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Elf Autoren, siebzehn Meinungen. Mindestens. Die laut.de-Rap-Redaktion kürt ihre Lieblingsplatten.
In Da Hood (laut) - "Was ist denn mit der Realness? Wer malt heute noch den Zug?" Marsimoto sprach wahre Worte: "Alles nur noch Wellness." Die Tage des Köpfe-Einschlagens scheinen gezählt: Schon das zweite Jahr in Folge herrscht unter den Rap-affinen laut.de-Autoren ungewohnte Einigkeit in der Platte-des-Jahres-Frage. Wir haben euch aber auch ein schönes Stück ausgesucht ...
... und die übrigen 24 sind auch nicht ganz übel - obwohl der eine oder andere die eine oder andere Entscheidung der Kollegen für zweifelhaft bis komplett irre hält. "XY? Really??!" "Was hat der denn da zu suchen?" "Kompletter Blödsinn!" "Geh' du mal lieber ... hören!" Elf Autoren, siebzehn Meinungen. Mindestens. Rap bleibt eben doch Battle - und das kommt dabei heraus:

Jahresbestenlisten treiben zuweilen seltsame Blüten. Noch nicht einmal die Hardcore-Jünger von Rick Ross feierten sein 2012er-Album so richtig aus tiefster Seele. Irgendwie stahl es sich nach Auszählung der Stimmen dann doch unter die Favoriten. Seltsame Welt! Es muss wohl am Album-Titel gelegen haben. Der nämlich ist ohne Zweifel so großartig wie der Bart seines Urhebers: "God Forgives, I Don't". Vergebt uns!

Abgehen, ihr Schwänze! "HRNSHN" markiert einen Crossover-Erfolg, wie er im Buche steht. Die 257ers trafen mit ihrem hemmungslos zelebrierten Pipi-Kacka-Pillermann-Humor bei weitem nicht nur mittenmang ins Humorzentrum von Yo Mama Fromm. Nein, auch Synthiepop-Windel Michael Schuh zog, lauthals "Über Alle Berge" röhrend, durch die Redaktionsräume und belegte beim Konstanzer Altstadtlauf dann sogar den 257. Platz. Das nennen wir Hingabe. Bloß gut, dass Keule, Shneezin und Mike da nicht angetreten sind: Wo andere normal laufen, le-parcouren die nämlich so rum ...

Man möchte kaum glauben, dass die finsteren Nebel, die den Reglern von SpaceGhostPurrp entweichen, ihren Ausgangspunkt ausgerechnet im sonnigen Florida verorten. Eisekalt erscheint seine Welt voller gespenstischer Szenarien, über denen monotone Raps schweben wie die Stimme eines Hypnotiseurs. "We just don't care", wiegelt SpaceGhostPurrp diejenigen ab, die in ihm den (schon wieder einen!) Retter des Genres erkennen wollen. Hip Hop braucht keine Hilfe, Hip Hop kommt bestens klar. So lange er neben allem anderen auch Platz für "Mysterious Phonk" bietet: erst recht!

"It's a lovely day to go blitzkrieg, isn't it?" Wer diese Frage für sich mit einem entschiedenen Ja beantwortet, bekommt den passenden Soundtrack frei Haus geliefert. Gude Laune, Alter? Nix. "Request Denied". Mit Lebensfreude und Eierkuchen ist ohnehin nicht zu rechnen, wenn El Producto über Regler und Mic gebietet. Gleich dreimal nicht, wenn er seinem Freund Camu Tao ein Album widmet, den 2008 der Lungenkrebs dahin gerafft hat. Ganz unerwartet keimen auf "Cancer 4 Cure" dann doch noch ein paar Gänseblümchen. Die mäht El-P aber umgehend erbarmungslos wieder nieder. Ihr sucht den Meister im Katz-und-Maus-Spiel mit den Erwartungen der Hörer? Sucht ihn hier.

