- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Ich bin nicht besonders bibelfest, geschweige denn -treu und so sind mir die Lehren der Bergpredigt zwar so la la bekannt, aber kein Maß. Insofern okay, wenn ich hier nun Gleiches mit Gleichem vergelte. Denn wenn jemand so hörbar wenig Herzblut investiert, um einen brauchbaren Tonträger zu veröffentlichen, dann will ich auch nicht mit Lupe und Pinzette nach Pluspunkten fahnden.
"Berlins Most Wanted" – sowohl Gruppe als auch Platte – überspannt meinen Geduldsfaden dermaßen, dass diese Review mal ohne mehrmalig konzentriertes Hören der Scheibe entstehen muss. Schmerzen bin ich qua Gesetzgebung zu dulden nicht verpflichtet. Man wird vom ersten Track an das Gefühl nicht los, dass die Produktionszeit von "Berlins Most Wanted" kaum merklich über der reinen Spielzeit gelegen haben dürfte.
Derart eindimensionale Setzkasten-Texte, Dünnbrettbohrer-Beats und überflüssige Skits so hochkarätig anzupreisen, ist schlichtweg eine Frechheit. Dabei wurde im Vorfeld nicht mal behauptet, dass B.M.W. irgendwelcher 'Next level shit' wäre, sondern einfach nur den guten, alten Carlo-Cokxxx-Nutten-Style, ergänzt um ersdritterjunge Kay One zelebriert. Als vor ein paar Wochen dann das Video zum einigermaßen grimmigen Track "Berlins Most Wanted" veröffentlicht wurde, war ich zwar noch nicht schwer begeistert, hielt aber eine Einlösung dieses Versprechens auch nicht für ausgeschlossen.
Die Krux: Besagter Style liegt in ferner Vergangenheit und fand vor allem unter völlig anderen Bedingungen statt: Das Genre Gangster-Rap war in Deutschland noch ein glühend heißes Eisen, das Sonny Black und Frank White mit wenigen, aber donnernden und bis heute nachhallenden Paukenschlägen schmiedeten.
Dieser Nimbus ist nunmehr Fluch und Segen zugleich: Er hat seinen Dienst ein knappes Jahrzehnt später getan und die beiden etabliert, lässt aber per se auch keine Weiterentwicklung zu, was Fler zu betonen neuerdings nicht müde wird: "Frank bleibt Frank". Wobei dieser noch das geringste Problem darstellt: Er fährt auch hier wieder eisern seinen lyrisch überschaubaren, aber zumindest stylish genervten Proleten-Film und das ist schon okay so.
Kay One, der nicht zu Unrecht als bester Rapper gehandelt wird (im ersguterjunge-Kader wohlgemerkt), will mit seiner unbeschwerten Sunnyboy-Attitüde hingegen so gar nicht in das freudlose Milieu passen, das seine beiden Kollegen mit einer Heerschar an Demonstrativpronomen skizzieren. Seinen Eloquenz-Bonus verdankt der Wahlberliner daher am ehesten dem direkten Vergleich mit Fler und Bushido.
Letzterer bestreitet in seiner Rolle als latentes Oberhaupt des Krimi-Dreiers den schwersten Kampf: Bushido erzählt Dinge, die man ihm nicht abkauft, in einer Weise, die ob ihrer Einförmigkeit nur noch nervt. Er hat also weder ein integres Image, noch die nötigen Skills. Schlechte Karten für einen Gangsterboss – noch schlechtere für einen Rapper, möchte man meinen.
Wo andere Kollaborationen häufig mit "mehr als der Summe ihrer Teile" beschrieben werden, sollte hier eher von einer Differenz die Rede sein. Andererseits – und mathematisch böse ausgedrückt: Bei drei Nullen ist es im Endeffekt egal, wie man sie verquirlt.
Natürlich chartet B.M.W. nicht zuletzt dank Bushido trotzdem. Kay One nennt uns in seinem Solo "Ich Hatte Einen Traum" auch den Grund: "Vorbei sind die Zeiten von Samy und Kool Savas – Teenies wollen einen Star zum Anfassen." Derart entwaffnende Ehrlichkeit bleibt am besten unkommentiert.
