laut.de-Kritik

Diese Blütenpracht sollte den ganzen Sommer überstehen.

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Am Dienstag ging ein virtueller Schrei durch die Internetwelt. Musikmagazine, Blogs, Foren – sie alle überschlugen sich mit der Meldung: das neue Beach House-Album "Bloom" sei nun bereits im Stream zu hören! Die Erwartungshaltung, die dem Duo aus Baltimore entgegen gebracht wird, ist nach dem umschwärmten dritten Werk "Teen Dream" groß.

Lange Zeit verbachten Alex Scally und Victoria Legrand mit "Teen Dream" auf Tour. Hier sprossen auch zu großen Teilen die ersten Knospen für "Bloom". Dream-Pop mit einer ordentlichen Portion Schwere, Melancholie und Traurigkeit – aber dennoch leicht und hypnotisierend und süß und wie auf Watte gehend. Klingt kitschig in Worten, klingt aber überhaupt nicht kitschig bei Beach House. Es ist wohl gerade diese Mischung, die Beach House und ihre Musik so interessant macht.

Auf "Bloom" gehen die beiden Musiker noch dichter und gebündelter an das Songwriting heran. Die zehn Songs gehen teilweise ineinander über, es fließt und passt und ist stimmig. Der Sound ist voller, wirkt durchdachter, auf den Punkt – was auch an Co-Produzent Chris Coady liegen mag.

Da ist das wunderbare "Hours". Da ist "On The Sea", das mit abgehackten Klavierspiel beginnt und nach und nach immer optimistischer und voller ertönt. Da ist "Wild", bei dem der Dream-Pop-Sound und Legrands Stimme zeitweise einen wunderbaren Kontrast bilden und dennoch harmonieren.

"There's no mystery at all. It's a strange paradise. You'll be waiting." heißt es in "Irene". Diese Zeilen nehmen Beach House wörtlich, denn nach eben jenem letzten Song folgt eine Pause. Dann ertönt ein Hidden Track mit Slidegitarre, der leicht psychedelischen Stimme, ruhigem Schlagzeug. Das Warten lohnt sich! Dieses Album zu hören lohnt sich!

Bloom – also Blütenpracht – "ist vergänglich. Eine flüchtige Vision des Lebens in all seiner Intensität und Farbe", sagt Legrand. "Blüten sind schön, wenn auch nur für einen Moment." Ihr Album trägt zwar diesen Titel. Es sollte aber wohl mindestens den Sommer überstehen.

Trackliste

  1. 1. Myth
  2. 2. Wild
  3. 3. Lazuli
  4. 4. Other People
  5. 5. The Hours
  6. 6. Troublemaker
  7. 7. New Year
  8. 8. Wishes
  9. 9. On The Sea
  10. 10. Irene

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9 Kommentare

  • Vor 2 Jahren

    @ c452h: wenn man böse wäre, würde man beahupten, du hättest keine ahnung von musik.

  • Vor 2 Jahren

    Hab die Band zuerst Live in Paris gesehen und anschließend als Einsteigeralbum "Bloom" gehört, und hat mir sehr, sehr gefallen. Anfangs klingen alle Songs ähnlich, aber das lag daran dass ich mich in den eigenen Sound der Band einhören musste. Die Nuancen kristallieren sich, Auf jeden Fall ausgezeichneter Dream Pop.

  • Vor 2 Jahren

    Hab die Band zuerst Live in Paris gesehen und anschließend als Einsteigeralbum "Bloom" gehört, und hat mir sehr, sehr gefallen. Anfangs klingen alle Songs ähnlich, aber das lag daran dass ich mich in den eigenen Sound der Band einhören musste. Die Nuancen kristallieren sich, Auf jeden Fall ausgezeichneter Dream Pop.