Haftbefehl schafft, wenn er so weiter macht, die endgültige Bedeutungsverschiebung eines Begriffs. Bereits heute ist er jedenfalls Quell endloser Diskussionen darüber, ob sein Schaffen kreative Speerspitze deutschen Gangsterraps oder einfach nur unfassbarer Dreck ist. Vertreter letzterer Meinung wird dieses Remix-Tape hier auch nicht umstimmen. Der Rest freut sich über klassische Haft-Flows, neu und untypisch arrangiert, teilweise auf kleinen Sensationen von Beats. (Schock! Fid Mella!)

... und dann gibt es gelegentlich die Momente, in denen du wieder irgendwo irgendein kostenloses Ding runterlädst, es einschaltest und dir kurz drauf klar wird, dass du da gerade unfassbar gute Musik hörst. "4eva N A Day" markiert einen solchen Moment: Unaufdringlich, zeitlos und entspannt fließt der 2011er Freshman Big K.R.I.T. über mal verträumte, mal dickere, aber immer saugut und selbst (!) produzierte Beats. Hochqualitativer Konsens-Rap fürs Barbecue - oder für wenn Mama mit im Auto sitzt.

Am vorläufigen Höhepunkt seines zunächst völlig unverhofften und schon bald sorgfältig gepflegten Hypes veröffentlichte Cro seinen mit "Raop" (Rap + Pop) denkbar treffend betitelten Erstling. Eine innige Beziehung zum über die Maßen erfolgreichen Platindebüt baute aus der laut.de-Hip Hop-Fraktion wohl keiner auf. Dass die leichtfüßige, gefällige und doch so viel diskutierte Platte trotzdem in dieser Liste landete, spricht für sich.

Dom Kennedy setzt seinen jährlichen Mixtape-Zyklus glücklicherweise nahtlos fort. Mit dem "Yellow Album" bekommen nicht nur Westcoast-Schönheiten Grund, um sich zu räkeln. Es eignet sich auch bestens als Soundtrack zum benachbarten Gang-Barbecue. Dazu dürfen dann auch alle Karren des Viertels mitbouncen. Zurückgelehnte Raps mit Clap-stotternden Slow-Motion-Beats. California knows how to party.

Ein Wiener und ein Amerikaner: Was kulinarisch ziemlich abstoßend klingt, funktioniert musikalisch umso besser. Brenk Sinatra und Miles Bonny haben mit ihrem "Supa Soul Shit" das Duo neu definiert. Stimme, Flügelhorn und Beats - mehr Soul hatte Hip Hop noch nie, mehr Zusammenspiel gab es selten.

Wenn Killer Mike und El-P gemeinsame Sache machen, müssen sich sogar die Spucknäpfe im idyllischen Atlanta in Acht nehmen. Gewohnt sauer, mit Hang zur klaren Songstruktur, einer Armada an zuckenden Hihats und Raps, die Pate für das Erbe des Killers stehen, wird schnell klar, warum "R.A.P. Music" genau so heißen sollte. Als Reminiszenz an das eigene Vermächtnis.

"Soll ich es wie die middle class machen und die Probleme einfach verschweigen?", fragte uns ein aufgebrachter Plan B im Interview. Nein, soll er natürlich nicht. Stattdessen soll er uns lieber jedes Jahr so beeindruckende und mitreißende Milieu-Studien wie "Ill Manors" auftischen. Vor allem, wenn sie musikalisch auch noch derart begeistern.

Ex-Ruhrpott AG-Mitglied Aphroe kam Ende März mit einem beeindruckend aufwändigen, aber zweifelsohne auch gewagten Projekt um die Ecke. Für "90" pickte er sich zehn Ami-Rap-Klassiker heraus, ließ die zeitlosen Beats von erfahrenen Kollegen reproduzieren und übersetzte die Lyrics sinn- wie silbengemäß ins Deutsche. Die verzweifelten Rufe der alten RAG-Fans nach einem "richtigen Aphroe-Album" ließ das wertvolle Tribute-Album nicht verstummen. Dafür katapultierte es völlig zurecht einen fast vergessenen, hervorragenden Reimtechniker zurück auf die Deutschrap-Bildfläche.

Action Bronson klingt wie ein kaukasischer Ghostface Killah, sieht aus wie ein albanischer Fat Joe, ist Sterne-Koch und nebenbei eine der interessantesten Rap-Figuren, die das Spiel in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Klar, der Bomber aus Flushing, Queens ist laut, fett und hat einen Rausche-Bart, aber was er beim Hip Hop-Posterboy-Aussehen zu wünschen übrig lässt, macht er in unfickbaren Tugenden wieder wett. In seine Raps packt er zwischen Salat und Sodomie allerlei Gaumenschmäuse und Schweinereien und zaubert mit "Blue Chips" ein Rap-Manifest in die Mediafire-Kanäle, das es im Free Download-Tauschladen in dieser Form 2012 nicht gegeben hat. "Salamander tux / Fuckin' Alabama butts. Unh! / We known to gallivant in trucks / With an Irish bitch to put a fuckin' hammer to ya nuts." Wow!

Klar, der unangefochtene Star der Black Hippy-Crew heißt Kendrick Lamar. Von seinem Kollegen Schoolboy Q kann er sich jedoch noch die eine oder andere Scheibe abschneiden, was komplett irre und höllisch gefährliche Rap-Attitüde betrifft. Q, der heimliche Star von A$AP Rockys "LIVE.LOVE.A$AP"-Mixtape, packte in sein Debütalbum die Aggressivität Comptoner Straßenecken und vermischte sie mit den Rap-Regeln der neuen, Drogen-liebenden und Swag-geilen Hip Hop-Generation, ohne sich darin auch nur in einem Westcoast-Klischee zu verlieren. Dafür zelebriert er mit von Grund auf eigenständiger Magie und messerscharfer Selbstsicherheit die eigenen Stärken.

Natürlich, 1999 war ein gutes Jahr. Das muss man keinem "Black On Both Sides"-verehrenden Hip Hop-Echthalter erzählen. Auch Joey Bada$$ weiß das – immerhin war er '99 bereits stattliche vier Jahre alt. Man muss dem Phänomen Joey Bada$$ wohl mit einer gewissen Portion Humor begegnen, denn ein wenig absurd ist es schon, dass dieser 17-jährige New Yorker ein Mixtape voller Neunziger-Referenzen und Golden Era-Feeling so locker aus dem Handgelenk schüttelt. Auf Beats von Dilla, Doom, Lewis Parker, Statik Selektah und Lord Finesse sowie erstaunlich geschmackssicheren Eigenproduktionen rappt sich Joey Bada$$ fast wie ein junger Nas per mehrsilbigen Binnenreimen durch die urbane Umwelt und seine jugendliche Vorstellungskraft. Ist schon 'ne zünftige Ladung Throwback hier, aber eben auch alles andere als hängengeblieben.

Anfang 2012 beflügelt die Triptheorie Rapdeutschland: "Deine Stimme plus die Technik mal die Flows geteilt durch Skills ist gleich der Inbegriff von Freshness / Nimmst du das noch minus Wackness minus Fake minus Shit minus Hate, ergibt: Trip." So mathematisch das auch klingt, bleibt MoTrip doch ein heilloser Rap-Romantiker. Und wenn ein Album in diesem Jahr gezeigt hat wie lyrisch Straßenrap eigentlich sein kann, dann ist es wohl sein lang erwartetes Debüt. "Embryo" hat Charme, Flow, Witz und vor allem Herz. "Du musst nicht an mich glauben, denn ich bin echt." Tun wir aber trotzdem und finden, das hat einen soliden zehnten Platz verdient.

Manchmal fragt man sich ja schon, wie sie all die Guccis und Pradas refinanzieren, wenn plakative Rapper wie Lloyd Banks eine Mixtape-Sensation nach der anderen für umme veröffentlichen. "V6: The Gift" überrundet den grandiosen Vorgänger "Cold Corner 2" noch einmal deutlich: Abgesehen vom Intro hat hier eigentlich jeder Song Album-, viele davon eindeutig Tophit-Qualität. Anspieltipps: das mörsernde "Protocol", das Fabolous-Feature "Bring It Back" und der Straight-up-Banger "Terror Dome". By the way: Das G-Unit-Mitglied hat inzwischen bereits zwei weitere Mixtapes angekündigt. Wahnsinn.

Ein Meisterstück, das diesen Titel verdient, schießt man nicht aus der Hüfte. Nach sieben Jahren hatten allerdings nur die allertreusten Hardcore-Fans noch wirklich daran geglaubt, dass Mach One seine einst angekündigte Trilogie doch noch irgendwann fortsetzen würde. "Sieben Jahre für ein Album? Ja, schon saukacke", befindet der Maestro dann auch selbst. Alles andere als saukacke allerdings, was er in dieser Zeit ausgebrütet hat. Als Sahnehäubchen noch einen völlig wahnsinnigen Auftritt von Taktloss obendrauf ... und jetzt "nehmt euch an den Händen und springt wie die Lemminge!"

Vergessen wir mal kurz Max Herres Ausflug in die Prenzelbergische Bob Dylan-Lesung seiner letzten Platte und konzentrieren uns ausschließlich auf "Hallo Welt!" – dieses Deutschrap-Liebhaberstück mit Ausrufezeichen. Das verdient musikalisch sowohl die Ehrenmitgliedschaft im Soulquarians-Verein als auch in Melting Pots "Hi-Hat Club" und besitzt auch textlich mehr Inhalt als ein ganzes Casper-Album (Word to @DaywalkerErc). Der große Coup gelingt dem 39-Jährigen mit seinem generationenübergreifenden Ansatz: Max besitzt ausreichend musikalische Weitsicht, um 2012 zwischen "Esperanto", "Raop" und "Lila Wolken" seine Nische zu finden. "Hallo Welt!" überzeugt so mit erwachsener Selbstsicherheit, ohne peinliche Anbiederung an die Folge-Generation. Dazu: Tribe-Hommage, Radiohits für die Muttis, Mood Music mit Tua, Aloe Blacc oder Sophie Hunger und diesem einen echten Hip Hop-Banger "Rap Ist…" – "Rap ist, wenn du wieder hungrig bist / Immer hundert gibst und dich nichts unterkriegt."

Nas is like Nas is like Nas. Das Fehlersuchen auf hohem Niveau darf wieder beginnen. Schließlich war da ja mal die Über-Bombe "Illmatic". Aber auch 18 Jahre und neun Alben später haut der Queensbridge-Lyricist sämtliche Rap-Skillz so problemlos auf den Tisch, dass keine andere Wahl bleibt, als ihn als einen der Besten anzuerkennen. Dabei zählt "Life Is Good" auch noch zum sicherlich besten Viertel seiner Veröffentlichungen. Bombe Teil drei.

Wenn der Meister die Regler bedient, hört die Welt zu. Auch nach "Until The Quiet Comes" ist klar: Niemand kann Flying Lotus in seinem Metier das Wasser reichen - nicht Daedelus, nicht Gaslamp Killer, nicht Hudson Mohawke. Steven Ellison spielt in einer eigenen Liga, die selbst Ausnahmekünstler wie Erykah Badu oder Thom Yorke zu Statisten degradiert. Ein Meisterwerk, so grenzenlos und genre-unabhängig wie Hip Hop nur sein kann.