Ein erstes Mal Aufhorchen ließ mich übrigens "Sie Wissen, Wer Wir Sind": Das Drum-Pattern, das Bushido hierfür nebst all dem Magerstufe-Quark gebastelt hat, gibt schlagartig Grund zur Annahme, dass ihm demnächst wieder Post vom Fachanwalt für Urheberrechtsklagen ins Haus steht. Betreff: Grindin'. Gezeichnet: The Clipse und die Neptunes. Lediglich die beiden der Premium-Edition vorbehaltenen Solo-Nummern, die Beatzarre und Djorkaeff musikalisch in Szene setzen, erreichen in punkto Produktion endlich ein gewisses Niveau.
Dieses verwandelt Fler zunächst mit seiner gruselig-schönen Autotune-Zeitlupen-Einlage "Keiner Hält Mich Auf" zum nervlichen Drahtseilakt: Vom Cher- zum Fler-Effekt.
Die größte Überraschung erwartet einen dann ganz am Schluss: Für sein Solo "9 Millimeter, Koks und Geld" zieht Bushido nämlich urplötzlich den Stock aus dem Arsch und flext in bester "Bordstein"-Manier, als wäre es nie anders gewesen: Fabelhaft akzentuierter Unterwelt-Argot ohne das übliche, pseudo-deepe Lamento auf einem grandiosen Fundament aus bedrohlich dicker Baseline, nervöser Geige, zuckenden Lasern und all dem atmosphärischen Brimborium, den ein waschechter Ganoven-Bombast braucht. Yeah. Das ist most wanted.
Werter Herr Ferchichi: Begeben Sie sich mit exakt jenem Flow bitte umgehend in die Booth, lassen sie die Finger von der Produktion und rappen Sie ein komplettes Album in diesem Stil ein. Sie verewigen sich womöglich ein zweites Mal in den Deutschrap-Annalen – auch wenn das am vorliegenden Werk nichts mehr beschönigt. "B.M.W. bedeutet kriminelle Organisation"? Nein. "B.M.W." bedeutet "Bayerische Motoren Werke" und daran ändert diese Platte genau gar nichts. Umfirmierung sensationell gescheitert.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
![]() |
Berlins Most Wanted - Berlins Most Wanted | Infos (Lieferzeit/Service) | €4,14 | €3,95 | €8,09 |
![]() |
Berlins Most Wanted - Berlins Most Wanted - Limited Deluxe Edition (FSK 16) | Infos (Lieferzeit/Service) | €19,99 | €3,95 | €23,94 |
Als ich noch jung und in der Pubertät war, habe ich mir VBbzS reingezogen und gefeiert. Was sich die heutigen Teenies reinziehen, ist mir schlichtweg unbegreiflich. Selbst Hgichts lyrische Ergüsse ergeben mehr Sinn als das Gebrabbel dieser drei Vorstadtgangster.
"Vorbei sind die Zeiten von Samy und Kool Savas ? Teenies wollen einen Star zum Anfassen."
1. Aussage ist Quatsch, da die 2 mehr Live Auftritte machen als alle 3 Protagonisten des BMW Alben.
2. Teenies hören neben Bushido höchsten noch Justin Bieber, aber Savas und Sam ist doch schon was für die erwachsene Fraktion.
3. Zum Album: Übliche Verdächtige und übliches Schema von daher: GÄÄÄÄHN!!!
Style aus Frankreich gebitet, Lyrics vom Ghostwriter und schon wieder zweifelhafte Beats. Was das Lob für "9mm ..." angeht, das mag für Bushido ein ordentlicher Flow sein, aber mehr als leicht überdurchschnittlich find Ich das allgemein nicht.
mal ne Frage.
Warum wird statt diesem Dung nicht die neue Huss Hodn rezensiert?
Das ist nämlich richtig dopes Zeug!
