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Aus dem ausführlichen Disclaimer im Booklet: "Verbraucherhinweis: Dieser Tonträger enthält harte Texte. Die Interpreten wollen unter anderem durch Provokation gesellschaftliche Missstände thematisieren; dazu benutzen sie zum Beispiel Spott, Hohn, Verzerrung und Überspitzung als künstlerische Stilmittel. Die Künstler gebrauchen hierfür die Umgangssprache des Umfeldes, aus dem sie stammen."
Schön, dass die Aggro-Verantwortlichen das von Anfang an klar machen. Ein Schalk käme ansonsten noch zu der Annahme, der einzige gesellschaftliche Missstand, den Reime wie "Mir egal, von wo du bist, | wenn du meine Kanone frisst, | macht es 'Klick - Boom' bis dein Gehirn auf dem Boden ist" offenbaren, seien die Interpreten selbst.
Über B-Tight als Rapper kann man ja geteilter Meinung sein, jedoch hat der Mann schon des öfteren bewiesen, dass er deutlich mehr kann als das, was er auf den letzten Releases gezeigt hat. Mehrere ordentliche Royal TS-Tapes sprechen ebenso für sich wie das kontroverse Minialbum "Der Neger In Mir". Und auch wenn man auf "Heisse Ware" davon wenig spürt, so überragt er doch seinen Partner Tony D noch um Längen. Was dieser Mann hier abliefert, ist ein lyrischer Witz mit Lederjacke und dicker Kette. Von Flow kann keine Rede sein, die Innovation in den Reimen geht - falls vorhanden - in völlig undeutlichem Gebrülle unter.
Dagegen wirkt selbst der oft gescholtene Fler wie ein zweiter 2Pac. Fler stellt gemeinsam mit G-Hot übrigens den ersten erträglichen Track der Scheibe, "So Fresh So Clean". Weitere Überraschungen sind der wirklich schön flowende Tim Dog und der Franzose Gilles K, von Sido stilecht als "Unser Mann in Paris" eingeführt. Und nicht zuletzt der Fakt, dass Beatight das gesamte neunköpfige Produzententeam in die Tasche steckt.
Denn die üblichen Aggro-Synthiegewitter wirken auf "Heisse Ware" über weite Strecken zu überladen und unstrukturiert. Trotzdem lassen die Beatbastler, wie man es vom Label gewohnt ist, den einen oder anderen Banger vom Stapel. Joe Rilla beispielsweise mit "Twoh", oder die Beathoavenz mit dem orientalisch anmutenden "Sei Wie Du Bist". Auch von Sido ist das eine oder andere überzeugende Stückchen dabei. Weitgehend blass bleibt hingegen der noch auf "Ansage 4" überragende Fuego; er stellt lediglich bei einem von drei beigesteuerten Beats sein Können unter Beweis.
Disclaimer hin oder her - die Texte entbehren über große Strecke jeglichen Geschmacks. Was uns Aggro Berlin als "Thematisierung gesellschaftlicher Missstände" verkaufen will, hat mit Sozialkritik nun wirklich überhaupt nichts zu tun. Und mit der im Folgetext bemühten Competitionkultur noch viel weniger. Das alleine mag ja halb so wild sein, nur bleibt da auch technisch kaum etwas, was man in die Plus-Schale der Waage werfen könnte. Das Interessanteste, was mit diesem Produkt anzufangen ist, wäre, zu zählen, ob die Häufigkeit der Wortes "Fick" in "Aggro Berlin Crime" schon für einen Eintrag im Guinness-Buch ausreichen.
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) gegen die nicht sonderlich anspruchsvollen Texte gewonnen.
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