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Die laut.de-Redaktion hat gewählt: Wir küren die Top-40-Lieblings-Videos der Jahre 2001 bis 2010.
Konstanz (laut) - Nirgends offenbarte sich die Krise der Musikindustrie im vergangenen Jahrzehnt so augenscheinlich wie beim Musikfernsehen. Zunächst begründeten die Verantwortlichen des Parade-Alternativsenders viva zwei dessen Einstellung Anfang 2002 noch mit der Werbe-Unfreundlichkeit subkultureller Produktionen sowie mit mangelnder Zielgruppen-Affinität. Wenig später lieferte die Popularität von Napster und Co. gleich das nächste Totschlag-Argument gegen die Idee, künstlerisch wertvollen, erzählerisch komplexen und visuell herausfordernden Musikvideos eine Plattform zu bieten.
Bei sukzessive sinkenden Tonträger-Verkaufszahlen fehlte erst den Indies, dann auch den größeren Labels das Budget für aufwändig inszenierte Werbeclips. Die Einsicht aber, dass die Substitution durch Reality-Show-Formate nebst massiver Klingeltonwerbung den Teufelskreis von einbrechenden Einnahmen und dadurch immer knapperer Budgetierung nur weiter fütterte, kam erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Plattenfirmen klagten zwar immer rabiater gegen Nutzer von P2P-Plattformen, kämpften also verzweifelt an gegen die kostenfreie Verfügbarmachung des Kulturguts Musik im Internet; im Zuge des YouTube-Aufstiegs bauten sie aber auch wieder vermehrt auf das Werbemittel Video.
Die heutige Relevanz vergleichbarer Seiten zeigte sich im verbissenen Kampf um Lizenzabgaben zwischen GEMA und YouTube. Aus der zwischenzeitlichen Verdrängung ins Netz ist ein tausendarmiger Promo-Oktopus geworden. Zahlreiche Web 2.0-Startups versuchten sich an einer Bündelung dieser zersplitterten Videokanäle. Ob sich ein zentrales "Musikfernsehen im Internet" am Ende durchsetzen können wird, muss die Zukunft zeigen.
Die kreative Kraft der Subkultur hat die Jahre der Marginalisierung jedenfalls zweifellos gut überstanden, wie unsere kleine Umschau zeigt. In Sachen Pop-Referenzialität, Special Effects und Humor stehen die jüngeren visuellen Umsetzungen der Blütezeit der Neunziger in nichts nach. Dass Videokunst auch ohne volle Konten und zentrale Kanäle im klassischen TV-Bereich vital blieb, ist womöglich eine der beruhigendsten Feststellungen für Zuschauer gerade abseits des Mainstreams.
Via tief poetischer Frame-by-Frame-Inszenierung erzählen die Bay Areaner in der Single zu ihrem Meisterstück "El Cielo" die ewig Idee von Mainstream und Abweichlertum, von Konformität und Selbstfindung. Der großäugige Protagonist im Trickfilm steht an der Wegscheide: Soll er sich wie alle anderen weiter der Orchestrierung des unsichtbaren Puppenspielers hingeben, der ihn am Faden führt? Oder lohnt es, die risikoreiche Abzweigung ins Ungewisse zu nehmen?
Längst Kult ist die Nonstop-Laufband-Darbietung der Chicagoer Indierocker OK Go! So leger hatte zuvor noch keiner das Thema Fitnessstudio für Indies aus der Schmuddelecke des Körperkults geholt – synchronized workout can be fun!
Kaum eine Band beeindruckte so sehr wie Arcade Fire. Dass sie neben außergewöhnlicher Musik auch noch ein Händchen für besondere Videos haben, zeigten sie mit der visuellen Umsetzung vom Titeltrack und Opener "The Suburbs". Regisseur Spike Jonze setzte eine Gruppe Jugendlicher in einer so beschaulichen wie ausgestorbenen Vorstadt von Austin, Texas bei einem ganz normalen Tag in Szene, so scheint es jedenfalls. Dann kommen die Sirenen und Einsatzfahrzeuge.
