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In der schmalen Brust der Arctic Monkeys scheinen zwei Herzen zu schlagen: zum einen dieses unbändige, hüpfige, rebellische; zum anderen das bleierne, schwere, Sinn suchende. Während in der Vergangenheit entweder das eine ("What Ever People Say I am, That's What I am Not", "Favourite Worst Nightmare") oder das andere ("Humbug") schlagen durfte, kommt es auf der aktuellen Platte "Suck It And See" zur Symbiose. Doch bis hierhin war es ein weiter Weg. Dass sich die Affen in den letzten sechs Jahren dermaßen weiterentwickelt und gefestigt haben, erstaunt.
Es wäre zu einfach gewesen, an den Erfolg ihres Erst- und Zweitlings anzuknüpfen. Bestimmt wäre ein drittes oder gar viertes Album im Stile von "What Ever People Say I Am, That's What I am Not" zumindest bei den Fans gut angekommen. Möglichweise hätte Kritiker ihnen vorgeworfen, sich nicht fortbewegt zu haben, um im gleichen Atemzug darauf hinzuweisen, "dass die Band noch sehr jung ist und noch viel Zeit hat". Schlussendlich ist gegen diesen Indie-Rock mit unfassbar viel Drive auch überhaupt nichts einzuwenden. Der fegte wie ein Wirbelsturm durchs Hirn und mischte mal ganz locker die ganze Indie-Szene auf.
Dass die Monkeys mit diesem Stil auf "Humbug" gebrochen und geradezu eine musikalische Askese in der Wüste gesucht haben, tat ihnen gut. Mehr noch: Die Wüste hat die Affen gefestigt. Sie hat sie zur Ruhe gebracht, sie hat den Drive, ihre Energie in Bahnen geleitet, die der Band Tiefgang verleihen. Mag sein, dass manche "Suck It And See" langweilig finden werden. Denn es ist deutlich zugänglicher als "Humbug", aber auch wesentlich wüstenrockiger als ihr Erstling.
Auch diesmal zog es die vier Affen in die USA, nach Los Angeles. Auch dieses Mal ließ sich Turner von Rock-Größen inspirieren. Er habe viel Nick Cave, John Cale, Lou Reed, David Bowie und Leonard Cohen gehört, lässt er verbreiten.
Tatsächlich schwingt eine gewisse Reed-Lässigkeit in den Stücken mit. Allen voran bei "She's Thunderstorms". Der Bass hüpft, die Gitarren quengeln sich wild durchs Stück, Turner singt mehr gelangweilt als lässig die Strophen herunter. Auch "Black Treacle" fährt im gleichen Tempo fort. Backvocals unterstützen Turner – eine nette Ballade.
Erst bei "Don't Sit Down 'Cause I've Moved Your Chair" packen die Monkeys die schweren Gitarren aus. Die Riffs dampfen bedrohlich durchs Stück. Josh Homme hätte seine Freude daran. Natürlich dürfen dabei die lasziv gesungenen Back-Vocals nicht fehlen.
Düster kommt auch "Library Pictures" daher, dessen Anfang tatsächlich direkt aus einem The Horrors-Album stammen könnte: wirr, verzerrt, dreckig. Nur wenige Stücke später meldet sich Papa Josh mit seiner unverwechselbaren Stimme bei "All My Own Stunts" zu Wort. Im Duett schmachten die beiden Cowboy-Filme an, bevor das Stück ganz in Queens Of The Stone Age-Manier endet, mit quietschender Gitarre.
Gänzlich schunklig entlassen uns die Affen gegen Ende der Platte mit "Suck It And See" und "That's Where You're Wrong". Die Sonne Kaliforniens strahlt durch diese beiden Stücke. Man kann sich gut vorstellen, wie Turner lässig mit Sonnenbrille auf dem Kopf irgendwo an einem Boulevard sitzt und den Mädchen nachschaut.
"Suck It And See" ist das poppigere "Humbug"-Album mit einer gehörigen Portion kalifornischer Feel-Good-Stimmung. Ein driviges oder gar tanzbares Stück sucht man hier vergebens. Schlimm ist das nicht. Wenn man dem Album genügend Zeit gibt, zu wachsen.
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hmmmm naja, zum Glück hab ich reingehört, finde die Gesangsparts hören sich immer gleich an
Ich fands das erste Album richtig geil, das zweite gefiel mir überhaupt nicht. Und Humbug ist irgendwie voll an mir vorbeigerausch *kopfkratz*. Naja, werd mal reinhören.
Ich dachte mir Humbug sei schwer zu toppen, doch da dieses Album irgendwie wieder in eine andere Richtung geht, ist das nicht mal nötig.
So, habe das Album jetzt zweimal straight und einige Male quer gehört und muss sagen: ich kann die Kritik nicht verstehen. Für mich sind die Songs abwechslungsreich, musikalisch und textlich auf höchstem Niveau und AM haben sich weiterentwickelt, ohne die eigene Note zu verlieren.
Für mich ist das Album die konsequente Fortsetzung von Humbug, ich hatte hohe Erwartungen und die wurden sogar übertroffen. 5/5!
Nee, nach 2x im Stream maß ich mir noch kein endgültiges Urteil an... Scheint zwar ein "kleiner grower" zu sein, einiges (wie auch "Hellcat...") hinterlässt mich aber total unberührt. Ich schau nach einigen Hördurchgängen in verschiedenen Situationen noch mal hier rein 
Also, ich gebe zu, dass die beiden Songs musikalisch zurückstecken, aber: Hallo? Die Lyrics bei Hellcat sind ja wohl richtig dufte! "Makes me want to blow the candles out just to see if you glow in the dark" oder "I took the batteries out my mysticism and put them in my thinking cap" haben mich auf jeden Fall überzeugt.
Habe bis dato nur die Radio-Rotation mitbekommen, und offenbar ist 'Don't sit down...' keine repräsentative Auskopplung, doch vor allem und abseits der Materie begeistert mich einfach die Entwicklungsfreude dieser Affen. Wie viele Bands verfangen sich nicht in der Endlosspule? Zugegeben wäre ich vllt minder angetan, ginge es vom - für meinen Geschmack - hyperaktiven, pubertären Indie-Geschrammel in noch schlichtere Gefilde, sagen wir mal Punk à la The Subways. Auch 'Humbug' war mir insgesamt noch zu harmlos, und vorerst wird man nicht behaupten können 'O, Arctic Monkeys goes Motörhead' - aber die Richtung stimmt, und ich verweile mit viel wohlwollendem Amüsement, ob der Trend anhält, nämlich gen abgeklärten, lässigen Wüstenrock. It never rains in California
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sehr starkes album welches 4 sterne verdient!
jedoch keine steigerung gegenüber den vorgängern
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