Nach zwei mehr oder weniger ernst gemeinten Platten, ging dem dritten Orsons-Album eine ausführliche Neubesinnung voran. Der Findungsprozess habe unfassbar lang gedauert und sei das Nervigste und Schlimmste überhaupt gewesen, gestand Maeckes kürzlich im laut.de-Interview. "Aber ein Stück weit haben wir gefunden, was wir machen wollen." Und das ist auch gut so: Mit "Das Chaos Und Die Ordnung" gelingt den vier gebürtigen Schwaben das wohl innovativste, bunteste und facettenreichste Deutschrap-Album 2012.

Längst muss sich Marterias grünes Alter Ego keine Sorgen mehr machen, in dessen Schatten zu stehen. Wers noch nicht wusste: "Beim Splash! krieg' ICH den großen grünen Rauch!" Wir haben auch etwas davon: "Ich bin Marsimoto. Du hast nichts anderes verdient!" Was sein bewährter Produzenten-Club für "Grüner Samt" zusammengezimmert hat, rumpelt, pumpt, und knarrt derart mächtig aus den Boxen, dass es eigentlich nur George Clinton per Mothership aus dem übernächsten Jahr herangekarrt haben kann. Dazu Absinth, viel Gras, Spannung und Indianer: Weltklasse. Echt.

"Ein großer Schritt für Hip Hop", sagt Def Jam-Gründer Russell Simmons zu Oceans Coming Out. Wir sagen: Homo or no homo - ganz egal. Frank Ocean ist ein außergewöhnlicher Künstler und "Channel Orange" definitiv ein großer Schritt für den R'n'B und Pop unserer Zeit. Mit Siebenmeilenstiefeln rennt Ocean mit seinem Major-Debüt unterm Arm über die geistlose Ölpfütze konventionellen R'n'B-Gejammers hinweg, und das mit einer Leichtigkeit, dass einem die Ohren schlackern. Ein Crooner, der einem im Falsett die Schuhe auszieht, aber überall da nicht kleben bleibt, wo andere das eben tun. Raffiniert und humorvoll, gefühlvoll und lässig, verletzlich und dreckig. Avantgardistischer, progressiver R'n'B und gleichzeitig eine Hommage an die Geschichte der Black Music - das ist "Channel Orange" und hat sich deshalb mit Fug und Recht in die Herzen aller Rapredakteure geschlichen.

Wirds nicht langsam langweilig? Nein, verdammt! Auch in diesem Jahr versammelt sich die laut.de-Rap-Autorenschaft friedlich im Kreis, um in gruseliger Einhelligkeit mit den Köpfen zu nicken. Ja, der Mann des Jahres heißt auch 2012 wieder Kendrick Lamar. In einem Atemzug mit Boom-Bap-G-Funk und Dirty South werde man sein Majordebüt einst nennen, orakelt Kollege Stefan Johannesberg und preist Lamars Konzeptalbum "Good Kid, M.a.a.d. City" als echten Hip Hop-Klassiker. Ja, jetzt schon. Ihr werdet es noch sehen - und wer wird dann sagen können, er hat es gleich gewusst? Genau. Wir. Weihnachten kann kommen. Wir fühlen uns bereits beschenkt. Danke, Kendrick!
Platz 1 und 3 voll mit einverstanden. Nur das Frank Ocean Album ist für mich kein Hip Hop.
Vertretbare aber höchst unvollständige Liste. Und Frank Ocean ist natürlich keine HipHopPlatte, völlig fehl am Platz.
"flying lotus" dieser trippige dmt-jazz ist so dermaßen großartig....wenn das wirklich noch hiphop ist, bin ich bekehrt.
...wie ich darauf stehe, wenn genrekünstler nicht sofort musikalisch überfordert sind, fallsn es mal interessanter werden soll....
HipHop-Musik ist SEHR breit aufgestellt, Anwalt. HipHop-Musik kann von jedem Genre der Welt inspiriert sein, bzw Versatzstücke davon verarbeiten. Ich würde Flying Lotus definitiv im HipHop-Umkreis ansiedeln.
Wie gesagt: extrem unvollständig. Aber das ist ok, niemand macht vollständige Best-of-Listen.
Mich langweilt diese Beatfrickelei endlos. Anstatt Coleman-Referenzen und -Zitaten hoere ich dann lieber auch Coleman selber. Egal; fand in der Redaktion denn keiner 'Reloaded' oder 'Mic Tyson' gut genug fuer die Liste? Finde vieles darin fragwuerdig, Stricher-Cro z.B. statt irgendwas von AON, aber gut, ist ja euer Ding. Nur sollte die Liste der 3 Mio. besten US Rap-Veroeffentlichungen 2012 nicht bis Mitte 2013 auf sich warten lassen. 
Cro hätte von der musikalischen Betrachtung echt nicht in die Liste gemusst... ich glaube das ist ein wenig dem Hype, den er in 2012 erlebte, geschuldet...
Baude
Klar ist die Liste, wie bereits erwähnt, sehr unvollständig und halt laut.de-subjektiv - jeder Head wird die Liste um zig Alben erweitern können. Wieso nennst Du Cro einen Stricher?
DeineMudda
von der musikalischen Betrachtung her ist Cro ganz klar HipHop-Musik, alles andere ist "in die Tasche lügen".
Allein das Masta Ace mit "Son of Yvonne" hier fehlt und auch keine Review hatte.. Allah, das ist wie ein Album von King Tee oder MC eight nicht berücksichtigen. Naja.
Wieso sollte ich ihn nicht Stricher nennen? Was ist das fuer eine Frage?
@aka
mag sein, dennoch ist das Album qualitativ nicht so gut dass in einer Best-of Liste gehört. Vielleicht in den erfolgreichsten Alben 2012. Aber ansonsten ist maßentauglicher Kram wie ein Rihanna Album.
Davon abgesehen sind so Listen eh immer sehr subjektiv zu betrachten.
Wundert mich ehrlich gesagt dass XAVAS nicht drin ist... Nicht dass ich es drin haben müsste, aber ich hätte gewettet das laut es mit aufführt...
Baude
Nun, weil er kein Stricher (junger Mann der sich am Bhf für Geld ficken lässt) ist, sondern ein Grafikdesigner der privat gern Beats gebaut hat und gerappt hat und der einen plötzlichen Hype bestens geritten hat und dabei ein fröhlich-brauchbares Album gedroppt hat und mal eben im vorbeigehen ganz Deutschrap gefikkkt hat. Du nennst ihn nur Stricher, weil Du ganz persönlich nicht auf ihn und seine Kunst stehst, ganz schöne Hater-Schiene, mein Lieber, hast Du das wirklich nötig?
DeineMudda
Doch, bezgl. Deutschrap hätte ich Raop auch in eine Top-Liste gepackt, ist halt Geschmackssache. Dran vorbei kam 2012 wohl niemand, allein das sollte einem ein Minimum an Respekt abknapsen.
Vank
Blumentopf!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Überalbum. Und Masta Ace natürlich.
