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Bay City Rollers

Wer glaubt, dass das Phänomen der Boybands ein Produkt unserer konsumorientierten Tage sei, irrt gewaltig. Schon in den Sechzigern gab es einige Bands zu bestaunen, die weniger mit gekonnten Interpretationen auf sich aufmerksam machten, sondern eher durch ihr gestyltes Äußeres auffielen. The Monkeys waren so ein Fall, und auch die Bay City Rollers sind eine der ältesten Boybands auf diesem unseren Planeten.

Bay City Rollers: Ex-Teeniestars freigesprochen
Bay City Rollers Ex-Teeniestars freigesprochen
Zwei ehemalige Mitglieder der Bay City Rollers wurden von einem Londoner Gericht freigesprochen. Die Polizei hatte sowohl den Sänger und den Gitarristen nach einem vermeintlichen Drogendeal festgenommen.
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Entstanden ist die Band 1967 in Schottland, gegründet von den Gebrüdern Longmuir. Der Name soll der Legende nach entstanden sein, als der Bandmanager Tam Paton eine Nadel wahllos auf die Karte der Vereinigten Staaten steckt. Heraus kam Bay City, Utah. Gut nur, dass nicht Salt Lake City oder Massachusetts zur Namensgebung herangezogen werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Brüder gerade einmal 18 und 12 Jahre alt, zumindest Derek hat damals nicht einmal Flaum am Kinn. Die Besetzung wechselt diverse Male, bis zur ersten Produktion der Band, der Neuauflage des Gentryhits "Keep On Dancing". Die Single schafft es bis in die britischen Top Ten. Ein Garant für Hitsingles sind die Rollers aber weiterhin nicht. Erst als Stuart Wood und Leslie McKeown 1973 hinzu stoßen, geht die Bay City Post ab.

Als die Single "Manana" erscheint, ist auch Deutschland reif für die Rollermania. Bis auf Japan, so hat es sich mit der Zeit heraus kristallisiert, gibt es keine treueren Fans der Rollers auf der Welt. Mit ihrem "Tartan-Look" starten sie in den Jahren 1974 und 1975 durch und produzieren am Fließband Hit auf Hit, ehe Alan Longmuir der Band den Rücken kehrt und durch Ian Mitchell ersetzt wird, der später einmal als Pornodarsteller in Erscheinung treten sollte. Aber auch Mitchells Bandzugehörigkeit ist nur von kurzer Dauer. Seinen Platz übernimmt bald Pat McGlynn.

Das Image der Rollers ist nach außen hin ein blütenreines. Kein Sex, kein Alkohol und schon gar keine Drogen. Wie es aber hinter der Fassade aussieht - die die Band immer als die lieben Jungs von nebenan darstellt - wird der Öffentlichkeit erst bekannt, als Gitarrist Eric Faulkner in Tom Patons Haus fast an einer Überdosis Heroin gestorben wäre. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum er die Bay City Rollers verlässt und mit respektablem Erfolg seine Solokarriere aufbaut.

Ab den späten Siebzigern geht es mit dem Ruhm der Rollers rapide bergab. Auf der Insel spielen sie nur noch in kleinen Clubs vor unermüdlichen Fans und auch in Japan sind die verschiedensten Ex-Mitglieder der Rollers immer mal wieder auf Tour. 1992 erscheint dann erstmals seit langer Zeit wieder neues Material, und auch eine prominente Dame nimmt sich der Ex-Teeniestars an. Courtney Love will die Geschichte vom Auf- und Abstieg der Bay City Rollers verfilmen. Zumindest hat sie die Rechte an "Bye Bye Baby" erworben, dem Tagebuch der britischen Rockkritikerin Caroline Sullivan. Die wurde 1976 mit 17 Jahren zum BCR-Fan, obwohl sie schon damals ahnte: "Leslie, Eric, Woody, Alan und Derek, die bedauernswerten Milchbubis, waren niemals cool."

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