am Anfang wirklich richtig gut. Besonders, wenn er technisch mal einen guten Lauf hat, dann lässt sich das ganz gut hören. Die Stimme war/ist auch ganz brauchbar für solche Texte. Ich mag aber eigentlich nicht so gerne, dermaßen melancholische Texte zu hören. Zieht einen nur selber runter... 
Aber, und das ist das Problem, der dreht sich teilweise extrem im Kreis. Dann werden immer gleiche Phrasen gedroschen und das geht mir schon bei Bu's Ghetto-Geblubber tierisch auf den Keks.
Und dann klingt das auch nicht mehr ganz so authentisch, wie bei Bizzy. Der erzählt dann auch Geschichten, die einfach glaubhaft erscheinen. Trotzdem freu ich mich auf sein nächstes Album, falls D-Bo wieder eins bringen sollte.
sans souci hat sich denk ich gut genug verkauft, das ein letztes d-bo album kommen wird
sans souci hat er von den verkäufen von seelenblut teilweise abhängig gemacht und da hats dann ja auch geklappt. aber mehr als 1 album kann ich mir nicht vorstellen bei danny
Naja, Sans Souci hat sich nicht wirklich großartig verkauft. 5.000 Stück oder so waren's, aber das haben Bizzy, Fler und Kolle ja mit ihren letzten Platten auch gebracht, also ist das alles ja eh Ansichtssache.
Da könnte aber in der nächsten Zeit durchaus wieder was kommen. Nach dem Kay-Album wäre Zeit für was vernünftiges... 
Und Feature-Tracks sind in letzter Zeit mit D-Bo auch verdammt selten.
Finde das Album eigentlich ziemlich stark, und auch für mich ist er mittlerweile das beste "Pferd im Stall" von EGJ. Allerdings muss ich dazusagen, dass ich den ersten Teil der Madu Serie wesentlich mehr feierte.
Aber an ein Debut anzuknüpfen bzw es zu verbessern ist ohnehin nie leicht bis (fast) unmöglich. Trotzdem 3/5 ist nicht ernstzunehmen, was wäre daran so schlimm gewesen mal einen 4ten Punkt zu verschenken - passt nicht ins laut.de Konzept oder?
das album gefällt mir relativ gut, da es sich vom thema her von der breiten masse unterscheidet, allerdings sind alle features außer chakuzas für das album nicht fördernd.
Leider wird das album aufgrund der aufeinander abgestimmten trackzusammenstellung recht schnell eintönig und konnte mich deswegen nicht allzulange fesseln.
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