Einzig gut ist nur das Titellied. Ansonsten immer nur noch das gleiche. Seit "Sieben" gibt es nix neues mehr von Bushido. Dieser scheint sich nur noch so lang verkaufen zu wollen, wie möglich. Ist ansich schon clever, aber dennoch armseelig, wenn man sich für den größten deutschen Hip Hoper aller Zeiten hält. Denn zum Mythos wird dieser ganz bestimmt nicht mehr. Vorbei sind die Zeiten mit "Vom Bordstein zur Skyline", "Electro Ghetto" oder "Carlo Coxxx Nutten II" (mit Saad)
Am Titellied ist auch nur der Beat gut. Insgesamt sieht man hier einfach sehr deutlich, was den guten vom mittelmäßigen Künstler unterscheidet. Letzterer hat ein bis zwei gute Ideen, danach erschöpft es sich. Die nachfolgenden Produkte haben bestenfalls durchschnittliche Qualität, weil sich nicht durch einen neuen Funken angefacht werden, sondern den alten wiederbeleben wollen. Und Verkaufszahlen sind eben kein Qualitätssiegel; jeder Depp frisst bei McDonalds, aber niemand wird behaupten wollen, daß es hochwertige Nahrung ist.
@Phoenixxx: Selbstverständlich behaupte ich das! Über CCN 1 ließe sich da noch diskutieren, aber du willst mir doch nicht erzählen dass das letzte CCN mit Fler soviel neues und markantes bot?! Ok, ein paar Tracks unter den ersten 10 Songs sind schon stark, vor allem was die Beats angeht. Aber das war´s dann auch leider schon. Später hört man nur immer das Gleiche: Bushido der sich bedankt und sich als großes Idol der Jugend sieht. Die Texte sind einfach unter aller Kanone! Wogegen der Anpsruch von CCN 2 mit Saad zwar auch nicht gerade punktet (Bis auf Ausnahmen wie "Denk an mich"), dieser es aber im Gegensatz zum Nachfolger gar nicht erst versucht! Und da liegt eben der große Unterschied! Ein ehrliches Album ohne Möchtegern-Gequatsche, einem massiven Saad (wenn auch nix gegen Fler!), einem Bushido der den Leuten noch was zu sagen hatte und mit dem vielleicht besten Bushido Song ever "Nie ein Rapper" 

BMW zeigt doch nur das Deutsch Rap TOT ist....Habe in den Letzten 3 Jahren nichts mehr gehört wo ma sagen könnt" Da ist neu....DAS bringt die Szene weiter"...Jeder kopiert jeden, alle machen Gansta Dipset Rap....
Let's make it Official Deutschrap ist tot!!!


eine review wie man sie von laut.de nicht anders erwarten konnte. frage mich warum sie solche releases überhaupt noch bewerten, wenn eh immer nur der gleiche quatsch dabei rumkommt...
lustig auch wieder die hörnchen mit ihrem tua und marteria geseier, sowie genrefremde die so tun als würde hiphop nur von pubertierenden konsumiert werden.
fazit: ich werde den eindruck nicht los das gewisse releases hier aus prinzip schlecht bewertet werden!
@Deine Mussa: komischerweise wurden schon bereits vor 5jahren aggro/bushido releases hier immer gleich bewertet. problem ist das die melange aus hoppern/fanhörnchen/genrefremden die sich hier rumtreibt nicht rafft worum es bei diesen releases geht...nämlich um den sound und ein gewisses "feeling"...
@DeineMudda: bei eure beurteilung von musik kommt ihr mir immer so vor als wenn ihr hörspiele bewerten würdet. die musik war auch nach electro ghetto dem anderen schranz meilenweit überlegen. checkt endlich das musik kein hörspiel ist!
@sodhahn: um die diskussion jetzt zu beenden... ich will mich bei musik einfach nicht langweilen und denken... momentan, das habe ich doch schon auf dem anderen album gehört... und das sagt jmd. der kollegah hört, der sich ja auch ständig in seinen aussagen wiederholt... da machen die punches aber wieder einiges wett...
aber jedem das seine und wenn dir die musik gefällt, dann soll es eben so sein..