Bild-im-Bild-Verfahren im Zusammenspiel mit exzessiver Webcam-Verwendung sind vielleicht schon keine Web 2.0-Novelty mehr, derartig viele visuelle Tricks am Fließband hat aber bestimmt lange keiner geliefert. Die Japaner von Sour lassen die Saiten herrlich perlen, während sich die versammelte Fanbase vor der Kamera in Splitscreen-Puzzles übt. Ein betörendes Experiment in der Erschaffung virtueller Räume, äußerst liebevoll umgesetzt.
Holler-wer? Zugegeben, von diesen kanadischen Indie-Rockern hat man noch nicht allzu viel gehört. Aber dieses Gerüst mit 24 Menschen, vor dem die Band ihren Song Americanaram performt, zählt zweifellos zu den coolsten Momenten in dem Musikvideojahr 2010. In einer einzelnen Einstellung und mithilfe eines lockeren Umgangs mit dem Geschwindigkeitsrad kommt man aus dem Staunen nicht heraus.
Das mehrfach ausgezeichnete Video zu "Where's Your Head At" legt offen, dass auch im Popgeschäft vor skrupellosen Mensch-Tier-Experimenten nicht gescheut wird. Eine Mahnung von Basement Jaxx für uns alle.
Bei einem Auftritt in Shanghai verfehlte der unzweideutige Claim für Selbstbestimmung und politische Identität seine Wirkung nicht. Die chinesische Führung sah in Björks Zeilen "Declare independence! Don't let them do that to you!" eine Beleidigung der Seele der Volksrepublik und verbot in der Folge allen potenziell kritischen Künstlern die öffentliche Darbietung im Reich. Aber auch ohne den Background von Olympischen Spielen und Tibet-Konflikt gelingt dem bewährten Team Gondry/Björk dank Military-Look und isländischer Drill-Instructorin ein weiteres Ausrufezeichen.
Eine anders geartete Herzensangelegenheit: Gnarls Barkleys Neosoul-Stück setzt ganz auf die Mixtur Pärchen + Trennung + das wortwörtliche Herz. Den Leuten im Diner ziept es beim Anblick des zerstörten, nichtsdestotrotz mit Leidenschaft intonierenden Muskels jedenfalls gleich mit in der Brust.
Über der täglichen Arbeitsroutine kann mancher schon mal verrückt werden. Eine geradezu verzückende Variante der Paranoia entwickelt dieser Autobauer: Sein Fertigungsroboter vom Fließband erlangt urplötzlich ein Bewusstsein - und trachtet ihm fortan nach dem Leben. Ließe sich mit etwas Fantasie auch im Sinne Marx' interpretieren.
"Ich kehre zurück als ein besserer Mensch", verspricht Kanye - und erklärt auch gleich, worum sich der halbstündige Kurzfilm "Runaway" dreht, den er zusammen mit Regisseur Harold 'Hype' Williams in Prag drehte: "Ein auf die Erde gefallener Phönix wird von den Menschen verspottet und erlangt mit der Zeit die Erkentnis, dass er sich vielleicht selbst zu Fall bringen muss, um als besseres Individuum zurückzukehren." Alles klar. Sehens- und hörenswert bleibt das Resultat dennoch. Wenn Kanye zum Klavier schreitet, hüpfen die Tanzmäuschen.
Tier-Kostüme, Lametta, Luftballons, Perücken, eine Matratze und Champagner. Klingt nach einer amüsanten Party. Was Regisseur Spike Jonze ("Being John Malkovich") und LCD Soundsystem-Mastermind James Murphy unter Mitwirkung von Gaffer-Tape, Feuerlöscher, Sprühfarbe, Eiern, einer Flüstertüte und jeder Menge Randale in ein Musikvideo pressen, ist aber gar nicht lustig. Merke: auch wenn sie total niedlich aussehen - Pandas sind böse. Betrunkene Mädchen sowieso.
Bis ins Details aufgepimpte Frauenkörper schlingen auf rotierenden Podesten Nudeln, Donuts und sonstiges Junkfood in sich hinein. Zwischendurch werden Kreditkarten geleckt und Dollars gefuttert, bis die Gesichter verzerrt aussehen wie in bester Aphex Twin-Manier. Dann folgt das große Kotzen. Essstörung und brachiale Kapitalismuskritik – selten gingen Fleischbeschau und Statement so nahtlos ineinander über wie bei Simian Mobile Disco.
Ebenso als Sozialkritik ließe sich Lily Allens "Fuck You" lesen. In Egoperspektive dürfen wir mitverfolgen, wie sich so ein Tag im Leben der Londonerin gestaltet – offensichtlich recht interaktiv nämlich. Während die Allen durch die Straßen schlurft, formt sie Menschen und Gegenstände, die ihr begegnen, nach eigenem Gutdünken. Einkaufstüten und Hintern werden vergrößert, Autos gestaucht und Rüpel auf Gummibeine gestellt. Bleibt jedem selbst überlassen, in diesem Environmental Design einen kritischen Kommentar zu lesen – oder einfach die gelungene Umsetzung bekannter Allmachtsfantasien.
Clever clever: Wo schon der Songtext von billigen Imitationen handelt, setzen Pulp im Video noch ein ironisches Sahnehäubchen drauf. Die üblichen Verdächtigen des Charity-Single-Business (Elton John, Cher, Robbie Williams) scheinen sich im Studio für einen solchen Song zu versammeln, entpuppen sich jedoch schnell als bloße Doubles - die natürlich nur über äußerst beschränkte Sangeskünste verfügen. Und auf der B-Seite (fehl-)interpretieren Jarvis Cocker und Co. Roisin Murphy und Nick Cave.
Im ruralen Frankreich tollt eine Gruppe Teenager in Slow Motion durch sattgrüne Wiesen. Der Himmel ist blau und geschmückt mit den Drachen, die die Jungen und Mädchen steigen lassen. Dazu setzt es einen Gastauftritt fliegender geometrischer Grundformen sowie eine putzige Anbandelei zwischen den Geschlechtern. Der stark überzeichnete Vintage-Look inszeniert die Ideale Unschuld, Freiheit und Schönheit. Makellos.
Geburt einmal anders: Ein Schwarm grobpixeliger Falter, deren Flügel aus Händen bestehen, bauen gemeinsam einen Menschen. Sukzessive wächst in dem hiebeligen Gewusel der Humanoid in seinem Nest heran, bis das letzte verbliebene Insekt ihm den Lebenshauch verleiht.
Mehr auf Datamoshing setzt hingegen das Brooklyner Trio Chairlift. Sie macht aus einem Problem des digitalen Zeitalters – der Artefakt-Bildung von Videos infolge zu hoher Kompression – ein künstlerisches Stilmittel. Die Band zerfließt, verwischt, zerfällt in Fragmente oder morpht sich durch die Naturlandschaft wie in einem ausgewachsenen Acidtrip.
The BPA alias Norman Cook aka Fatboy Slim mag mit "I Think We're Gonna Need A Bigger Boat" nicht den ganz großen musikalischen Hit gelandet haben – das "Toe Jam"-Video featuring Dizzee Rascal und David Byrne bekam dafür ein umso größeres Stück vom Aufmerksamkeitskuchen. In Seventies-Optik kokettiert es mit Nacktheit sowie einem formschönen schwarzen Balken, der trotz reichlich Bewegung der Darsteller niemals aus der Fassung gerät.
Die Sendung mit der Maus für Indies, heute: Wie macht die Biene den Honig? Antwort: Indem sie am laufenden Fließband erbricht! In der detailreich animierten Story haben Menomena für die gemeine Arbeiterbiene leider kein Happy End vorgesehen ...
In memoriam Laika, dem ersten lebenden Wesen im Weltall, schwebt in "Moan" ein Hund in der Sputnik 2 durch den Orbit. Im Rückblick zeigen Bilder, wie Laika von Sowjets mit Papiertüten überm Kopf für den Jungfernflug gefangen wird. Später bewegt der Hund synchron zu der Songzeile "Constantly thinking about you" die Schnauze. Muss einsam gewesen sein in Outer Space.
Diesmal werden die Grenzen des herkömmlichen Musikvideos vollends gesprengt. Mithilfe von Google Streetview wird plötzlich die eigene Nachbarschaft ein Teil des Videos, dass in HTML5 gebaut und für den Chrome-Browser von Google optimiert ist. Interaktiv, spannend und unaussprechlich intensiv verschmelzen hier die Grenzen zwischen Technik und Benutzer. Wer selbst ein Teil der Zukunft sein möchte, klickt auf diesen Link.
"Every dead body that is not exterminated, gets up and kills. The people it kills, get up and kill." Die Einblendung beim Initiationritus der ersten virtuellen Band der Welt fiel in diversen Ländern wegen Anstößigkeit der Schere zum Opfer. Tat dem Erfolg aber keinen Abbruch: Mit "The Good, The Bad And The Ugly"-Sample und jeder Menge Zombie-Gorillas eroberten Damon Albarn und Jamie Hewlett sogar in Deutschland Hitlisten-Silber. Kein Insider, aber zu gut, um hier nicht aufzutauchen.
Wahre Videokunst steckt oft in der Täuschung des Zuschauers, dem ein hochkomplizierter Vorgang als überaus simpel und naturgegeben vorgegaukelt wird. Etwa wenn Natasha Khan und ihre Tiermasken-Clique zu mystizistischem Atmopop auf BMX-Rädern durch die stockdunkle Allee cruisen und sich dabei eine schlafwandlerische Choreografie hinlegen.
Dass elektronische Tanzmusik nicht zwingend einhergehen muss mit drogenschwangerer Nächstenliebe, zeigt diese provokante Pseudo-Dokumentation. Eine Jugendgang aus einem Pariser Banlieue zieht randalierend, prügelnd und frauenbelästigend durch die Stadt und wird dabei mit hektischer Handkamera begleitet. Die nachfolgende Debatte um Gewaltverherrlichung und Ausländerfeindlichkeit winkte das Duo etwas arg lakonisch ab: "Wir haben weder die Absicht noch die Legitimität, tiefgehend über soziale Probleme zu sprechen." Gleichermaßen ein Vergnügen ist übrigens die Parodie "No Stress".
Nochmal Ed Banger, ähnliches Milieu: Gewappnet mit Oberlippenbärtchen und Goldkettchen verlässt der arbeitslose Sohn morgens das Haus, um mit dem getunten Prollauto zum Dezibelduell zu fahren. DJ Mehdis Sound und Bild in perfekter Harmonie.
Tatort: das Los Angeles Marriott Hotel. Haupt- und einzige Person: Oscar-Preisträger Christopher Walken. Der war vor seiner Schauspielkarriere ausgebildeter Tänzer in einem Musiktheater. Da lag es also quasi auf der Hand, dass Spike Jonze ihn unwiderstehlich sexy und ohne eine Miene zu verziehen von der Präsidentensuite in die Lounge schwofen lässt. His own private Walzer und eine akrobatische Meisterleistung.
Michel Gondry führte über die Jahre gleich bei mehreren White Stripes-Videos Regie. Derart konsequent nach Baukastenprinzip (im Wortsinn) ging er dabei aber nur ein einziges Mal vor. Anhand von Jack Whites Gesicht führt er ganz nebenbei vor, dass auch Legosteine eine dritte Dimension besitzen.
Wenn die Erfahrung des Produzententeams Coodie & Chike und das Auge von Fotograf Michael Sterlin Eaton auf Stimme und Poesie Gil Scott-Herons treffen, kann eigentlich nur Umwerfendes dabei herauskommen. Q.E.D.: Voodoo-Skater auf den Straßen New Yorks. Beware!
Todtraurig und zuckersüß: Bis zum finalen Drama auf dem Hochhausdach weiß der Zuschauer nicht, was der eierköpfige Typ mit den ganzen Haustieren vorhat. Allerdings waren wir gewarnt: Niedlichkeit und Monstrosität stecken ja bekanntlich schon im Bandnamen ...
Ein kurzhaariges Mädchen an einem fremden dunklen Ort. Es bleibt unklar, ob sie sich der eigenen Identität bewusst ist. Das Mädchen betritt einen unbedachten Tempelhof, in dem Menschen in Gewändern sitzen und stehen, Wasserdampf schwebt zwischen klassizistischen Säulen. Mit einem Minimum an Handlung markieren Hercules And Love Affair 2008 ihr Neo Disco-Revier: der Marktplatz als antikes Darkroom-Äquivalent.
Als einer der prägendsten Videokünstler der Neunziger hat Chris Cunningham vor allem Warp-Acts, aber auch Superstar Madonna ("Frozen") in beeindruckende Bilder gefasst. Seine bizarr entstellende Ästhetik entrückt Mensch und Maschine aus gewohnten Kontexten hinein in eine oft alptraumhafte Surrealität. Mit dem Kurzfilm "Rubber Johnny" rekurriert der Engländer auf seine Arbeit mit Avantgarde-Elektroniker Aphex Twin. Dessen Track "Afx237 V7" dient dem Nachtsichtvideo als Soundtrack.
Nach dem für Furore sorgenden "Stress"-Video von Justice begab sich Regisseur Romain Gervais mit diesem Video für M.I.A. erneut ins Zentrum der Kontroverse. In diesem Kurzfilm regieren drastisch dargestellte Gewalt, schockierende Bilder und politische wie gesellschaftliche Kritik. Dieser Film lässt keinen kalt.
Sexy time por favor? Experimental-Instrumental Hip Hopper bringt seinen schwarzen Goldfisch zum Dîner und allen gehen die Augen über: Erst "Massiert die korpulente Dame da wirklich dem korpulenten Mann den Penis?", dann "In dem Video wird ja total dreckig, schwitzig und hemmungslos gef****!?!" Genau. Sehr lässig übrigens die Intro-Ansage: "This video contains flashing lights."
Mehrere Monate Vorbereitung für schlappe 3:54 Minuten Musikvideo. Drei großartige Minuten und vierundfünfzig verrückte Sekunden purer Wahnsinn. Die Rube Goldberg-Apparatur der Chicagoer OK Go lässt Münder offen stehen und die Repeat-Tasten glühen. Von Liebe zum Detail hin zur absurden Verrücktheit geht an den Videos dieser Truppe auch im Jahr 2010 kein Weg vorbei. Ob die Simpsons-Macher nach dem adaptierten Laufbandspaß "Here It Goes Again" ("Husband and Knives" S19E07) auch das OK Go'sche Kipp-Roll-Fall-Spektakel mit einer gelben Variation in den Popkultur-Himmel hieven? Verdient hätte es es.
Seine musikalische Prime mag Davis in den Nineties gehabt haben, audiovisuell trumpfte er erst im frühen Jahrtausend auf. Vorliegendes Werk demonstriert hervorragend, wie mit den Mitteln Kameraposition, Repetition und Addition eigentlich widerstrebende Gefühle (Nostalgie und Aufbruchsstimmung) zusammengebracht werden können - urbane Straßen im Morgengrauen waren nie schöner, als mit DJ Shadow.
Islands liebste Zauberergilde thematisiert das ewige Tabu Homosexualität unter Fußballern. In zerbrechlicher Zeitlupe und mit präzisen Mimikstudien wird das Geschehen auf einem Bolzplatz im konservativen Reykjavík der 50er Jahre fotografiert.
Dicke Bergarbeiter beim Ballett, ein weitläufiger Raum, der Platz lässt für das Spiel von Distanz vs. Nähe und eine Männerfreundschaft, die an der Kunst und an der Schüchternheit zerbricht. Wie eine Ode an einen längst vergessenen Traum aus der Kindheit.
Tori gut zu Fuß: Die Umsetzung zur tollsten Schwärmerei auf dem hochambitionierten Americana-Album "Scarlet's Walk" verpflanzt Amos' Kopf direkt auf ihren Oberschenkel. Mit also wenig mehr als einem Meter Körperhöhe hüpft sie mit Lover (dessen Kopf lediglich von einem Arm gestützt wird) durch Straßen und Strand und führt anschaulich vor, wie gut Ein-Bein-Skating aussehen kann.
Nicht nur für krude Taktarten steht die erste "Lateralus"-Singleauskopplung beispielhaft ein. Auch das visuelle Kunstwerk aus dem Kopf von Gitarrist und Regisseur Adam Jones prägte die Wahrnehmung der Band nachhaltig. Menschenähnliche Aliens setzen darin die lyrische Idee von verkrüppelter Kommunikation und deren Überwindung in Tool-typischem Gruselstil um. Eine optische wie akustische Reizflut.
Auch Früchte können zu Kannibalen werden. In Kid 606' surrealem Alptraum werden ravende Weintrauben, Orangen und Erdbeeren in der Disco eingesperrt, woraufhin die Fruchtsäfte nur so spritzen. Das resultierende Zombie-Obst wird schließlich vom wahnsinnigen Mr. Wobble persönlich mit der Axt gerichtet. Happy End geht vermutlich anders.
Lily Allen's Fuck You ist ein tolles Video, hier handelt es sich allerdings nur um ein Fanmade-Video.
M.I.A.'s Born Free gehört definitiv nicht auf diese Liste. Dieses Video braucht kein Mensch: Ekelhafte Provokation ohne Sinn und Zweck.
Wo bitteschön ist Christinas Dirrrrrty??? :-)))
Und es gar 100 x besser Videos als hier aufgelistet. Muss man Aracdee Fire auch bei Video gleich 3 mal auflisten??? Zumal Videos definitiv NICHT zur ihrer Stärke gehört. Das einzig "artsy-indie" Video vondennen ist doch Black Mirror und icg bin geshockt das es nicht hier zu finden ist. Björks Pagan Poetry muss erwähnt werden, es ist einfach zu eklig...
Nochmals, lau.de: Das JAHRZEHNT geht von 00 bis 09.
Immer. Was ist so schwer daran?
ach bitte, das ist doch lächerlich...
johnny cash - hurt ??
placebo - special needs ? placebo - meds ?
foo fighters - best of you ?
eminem - stan ?
velvet revolver - fall to pieces ?
Jan Delay- Für immer und dich ? ( ich mein, grünes männchen UND elefant.... !)
Also, einer meiner persönlichen Favourites ist ja "Why Go? (2005)" von Faithless. Das Video ist jetzt weder hoch anspruchsvoll oder jetzt vielleicht ein Meilenstein, aber als ich es zum ersten Mal gesehen habe, hat's mich geflasht. So geil :-D.
Übrigens: Ich suche ganze Zeit nach einem Video, welches ich bei "MTV Masters" gesehen habe. Ich weiß weder Songtitel noch Interpret. Ich war aber echt erstaunt, als ich das kurz gesehen habe. In dem Video prallt ein Auto gegen einen Menschen, so als wäre dieser Mensch eine Mauer (so oder so ähnlich). Vielleicht weiß ja jemand, welches Video gemeint ist.
Bei den "Best Offs" in den letzten Wochen geht es doch bestimmt um eine Wette:
Wenn ich ein kaschiertes Tittenbild als Aufmacher in die Titelzeile stelle, kann ich jeden Rotz als Nachricht verkaufen und der Mop klickt alles an um die Titten zu sehen...
Erstens: Warum sind es 40 Videos, wenn 25 angekündigt werden? Zweitens: Clint Eastwood von den Gorillaz kam definitv NICHT 2005 raus, sondern früher. Das fanden alle auf dem Schulhof immer so cool, aber außer dem Video hat mir persönlich der Song nichts gegeben.
@meetzz
Aww, vielen Dank. Genau das Video hab' ich gemeint. Erinnert mich ein bisschen an das "Bittersweet Symphony"-Video von The Verve ... nur halt ein bisschen spektakulärer.
So möchte ich auch mal durch die Straßen laufen :-). Manche Videos setzen sich halt ins Hirn fest.
@ Creep11: Aha. Und wieso war der post vom trolligen laut-Angestellten jetzt so erfrischend? Der hat in der Hinsicht auch nur versucht, Recht zu behalten. Ein weiterer post zu den immerselben Kommentaren die Dekaden betreffend. Würd mich jetzt schon interessieren.
Und das Problem besteht nicht darin festzustellen wann die Dekade anfängt und aufhört sondern, dass laut.de viele der Listen schon letztes Jahr rausgebracht hat. Mit nen paar kleinen Änderungen versteht sich (Hat bestimmt viel Zeit gekostet hm Rainer? Vermutlich werden deshalb nur noch halb so viele Alben rezensiert, wie vor sagen wir mal 3 Jahren. Oder habt ihr mittlerweile wirklich nur noch ne 3 Tage Woche und lasst dann für Freitag nen Praktikanten irgend eine beknackte Liste aus dem Archiv ausgraben der dann für 7 Euro die Stunde nen paar neue Songs/Videos einbaut ?) Bin mal gespannt ob mein post morgen noch da ist.
Zugegeben, wir haben die Nullerjahre-Listen zum Ende des Jahrzehnts recycelt, weil die nicht mehr zugänglich waren und wir da einige Arbeit reingesteckt hatten.
Nächsten und übernächsten Freitag klinkt die Redaktion sich dafür mal ganz aus: bei den Usercharts der am besten und am schlechtesten bewerteten Alben zählen ausschließlich eure CD-Bewertungen ...

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