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Es gibt wohl kaum einen Musiker, der sich so frei bewegt wie Ben Harper. Blues, Rock, Folk, Funk, Gospel und alles, was dazwischen kommt – Hauptsache, die Stimmung passt. Dennoch muss sich der Kalifornier seit seinem Debüt "Welcome to the Cruel World" (1994) den Vorwurf gefallen lassen, dass er auf seinen Alben zu viele Stile kombiniert, anstatt sich auf einen oder zwei zu konzentrieren. "Both Sides Of The Gun" ist sein Versuch, den Nörglern den Mund zu stopfen.
Tatsächlich besteht sein siebtes Studioalbum aus zwei CDs, auch wenn Harper nichts von einem Doppelalbum wissen will. Er nennt sie "eine Platte, die zwei grundverschiedene Bewegungen beinhaltet". Die achtzehn Stücke hätten zwar locker auf einen Rohling gepasst, doch der Sänger wollte diesmal eine klare Trennung: Auf der einen CD die eher ruhigen Songs, auf der anderen die giftigen.
Der Wohlklang ist auf der weißen Scheibe zu finden. Er beginnt mit dem mit Streichern angereicherten "Morning Yearning", das von schönen Momenten am frühen Morgen handelt. Von Liebe und Seelenverwandtschaft erzählen auch die folgenden Stücke, gelegentlich auch von Einsamkeit. Harper setzt stimmlich seinen zärtlichsten Gang ein und lässt sein Talent für Melodien erkennen. Die Begleitung reicht von Gitarre und Stimme ("Never Leave Alone", "More Than Sorry" bis hin zur vollen Bandbesetzung inklusive Kammerorchester ("Cryin' Won't Help You Now", "Reason To Mourn"), aber im Mittelpunkt stehen Ruhe und Gelassenheit.
So kitschig sich Harper auf dem letzten Stück des ersten Albums, ähm, der ersten Seite gibt, so wütend tritt er auf der schwarzen Scheibe an. Die pseudo-indischen Klänge zu Beginn von "Better Way" verdichten sich zunehmend und führen dazu, dass sich Harpers Stimme zwischendrin überschlägt. Der ewige Vergleich mit Lenny Kravitz ist hier nicht ganz an den Haaren herbei gezogen, doch nur für kurze Zeit, denn anschließend bekennt Harper politisch Farbe. Der funkige Titeltrack ist eine bitterböse Abrechnung mit der US-amerikanischen Politik. "One dimensional fool in a three dimensional world", singt er unter anderem.
Eine Attacke, die er mit "Black Rain" fortsetzt. Das Lied entstand ein Tag nach der Verwüstung von New Orleans durch Hurrikan Kathrina und fällt entsprechend bitter aus. "This government business is straight sadistic", verkündet Harper zu Beginn, bevor er Bob Dylan ausgräbt: "This generation is beyond your command … a black rain is gonna fall". Das gospelige "Gather 'Round The Stone" handelt von der Beerdigung eines Soldaten ("You whip the back of freedom / 'Till it bleeds an oil stream / Then you sail down upon it / In your killing machine"). Im abschließenden "Serve Your Soul" lässt Harper alle Zügel locker und weckt Erinnerungen an Jimi Hendrix.
"Die eine Hälfte ist so spontan, offen und roh wie alles, was ich je gemacht habe; die andere Hälfte ist so introspektiv und persönlich, wie ich auch als Mensch bin", erklärt Harper den Unterschied zwischen den zwei Seiten von "Both Sides Of The Gun". Ein persönliches Unterfangen, das ihm über weite Strecken gelingt. Dass er einer der wenigen international bekannten US-Musiker ist, die sich kritisch mit innen- und außenpolitischen Themen auseinander setzen, ehrt ihn noch mehr.
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Das ist ursprünglicher Rhythm'n'Blues!Das ist der Mann,der den Blues ins neue Jahrtausend transferiert!
Nach "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" ein weiteres Album,das ich das ganze Jahr lang zelebrieren werde.
Der Songwriter -Teil des Doppelalbum sagt mir momentan mehr zu(Morning Yearning!), doch die Groove-CD,wie er es selber nennt,zeigt was für ein begnadeter Musiker er ist.Aus handwerklicher Sicht atemberaubend.Aus lyrischer Sicht.Und Überhaupt.Charisma.Charme.Revolution.Ich möchte seine PR-Mangerin sein
.
Jimi Hendrix,Rolling Stones,Lenny Kravitz, Bob Dylan,Jack Johnson,Bob Marley....ich höre sie alle in Ben Harper.
Bitte anhören!
Die 2. CD ist wirklich groß.
Ich hör da eher den Clapton, Syl Johnson, Shuggie Otis stellenweise mit 'ner Priese BB King und The Meters gewürzt, raus, um mal bei lebendigen Vergleichen zu bleiben. 
Die 1. CD ist im Vergleich zur "Groove"-CD grausam langweilig, da fehlt mir die ganze schicke Äkschn.....immerhin hat die Ödnis da den Zweck gehabt, die längst verschollen geglaubten Skip-Funktion wiederzuentdecken. 
@remo
Naja, meint' den Cream'schen Clapton, nicht den Sofa-Kuschelrocker-Clapton. 
Gut. 
Das So-Ku-Ro-Claptoneske gibt's dafür ausreichend auf der ersten CD zu "bewundern". 
Mal abseits der Musik an sich: F*ck EM! Nachdem die letzten Alben von Mando Diao, Coldplay und Placebo schon immer wieder kleine Aussetzer haben, hat EMI den Kopierschutz anscheinend nochmal verschlimmbessert. Jedenfalls klingt das Album auf meinem CD-Player, als würde ich beim Hören mit Discman gleichzeitig Seilspringen. Wer es noch nicht hat, sich aber zulegen möchte, sollte unbedingt zum Vinyl greifen.
Yep
!Bei mir ist es auch ganz klar Liebe!
@Patrick
Natürlich gefällt dir die 2.CD besser!
Emotio,mein Liebster!
Bei deinem chronischen Mangel an Empfänglichkeit für ein Liebesgefühl im romantischen Sinne hätte alles andere auch eine Fassunglosigkeit meinerseits ausgelöst
.
Nun erweck mal nicht den Eindruck, als wenn du es schon mal auf eine Prüfung dessen hast ankommen lassen. 
Außerdem: So was in aller Öffentlichkeit
von jemanden zu behaupten, der im Stande ist, ad hock die in Fleisch gemeißelte Romantik an sich zu verkörpern, schadet unter Umständen doch deiner Glaubwürdigkeit.


Treulosigkeit, Untreue, Verrat.
Hmmmh?*stell dir das in dem Ton vor,in dem Jennifer Beals in Four Rooms spricht
*
von jemanden zu behaupten, der im Stande ist, ad hock die in Fleisch gemeißelte Romantik an sich zu verkörpern, schadet unter Umständen doch deiner Glaubwürdigkeit.

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- gar nicht entscheiden ! 
[/amateurhaft synchronisierter banderas-hispanic-akzent]

In der aktuellen [url=http://www.jazzthing.de/]Jazz thing ist u.a. auch ein Interview mit ihm drin...über das Album und seinen latenten "Makel" sich für einen Stil festlegen zu können, politische Missstände in den USA, Religionen im Allgemeinen, Frau, Kind&Kegel usw.
Er hat ja Laura "Ich seh' so scheiß grenzdebil, wenn ich heule, aus" Dern
geheiratet, da endet ja jeder Ehekrach in fiesen Augenkrebs. 
Und die Groove-CD ist noch immer das reinste Sahnestück.
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