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Anastacia zum vierten. Mit über 20 Millionen verkaufter Alben weltweit sollte man einige Dinge gelassen sehen, oder? Wenn da nicht der Spruch "Der Prophet gilt im eigenen Land nichts" wäre. Fast überall auf dem Globus rollen Anastacia-Releases wie die Dampfwalze durch die Charts. Lediglich in ihrer Heimat, den USA, scheint das keinen Schwanz zu interessieren. Dort ging ihre letzte Scheibe nicht einmal in die Billboard-Charts.
Dieser Coup dürfte ihr diesmal allerdings mit "Heavy Rotation" gelingen, wenn das Album dort Anfang 2009 erscheint. Denn was die momentan angesagten Stile und deren weibliche Interpreten angeht, hat sie ganz genau hingehört.
So findet sich neben einem gehörigen Schuss Motown und Disco samt Supremes-Schlagseite auch Einflüsse einer gewissen Amy Winehouse wieder. Sogar Anflüge des esoterischen Murkses einer Enya spiegeln sich zum Teil in Anastacias aktuellem Sound wider.
Mit der ihr eigenen stimmlichen Vehemenz gibt sie Songs wie der Single "I Can Feel You" - die als Instrumental ohnehin schon einen gehörigen Wumms besitzt - den finalen Drive. Das schiebt und drückt im Zeichen der Discokugel und klingt sexy im besten Wortsinn. Immer, wenn Anastacia mal richtig loslegt und sich nicht mit Balladen-Trallala aufhält, stampft "Heavy Rotation" ganz gehörig nach vorne ab. Der formidable Four to the floor-Beat entpuppt sich deshalb als unwiderstehlicher Kopfnicker und Hüften-Schüttler.
Die Power des guten Starts verpufft in der Folge aber immer mehr. Der erwähnte Winehouse'sche 60er-Swing führt mit "The Way I See It" den guten Anfang noch launig fort, Stevie Wonder gibt im Geiste bei "Absolutely Positively" (nicht nur) mittels Clavinet ein Stelldichein. Dieses nette Song-Trio markiert leider schon den Höhepunkt, denn in der Folge übernehmen die Produzenten das Zepter.
"Defeated" klingt nach Mr. "Ich-produzier-alles-was-nicht-bei-drei-auf-den-Bäumen-ist" Timbaland. Zumindest erweckt das reduzierte Synth-Gefurze mit Dudelpiano den Eindruck, es handele sich hier um den Mann, der Chris Cornells Album versaut. Ein harm- sowie emotionsloses und nach typischer Balladen-Blaupause funktionierendes Liebesliedchen. Wer braucht so etwas?
Ansatzweise interessante Songideen, wie die mit warmen Akustik-Gitarren in Szene gesetzten Strophen von "In Summer", werden im Refrain von weit ausholenden nach Plastik klingenden Background-Chören abgewatscht.
Der Titeltrack mit düster wabernden Synthies und kräftigen Beats sowie einmal mehr Reminiszenzen an Amy ("Same Song") machen zum Ende hin Hoffnung auf einen aufregenderen Drive. Tatsächlich besitzt "All Fall Down" eine schnucklige Melodie im Refrain, die an großen Melodiesport der All Saints oder Sugababes erinnert, verfällt aber in Strophe und Chorus in allzu typische MOR-Schmufteleien. Nach diesem letzten hellen Moment schlägt zum finalen Ausklang noch mal die große Stunde eines tränentriefenden Ami-Pathos.
"Never Gona Love Again" und "You'll Be Fine" gaukeln großes Gefühlskino vor, wo hinter der dünnen Emotions-Leinwand staubige Ödnis herrscht. Dieses Gruselduo könnte einem den Spaß an Anastacia glatt verderben, passt aber hervorragend in das optische Erscheinungsbild, das sich die Amerikanerin anno 2008 verpasst.
Die Brille wandert in die Tonne, das Gesicht verkommt mittels Chirurgie oder Photoshop zur Grimasse und im Booklet gibt es jede Menge Wichsvorlagen für die geifernde Testosteron-Fraktion. Damit klappt es eventuell in den US-Charts, was aber die Kreativität anbelangt, scheint Frau Newkirk langsam die Luft auszugehen.
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so ist es leider :-(
bei mir haun nur die ersten zwei tracks richtig rein...
Irgend etwas ganz schlimmverteufeltschreckliches wird das schon sein. Zu faul für Google jetzt.
Mir tut die Frau schon ein wenig leid. Seit Jahren hat sie sporadisch die eine oder andere Gala besucht, Nelson Mandela in Südafrika live (singenderweise natürlich) beglückt, ein Charity-Konzertchen hier, eines dort und zwischendurch irgendwie dieses Album rausgebracht.
Dann muss sie auch noch sowas wie einen Zeitsprung geschafft haben. Innerhalb von 3 oder 4 Jahren wurde sie von einer 30-Jährigen plötzlich zu einer 40-Jährigen.
Okay, dazwischen gabs noch diesen verteufelten Krebs, man konnte mehrere Hüte vor ihr ziehen, wie sie das gemeistert hatte.
Ob und wie sie mit diesem Album den amerikanischen Markt erobert, das wollen wir erst noch sehen. Ich denke nämlich eher, daß es nicht passieren wird bzw. ihr höchstens sowas wie ein Achtungserfolg gelingt.
Dabei hatte ich vor so etlichen Jahren noch gehofft, daß sie und ihre Stimme sich einmal so richtig wunderbar austoben könnten. Weil: ihre Stimme kann alles, wenn sie will und vor allem wenn man sie lässt.
Die Pause war einfach zu lang, ich hätte mir gerne von ihr ein richtig arschgeiles Oldschool-Rhythm & Blues-Album gewünscht.
Kohle hat sie doch eh genug und jetzt, wo man weißt, daß sie die 40 schon leicht überschritten hat, sollte sie doch eigentlich über einer solchen Mainstream-Produktion für die letzte Bastion US-Markt stehen.
Alex hat Recht, Ansätze sind so einige auf dem Album vorhanden, aber sie verpuffen fast schneller, als man sich für ein paar Sekunden darüber freuen kann und übrig bleibt nur Stückwerk.
alex hat recht, jan hat recht ... wo soll das noch hinführen?
"...im Booklet gibt es jede Menge Wichsvorlagen..."
WOW, kann man das Artwork auch ohne die CD darin billig irgendwo erstehen




boah is "I can feel you" öde
wundert mich, dass das lied so ne positive bewertung bekommen hat!
und diese "amy" motown dings anleihen in "way I see it" sind inzwischen nur noch albern, der zeit hinterher und wirken erfolgsgeil.
wenn das schon der höhepunkt sein soll, muss ich mir ja den rest gar nich anhören...
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