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In letzter Zeit versucht man im Hause Aggro Berlin offensichtlich alles zu vergolden, was das Licht der Welt erblickt. Nach Siggi, dem der Titel "Goldjunge" zumindest hinsichtlich seiner Plattenverkäufe zusteht, ist nun Bobbys Dick an der Reihe – frei nach dem Motto: Long Dong und Silber war gestern, der Neger von heute trägt Gold.
Das Einzige, was in Anbetracht von "Goldständer" allerdings steht, ist der Kreativität das Wasser bis zum Hals. Die umfangreich angepriesene "CD in Brilliant Box mit Glanzlackierung" ist ein handelsübliches Plastikcase, das "16 Seiten-Booklet in Glanzlackierung" eine bei einem (!) Videodreh abgefallene Fotostrecke und die Digital-Dreingabe "AGGRO Mediaplayer" nix weiter als ein Kunden, pardon: Atzenbindungstool für Deutschlands Forenjugend.
Des Blattgolds damit nicht genug: Mit einer Gesamtlänge von 35 Minuten, davon viereinhalb Intro und Skits, ist das zudem ein verdammt kurzer Ständer geworden. (Gut, es gibt auch eine Doppel-CD mit doppelt so vielen Tracks. Jene Premium Superduper Megadödel Deluxe XL Edition liegt uns nicht vor.)
Einen superschlaffen Eindruck macht das derart propagierte Edelmetall dann beim Coitus auditivus. B-Tight schießt im gnadenlos überstrapazierten "Rapstarz"-Skit seine Vergangenheit plakativ über den Haufen. "Wir brauchen Rapstars wie Bobby Dick!" begründet er den bedauernswerten Mord am alten Ego. Brauchen tut die zwar keiner, aber so klingen tut die Scheibe sehr wohl: Dünn, kraftlos ... wie am Bildschirm einen runtergeholt.
Auch an seiner jüngeren Neuorientierung in Richtung "Berlin Grime" hält er fest. Walzend, stampfend und durchwegs tüchtig gestromt, allerdings auch schmerzhaft durchschnittlich präsentiert sich der phallische Halbstünder. Trotz dreier Stippvisiten vom renommierten Beat-Doktor Tai Jason, einem aus Miami eingeflogenen Frauenarzt und Unmengen an reingepumptem Synthie-Viagra: Der Patient kriegt und kriegt einfach keinen hoch.
Doppelt unangenehm, dreht sich diese Platte doch fast ausschließlich ums andere Geschlecht. Und das ist "Voll OK", denn ich erwarte von B-Tight seit Royal TS weder profundes Weltwissen, noch technische, geschweige denn literarische Cumshots. Ich erwarte aber bitteschön ein wenig mehr Unterhaltung als diejenige, die genannten Forums-Insassen heutzutage für flammende "X ist besser als Y"-Auseinandersetzungen reicht.
"Selbst halbtot bin ich besser als ihr Säcke / halt die Fresse, wenn ich rappe / es gibt Kette in die Fresse." Selbst der vorgeladene Baustellen-Lyriker und Gabelstapler-MC Tony D kann das hier gebotene Niveau nicht mehr spürbar unterbieten. Da tut es fast schon wieder gut, dass das Teil nur eine halbe Stunde beansprucht.
Kurzum: Bobby erreicht an keiner Stelle das Level, das der Selbstbeweihräucherungs-Turbolader "Ich Bin's" von der letzten LP – die das "L" übrigens noch verdiente – erhoffen ließ. Selbst die klanglich abweichende Single "Sie Will Mich" geht spätestens nach dem dritten Durchlauf gehörig auf die Nerven. Zu eintönig der Sound, zu einfältig die - wenn man so will - Raps. B-Tight pocht indes auf Innovation und lässt uns wissen: "Rap ist der neue Rock'n'Roll." Mag sein, aber der hier sicher nicht.
| Shop | Titel | Info | Preis | Porto | Gesamt |
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B-Tight - Goldständer | Infos (Lieferzeit/Service) | €16,95 | €3,90 | €20,85 |




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