Porträt

laut.de-Biographie

Athlete

Joel Pott, Carey Willets, Tim Wanstall und Steve Roberts kennen sich schon ewig. Bis auf Carey stammen sie alle aus dem Londoner Multi-Kulti-Stadtteil Deptford. Sie verstehen sich gut und so besuchen sie sich in regelmäßigen Abständen. Später zieht auch Carey nach London. Aus Kumpels, die gemeinsam Fußball und Basketball spielen, werden langjährige Freunde, und daraus entsteht eine Band. Joel schnappt sich Gitarre und Mikro, Carey den Bass, Tim zieht es zu den Keyboards und Steve setzt sich hinter die Drums. Sie träumen von eigenen Konzerten, zu denen im besten Fall ein paar Hundert Leute kommen, um nur sie zu sehen und ihre Musik zu hören.

Zu Beginn - im Jahr 1999 - spielen Athlete Britpop. Nicht gerade die Erfindung des Rads und eigentlich zu der Zeit schon wieder total out. Das sehen auch die Briten so und wenden sich dem verschrobeneren Pop zu. Bei dieser Wandlung könnte man Radiohead als Vorbilder vermuten, Athlete jedoch nennen Grandaddy, die Flaming Lips, Pavement, Stevie Wonder, Hip Hop und "eher kitschige Sachen aus den Achtzigern".

Im März 2002 beginnen die Jungs, Konzerte in ihrem Viertel zu spielen, ihre selbstbetitelte EP erscheint im selben Jahr bei Regal Recordings. Und plötzlich steht der Band eine neue Welt offen: Sie sind als Vorgruppe für Mansun, The Polyphonic Spree, Electric Soft Parade und Simian unterwegs. Doch das soll es nicht gewesen sein: Parlophone (EMI) bietet der Band einen Plattenvertrag an, der sie in komplett andere Dimensionen katapultiert. So steht den Aufnahmen zum ersten Album nichts mehr im Weg. "Vehicles & Animals" kommt im April des Folgejahres in die Regale. Von dort aus verkauft sich der optimistische, aber nicht zu einfache Pop ganz ordentlich, aber auch nicht umwerfend.

Ein komplett anderes Ereignis lässt die Albumverkäufe endgültig explodieren: Athlete werden überraschend für den renommierten Mercury Music Prize nominiert. Wie es sich für eine ordentliche Band gehört, ruhen sich die vier nicht auf ihren Lorbeeren aus. Sie beginnen sofort, neue Stücke zu schreiben. Diese sollen musikalisch reicher klingen und inhaltlich persönlicher. In England gilt "Tourist" als eines der am sehnsüchtigsten erwarteten Alben 2005.

Auf den eigenen Laptops beginnt die Band, mit Musikproduktions-Programmen herumzuspielen und beschließt gleichzeitig, mehr Gitarren im neuen Album einkehren zu lassen. Fürs Livespielen wird Gitarrist Johnny Pilcher verpflichtet. Das 2007er "Beyond The Neighbourhood" zeigt sich ruhiger und erhält so auch zwiespältige Reaktionen von der Musik-Öffentlichkeit: für die einen eine Enttäuschung, für die anderen eine interessante Weiterentwicklung. Nichtsdestotrotz steigt die LP auf Platz fünf der britischen Charts ein.

Mittlwerweile zum Indielabel zurückgekehrt, knüpfen Athlete mit Album Nummer vier musikalisch an den Vorgänger an und verarbeiten persönliche Schicksale: "Black Swan" spiegele die Höhen und Tiefen wieder, die den Mitgliedern in den letzten sechs Jahren widerfahren seien, heißt es im Interview. "Nach allem, was wir in den letzten Jahren durchlebt haben - erklärt Sänger Joel - fühlt es sich an, als ob wir mit dieser Platte wieder ganz von vorne anfangen würden."

Alben

Athlete - Tourist: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2005 Tourist

Kritik von Vicky Butscher

Dieses Album bedarf einer Stimmungs-Anweisung. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare