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Die laut.de-Redaktion hat gewählt: Wir küren unsere 25 Lieblingsvideos des Jahres 2010.
Konstanz (laut) - Wir wissen es und ihr wisst es: Listen sind verdammt cool! Deshalb ist es nach den Hip Hop-, Metal, Song- und Albencharts Zeit für große Augen-Unterhaltung. MTV macht zwar in ein paar Tagen den Laden dicht und lässt nur mehr zahlende Besucher seine Pseudo-Realityshows sehen, die Kunstform des Musikvideos ist aber alles andere als tot. Auch im bald vergangenen Jahr 2010 übertrafen sich viele Bands und Filmkünstler mit Kreativtaten erster Klasse.
So war auch die einzige Hürde bei der Videosuche die liebste all unserer Fehlermeldungen: "Dieses Video ist in ihrem Land nicht verfügbar". Trotzdem gibt's jetzt 25 Mal Neues und Bekanntes, Trauriges und Spaßiges, Pompöses und Simples, Dunkles und Helles, Hunde, Pandabären und Gorillas. MAZ ab!
Noch nicht einmal im offiziellen Video darf man offenbar das F-Wort ausschreiben: Fick dich, schöne prüde Welt! Diese Nummer heißt "F-U-C-K You". Alles andere wäre unangemessen, um "The Heartbreaker" angemessen anzusprechen. Der Clip gestattet Zeitreisen in die Jugend des Sängers, wie man sie bei "Zurück in die Zukunft" nicht stimmiger hinbekommen hätte. Jetzt wissen wir auch, was einen adrett be-pullunderten Knaben in die Arme des Goodie Mob getrieben hat: Muss wohl das alte Arschloch Liebe gewesen sein.
Was wäre, wenn… Diese Frage stellen sich die Indie-Rocker von Superchunk in ihrem neuesten Video. Neun Jahre waren vergangen, seit die Band ihr letztes Studioalbum veröffentlichte, da liegt der augenzwinkernde Blick auf die lange Auszeit auch sehr nahe. Denn was wäre aus den drei Bandmitgliedern geworden, wenn Frontman Mac McCaughan mit einer neuen Band weitergemacht hätte?
Die US-Indie-Rocker Band Of Horses beamen uns in "Dilly" zurück in eine mögliche 70er-Jahre Szenerie: Route 66, knallharte Rocker heizen auf ihren Harleys auf dem Highway entlang. Eine absolut chillige Atmosphäre und doch passt irgendwas nicht wirklich rein: tanzende Rocker mitsamt Choreographie! Erinnert auf den ersten Blick irgendwie an Alphaville, aber eben nur auf den ersten Blick. Zum Ende hin rauchen nämlich ganz schön die Finger...
Nein, die Protagonisten in diesem Ratatat-Video sind nicht auf Drogen. Das verwendete Material stammt vielmehr durchwegs von der Archivmaterial-Plattform Getty Images, die Symbolbilder und –videos zu allen möglichen und unmöglichen Themen bereithält. "Schlechte Schauspielerei, gezwungene Emotionen und billige Beleuchtung machen diese gestellten Clips einzigartig. Das hat teilweise einen gewissen Grad an Surrealität und schwarzen Humor an sich", erklärt der Schöpfer dieses Videos, Carl Burgess, der einfach nach "gestresstem Geschäftsmann" oder "alter Mann lacht" gesucht hat.
Ein ziemlicher Gelbstich springt einem bei "Divisive" entgegen. Hauptsache auffallen ist die Devise bei "We Have Band" und das können sie ziemlich gut mit ihren Musikvideos. Tanzende, menschliche Buchstaben – eigentlich ziemlich simpel, denn mehr braucht es hier nicht für ein klasse Video. Die Nominierung für den Kreativpreis ist mit großer Sicherheit gewiss. War ja irgendwie klar, dass die aus der Trendmetropole London kommen müssen.
Wenn es jemanden gibt, den man nicht in einem Vampire Weekend-Video erwarten würde, dann ist es Wu-Tang Clan-Chef RZA. Und trotzdem fließt seine Rolle als Tennis-Schiedsrichter im Video zu "Giving Up The Gun" so normal ins restliche Konzept mitein, als ob er in seiner Freizeit ständig dem edlen Ballsport beiwohnt. Das ästhetische Tennisturnier hat aber noch mehr prominente Gäste, so duellieren sich Joe Jonas, Jake Gyllenhall, Daft Punk, ein Samurai und viele mehr mit der Protagonistin, die von niemand geringerem als Lil Jon gecoacht wird. Da ist der Turniersieg ja schon fast in der Tasche.
Im Jahr 2010 brachen die Gorillaz aus ihrer 2D-Welt endgültig aus und hatten bei ihrem ersten 3D-animierten Auftritt gleich einen Gegenspieler von Leinwandformat: Bruce Willis. Im Video zu "Stylo" gibt er einen unwiderstehlich coolen Kopfgeldjäger, der die Affenbande gewohnt stylisch durch eine karge Wüste hetzt. Unter dem Weihnachtsbaum soll ja ein neues Gorillaz-Album liegen, hoffentlich mit gewohnt 1A-Visualisierung von Chef-Stylo Jamie Hewlett.
Dieser neunminütige Streifen ist fast schon Drehbuch verdächtig für eine Fortsetzung von Tarantinos Kultreihe Kill Bill. Ein fieser US-Frauenknast und Lady Gaga mittendrin. Laszives Räkeln an den Gitterstäben im Trakt - natürlich nackt! Oben drauf gibt's noch eine sexy Beyonce als Komplizin und tückische Giftmischerin, am Steuer des legendären "Pussy Wagon". Wenn es mit der Musik nicht mehr klappen sollte, einfach mal bei Quentin anheuern, Miss Gaga. Das Video ist Referenz genug!
Manchmal erzählen Videos keine Geschichten, sondern liefern vielmehr die passende Stimmungsvorlage. Diese ist gewohnt schräg im Hause White. Mit mittelalterlicher Maskierung stolzieren Allison Mosshart und Jack White durch ihre düstere, Bluesrock-getränkte Welt, in der zum ersten Mal auch die restlichen Bandmitglieder auftreten dürfen. So stellt man sich den Proberaum dieser Combo vor.
Knetfiguren in Videos sind doch immer einen Augenblick der Aufmerksamkeit wert. Mit einer abstrusen Weltraumstory erklären Killswitch Engage mit einem Augenzwinkern, wieso Sänger Howard Jones Anfang 2010 kurz die Band verlassen hatte. Gott sei Dank konnten ihn die anderen Member aus den bösen Fängen der Weltraummonster retten, wäre doch sonst ziemlich schade gewesen, oder? Danke für die lückenlose Aufklärung dieses Mysteriums.
Absurdistan, here I come! Es beginnt wie ein klassischer Boyband-Clip und endet wie Mars Attacks. Schwebende Lichtgestalten, Laserstrahlen und Dance-Offs inklusive. Das alles untermalt Hot Chips fröhlicher 90er-House und lässt am Ende nur ein dickes, fettes "WTF?" bei uns zurück.
Das Match "unmenschlich aufgepumpten Bodybuilder gegen Männer mit unsicherer Geschlechtsorientierung in High Heels" klingt vielleicht auf digitalem Papier nicht besonders verlockend, im Video zur zweiten Foals-Single "Miami" funktioniert es jedoch wunderbar. In der detaillierten Zeitlupe wirkt jeder gespannte Muskel samt Schweißperle herrlich obskur und erinnert in Stilistik nicht selten an Aphex Twins Meisterwerk "Windowlicker". Reinziehen!
Röyksopp widmen gleich ein zehnminütiges Video ihrem ganzen Album "Senior" und spielen darin mit experimentellen und leicht technoiden Elementen. Unschuldigkeit trifft auf pure atomare Zerstörung. Zarte Mädchen in einem verlassenen Fabrikgelände und streunende Hunde, die an Totenköpfen schlecken, verpassen "Senior" eine trostlos-erdrückende Stimmung. Das schreit förmlich nach Filmmusik!
Außergewöhnliche Musik verdient noch ausgefallenere Videos: El Guincho mag vielleicht erst etwas galileomäßig im Intro rüber kommen, wenn er über "seinen" Kosmos philosophiert. Doch die Reise in "Bombay" wird zu einem ziemlich skurrilen, teilweise auch bizarren Trip. Nackte Amazonen und befremdlich wirkende Plüschhasen duellieren sich mit einer gehörigen Portion Surrealismus und setzen "Bombay" zu 100% das Prädikat "strange" auf. Also am besten gleich noch mal anschauen um die Geschichte zu begreifen. Gibt es überhaupt eine?
"Ich kehre zurück als ein besserer Mensch", verspricht Kanye - und erklärt auch gleich, worum sich der halbstündige Kurzfilm "Runaway" dreht, den er zusammen mit Regisseur Harold 'Hype' Williams in Prag drehte: "Ein auf die Erde gefallener Phönix wird von den Menschen verspottet und erlangt mit der Zeit die Erkentnis, dass er sich vielleicht selbst zu Fall bringen muss, um als besseres Individuum zurückzukehren." Alles klar. Sehens- und hörenswert bleibt das Resultat dennoch. Wenn Kanye zum Klavier schreitet, hüpfen die Tanzmäuschen.
Fast schon Pflicht in einer Videobestenliste sind die Viral-Spezialisten von OK Go. Auch bei "White Knuckles" ist das Konzept so simpel wie genial. Diesmal tauschen sie Laufbänder gegen Hunde ein und choreographierten mit allerlei einfachstem Firelfanz (Drehsessel, Regal, Hürden) einen Spießrutenlauf, bei dem natürlich die perfekt trainierten Tiere die Stars sind.
Ein packendes Highlight auf 13 Minuten fegt mit "Hurricane" über die Flimmerkiste. So zerstörerisch, dass in den USA erst mal der Zensur-Hammer rausgeholt wurde. Zu viele Gewalt- und Sexszenen wären nicht zu verkraften. Wir sehen das anders und prämieren dieses künstlerische Gesamtwerk in all seiner Pracht mit Platz 9 der besten Videos 2010. Da hat Jared Leto mit seiner Bande sichtbare Spuren hinterlassen.
Kaum eine Band beeindruckte die Redaktion in diesem Jahr so sehr wie Arcade Fire. Dass sie neben außergewöhnlicher Musik auch noch ein Händchen für besondere Videos haben, zeigten sie mit der visuellen Umsetzung vom Titeltrack und Opener "The Suburbs". Regisseur Spike Jonze setzte eine Gruppe Jugendlicherlang in einer so beschaulichen wie ausgestorbenen Vorstadt von Austin, Texas bei einem ganz normalen Tag in Szene, so scheint es jedenfalls. Dann kommen die Sirenen und Einsatzfahrzeuge.
Holler-wer? Zugegeben, von diesen kanadischen Indie-Rockern hat man noch nicht allzu viel gehört. Aber dieses Gerüst mit 24 Menschen, vor dem die Band ihren Song Americanaram performt, zählt zweifellos zu den coolsten Momenten in dem Musikvideojahr 2010. In einer einzelnen Einstellung und mithilfe eines lockeren Umgangs mit dem Geschwindigkeitsrad kommt man aus dem Staunen nicht heraus.
Falls es den kitschigen Ausdruck "Bromance" nicht schon gäbe, er müsste für dieses Video erfunden werden. Grums "Through The Night" erzählt die Geschichte zweier Polizisten, deren Freundschaft über ein normales Verhältnis zu Kollegen definitiv hinausgeht. Stilistisch im 70er-Jahre "Sabotage"-Look wird hier ganz großes Kino geboten!
Tier-Kostüme, Lametta, Luftballons, Perücken, eine Matratze und Champagner. Klingt nach einer amüsanten Party. Was Regisseur Spike Jonze ("Being John Malkovich") und LCD Soundsystem-Mastermind James Murphy unter Mitwirkung von Gaffer-Tape, Feuerlöscher, Sprühfarbe, Eiern, einer Flüstertüte und jeder Menge Randale in ein Musikvideo pressen, ist aber gar nicht lustig. Merke: auch wenn sie total niedlich aussehen - Pandas sind böse. Betrunkene Mädchen sowieso.
Arcade Fire zum Zweiten. Diesmal werden die Grenzen des herkömmlichen Musikvideos vollends gesprengt. Mithilfe von Google Streetview wird plötzlich die eigene Nachbarschaft ein Teil des Videos, dass in HTML5 gebaut und für den Chrome-Browser von Google optimiert ist. Interaktiv, spannend und unaussprechlich intensiv verschmelzen hier die Grenzen zwischen Technik und Benutzer. Wer selbst ein Teil der Zukunft sein möchte, klickt auf diesen Link.
Wenn die Erfahrung des Produzententeams Coodie & Chike und das Auge von Fotograf Michael Sterlin Eaton auf Stimme und Poesie Gil Scott-Herons treffen, kann eigentlich nur Umwerfendes dabei herauskommen. Q.E.D.: Voodoo-Skater auf den Straßen New Yorks. Beware!
Nach dem für Furore sorgenden "Stress"-Video von Justice begab sich Regisseur Romain Gervais mit diesem Video für M.I.A. erneut ins Zentrum der Kontroverse. In diesem Kurzfilm regieren drastisch dargestellte Gewalt, schockierende Bilder und politische wie gesellschaftliche Kritik. Dieser Film lässt keinen kalt.
Mehrere Monate Vorbereitung für schlappe 3:54 Minuten Musikvideo. Drei großartige Minuten und vierundfünfzig verrückte Sekunden purer Wahnsinn. Die Rube Goldberg-Apparatur der Chicagoer OK Go lässt Münder offen stehen und die Repeat-Tasten glühen. Von Liebe zum Detail hin zur absurden Verrücktheit geht an den Videos dieser Truppe auch im Jahr 2010 kein Weg vorbei. Ob die Simpsons-Macher nach dem adaptierten Laufbandspaß "Here It Goes Again" ("Husband and Knives" S19E07) auch das OK Go'sche Kipp-Roll-Fall-Spektakel mit einer gelben Variation in den Popkultur-Himmel hieven? Verdient hätte es es.
kennt ihr das video von marteria? "verstrahlt" so heißt das.
aber ok go ist klar verdient auf der eins unglaubliches video
großartig. viele davon kannt ich noch garnicht, danke!
Schöne Liste mit tollen Videos.
Persönlich finde ich "Alejandro" aber besser als "Telephone", wenn ihr schon ein Lady Gaga Video in der Liste haben wollt. Dort hat man nämlich auf zu viel Product Placement verzichtet.
"Hurricane" von 30STM lässt mich irgendwie kalt und dass Arcade Fire tolle Videos machen war ja irgendwie abzusehen
Platz 1 ist ziemlich geil, aber irgendwie bekommt man da so Domino-Day Stimmung 
Ach, dieser Jared Leto. Allein schon, wie er in jedem 30 Seconds to Mars-Video mit seinen ach so schönen blauen Augen (natürlich in Close-ups aufgenommen!) vor der Kamera posiert, jetzt musste er natürlich noch jedem seinen geilen Body zeigen.
Mein Gott, was für ein Poser.
OK Go haben immer super Videos. Mir fällt Lady Gaga (jetzt fällt mir das Lied nicht ein, Roberto, Fernando..., also das mit den tanzenden Männern die so aus Mussolinezeit stammen könnten...)
im übrigen möchte ich nochmals nachträglich Weihnachtswünsche und guten Rutsch an alle meine Freunde hier und auch meine Freunde auf gromky.de ausrichten, (auf gromky.de könnte da jmd. das für mich weiterleiten bitte, weil auch technischen gründen dort nicht reinkomm, speziell an BRETTI, cucu, Thelema....)
ah,. les gerade, mariUs, Alejandro, genau. finde das auch besser als Telephone. dieser Tanzstil, zusammen mit diesen Lederuniformen...und FRisuren....ganz große Klasse. Telephone, auch nicht schlecht, so ein Roadkrimimovie, aber Alejandro ist ganz eigen und anders.....stimme da mariUs voll überein.
Meine persönliche TOP10 der Videos 2010:
1) Grinderman - Heathen Child
2) Kanye West - Power
3) MGMT - Flash Delirium
4) Trentemøller - Even Though You're With Another Girl
5) OK Go - This Too Shall Pass (RGM Version)
6) Darwin Deez - Constellations
7) Lady Gaga feat. Beyoncé - Telephone
8) !!! - Jamie, My Intentions Are Bass
9) Jay-Z feat. Swizz Beatz - On to the Next One
10) Massive Attack - Paradise Circus
Hab diese TOP10 unabhängig von eurer LAUT.de-Liste erstellt. Deshalb auch nur zufällig 2 Videos von 10, die sich auch in Eurer Liste befinden. 
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