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Massiv darf sich in den nächsten drei Jahren nichts zu schulden kommen lassen, sonst drohen acht Monate Gefängnis. Doch er sieht sich in der Opferrolle und kündigt an, in Revision zu gehen.
Duisburg (vog) - Kurz nach dem Urteilsspruch des Amtsgerichts Duisburg kündigte der Rapper Massiv noch am Mittwoch Abend vor laufenden Fernsehkameras an, in Berufung zu gehen. Er sieht sich in die Rolle des Sündenbocks gedrängt, obwohl er nach eigener Einschätzung doch eigentlich die Opferrolle einnimmt.
Auf die Frage eines Reporters, ob er sich ungerecht behandelt fühle, antwortete der Exil-Pfälzer in einem WDR-Beitrag: "Ja natürlich, auf jeden Fall. Ich war damals vor zwei Jahren hier, um Musik zu machen, und nicht, um irgendwelche Aggressivitäten auszuüben."
Ein Fingerzeig als Beweis
Den Vorwurf, mit seinen provokanten, gewalthaltigen Texten zu eben dieser aggressiven Stimmung beigetragen zu haben, hält er für lächerlich - und übt sich stattdessen in typischer Maurertaktik: "Ich bin Rapper, und da gehört es manchmal dazu, einfach ein bisschen auf den Putz zu hauen und auch thematische Tracks zu bringen. So sieht heutzutage ein Künstler aus."
Auch Massivs Anwalt übt massive Kritik am Urteil und bestätigt die Absicht seines Mandanten, in Berufung zu gehen. Er verweist auf die dürftige Beweislage. Der einzige verwertbare Handy-Videoclip zeige einen Mann in der Menge, der den Finger hebt. Der Rückschluss, dass jemand aufgrund dieses Fingerzeigs verprügelt wurde, hält er im Übrigen für eine "gewagte juristische Konstruktion".
Vom Saulus zum Paulus - oder umgekehrt?
Was der Anwalt hingegen verschweigt, ist eine Videobotschaft, die Massiv am Tag nach dem Vorfall veröffentlichte. In der Abenddämmerung steht der 26-Jährige darin vor einem Auto, synthetische, orchestral aufgebauschte Beats tragen zur düsteren Szenerie bei. Dann brüstet er sich damit, die 'Täter' erwischt und bestraft zu haben. Für das Gericht fiel gerade diese Aussage bei der Entscheidungsfindung ins Gewicht.
Massiv im WDR-Bericht:
Auf die Berichterstattung in den Medien angesprochen, reagiert der Rapper in einem aktuellen Statement auf rap.de mit Verbitterung: "In der Öffentlichkeit wird immer wieder versucht, mich auf ein Klischee zu reduzieren. Massiv, der dumme, brutale Schläger. Keiner dieser Leute hat sich je näher mit mir auseinandergesetzt."






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