@BrickTop: weder tua noch maeckes würde ich ins genre hiphop/rap einordnen...das ist hippster mukke für styler und nerds. sorry, aber da vergleichste obst mit gemüse. ausserdem verstehe ich nicht wieso "innovation" immer zwangsläufig mit "gut" assoziiert wird...huss und hodn sind auch nicht innovativ

Herr von grau ich lach mich schlapp^^
Fard, Haftbefehl, Manuellsen, Joka, nur um leute zu nennen, die in letzter Zeit releasen oder es bereits getan haben haben.
BMW ist ist ok, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es geht wirklich um die Stimmung und Atmosphäre! Und das geht klar.
@Phoenixxx: Das Problem hierbei ist doch, dass da wohl nicht mehr viel von Bushido kommen wird. Er hat einfach nichts mehr zu erzählen. Das ganze Straßen-Mafia Gequatsche ist einfach nicht mehr real. Der Typ ist seit Jahren Multimillionär, hockt zuhause 12 Stunden am Tag vor dem Computer und zockt World of Warcarft, was will man da denn erwarten? Ein richtiger Rapper, kann nur die Dinge real rüberbringen die er mit Leidenschaft zu rappen weiss und selber erlebt hat. Doch Bushido lässt sich inzwischen seine Texte von jemand anderem schreiben und was er bringt- sind ständig die selben Rhymes! Der Typ ist einfach nicht mehr hungrig und sollte sich lieber beim Hip Hop auf aktuellere Dinge aus seinem Leben beschränken. "Sieben" war da in meinen Augen schon ein guter Anfang, da er in Songs wie "Gibt es dich" oder "Alles Verloren", Dinge und Meinungen aus seinem Leben verarbeitet. Er war dort schon auf einem richtig guten Weg sich "weiterzuentwickeln". Was jedoch dabei rauskam, ist jedem bekannt: Er merkte, dass die Kasse nicht mehr so sehr klingelte und es hieß Back to the roots durch die Reunion mit Fler. Doch dies glaubhaft rüberzubringen erfordert eine Menge.
@Digger: Finde es gut, dass du dich nochmal dazu geäußert hast und so kann Ich deinen PoV auch besser verstehen als ohne Erläuterung. Zum Großteil kann Ich dir auch zustimmen. Du warst gleich oft wie Ich beim Splash nur bei mir isses n bissl später gekommen, war 01 erst 12-13
, diggst den richtigen Stuff (Tone ist immer noch der derbste Zerficker) und feierst die richtigen Rapper die seit Jahren für Qualität stehen, also verstehe Ich nicht wieso wir so unterschiedlich in die Zukunft sehen? Ich feier, dass endlich wieder Rapper wahrgenommen werden ohne dass in den Berichten die Worte Messerstecherei, Bandenkriminalität und Kleinkriminelle fallen müssen und dass viel Rap-Kacke wieder in der Versenkung verschwindet, also zeigt für mich die Tendenz nach oben, warum siehst du das umgekehrt?
Btw alle von dir beschriebenen Künstler sind dope, aber Ich wollte einfach nicht den Rahmen sprengen in dem Ich ein paar Dutzend aufzähle. Einzig Seperate fand Ich nie so cool, ein fähiger MC der mich aber einfach nie fesseln konnte.
, diggst den richtigen Stuff (Tone ist immer noch der derbste Zerficker) und feierst die richtigen Rapper die seit Jahren für Qualität stehen, also verstehe Ich nicht wieso wir so unterschiedlich in die Zukunft sehen? Ich feier, dass endlich wieder Rapper wahrgenommen werden ohne dass in den Berichten die Worte Messerstecherei, Bandenkriminalität und Kleinkriminelle fallen müssen und dass viel Rap-Kacke wieder in der Versenkung verschwindet, also zeigt für mich die Tendenz nach oben, warum siehst du das umgekehrt?
Format
Homepage: