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35 Redakteure haben gewählt: Die 50 Album-Highlights des Jahres im Überblick.
Konstanz (laut) - Ein Musikjahr, in dem kein neues Black Eyed Peas-Album erscheint, ist ein gutes Jahr. So gesehen liegen zwei fette Jahre hinter uns. Doch auch inhaltlich wusste 2012 zu begeistern: Deep House aus Spanien, 60er-Psych-Rock aus Down Under und Indie-Pop aus der Pfalz: Dass sich die 35 laut.de-Autoren überhaupt einigen konnten, grenzt mal wieder an ein Wunder.
Andererseits findet man dieses Jahr überraschend viele Alben in den Charts von Künstlern zwischen 50 und 75. Sage niemand, die Alten würden bei uns vernachlässigt. An der Spitze ist dann eine Band gelandet, die mit der Vorjahressiegerin PJ Harvey maximal die Heimat gemeinsam hat. Jetzt aber viel Spaß mit unseren ....

Sieben Jahre ließ sie sich Zeit, Fiona Apple, die Trulla und Unangepasste im Räderwerk der Musikindustrie. Auf "The Idler Wheel Is Wiser Than The Driver Of The Screw" umzingelt die Amerikanerin den Pop und benötigt dafür ausschließlich Klavier, Stimme und allerlei Schlagwerk. Das muss reichen für die Dreifaltigkeit. Warum sie nicht andere Künstler zu sich einlud oder mehr Instrumente verwendete? "Ich bin für alles verantwortlich und kann tun und lassen, was ich will." Amen. Hoffentlich hören wir nicht erst 2019 wieder von ihr ...

Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen, zwei wahrhafte, immer wieder gerne als kauzig bezeichnete Originale, formierten 2012 eine neue Band. Doch die 13 einmaligen Kid Kopphausen-Songs von "I" schafften es leider nur auf eine Handvoll deutscher Clubbühnen: Koppruchs überraschender Tod am 10. Oktober bereitete der Szene einen schmerzvollen Schock – und setzte der fünfköpfigen Truppe sechs Wochen nach Albumrelease und kurz vor der ersten großen Tournee ein tragisches Ende. Zumindest eines stand für Gisbert aber schon lange vorher fest: "Wir wollten eine Platte machen, auf die wir beide stolz sein können - und Spaß daran haben. Das haben wir geschafft."

Post-Internet? Vergiss es! Die Musik auf "Visions" braucht keine hanebüchenen Theorien, die ist auch so großartig. K-Pop? Hip Hop? Rave? Cindy Lauper? Alles schön und gut, aber ohne die eingängigen Melodien würde uns der üppige Referenzen-Cocktail von Claire Boucher nur halb so gut schmecken. Und überhaupt nicht betrunken machen.

Lauter und, ja, noch härter als auf dem bisherigen Oeuvre präsentierten sich Woven Hand 2012 mit "The Laughing Stalk". So viel Heavyness und schroffer Rock war nie. Souverän wandelt David Eugene Edwards weiter auf der roten Linie zwischen brachialer Sinnflut, ekstatischer Messe und virtuosem Mosaik. Nicht nur für Doors- und Madrugada-Dramaturgen empfehlenswert.

Die Fans warteten voller Ungeduld, Victoria Legrand und Alex Scally lieferten voller Leichtigkeit: Dream-Pop mit einer ordentlichen Portion Schwere, Melancholie und Traurigkeit. Genau so wollten wir das. Hypnotisierend und süß und wie auf Watte. Es ist diese Mischung, die Beach House und ihre Musik so interessant macht. Noch immer.

Das Hauptanliegen von Orlando Higginbottom ist es, gute Dance-Musik zu produzieren. Vom Blog-Hype bis zu Englands neuer Electro-Supernova war es da nicht mehr weit. Zumal der junge Dino (Baujahr 1984) hier Chicago-House und Detroit-Techno zitierte, als wäre er damals dabei gewesen. Mit stilistischer Vielseitigkeit, guter Laune und Hits wie "Household Goods" und "Garden" erreichte Higginbottom auch Menschen außerhalb des engen Hipster-Kosmos (ja sogar diese Redaktion).

Auch über 20 Jahre nach ihrer Gründung erproben The Orb noch neue Wege: Auf "The Orbserver In The Star House" kooperieren sie mit Lee Scratch Perry und verschmelzen dabei ihre elektronische Musik nahezu perfekt mit organischen Klängen. Wie ein Voodoo-Priester lässt Lee 'Scratch' Perry zu den geloopten Sounds seine Beschwörungsformeln vom Stapel. "I've got something to show you", heißt er willkommen. "See it, hear it, feel it. Smell it, taste it, feel it." Mit allen Sinnen genießen - davon versteht der Mann schließlich etwas.

Wie kommt man am besten ins Vorprogramm von The XX? Sicher nicht, wenn man laut herumschreit. Also ließen die Schwestern Colette und Hanna aus Bristol ihren Sound sprechen und das genügte. Kein Wunder: Blonde Redhead und die Cranes im Hinterkopf, zelebrierten sie auf dem gleichnamigen Debüt kristallines Pop-Shoegazing mit schwermütigem Grundtimbre und phänomenales Songwriting, das als Yin die perfekte Übereinstimmung zu seinem Yang findet.

Kraftklub scheinen ein Problem damit zu haben, dass die Eltern ihrer Generation mehr kiffen als sie selbst. Wie viel Wahrheit dahinter steckt, sei mal dahingestellt. Jedenfalls haben es die Karl-Marx-Städter dieses Jahr auch ohne Gras krachen lassen - live und auf Platte. Wer dachte, dass man Indiegitarren nicht überdrehter einspielen kann als einst die Hives, für den muss "Mit K" eine massive Gesichtswatschen gewesen sein.

Dreckiger Electro mit polternden Bässen, Bleeps und gelegentlichen Acid-Anleihen, der von Rave Grooves oder obskuren Samples der afroamerikanischen Popkultur aufgebrochen wird: So ungefähr klingt "Jiaolong". Der Ausnahmetrack "Yes I Know" featuret etwa ein fünfsekündiges, krächzendes 1972er Soul-Sample von Buddy Miles und zündet damit die Tanzflächen an. Und das ausgerechnet von einem Mathematiker aus Kanada, einigen als Caribou-Mitglied bekannt. Oder als der Typ, der neulich in Berlin mit Thom Yorke auflegte und dessen Set locker ausstach.

"The story is dark like the place where this story starts." Wer sich nach seinem Abstecher in den Soul auf weitere herzerwärmende Klänge eingestellt hat, begräbt seine Hoffnungen besser gleich. Strickland Banks war gestern, heute meldet sich Plan B zurück - und er ist stinkwütend. Sein Album "Ill Manors" flankiert den gleichnamigen Kinofilm, der das Leben gescheiterter Existenzen im Londoner East-End zeigt. Dass sich Plan B auf seiner "urban safari" drastischen Vokabulars bedienen muss, versteht sich beinahe von selbst. Alles andere hilft ja nix: "You bloody rich kids never listen."

Bei aller Liebe: "Beyond" (2007) und "Farm" (2009) waren schlicht so großartig, da muss selbst der ehrwürdige J. Mascis mal der Selbstkopie ins Netz gehen. Dachten viele. Doch wenn die graue Eminenz mit seinen wieder besten Kumpels Lou und Murph in einem Raum steht, muss Magie im Spiel sein. Anders sind Song-Burner wie "Watch The Corners", "Don't Pretend You Didn't Know" oder "Recognition" nicht zu erklären. Eine Platte, die vieles von dem, was sich heute am Alternative-Markt tummelt, um Welten übertrifft.

Perfume Genius-Kopf Mike Hadreas präsentierte auf seinem zweiten Album erneut zarte und surreale Edelpopstücke mit pianogetränktem Folk-Einschlag. Die Vergleiche mit Bon Iver werden Hadreas noch ein Weilchen begleiten, aber es gibt sicher Schlimmeres. "Let me be the one to turn you on", bittet er uns an einer Stelle. Nichts leichter als das. Ein Album für verregnete Tage oder winterliche Eiseskälte.

2010 rekrutierte Damon Albarn den völlig in der Versenkung verschwundenen Bobby Womack als Sänger für zwei Tracks des Gorillaz-Albums "Plastic Beach" und die anschließende Tour der virtuellen Band. Albarn schrieb dann auch die meisten Songs für Womacks Comeback-Album "The Bravest Man In The Universe". Das Miteinander aus verhärmter Stimme, Soul, flirrender, abgehakter Elektronik und akustischen Gitarren, kommt einem Triumph gleich, und die ungewohnte Umgebung aus Beat, Bass und Breaks steht Womack empörend gut zu Gesicht.

"Elysium" bildet den ruhigen Gegenpol zum Vorgänger. Die Pet Shop Boys machen das einzig Vernünftige und ziehen sich musikalisch in ihr Schneckenhäuschen zurück. Verblassender Ruhm, das Altern und der Abschied vom Leben eines Popstars stehen im Vordergrund. Die Stimmung ist gesetzter, die Sounds stark retro gehalten. "Let the ride just take us / Side by side and make us / See the world through new eyes every day." Den beiden Briten gelang ein feinfühliges, vor Altersweisheit strotzendes Spätwerk.

Wenn noch einer "Leider Geil" sagt, gibts auf die Fresse! Deichkind sind gesellschaftliches Armutszeugnis und Phänomen zugleich. Denn welche Band kann schon von sich behaupten, einen Songtitel derart schnell in den deutschen Alltags-Sprech integriert zu haben? Stellt sich nur noch die Frage: Rechtfertigt das allein schon ihren Platz in den Albumcharts? Einige Leute hier leerten offenbar ein paar Bierkanister und grölten: Jaaaaaaaaaaaa!!!

Immer wieder schön, wenn junge aufstrebende Bands sich nicht von gängigen Trends verleiten lassen und stattdessen ihren eigenen Stiefel spielen So auch bei Black Moth, die zwar aus England stammen, von Britpop oder ähnlichen Varianten der insulanischen Populrmusik aber nicht weiter entfernt sein könnten. Schon der Opener und Titelsong rollt unwiderstehlich wie ein Lost Tape von QOTSA über einen hinweg. "The Killing Jar" bietet zehn Ohrwürmer von Stoner-Rock über Doom bis hin zu Heavyrock.

Bereits mit den ersten Takten ihres Debüts "Mondo" erweisen sich Electric Guest tatsächlich als musikalische Weltbürger, die Soul, Indierock und tiefschwarze Bässe in eingängigen Titeln miteinander verschmelzen. Nur wenige andere Scheiben von 2012 lassen sich so gut am Stück durchhören, den roten Faden dabei bilden die helle Stimme von Bandchef Asa Taccone und die luftig-leichte Produktion von Danger Mouse.

Nach drei ganz starken Alben und sieben Jahren Pause musste es irgendwann so weit sein, dass Seeed ihren hohen Standard nicht mehr halten können. Die Messer waren gewetzt, der Sabber triefte aus den Mundwinkeln, aber oh weh, nix wars mit dem Schlachtfest. Auch wenn "Molotov", die ungewöhnliche und mutige Abkehr vom mächtigen Seeed-Sound spaltete: Der Berliner Haufen war schon immer für Überraschungen gut und so ließen die Berliner mit einmal mehr monströs groovendem Material auf "Seeed" alle Zweifler ins Leere laufen.

Der Spanier hinter der Alufolien-Maske, der House-Jünger und DFA-Fanboys gleichermaßen begeistert, nennt sich John Talabot. Als Heavy Rotation- und After Hour-Liebling arrangiert der große Anonymus Deep House-Strukturen und Sample-Gewitter zu schmeichelnden Tracks, die selten den Blick für die Tanzfläche verlieren.

In einem Alter, in dem andere Jungs aufs nächste Flaschendrehen hoffen, hat Marcel Everett bereits geschafft, was viele ältere Producer vergeblich versuchen: grandiose elektronische Musik zu erschaffen. Der 17-Jährige bündelt auf "XXYYXX" präzise Beats mit R'n'B-Samples und Reverb-Orgien, und liefert seit 2011 maßgebende Tracks, die auch einen James Blake musikalisch in die Ecke zwängen.

Ein glücklich machender Ohrensturm, der den Player nie mehr verlassen möchte. Die brassigen Bläser werfen Bebop in den Ring, wie einst die Lounge Lizards - der rote Faden für die gesamte Langrille. Dazu schroffe Gitarrenriffs der wie immer wundervollen St. Vincent zu David Byrnes eigenwilligen Gesangslinien. Schon nach den ersten drei Minuten hängt der Hörer an der Plattennadel. Heilung ausgeschlossen.

Gute-Laune-Hits darf man vom melancholischen Eigenbrötler Stuart A. Staples auch 2012 nicht erwarten. So reiht der Sänger in "Chocolate" neun Minuten lang einen scheinbar zusammenhanglosen Vers an den nächsten, während sich die Instrumente im Hintergrund in ein lärmendes Finale steigern. "Show Me Everything" bringt dann mit dezentem Funk, weiblichem Hintergrundgesang und fiesem Gitarrensound das Album in Fahrt, und in der Folge entdecken die Tindersticks mit Drum'n'Bass-Anleihen und auflockernden Bläserstätzen immerhin eine ihnen bislang unbekannte Leichtigkeit.

In Zeiten von Friede, Freude, Eierkuchen lieferte Bruce Springsteen nie seine beste Arbeit ab. Aber Wirtschafts- und Bankenkrise haben seine US of A so stark gebeutelt, dass er wieder aufbegehrt. Die 60 Lenze längst überschritten, lädt er auf "Wrecking Ball" junge Studiomusiker ein, benutzt verstärkt Samples und lässt sogar einen kurzen Rap zu. Trotz alledem klingt das Album nicht nach billiger moderner Anbiederung, sondern nach der Realität vieler Amerikaner. Etwas, was Springsteen seit jeher bestens beherrscht

Fast drei Jahre dauerte es, bis nach der am Neujahrstag 2010 verkündeten Reunion der Grunge-Heroen neues Soundgarden-Material in Form von "King Animal" auftauchte. Chris Cornell und Co. buddeln immer noch röchelnde Gitarrenriffs aus und schicken sie durch ihr Labyrinth aus ungeraden Taktarten und Stolperfallen. Ein kollektives, erleichtertes Ausatmen war die Folge, da Soundgarden ja genauso gut ein schlechtes Album hätten abliefern können. Gut, dass Timbaland diesmal draußen geblieben ist.

"No fillers, all killers", damit wäre alles zum Debüt-Album "Shallow Bed" von Dry The River gesagt. Würde die Band das von der Scheibe behaupten, dann wäre das nicht arrogant, sondern treffend beobachtet. Denn Dry The River tragen den Folk-Rock mit ihrem Debüt in die ganz großen Hallen. Die Songs wachsen fließend, atmosphärische Kontraste sorgen für permanente Spannung. Stimmungsvoll, detailverliebt und emotional aufwühlend.

Für einen Blick in die Vergangenheit schart Neil Young noch einmal seine treuen Gefährten von Crazy Horse um sich. Seit 1975 sitzen sie gemeinsam im Sattel, und zeigen doch keine Spur von Ermüdung. Mit dem virtuosen Doppelalbum "Psychedelic Pill" beweist Neil Young eindrucksvoll, dass die Erinnerung an ein erfülltes und berauschtes Künstlerleben einem Veteranen und Geschichtenerzähler wie ihm ausreichen, die Menschen an seinen Lippen kleben zu lassen. Nicht zuletzt ist der altersweise Rock'n'Roll auf "Psychedelic Pill" aber auch amerikanische Bilanz der letzten Jahrzehnte.

Betont werden Sizarr auf der zweiten Silbe, also Sizaaaarr. Aber das wird sich noch herumsprechen. Denn selten haben 20-Jährige ein so ausgefeiltes und ambivalentes Werk abgeliefert wie die Pfälzer mit "Psycho Boy Happy". Vielleicht liegt das auch daran, dass die Jungs viel mondäner klingen, als es ihre Herkunft vermuten lässt. Dubstep, Afrobeat, Indiepop - garniert mit einer crispy Stimme und schon nimmt man sogar Jungspunden die Melancholie und den Weltschmerz ab.

Bei Tausendsassa Jack White muss man mit allem rechnen. Auch mit einem Soloalbum, das ohne viel Hokuspokus plötzlich im Handel liegt. "Blunderbuss" hält alles bereit, was man mit White assoziiert: ausführlich dargestellte Blues- und Folk-Wurzeln, riffspeiende Gitarren („Sixteen Saltines“) und natürlich immer ein Groove, der keinen Computer braucht, um zu fesseln und zu verzaubern.

Mit Neneh Cherry hätte Anfang des Jahres wohl kaum jemand gerechnet. Erst recht nicht damit, dass sie zusammen mit The Thing den Spuren ihres Stiefvaters Don Cherry folgt. "The Cherry Thing" erweist sich als eine der Überraschungen des Jahres. Eine intensive Melange aus Free Jazz, Trip Hop, Punk und Soul. Ende des Jahres folgt mit „The Cherry Thing Remixes“ eine gelungene Ergänzung.

Nachdem Sonic Youth durch den Ehesplit von Thurston Moore und Kim Gordon momentan auf Eis liegen, tritt zum passenden Zeitpunkt Lee Ranaldo ins Scheinwerferlicht. 10 Songs zwischen dreiminütigen Popjuwelen und überlangen, düsteren Trinkerfantasien versammelt er auf dem durch und durch abwechslungsreichen "Between The Times And The Tides". Dabei macht es fast keinen Unterschied, ob Ranaldo nur mit einer Akustikklampfe oder mit Sonic Youth-ähnlichen Gitarrenwänden aufwartet.

Fast 40 Sekunden lang ließen die Deftones ihre Fans auf dem Vorabsong "Leathers" in Vorfreude erstarren, bevor die so vermisste Soundwand des Quartetts mal wieder alles dem Erdboden gleichmachte. Doch extremes Riffing steht bei den Cali-Boys seit jeher gleichberechtigt neben schwerelos-melancholischen Stimmungen und überraschenden Tempowechseln. "Koi No Yokan" bot das alles, garniert mit der nie nachlassenden Intensität in Sänger Chino Morenos Vortrag. Mission accomplished.

Der Einfluss dieser Frau auf die Musikwelt 2012 ließe sich allein schon an der lustigen Anekdote festmachen, dass sich im Frühjahr eine völlig unbekannte Postrock-Band aus Chicago in den Amazon Top 10 wieder fand. Grund: Sie heißen Del Rey. "Born To Die" erschien gleich im Januar und war sofort "eines der unweigerlich-definitiven Pop-Alben des Jahres", wie unser Rezensent festhielt. Mit Dubstep- und Trip Hop-Bässen sowie symphonischem Bombast gab es genug Sadcore für alle süchtigen Video Gamer.

Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen fürs Musicbiz, wenn Tenacious D in der Alben des Jahres-Liste auftaucht? Fakt ist: Die Rückkehr mit "Rize Of The Fenix" nach fünf Jahren im Platten-Off geriet triumphal: Festivalauftritte, die Krönungsmessen gleichkommen, Tracks, die klingen wie von den Größten des Rock'n'Roll eingekauft. Der Wahnsinn. Zum Glück! Denn was wäre passiert, wenn es nicht soweit gekommen wäre? Genau, der worst case: Wir hätten unsere D-Tattoos weglasern lassen müssen.

Wie das so ist bei Stilwechseln, haben auch Baroness damit zu kämpfen, dass "Yellow & Green" bei einigen Fans Bauchgrimmen verursachte. Nicht hart genug, zu poppig und weiß der Teufel noch was wurde der Band vorgeworfen. Die Stilvielfalt des Mammutwerks schlägt sich nicht nur im überaus fein austarierten Sound nieder. Kein Lied klingt von der Produktion her wie das andere. Pathetische Hymnen, drängende Rocker und allerfeinster Melodiensport machen die Platte zu einem außergewöhnlichen Album des Jahres 2012. Wer da nicht mitkommt: selbst schuld.

Zumindest musikalisch ließen sich die schüchternen Londoner vom völlig unverhofften Hype des Debüts nicht beirren. Auf "Coexist" setzten The XX den eingeschlagenen Weg konsequent fort, huldigten hier ihrer Vorliebe für die komplette Entschleunigung und dort der düster technoiden Clubmusik. Für die Tatsache, dass ein Großteil der Songs erst beim dritten Durchlauf zündet, bietet das herrlich transparente, erneut von Jamie selbst gemischte Soundbild großzügige Entschädigung.

Nach acht Jahren des Herumstreunens in Gesangskabinen für QOTSA, Soulsavers, UNKLE und geschätzte zehn weitere Künstler fand der rastlose Amerikaner Zeit zum Innehalten. Für "Blues Funeral" schrieb Lanegan neue Songs über Verlust, Sünde und Erlösung, instrumentierte sie mit den erwartbaren Weggefährten (Dave Catching, Chris Goss, Jack Irons), um dann doch überraschend neu zu klingen. Eisiger Synthie-Pop, ächzender Gospel, rüttelnder Blues: Der Mann macht einfach überall eine gute Figur.

Wohin geht es nach 50 Karrierejahren mit 35 Studioalben? Um es mit Dylans "Tempest" zu sagen: Immer der Götterdämmerung entgegen. Auf dieser Jubiläums-LP fließt in der Eifersucht Blut, wird aus einem Schiff ein Wrack, überführt eine Seelenwanderung John Lennon aus dem Jenseits ins Jetzt. Eine musikalische Schöpfung der Gegenwart, die nichts mit ihr gemeinsam hat - sondern so raubeinig wirkt wie der Methusalem dahinter.

Was haben die späten Beatles, Jimi Hendrix und andere, längst verblichene Giganten des 60er-Psych-Rock gemeinsam? Richtig, sie leben alle reinkarniert im Korpus Tame Impala weiter. Verschwommene Gitarren, verwaschene Synths, zutiefst erdige Drums - die perfektionierte Retro-Attitüde von "Lonerism" smasht und groovt sich auch hoch in die laut.de-Albumcharts.

Britische Musik muss 2012 einmal mehr gerettet werden. So die Erwartungshaltung angesichts der schottischen Kunsthochschul-Helden Django Django, die ungestraft Anne Clark und David Bowie verwursten. Wie ein Würfelbecher knallt "Django Django" die Versatzstücke auf den Tisch und bringt mit polterndem Kollagen-Pop und einer Prise Synthie-Affinität junge Hörerherzen einen Sommer lang zum Glühen.

Es gab und gibt keinerlei Wiederholungen auf Cohens Weg. Die melodische Schönheit erblüht in arrangierter Schlichtheit. Wie auf Knopfdruck mutiert der 78-Jährige zum ewigen Liebhaber, Narren und Verführer. Cohens unfassbar raffinierte Einheit zwischen Musik und Text macht ihn auch nach Jahrzehnten zum unangefochtenen Leitwolf ohne jeden anderen Maßstab als den eigenen.

Wir können uns glücklich schätzen, dass Natasha Khan entgegen ihrer Pläne doch nicht zurück in ihren alten Job gegangen ist: Anstatt wieder als Lehrerin zu arbeiten, schliff sie in mühevoller Detailarbeit an ihrem dritten Langspieler, geplagt von Skepsis und Schreibblockaden. Letztere hört man "The Haunted Man" zu keiner Zeit an: Mit scheinbarer Leichtigkeit beschert Khan uns ein Meisterwerk des orchestralen Synthiepops, das sie einmal mehr als hervorragende Songwriterin ausweist.

Die breite Öffentlichkeit hat auch fünf Jahre nach der legendären Reunion-Show in London noch nicht mitbekommen, welch epochales Live-Meisterwerk mit "Celebration Day" jetzt endlich erhältlich ist. Wer Musikhistorie mit allen Sinnen einatmen und genießen will, der kommt um diesen Release nicht herum. Die Genialität und Größe dieser Band steht völlig außer Diskussion. Mit dem zweistündigen Konzert zeigen die alternden Herren der jungen Meute, was eine Harke ist. 16 Punches mitten ins Zentrum gibt es hier zu bestaunen und wem bei "Kashmir" keiner abgeht, dem ist nicht mehr zu helfen.

David Longstreth zieht sich in ein Haus in Upstate New York zurück und schreibt das neue Dirty Projectors-Album im Alleingang. Dass das Ergebnis ziemlich eklektisch ausfallen würde, war also klar. Nicht so klar war, wie viel Pop-Appeal die neuen Songs trotzdem versprühen. Ganz große, aus der Vergangenheit schöpfende, in die Zukunft weisende Kunst, das.

Wenn der Meister die Regler bedient, hört die Welt zu. Auch nach diesem Album ist klar: Niemand kann Flying Lotus in seinem Metier das Wasser reichen - nicht Daedelus, nicht Gaslamp Killer, nicht Hudson Mohawke. Steven Ellison spielt in einer eigenen Liga, die selbst Ausnahmekünstler wie Erykah Badu und Thom Yorke zu Statisten degradiert. Ein Meisterwerk, so grenzenlos und genre-unabhängig wie Hip Hop nur sein kann.

Als Frank Ocean in unseren Hip Hop-Jahrescharts auftauchte, schrieen viele: Verrat - das ist kein Hip Hop. Stimmt, "Channel Orange" ist voll progressivem R'n'B, vorgetragen von einem Mann, dessen Falsett einem die Schuhe auszieht und der einen riesigen Haufen auf all die geistlose Ölpfütze konventionellen R'n'B-Gejammers setzt. Hört ihr das, ihr Ne-Yos und Chris Browns? Frank Ocean sollte in noch viel mehr Charts auftauchen. Genres sind Schall und Rauch.

Eine schöne Welle ist das, die im Mai über die Plattenläden schwappt. Alt-J machen angeblich Folk-Step. Das ist dann wohl eine Verbindung aus schweren und stolpernden Beats und ruhigen, zurückgenommenen Melodien. Die Kombi stimmt und so bringt das britische Quartett eines der ausgereiftesten und rundesten Debüts des Jahres auf den Markt.

Freunde elektronischer Musik wissen längst: Heißt das Label "Italians Do It Better", kommt butterweicher 80s-Pop bei raus. Nun wissen es alle. Dem "Drive"-Soundtrack sei Dank. Die große Kunst des Chromatics-Kopfs Johnny Jewel ist dabei, sowohl die alten 80er Freunde für seine wavigen Disco-Tracks zu begeistern, als auch nachgewachsene Elektro-Heads und neuerdings auch Neil Young-Fans. Wie? Hört selbst!

Der Indie-Folk-Sound erlebt nicht erst seit dem Jahr 2012 einen enormen Hype. Folglich leidet das Genre unter Abnutzungserscheinungen. Ausnahmslos? Nein, denn Grizzly Bear haben sich der Weiterentwicklung dieses Metiers verschrieben. "Shields" zieht das volle Emotions-Register: Mal trancig, dann rhythmisch und im Wall Of Sound versinkend. Über die gesamte Spielzeit spannend und herausfordernd. Mit "Yet Again" gelang den Jungs aus Brooklyn sogar eine kleine Rock-Hymne.

Angesichts des hier grassierenden Alt-J- und Chromatics-Hypes für alle eine Überraschung: Hot Chip, die Weirdo-Köppe aus London, krallen sich die Albumkrone. Mit "One Life Stand" vor zwei Jahren immerhin auf einem repektablen zehnten Rang der Jahrescharts, zahlt sich die ganze Plackerei der letzten Überlebenden der 2000er Jahre nun endlich aus.
Bei allem Respekt für ihre alten Alben: "In Our Heads" strotzt so dermaßen vor funky und catchy Tanzboden-Monstern, als hätte der zuständige A&R-Manager mit vorgehaltener Knarre elf Single-Hits verlangt. Doch weil bei Hot Chip alles kann, aber nichts muss, kam nun eben rein zufällig eine Art Best Of ihres Schaffens heraus. Selbstverständlich nicht aufdringlich, sondern still und leise, fließend und zupackend. "Musik für die glücklichen Momente des Lebens", befand unser Album-Rezensent und traf damit wohl ins Schwarze.
wow... von den hier gelisteten alben sind mir gerademal 4 positiv in erinnerung geblieben, fand das jahr im großen und ganzen auch eher dürftig...
Überraschung des Jahres war Plan B. - Ill Manors, dürfte meiner Meinung nach auch viel weiter oben stehen, Kendrick Lamar fehlt und ganz klar:
Dans Le Sac - Space Between The Words... aber des ist ja leider überall untergegangen, schade drum !
Fiona nur auf Platz 50?
Dann kann ich mir den Rest der Liste ja sparen,
will mich nicht unnötig aufregen.
lol, habe ich das jetzt richtig überflogen, kein HipHop-Album? lol.. BLUMENTOPF!
wundert mich, dass twin shadows 'confess' fehlt, wo eine der singles doch so stark in der redaktion eingeschlagen ist. das album hat für meinen geschmack sogar noch mehr hits, als hot chips neustes werk. und das war wirklich fantastisch.
und das war auch großes Ohrenkino: http://www.youtube.com/watch?v=qTapNp-31rU (by Max Richter - Vivaldi Recomposed)
http://www.youtube.com/watch?v=zx8nVVBqAp4 - Kiss The Anus of a Black Cat - Weltuntergangstimmung (obgleich der Anwalt doch solche Musik auf dem Radar haben sollte!)
beides wurde hier von lauch.de verpennt.
Örrgs, soviel Hipster-Kram.
Wenn das das Beste von 2012 sein soll, dann buddel ich lieber weiter nach alten 60er und 70er Platten vom Flohmarkt.
Krass das Plan B neben den Orsons noch Zeit hat ein englisches Rapalbum zu machen, krasser Typ.
Meine Lieblinge dieses Jahr: Lana Del Rey, Bat for Lashes, Plan B, Bloc Party, Delilah, Gossip, Marina and the Daimonds, Jessie Ware, Will Young, Ladyhawke, Maximo Park, Niki and the Dove, Zebra Dots.
Ja, ja ich bin ein Pop-Fuzzi. 
Zum Glück gibt es in der Liste von laut keine Mumford and Sons, habe eigentlich erwartet dass sie auf der Nummer 1 sind, weil 5 Punkte usw, und auch keine Gaslight Anthem in der Liste, dafür aber Lana, die nur 3 Punkte bekam??? Verstehe einer die Welt... Dazu muss ich noch sagen dass mich Fiona Apple und Frank Ocean nicht gerade umhauen. Enttäuschung des Jahres für mich aber Muse und No Doubt.
Und Frank Ocean ist bei HipHop und dieser Liste vertreten? Nicht schlecht.. (Homo-Bonus) 
Wow, ich habe mir unglaubliche 18 Alben aus dieser Liste gekauft und ein paar weitere sind bei Freunden durchgelaufen... bin ich jetzt auch ein Hipster?
Jedenfalls, ein paar Blicke ins Plattenregal offenbaren mMn Lücken in eurer Liste, wie z.B. Motorpsycho, Crippled Black Phoenix (die neulich erschienene "EP", nicht das Doppelalbum vom Jahresanfang), Beak, Swans, Guided By Voices, Gazpacho, Dark Dark Dark, Kings Of Dubrock, iamamiwhoami, GY!BE, Camera, Soulsavers, Liars, Minus The Bear, OM, Die Türen, Xiu Xiu, Yeasayer, Margot and the Nuclear So and So's und DJ Marcelle.
Zugegeben, einiges davon ist ganz sicher "special interest" oder fand ungerechtfertigt gar nicht auf laut.de statt, und dass es bei 35 Geschmäckern diverse "Ausreisser" nicht in die Liste schaffen, ist mir auch klar. Deshalb hab ich sie ja hier gelistet...
@blindluck: das liegt daran das die rezensionen meines wissens ja jeweils von einzelpersonen verfasst werden und dafür gibts jeweils eine persönliche note. diese jahresliste wurde ja aber von allen laut-autoren erstellt daher kann so was vorkommen wie bei lana del rey. oder andere these: vlt gefällt jetzt selbst christoph döner die platte besser (kann ja gut möglich sein so wie die sauschnell immer gleich die rezensionen nach einer veröffentlichung raushauen). mmn gehört lana del rey aber definitiv nicht zu den besten alben
vielleicht zu den aufdringlichsten .. aber nicht zu den besten
wie ich es jedes jahr sage. eine gesamte liste erstellen. fuer jedes genre ist echt total unfug, wenn alben in zwei verschiedenen listen auftauchen. hab mir die jahrescharts im allgemeinen mal angeschaut. letztes jahr wurde pj von den meisten zum aoty ernannt, dieses jahr ist es lamar
Wovenhand nur 47 ist unterbewertet, naja, wenigstens überhaupt auf der Liste, ist ja auch schon was ...
eben 
Was mal wieder auffällt:
In der laut-Redaktion interessiert sich noch immer niemand für The Twilight Sad. Nicht mal ein Bandprofil.
"No One Can Ever Know" ist eines meiner Alben 2012. Auch ganz groß: das hier ignorierte "Animal Joy" von Shearwater sowie Caspians "Waking Season".
Na klar, mal wieder nur eins der Alben gehört. Allerdings hat mich Rise of the Fenix sehr enttäuscht. Bei mir reicht es dieses Jahr sogar nur für ne Top 7 wenn ich mich auf die beschränke die dieses Jahr rausgekommen sind wobei Platz 1 auch noch vom letzten Jahr ist aber Sonderbehandlung bekommt, da ich es erst dieses JAhr gehört hab:
1. Ben Howard - Every Kingdom
2. Fozzy - Sin and Bones
3. Stone Sour - House of Gold Bones Part 1
4. Danko Jones - Rock n´Roll is Black an Blue
5. Angelus Apatrida - The Call
6. Overkill - The Electric Age
7. The Offspring - Days go by
@Kubischi
SoapSkin vermisse ich hier auch
@Soulburn
Swans fehlt mir ebenfalls in der Liste
ansonsten noch die Lost Tapes von Can (auch wenn es altes Material ist), Anastasis von DCD und A Monument von Tu Fawning.
Ganz zu schweigen von den Künstlern, die bei laut.de gar nicht erst gelistet sind.
Bei mir wäre es folgendermaßen:
1. The Intersphere - Hold On, Liberty ( Einfach nur Wahnsinn, wirklich ! )
2. Caspian - Waking Season
3. Anathema - Weather Systems
4. Muse - The 2nd Law
5. Deftones - Koi No Yokan
6. The Unwinding Hours - Afterlives
7. Minus The Bear - Infinity Overhead
8. Swans - The Seer
9. Jack White - Blunderbuss
10. Bat For Lashes - The Haunted Man
ich muss sagen, koi no yokan hat jeglichen drive verloren. die standout tracks wie bspw. leathers zünden zwar noch immer, aber die produktion ist einfach was zu glatt und manche songs zu popesque.
ins neue swans muss ich definitiv mal reinhören.
Das tut schon fast weh, dass Kendrick hier von Leuten aufgefuehrt wird, die sonst ganz offensichtlich niemals rap hoeren. Bezweifle auch, dass da grosses Textverstaendnis besteht oder dass es diesen Leuten ueberhaupt um die Texte geht.
Wow, kein einziges Album auf der Liste auch nur ansatzweise gehört (nicht einmal Tenacious D). Puh, ich bin also kein Hipster.
@ Baude: Wär schade, wenn das der Wahrheit entspräche... Na ja
@ topic: Also ich hab auch genau eine Scheibe gehört, Jack White natürlich ^^. Und die Led Zeppelin kommt noch. Irgendwie hör ich vor allem ältere Sachen im Moment... Mogwais Mr. Beast ftw!!!
@Edinho
Fun? Boah, wenn ich dieses Nervenstrang-zersägende TOOON-AAAAAAAAAAAAAIII-Ght schon höre und dazu die medial überall kolportierte, gleichermaßen völlig unspektakuläre Story des Sängers, wie er es a capella irgendeinem Studio-Heini entgegen schmetterte, der dann gleich am nächsten Tag die Produktion mit ihnen angeleiert habe...
Ich an Stelle des Studio-Heinis hätte dem Kerl ohne Wimpernzucken eine geschmiert und wäre wortlos, evtl. noch vielsagend kopfschüttelnd, gegangen.
Nee, für so einen Scheiß hatte das Jahr deutlich zu viele gute Platten.
@Dude: Gewohnt geschmackssicher. Da ist "Travel is dangerous", eines meiner Top5-Lieblingsstücke der 00er-Jahre drauf. Abgesehen von den ganzen anderen, atmosphärisch ähnlichen Krachern, wie Glasgow Mega Snake, We're no here, Emergency Trap und und und... Überplatte, wird in 30 Jahren noch genauso berührend sein wie 2006 und heute.
Na na, "Friend of the Night" sollte schon zuerst erwähnt werden... 
Zur Liste.. eigentlich erstaunlich viel Gutes dabei, aber natürlich auch viel Gutes nicht dabei (wer hätte das gedacht?) "The Seer" ist beispielsweise gar nicht vorhanden und bei mir in der Liste zuoberst, nach dem Konzert sowieso. Zudem hätte ich Fiona Apple eher am anderen Ende der Liste erwartet. GY!BE, Beach House etc. etc.
@ Soulburn: Dass CBP ne EP veröffentlicht haben ist irgendwie an mir vorbeigegangen. '(Mankind) The Crafty Ape' fand ich leider sehr enttäuschend, fast schon belanglos. Geht die EP in eine ähnliche Richtung?
@ Soulburn: Danke
. Und ja du hast Recht, die werd ich bis zu meinem Todestag hören. Würd ja noch "friend of the night" hervorheben, aber bei dem Album macht das Hervorheben eh wenig Sinn.
PS: Haha da war Tscheioheneis wohl schneller xD
@Tscheiho
Die EP mit 6 Stücken und (wieder mal) einer Laufzeit eines Durchschnittsalbums anderer Bands soll wohl vor allem auch den neuen Sänger einführen, was nicht heisst, dass sie sich einen instrumentalen 12Minüter feinsten Slow-Progs mit altbewährter Pink Floyd-Gitarre im Mittelteil als Opener verkneifen könnten.
Danach das erste Stück mit neuem Sänger und mE auch direkt der Tiefpunkt der EP... Nicht zuletzt Timbre und Stil des Neuen lassen U2-Assoziationen der unangenehmen Sorte lodern, das ganze im recht schwülstigen 4/4-Midtempo-Gewand vor 80er-Pathosrockkulisse... bis auf den Ausklang mit Chor zum gruseln.
Dann aber das Filetstück der Platte (also der CD; auf der LP fehlt es und wird dafür an snderer Stelle durch das der CD fehlende "Maniac Beast" ersetzt). Auf zehneinhalb träumerisch-entrückten Minuten erhebt sich eine elfenhafte Frauenstimme über die mit dezentem Instrumenteinsatz begleitete, beste Endzeitballade 2012, bis sich das Bastogne Blues-Gedächtnisbanjo kurz nach vorne traut und Miriam Wolf anschließend in einen tragisch-schönen Summgesang als Refrain verfällt... Allein dafür lohnt sich die CD-Version, Experiment gelungen.
One Armed Boxer ist CBP-typisches Interlude, um nicht zu sagen Füllmaterial, bevor mit "Jonestown Martin" durch Einsatz Oceansize-mäßiger Riffwalze und passendem Männerchor den nächsten Höhepunkt begründet. Hier präsentiert sich Miriam Wolf mit einem sehr viel anzüglicheren Gesangsstil als noch zuvor im unnahbaren "What have we got to lose", unglaublich wie wandelbar die Frau ist. Dicker Gewinn im Vergleich zum neuen männlichen Sänger. Erhaben tönt die Leadgitarre im Refrain, das ist technisch vergleichsweise simpel, jedoch insgesamt höchst effektiv und mitreißend, was generell an den Sechsaitern geboten wird.
Die CD-Version schließt mit der überraschend rotzig und temporeich (für CBP...) inszenierten Ode an die Unabhängigkeit "Long live independence", inklusive schon fast bedrohlich gröhlendem Backgroundchor zum Ausklang. Hier kann sich der neue männliche Vokalist ebenfalls noch mal gelungener inszenieren als mit seiner schmalzigen Bono-Hommage.
Fazit: Insgesamt 3 Hammerstücke, deren wolkenkratzerhohe Brillanz einen mächtigen Schatten über ein komplettes Doppelalbum zu werfen vermag... Könnte zukünftig zum Standardbeispiel für die Floskel "Manchmal ist weniger mehr..." mutieren. Gilt wahrscheinlich auch für dieses fanvirusinfizierte Textmonster hier, aber für mich ist "No sadness or farewell" definitiv TopTen-Material 2012.
@ Dude, Tscheio
Natürlich Friend of the night, und natürlich sind Einzelhervorhebungen von Mr. Beast trotzdem sinnlos.
In manchen Stimmunen ist es sogar verantwortungslos, diese Platte zu hören - eine Platte wie Mr. Beast mit einem Stück wie "We're no here" ausklingen zu lassen, ist beinahe so grausam, wie jemandem, der sich gerade von einem Hochhaus stürzen will, als Alternative ein Päckchen Rasierklingen zu schenken.
@ Soulburn: Schön geschrieben
. Ich hatte auch schon Phasen, in denen ich mir das eher nicht hätte antun sollen, aber ich konnte nicht anders. Hatte manchnmal bestimmt schon Voraussetzungen, die mich zu nem Patienten von dir hätten machen können
. (Puh dieser Konjunktiv) Aber das wars mir jedes Mal wert!
meine zwei cent: scott ist gott, restplatzierung egal, alles super...
1. Scott Walker - Bish Bosch
2. Dalis Car - InGladAloneness
3. Leonard Cohen - Old Ideas
4. Paul Weller - Sonic Kicks
5. Fields Of The Nephilim - Ceremonies (Ad Mortem Ad Vitam)
6. Light Asylum - Light Asylum
7. Public Image Ltd - This Is PIL
8. Phillip Boa - Loyalty
9. Wovenhand - The Laughing Stalk
10. David Byrne St Vincent - Love This Giant
11. John Cale - Shifty Adventures In Nookie Wood
12. Brian Eno - LUX
13. Jon Lord - Concerto For Group And Orchestra
14. Swans - The Seer
15. Metallica - Beyond Magnetic
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