Die meisten Menschen, die "Hurensohn" genannt werden, haben keine in diesem Gewerbe taetigen Muetter. Da hast du aber mal eine ganz clevere Schlussfolgerung gezogen gerade, Sherlock.
Baude
haha, super Erklärung aber!
Mit anderen Worten: Es war nur deine persönliche völlig übertriebene Ablehnung dieser Person weil Du ja auch so real bist und Cro ach so unreal? Realkeeper-mäßisch? Jaja..
DeineMudda
Naja, Verkaufszahlen-technisch hat er alle "ey, ischverkaufGoldvallaischhabPlatz5undDunur7DuOpfer"-Idioten komplett gefickt.
Naja aber dieses Verkaufzahlenargument sagt ja immernoch nix über Relevanz in der Szene und Qualität aus. Ein Fettes Brot/Fanta 4 Album ist auch kommerziell sehr erfolgreich, trotzdem wird es der gemeine HipHop Hörer dann doch eher ignorieren. Gleiches gilt für Cro. Und des wegen wurde Deutschrap nicht gefickt sondern nur "zart berührt" (no homo!) Von "gefickt" würde ich erst reden, wenn es nachhaltige Wirkung auf die Szene gehabt hätte. Hat es meines Wissens nach aber nicht..
haftbefehl, cro, rick ross, max herre und dann nem paar deutsche comedyrapartists..... was für ne scheiße
DeineMudda
Da stimme ich Dir zu, diesen nicht existierenden Zusammenhang habe ich persönlich schließlich schon vor ca. 2 Jahren sehr stark hier verbreitet, Verkaufszahlen sagen nie etwas über Relevanz und Qualität aus, ganz klare Sache. Natürlich hat Cro die Konkurenz nur Verkaufszahlen-technisch gefikkkt, das ist aber grad im Deutschrap so schön weil so viele Nasen sich nur über sowas profilieren (Kolle, Farid, deren Fans..) Und der gemeine HipHop-Hörer, so wie Du, ignoriert es, der andere gemeine HipHop-Hörer, so wie ich, findet es 3,5/5. Die Meinunge gehen also auch "Szene"-intern auseinander. Die "Szene" und ihre "Heads" sind eh so eine Sache.. der eine ist realer als der andere, der eine Straße, der andere Backpack, der eine New- der andere Oldschool, der eine Realkeeper, der andere Hipster, ist doch alles Quark, freuen wir uns darüber wie vielfältig HipHop-Musik geworden ist. 
Da freue ich mich glatt über die hohe Platzierung von Mach One, klicke einen Platz weiter vor und muss wieder fast brechen. Das Herre-Ding ist doch absolut unhörbar...
Sonst geht Rap zumindest in Deutschland genau in die Richtung, die ich noch vor 2-3 Jahren prophezeiht habe. Es wird immer weniger releast, die Vielfalt stirbt nach und nach aus, alles klingt immer weichgespülter und poppiger, es gibt (außer SR) praktisch keine Labels mehr, die neue Signings präsentieren usw usf. Ich könnte dieses Jahr nicht einmal eine Top 5 zusammenstellen, weil bei mir letzten Endes ein Album und eine EP hängengeblieben sind... Sonst vllt. ein paar einzelne Tracks, das wars
InNo
Mach Dir keinen Kopf über Platzierungen in einer Best-of-Liste, das sieht doch eh jeder anders. Und ich finde, dass auf dem Herre Ding schon ein paar hörenswerte Tracks sind. Ansonsten geht Rap auch in Deutschland den Weg den ich vor zwei Jahren schon prophezeiht habe - es wird immer vielfältiger.
Und schon recht, ist wohl eher Anabolika-Farid der sich darüber profilieren will.
Sodi:
http://de.wikipedia.org/wiki/MC_Eiht (hatte mich im Namen verschrieben, yo)
Das so viele Free-Releases in den Top 25 sind finde ich sehr interessant. Aber gerade H.A.F.T. und Joey Bada$$ sicherlich absolut zurecht. Insgesamt war 2012 ein ganz ordentliches Jahr.
@baude 'Mic Tyson' finde ich ziemlich schwach für ein P, Album - auch wenn es wohl besser ist als viel vom dem anderen Kram hier wie Herre etc.
Was meiner Ansicht nach ganz entschieden fehlt, was überhaupt nicht wahrgenommen wird ist Apollo Brown Guilty Simpson. Das ist so dermaßen Stark das Album, kommt fast an "Ode To The Ghetto" ran.
Sene - Brooklynight ist fast noch mehr untergangen, hatte aber auch seine stärken
Und besser als Roc Marciano fand ich KA mit "Grief Pedigree" das war genauso grimy aber nicht so monoton und undynamisch wie Reloaded.

Ich finde auch, dass Flying Lotus da rein muss, für mich noch weiter nach vorne, aber Frank Ocean??? Nur weil er auch mal für Tyler ne Hook singt? Das ist für mich kein Hip Hop. Aber wo ist denn bitte das neue DCS Album? Motrip Cro finde ich auch völlig überbewertet.

Mein Album des Jahres ist ebenfalls, wie kaum anders zu erwarten Mic Tyson. Shame on you laut, dass nichtmal ne Besprechung da war. Obwohl ich auch Wombaz zustimmen muss, dass es Pühhh nicht geschafft hat, seine eigene Messlatte zu knacken. Aber allgemein scheint Duckdown irgendwie von laut kaum berücksichtig zu werden. Kyo Itachi Ruste Juxx war auch noch dick und 9th Wonder Buck wurd auch nicht besprochen. Nochmals: SHAME ON YOU LAUT!
Haftbefehl??!??!?!?!?! Verarscht ihr uns eigentlich?!?!?!?!
Und die Töpfe sind mir auch zu abwesend, Nieder mit der GBR war Bombe.
@InNo:
Trailerpark hören! Ich hype die hier zwar viel zu sehr, aber die sind vielfältig (nunja bei 4 Mitgliedern auch nicht so schwer), haben zum Teil eine schöne Aggression in ihren Texten, die an Böhse Enkelz erinnert, sind andererseits, bedingt durch Alligatoah recht musikalisch in den Hooks und scheißen auf Konventionen wie die 257ers. Die haben hier nur viel zu wenig Beachtung bekommen, dass ich heulen könnte. 
Halten wir fest: Cro hat Deutschrap nicht gefickt, sondern nur nach der Schule mit Papas Auto nach Hause gefahren.
was das denn für eine drecksliste? wo ist Tyga - Careless World, Tyler the Creator - Goblin, Slaughterhouse -Welcome To: Our House, Hopsin - Raw und am wichtigsten Cruel Summer?? Dazu fehlt klar auch noch B.O.B. - Strange Clouds .. aber hauptsache so ne scheiße wie Cro ist drin ..
Aja und First Serve von De La Soul war auch noch überdope
Menschi
Grandios, darauf einige ich mich gerne mit Dir! 
Blumentopf
Bomben-Album, völlig unverständlich warum das hier so untergeht.
Hip Hop war 2012 verdammt schwach. Selbst Vinnie enttäuscht, lol
liste ist besser als dein comment....schon der tyler hinweis in deiner liste ist von 2011...immer schön, wenn man souverän kritisiert wird... 
meine top 3 bisher:
1. sentence - stiller westen (top album, viel zu wenig beachtet mMn)
2. morlockk dilemma - weihnachten im elfenbeinturm
3. haft - splashmag tape
allerdings ist das jahr ja noch nicht zu ende...olexesh tape bleibt noch abzuwarten, sowie die alben von kontra k und haft...
also frank ocean haette ich auf platz 1 der "normalen" liste erwartet. (pitchfork werden die selben alben auf 1 und 2 setzen) ist halt mehr ein soul album. kendrick auf platz 1 ist mehr als verdient. hallo... welcher rapper ist denn schon mal so dermassen explodiert wie es kendrick auf backseat freestyle tut. zu 3 :der song gruener samt hat fuer mich eindeutig den beat des jahres. hip hop song des jahres aber wiederum jump von den orsons. und wo zum teufel sind kraftklub ?!
motrip ist auch viel zu weit hinten. man hoere sich nur mal "kennen" an. und zu cro: fand das album ueberraschenderweise echt gut. jeder der auf dem ding rumhackt, hat es entweder nicht mal gehoert oder will sich nur wichtig tun. jetzt habe ich echt keinen schimmer mehr was platz 1 der alben liste sein koennte. chromatics vll?
Format
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